Fool if you think it´s over

Mit dem Porschekauf wurde ich verwoben in ein unsichtbares Netz.
Es verbindet Porschefahrer, auch wenn sie sich noch nie gesehen haben, weit über Autothemen hinaus.
Dieses Freundschaftsnetz schimmert in unterschiedlichen Facetten.

Da gibt es den geliebten Porschebruder, ganz klar mein Seelenverwandter Superbro.
Es gibt meine Porsche-Geschlechtsgenossinnen, alles tolle Frauen mit viel Autowissen.
Und es gibt Porschefreunde, die aufpassen, dass ich mir selbst keine zu großen Gruben grabe.
Einer hat mir in einem Telefonat mal ganz viel Kraft und Hoffnung gegeben, als beides gerade sehr rar war.

Und ein anderer ist gerade unglücklich, weil sein Herz frisch gebrochen ist.
Dem sei mit Chris Rea gesagt: „You´re a fool if you think it´s over. It´s just begun.“
Es kommt für uns alle noch so vieles, von dem wir heute noch nicht wissen.
Wenn man Menschen dabei an seiner Seite weiß, die über eine Leidenschaft hinaus auf die eine oder andere Art da sind, geht es weiter.

Liebeskummer ist mit das Beschissenste, was man fühlen kann,
aber wir alle wissen auch, er geht vorbei und dann geht es eben doch weiter.
Kopf hoch, nordischer Porschefreund!
Leg Chris auf: „… save your tears you´ve got years and years“! 😉

War ich gut Schatz?

Der Tag fing schon gut an.
Frühstück mit zwei Porschefahrern.
Ich finde es ungeheuer erleichternd, wenn man zwischendurch einfach immer mal wieder auf sein Lieblingsfetisch-Thema zu sprechen kommen kann.

So zwischen zwei Bissen PS-Angaben auszutauschen, ohne dass sich jemand am Tisch gelangweilt fühlt oder denkt, man sei komisch.
Und zwei der drei Personen am Tisch waren weiblichen Geschlechts…
Heute Abend ergab sich dann die Gelegenheit, meine schwarze Schönheit mal auf eine kleine Spaziertour auszuführen.

Es war großartig.
So fühlt man sich eigentlich nur nach gutem Sex.
Zutiefst zufrieden und von sanftem Glück durchrieselt.

Stoppok nölte „Annabell“ aus den Boxen, Ich bin ohne Ziel durch die Gegend gegoldelt.
Ein junger Vater, einen Zwillingskinderwagen schiebend, bekam einen  verdrießlichen Blick, als ich an ihm vorbei fuhr.
Ich ging in Gedanken durch, dass er die Pänz doch hinten unterkrigen würde.

Junge, dachte ich, wenn ich alleine im Altersheim hocke, und mir alte Fotos von meinem geilen Elfer angucke, spielst Du mit Deinen Enkeln.
Is doch auch nich schlecht.

Obwohl, heute hätte ich nicht glücklicher sein können.
Auf dem Weg von der Garage ins Haus roch ich den Sommerregen auf dem Asphalt, ein wundervoller Geruch.
Satt und zufrieden warf ich einen letzten Blick rüber Richtung knisterndem Porschesexgott.

Ja Baby, Du warst phantastisch.

Wir kippen!!! Zwei Porschefahrer im Sprinter

Der Dr. hat sich einen Sprinter besorgt, um seine Möbel bei mir abzuholen.
Immer furchtbar sowas.
Ich war nach recht schlafloser Nacht aber auch zu schwach, um das Haus zu verlassen und deshalb da, während er die Kisten packte.

Nachdem er gestern Abend noch vom Teufel besessen war, hatten wir ein sehr gutes Gespräch.
Alle Beteiligten haben dabei so viel geweint, dass man den Mädchenporsche des Dr. problemlos hätte mit unseren Tränen fluten können.

Danach haben wir den Sprinter unbenutzt weggebracht.
Der Dr. saß am Steuer, dann kam in der Mitte der Mops und auf dem Beifahrersitz saß ich, um Jahre gealtert nach dem ganzen Scheiß.

Der Sprinter war wie eine Disco.
Dauernd blinken Assistenz-Zeichen auf, und die Karre gab Töne von sich.
Total nervig, wie wir in trauter Einigkeit feststellten.

Der Dr. fährt ja eher kleine Autos und die Fahrt war wackelig.
Ich: „Aaaahhhh! Wir kippen!!“
Er: „Ach was, wir gleiten majestätisch durch die Kurve und genießen die Aussicht von hier oben.“

Vor dem Abgeben musste getankt werden.
Nach nur drei Stunden hatte der Dr. den Tankdeckel gefunden.
Als der Hund und ich dann wieder im vertrauten Boxster saßen, haben wir drei Kreuze gemacht.

Moses hat aus der Bilge unten an der Tür Regenwasser getrunken, ich habe den mir vertrauten Sitz genossen und als der Dr. aus dem Verleihbüro kam, sind wir nach Hause gefahren.
Gemeinsam.

Der typische Porschefahrer…

… ist ein wohlhabender, nicht mehr ganz junger Herr, richtig?
Ich nähere mich dem immer mehr an.
Nein, ich hatte diese Woche keine Geschlechtsumwandlung.
Ich fühle mich alt.

Mittwoch hatte ich Mühe, mein Auto nicht gegen die Leitplanke zu setzen, als im Radio gesagt wurde, Jim Kerr würde jetzt 65.
Was?! Das kann doch nicht sein!
Einer der Helden meiner Jugend im Rentenalter?

Damals, 1985, „Don´t you“.
Was haben wir dazu getanzt…

Ich bin folglich auch nicht mehr taufrisch.
Das hat am Donnerstag dann auch der Arzt bestätigt.
Um mein rechtes Fußgelenk ist ein Dauerverband, OP schwierig, ich schlucke Magenschutz und danach Schmerzmittel.

Aber in Wirklichkeit humple ich nicht zur Garage.
In Wirklichkeit bin ich cool und rebellisch, wie John im Breakfast-Club, wenn der zu „Don´t you“, ganz am Ende des Films über den Rasen läuft und seine Faust in die Luft streckt.
Wer sich an die Szene erinnert ist vermutlich so alt wie ich.

Jetzt sind wir im Porschefahrer-Alter, aber in Wirklichkeit…

Der Justizminister, der Zahnarzt und der Porsche

Mann!
Hoch lebe das überstrapazierte Vorurteil.
Warum ereifere ich mich?
Unser Justizminister sucht momentan nach Wegen, Steuersünder angemessen zu bestrafen.

Da sind wir durchaus einer Meinung.
Aber dann kommt der Stereotypen-Schwall.
Die RP zitiert den NRW-Justizminister Kutschaty am heutigen Tag wie folgt:
„Wenn der Zahnarzt sechs Monate seinen Porsche stehen lassen muss, trifft ihn das viel mehr als eine Geldstrafe“.

Wenn das Zitat korrekt ist, möchte ich als NRW-Bürgerin dem Justizminister folgende Zeilen schreiben.
Wird er wohl nie lesen, ich bin auch in dieser Hinsicht kein VIP, aber was raus muss, muss raus:

Werter Herr Kutscharty!
Sind Zahnärzte tatsächlich unter den Porscheeignern überrepräsentiert?
Was fahren Zahnärztinnen?
Hinterziehen männliche Zahnärzte überdurchschnittlich öfter Steuern als andere Berufsgruppen?
Würde ein porschefahrender Angestellter besser mit einer Geldstrafe belegt, oder auch mit einem Fahrverbot?

Hatten Sie eigentlich Statistik im Studium an der RUB?
Sie sind Jurist. Wie sieht es eigentlich mit Steuerhinterziehung in den eigenen Reihen aus?
Warum sprechen sie nicht von porschefahrenden Juristen, die rot wählen und Steuern hinterziehen?
Oder gibt es die in ihrem Weltbild nicht?

Was ist mit Steuerhinterzieherinnen?
Und Porschefahrerinnen?
Wie steht es mit anderen Vergehen, die momentan mit Geldstrafen geahndet werden?
Diebstahl oder Beleidigung. Auch Porsche weg für den Dentisten?

Haben Sie Probleme mit Sozialneid?
So schlecht bezahlen wir porschefahrenden Steuerzahler Sie doch gar nicht.
Und ja, einen wahren Kern hat die Überlegung.
Vorausgesetzt das Fahrverbot läge im Sommerhalbjahr, wäre es tatsächlich eine fiese Strafe…

 

Der Tag, an dem ich meinen ersten Porsche abgeholt habe

Gestern vor einem Jahr war es endlich so weit.
Über zwanzig Tage lagen zwischen der Unterzeichnung des Kaufvertrags und dem Abholtag.
Seine Kofferraumhaube wurde wegen Steinschlag-Macken (eine Pest beim Porsche!!) neu lackiert, zwischenzeitlich hatten wir Schneeglätte und ich war einige Tage in London.

Die Zeit erschien mir un-end-lich lang!
Ich vertrieb sie mir im PFF, wo „Frau“ plus „Carrera“ offenbar die Phantasien der Porschefahrergemeinde ordentlich zum Brodeln brachte.
Dann endlich, endlich kam der Tag der Abholung.

Mein Freund Marius war so nett, den Fahrdienst zum PZ zu übernehmen.
Ich hatte die Nacht superschlecht geschlafen.
Im PZ gab es an dem Tag Frühstück für die Kunden und ich bekam meinen wunderschönen, glänzend aufbereiteten Traumwagen.

Meine erste Fahrt ging gleich von Dortmund an den Nürburgring.
So richtig konnte ich sie nicht genießen, die Nerven lagen einfach zu blank.
Am Brünnchen war ich mit dem Dr. (damals noch ein Bekannter) zur VLN verabredet.
Natürlich hatte ich mich zur Porscheabholung schick gemacht.

So stakste ich in knallpinkem Mantel und unpassendem Schuhwerk durch den Eifelwald.
Ein Gutes hatte mein Aufzug, der Dr. hatte nicht die geringsten Schwierigkeiten, mich in der Menge der vernünftig gekleideten Männer auszumachen…

Als ich dann durch meinen kleinen Ort fuhr, dauerte es nicht länger, als man braucht, um die Haupstraße den Berg zu meinem Haus hoch zu fahren, da hatten den Carrera und mich schon zehn Einwohner (und damit mehr als 1% der Gesamtbevölkerung) neugierig angestarrt.
Es ist der einzige Porsche im Ort.

Die ersten großartigen Fahrten kamen später, als ich mich etwas an ihn und seinen Schub gewöhnt hatte, aber sein Reiz hält an, er ist eine absolute Sexbombe und hat die schönsten Kurven der Welt.
Hach!

Kennenlerntag

Heute vor einem Jahr war Ostern.
Und der Dr. und ich haben uns zum ersten Mal getroffen.
Wir hatten ca. eine Woche lang hin und her gemailt, festgestellt, dass wir beide nur 15 Minuten voneinander entfernt wohnen und beide Porschefans sind.

Er hatte den Vorschlag gemacht, mal einen Kaffee zusammen trinken zu gehen.
Das haben wir dann getan.
Vorher war ich noch auf einem Osterbrunch bei den Wuppertaler Jungs und alle waren aufgeregt wegen meines „Date mit dem Porschefahrer“.

Dabei war es gar kein Date.
Und die kommenden acht Wochen waren wir auch reine Porschekumpels.
(Jaaaa, wir waren nicht besonders schnell, als es darum ging, zu merken, dass wir uns verliebt haben, da halfen auch die schnellen Sportwagen nicht.)
Irgendwie fand ich es immer schade, wenn unsere Treffen zuende gingen, und habe mich dabei ertappt, dass ich ihn am liebsten am nächsten Abend schon wieder gesehen hätte…

Zum Kennenlerntag habe ich ein super SLS-Modell bekommen.
SLS
Das Prachtstück steht jetzt vor meinem Flügeltürer-Poster von Ute und Markus im Arbeitszimmer.

Ich habe ihm einen Wechselsack geschenkt.
Nein, das hat nichts mit Testikelschrumpfung zu tun, so etwas brauchen Fotografen.
Und eine Butterbrotsdose für den Nachtdienst.
Natürlich mit Auto drauf….

Vor einem Jahr sind wir nach dem Treffen noch getrennt nach hause gefahren.
Er im geschlossenen Boxster, ich in der C-Klasse, den Elfer hatte ich zwar schon gekauft, aber noch nicht abgeholt.
Heute war es warm und sonnig, und wir sind zusammen nach hause gefahren.
Im offenen Boxster.