Übung macht den Dr.

Samstagabend bei Porschefahrers.
Der Dr. kommt ins Wohnzimmer, aus meinem Telefon kommen ohrenbetäubende Motorengeräusche und immer wieder das Geräusch von einem Auto, das gegen eine Wand fährt.
Ich atme flach und meine Augen kleben weit aufgerissen auf dem kleinen Bildschirm.

Eine Weile später.
Der Dr. sitzt vornübergebeugt im Sessel und starrt auf das Display seines Telefons.
Entspannt kippt er es hin und her.
Ich frage: „Bist Du noch gar nicht gegen die Wand gefahren?“

Tino hatte von „Asphalt“ erzählt.
Erst hatte ich das Spiel auf meinem Telefon, heute Abend der Dr. dann auch.
Im Gegensatz zu mir spielt er erfolgreich.

Ich bin noch aus der Generation, in der so etwas „Telespiel“ hieß und ausschließlich von uncoolen Jungs gespielt wurde.
Ich glaube, der Dr. war so einer.
Und die Jugend als bemitleidenswerter Nerd  macht ihn heute zu einem erfolgreicheren Virtuell-Rennfahrer.

Zum Glück geht die Geschischte ja gut aus.

Nein, nicht die Versuche, ein Auto mit meinem Handy über eine Rennstrecke zu wackeln, die können wir getrost als gescheitert abschreiben.
Ich meine den Dr.
Trotz seiner uncoolen Vergangenheit hat er es inzwischen zu einem echten (!) Porsche und einer Frau mit tüchtig PS gebracht.

 

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Wenn Du denkst, es geht nicht mehr, kommt irgendwo ein Porsche her

Mein ältester Freund ist sehr unglücklich, weil er frisch verlassen ist.
Ein anderer ist gerade dabei, sich davon zu erholen.
Auch ich bin Mitglied im Club derjenigen, die ihr Leben einmal anders geplant hatten.
Die Frage ist berechtigt, warum passieren diese schweren, traurigen Dinge?

Warum kann das Leben nicht viel reicher an Porsche-Fröhlichkeit und schönen, leichtfüßigen Dingen sein?
Eine überaus anrührende Antwort gibt Jonny Donahoe, über den ich heute beim Lesen der New York Times stolperte.

Er hat für seine depressive Mutter eine Liste von Gründen verfasst, die dagegen sprechen, sich umzubringen, „Every Brilliant Thing.“
http://nyti.ms/1D0M8au
Toller Mann, schade, dass er nicht in Deutschland auftritt.

Vielleicht hat er recht, ich habe gestern Abend zu meinem Freund etwas ganz Ähnliches gesagt, vermutlich gehören diese dunklen Zeiten einfach zum Leben.
Ein Grund mehr btw, sich am wunderschönen Blech in der eigenen Garage zu freuen, denn das ist ganz sicher eines dieser „Brilliant Things“.

Die Menschen, denen im Leben so recht noch nichts Schlimmes passiert zu sein scheint, haben  mich häufig mit der ihnen innewohnenden Oberflächlichkeit und ihrem Mangel an Mitgefühl abgestoßen.
Trotzdem ist es natürlich genauso unangemessen, auf dem Tiefpunkt der Verzweiflung zu vergessen, wie viel Schönes das Leben für uns bereit hält.

Sollte einer von Euch gerade traurig sein, und das Schulenglisch noch nicht ganz vergessen, investiert die knapp zwei Minuten und guckt Euch den Link zu Herrn Donahoe an!

Was machst Du so früh am Ring?!

Sonntag der 25. Januar.
Die Eifel liegt unter einer frischen Schneedecke.
Es ist sehr früh am Morgen, und ich will Schneebilder vom Nürburgring.

Im Idealfall mit Sonnenaufgangsstimmung.
Also zieht die Abenteuer-Blondine um sieben Uhr los, um in der Dunkelheit das Auto vom Schnee zu befreien.
Der Dr. und der Hund beschließen, unter keinen Umständen mitzukommen.

Im Gegensatz zu den Räumdiensten im Rheinland, haben es die Eifler geschafft, schon zu dieser frühen Stunde die Staßen absolut schneefrei zu kriegen.
Als ich die Hocheifel erreiche wird es langsam hell.
Weil ich mit meinen Schneestiefeln nicht gut fahren kann, trage ich meine Wanderstiefel,
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ein Fehler, wie sich noch herausstellen soll…

Zwar liegen die Temperaturen nur leicht unter Null, aber der fiese Wind beißt mir in die unbehandschuhten Hände.
Ich bin alleine auf weiter Flur.
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Gerne möchte ich auf die Strecke sehen, aber die Einfahrt zum Fahrerlager ist mit einem Tor verschlossen.
Ich fahre weiter.
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Die echte Nürburg bekomme ich heute nicht zu Gesicht.
Sie liegt im Nebel verborgen.
Wie so oft…
Am alten Faherlager habe ich Glück.

Das Tor ist geöffnet und sogar die Sonne gesellt sich für einige wenige Minuten zu mir.
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Als hätte die Eifelsonne ihr Farbenspiel auf die Fassade des Dorints abgestimmt.
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Tanken geht hier immer.
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Einer Verkettung glücklicher Umstände in Kombination mit krimineller Energie verdanke ich den Umstand, dass ich doch noch zu meinen Streckenfotos komme.
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Die Boxengasse ganz in Weiß…
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An der Einfahrt steht der Grund.
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Der Motorsport ist ein nervenaufreibendes Geschäft…
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Ute und der Porschebruder kriegen dieses Bild vom winterschläfrigen Fahrerlager per whatsapp.
Ute als alte Ringfüchsin erkennt es sofort und antwortet mit der Frage, was ich so früh am Ring treibe.
Der Porschebruder stellt dieselbe Frage, eingeleitet mit „wtf“.

Ja, es ist Sonntag, kalt und früh.
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Im Fanbistro kocht keiner Kaffee für mich.
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Und meine Füße sind ziemlich kalt…
Aber es war ein wunderbarer Fotoausflug.
Ich mag es, mit Orten alleine zu sein, besonders, wenn es Orte sind, die sonst überbevölkert sind.
Die Atmosphäre ist völlig verändert im Gegensatz zum bunten Sommertreiben.
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Bester Laune mache ich  mich auf den Rückweg.
Vorbei am alten Fahrerlager unter Zuckerguß.
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Auch die Caracciola-Gedächtnistafel sieht im Schnee schön aus, aber jetzt will ich ins Warme.
Im Auto genießen meine kalten Glieder die Sitzheizung.
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Vorbei am verschneiten Flugplatz, in dessen Schnee jemand fröhliche Schlangenlinien gefahren hat, geht es zwei Stunden nach Abfahrt wieder Richtung Mann und Mops.
Als die Abenteuerin eine halbe Stunde später auf ihrem Heimatberg ankommt, liegen die beiden tatsächlich noch immer im warmen Bett!

Der sexy Porschegeruch

Mein Elfer riecht sehr anziehend.
Eine Mischung aus Leder und Benzin.
Würde man mich mit geschlossenen Augen in die Garage führen, mein Herz täte einen Hüpfer.

Arme Menschen, die keinen Carrera haben, hängen sich die furchtbarsten Dinge ins Auto, damit dieses besser riecht.
Früher gabs mal diese fiesen Vanille-Bäumchen.
Was ich heute beim Einkaufen sah,

Lufterfr.
… geht selbst mir bei aller Liebe zu weit: Mops-Flavour!!!

 

My baby just cares for me

Heute Vormittag waren der Dr. und ich beim Neujahrskonzert im Haus der Ärzteschaft.
Ordentlich angepüngelt saßen wir in Anzug beziehungsweise im kleinen Schwarzen und haben Lucy Wende gelauscht, wie sie sich durch das Great American Songbook gesungen hat.

Ein Genuss.
Nur eine Sache stimmte nicht,
Nina Simones Textzeile „My baby don´t care for cars an races“, die traf auf das Porsche Paar im Publikum nicht zu…

Jungfernfahrt

Gestern sagte Tino mit einem reizenden kleinen Lächeln, er sei noch nie in einem Porsche mitgefahren.
Es ist mir als Gentle-Frau-Driver natürlich eine Ehre, solche Entjungferungsfahrten anzubieten.

Tino hatte bereits die schönen Dopplenähte im Cockpit gelobt, als ich den typischen Porsche-Start-Schrei des Motors vorführte.
An der ersten Ampel blieben wir neben einem weißen Kastenwagen voller Handwerker stehen, die zu seiner Freude auch alle zu uns rüber sahen.
Manchmal ist (m)ein Elferleben voller Klichees…

Es war schon dunkel, aber am frühen Freitagabend waren die Straßen noch voll.
Tino war ein perfekter Beifahrer.
Er lobte die schwarze Schönheit, saß wunderbar ruhig  und nichtschwitzend und sauber in den Sportsitz gekuschelt und wollte auch nichts anfassen.

Abwechselnd habe ich Motor und Bose bemüht, und den geteilte-Freude-ist-doppelte-Freude-Effekt genossen.

Am Ende der Fahrt wollte er noch den Kofferraum sehen.
Dessen Winzigkeit haben wir dann zusammen bewundert.

Es ist ein schönes Gefühl, dieses erste Mal mitzuerleben.

Fuhr Hermann Hesse eigentlich Porsche?

Dann mach ichs mir halt selbst! – Protopypenbau für Moses

Ich bin es leid, dass Mops Moses nicht im Porsche mitfahren kann.
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Schließlich will ein junger Wilder wie er nicht immer mit der C-Klasse fahren.
Und ich auch nicht.

An dieser Stelle habe ich ja bereits einiges über meine Versuche zu diesem Thema berichtet.
Anrufe im Porschezentrum Düsseldorf und Dortmund ergaben, dass man nicht ohne Probleme den Beifarersitz ausbauen kann (Da gibt es angeblich Theater mit dem Airbag…)

Außer dem Vorschlag, sich einen Cayenne oder Macan zu kaufen, (würg, nur über meine Leiche!!!), fiel den Herren von der Technik aber auch nix ein.
Skandalös, Porsche bietet jede Menge Krempel an, aber keine Hundebox, die in den Elfer passt.

Aber zum Glück gibt es Tino, nicht nur ein charmanter, rasend gut aussehender Mann, sondern auch noch Architekt und Produktentwickler.
Und Freund der Familie.
Der kommt heute.

Dann kriegt Moses eine Transportkiste auf seinen Mopsleib und in Mamas Porsche maßgeschneidert.
Wenn die Prototypenentwicklung abgeschlossen ist, präsentieren wir das Produkt der Weltöffentlichkeit.

Aber heute kriechen der Designer und ich erst einmal mit dem Maßband durch den Elfer.