Auto und Gefühl

Sonntagabend.
Nach einer Porschetour zum Kaffee mit meinem Freund Marius liege ich mit der New York Times auf dem Sofa.
Treuen Lesern wird nicht entgangen sein, dass mich, nennen wir es mal „Filme mit weinen“, genauso wenig anmachen, wie Leute, die kein Zuhause zu haben scheinen.
Der Artikel über den neuen Lambo hingegen spricht mich schon sehr an.

Darf ein Artikel eine Frau so in Wallung bringen?

(Nee, nicht weil das Auto einen Tiernamen hat.
Sondern weil ich eine ausgeprägte Phantasie habe.
Ezra Dyer beschreibt ausgesprochen ansprechend, wie es sich anfühlt, ihn zu fahren.
Und das klingt für mich besser, als irgendetwas, das man auf einem Parkplatz tun könnte.)

Irgendwie ahne ich, dass er und ich dieselben Dinge mögen…

Aber das ist vermutlich das, was Herrn Dyer zu einem guten Autojournalisten macht, intelligent witzig den Sexappeal eines Autos zu beschreiben.
Ich kann seine Artikel nur empfehlen und verabschiede mich unter eine kalte Dusche.

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Psycho-Ex liest mit!

Des Drs. Ex liest mein Blog.
Ja, auch nach anderthalb Jahren, die wir jetzt schon ein Paar sind,
meldet sich die Dame noch immer bei ihm und liest mit, was ich hier schreibe.
Als damals der Porsche des Doktors zerkratzt wurde, hat sie ihm geschreiben, dass sie das gefreut habe.

Psychoalarm!!

Es gibt doch so viele Dinge, die Frau im Leben tun kann und das Leben ist so kurz.
Da muss man seine Zeit doch nicht damit verbringen, seine Nachfolgerin zu stalken.
Get a life, Puppe! 😉

Was würdest Du aus einem brennenden Haus retten?

Ich beschäftige mich in den letzten Tagen immer wieder mit Minimalismus.
Das liegt daran, dass ich eine Menge besitze, und Besitz natürlich immer auch Last ist.
Man muss sich kümmern, um das, was man hat.

Die Anhänger der Minimalismusbewegung schlagen vor, dass man sich radikal von Dingen trennt.
Um den Krempel leichter loslassen zu können, soll man sich fragen, was man aus einem brennenden Haus retten würde.
Klare Antwort: den Hund und die Katze.

Aber darf man vielleicht noch einmal rein, um den Rest zu holen?
Also nicht alles natürlich.
Aber ich müsste sicher so vier bis achtmal wieder ins brennende Haus, um die Dinge retten zu können, die mir fehlen würden.
Wahrscheinlich öfter.
Sehr viel öfter.

Und ich möchte mir gar nicht vorstellen, in welchen Stress ich geraten würde, wenn ich neben dem ins-Haus-und-wieder-raus-Rennen auch noch in die Garage hasten müsste, um den Porsche aus der Gefahrenzone zu fahren…
Schon der Gedanke stresst mich mehr, als mein Besitz.

Ich hätte zwar gerne wenig(er), worüber ich mir Sorgen machen muss, aber wer liebt, hat in dem was er liebt eben auch einen Schatz, der das Leben schöner macht.
Mir ist schon klar, dass es auch ohne die ganzen Sachen ginge.
Vielleicht wär das Leben cool und leicht, in einer leeren Einzimmerwohnung mit Katz, Hund und Porsche in der Garage.

Wer Haustiere und Sportwagen liebt, hat aber immer genügend Anlass zur Sorge.
Geht es den Tieren gut?
Was klappert da so komisch?
Aber ohne Tiere und Elfer kann mir der Minimalismus ohnehin gestohlen bleiben.
Ich fürchte, bin ungeeinget für diese Philosophie.

 

Welch ein Land! Was für Männer

Nein, hier geht es nicht um Extrabreit, die Helden meiner Jugend.
Es geht um ein Erlebnis auf einem Rastplatz.
Sonntagnachmittag, kurz nach 3.
Wir sind unterwegs zu Bekannten.

Der Hund rumort in seiner Transportbox auf der Rückbank herum und wir beschließen anzuhalten, damit er seine Geschäfte erledigen kann.
Ich fahre von der Autobahn an den Rastplatz bei Erkelenz.
Beim Aussteigen muss ich meinen Fuß in letzter Sekunde zur Seite nehmen, damit er nicht auf einem gebrauchten roten Kondom zu stehen kommt, das jemand dort entsorgt hat.

„Bäh“ denke ich und hole den Hund aus dem Auto.
Auf dem Rastplatz sind außer mir ausschließlich Männer.
Diese rasten allerdings nicht wirklich, vielmehr cruisen sie.
Drehen komische Runden Richtung Rastplatzgebüsch.

Die Sonne scheint, der junge Hund hüpft fröhlich an der Leine, um mich herum treffen sich Männer zum Sex.
Der Dr. wird beäugt, aber offensichtlich kommt er wegen Hund und mir nicht für ein Schäferstündchen im Gebüsch in Frage.

Wieder zuhause gucke ich im Internet nach.
Dort lerne ich, dass sich auf diesem Parkplatz sowohl Gays, als auch Heterosexuelle zum Sex treffen.
Man(n) kann dort, ich zitiere: „Seine Ehehure vorführen“ oder „Auch nur wichsend am Baum stehen“.

Super!
Können die das nicht woanders machen?
Ich persönlich möchte so etwas nicht mitkriegen, wenn ich an der Autobahn anhalte.
In meiner Welt sind Rastplätze tatsächlich zum Pausieren da.
Und damit meine ich nicht diese Art von Entspannung…

Aber meine Welt ist anders als die echte Welt.
Deshalb überrascht mich auch jeden Tag aufs Neue wieder der verblüffend häufig eingegebene Suchbegriff: „Porno mit weinen“.
Was ist los mit Euch Männern??

(Und versucht mir jetzt bloß nicht einzureden, dass das alles Frauen sind, die Weinpornos und „Parkplatzschlampen“ suchen. Da haben wir gar keine Zeit zu. Wir müssen Porsche fahren und der Hund muss auch noch raus…)

Ein herrlicher Tag

Sonntag der 23. November, 12 Grad, Sonne.
Endlich, endlich habe ich Zeit.
Bangen Schrittes gehe ich zur Garage.
Ich habe Angst, ob die Batterie des Carreras nicht platt sein könnte.

Als ich die Garage fast erreiche, meldet sich der Porschebruder mit der Nachricht
„Herrlicher Tag“ von einer Ausfahrt.
Noch ängstlich, ob ich auch zu meiner kommen werde, starte ich.
Sofort springt er an.

„Du glaubst gar nicht, wie herrlich!“, denke ich.
Damit das Öl warm wird, fahre ich zuerst ein paar Kilometer Autobahn.
Das macht schonmal tüchtig Spaß.
Seit ich den Porsche habe, musste ich ihn noch nie so lange stehen lassen.

Mir waren schon düstere Gedanken gekommen.
„Lohnt nicht, so ein teures Fahrzeug nur rumstehen zu lassen. Vielleicht sollte ich ihn wieder verkaufen…“
Nach der Autobahn fahre ich über die Dörfer, langsam fällt der Stress von mir ab.

Ich fahre nur so, ohne Ziel. Weil das Wetter gut ist, weil das Auto so viel Spaß macht.
In vielen entgegenkommenden Fahrzeugen sitzen Männer, die offenbar dasselbe tun.
Wir alle fahren allein.
Lauter glückliche Sonntagsfahrer…

Der Elfer steht

Der Elfer steht.
Und steht.
Und steht.
Es ist fast drei Wochen her, dass ich ihn das letzte Mal fuhr.

Und das, obwohl das Wetter das Fahren ohne Winterreifen ermöglichen würde.
Ich komme einfach nicht dazu, ihn zu fahren.
Auf den meisten Touren müssen Mann und Hund mit, also landen wir zwangsläufig im Mercedes.

Oder ich bin einfach zu erschöpft.
Draußen rattert ein Bautrupp, der meine Auffahrt erneuert.
Es dröhnt und rumpelt.
Ich versuche, drinnen zu arbeiten.

Im Haus liegt noch immer alles unter Baustaub.
Dafür ist es schön ruhig.
Die Bad-Baustelle liegt still, leider hatte der Installateur Fliesen bestellt, die nicht passen.
Sein Mitarbeiter holt jetzt neue, seit vier Stunden.
Grund, nach Aussage seines Büros: es hat wohl leider einen ganz schlimmen Stau gegeben…

Da hat Frau einen geilen Carrera in der Garage, die Sonne scheint und sie fährt nicht.
Ich hatte mir das Leben als Porschefahrerin anders vorgestellt.
Aber wie sagt man so schön,
„Life is what happens, while you´re busy making other plans“…

Ich wünsch mir was!

Heute habe ich Geburtstag.
Da darf man sich was wünschen.
Ich wünsche mir, dass mir nie der Sprit fehlen wird, um in mein Auto zu steigen und abzuhauen.

Das mache ich immer, wenn ich den ganzen Scheiß nicht mehr aushalte.
Heute Morgen war es dann auch wieder so weit, ich wollte nur noch weg.
Also Hund ins Auto und los.
Geburtstag
Fähre statt Brücke, viel schöner.

Und wenn man sich zum Wasser dreht, sieht auch keiner, dass man fast heult.
Das  beste Geschenk habe ich mir selbst gemacht: eine Zehnerkarte für diese Fähre.

Ich überlge, ob ich den Beifahrersitz im Elfer ausbauen lasse.

Dann ist Platz für die Transportbox vom Mops.
Da der fast immer dabei ist, steht der Porsche viel zu viel rum.
Sieht aber sicher furchtbar aus.
Auf der anderen Seite, was hat Frau von einem stehenden Carrera?

Oder sollte ich einfach den Sitz opfern?
Und den Hund zum Teil der Geschichte dieses Porsches machen?
Aber dann riecht er bald nicht mehr nach Porsche, sondern nach „Mops-Muff“, wie neulich eine Boxsterfahrerin sagte.

An dieser Stelle den Porschefreundinnen vielen Dank für Ihre Gratulationen!