Nackte Sportler im Porsche

Ich feiere sehr traditionell Weihnachten.
Jedes Jahr geht es zum Spekulatiusfinale zu meinen Freunden und jedes Jahr bekomme ich einen Nackte-Sportler-Kalender.
Dieser Kalender zeigt oft über viele Monate denselben Monat an, das liegt am Sportler.
Andere Monate lasse ich hingegen kalendarisch ausfallen.

Der Freund, der den Kalender eingepackt hatte, hatte uns vor der glitzernden Verpackung gewarnt.
Ich fürchte, der Boxster wird Ostern noch immer innen glitzern, so viel haben die 12 nackigen Jungs von ihrem Feen-Staub auf der Fahrt nach Hause abgeworfen.

Im Elfer hätte das nicht geschen dürfen!!
Aber da gilt ja auch: „Kein Schweiß aufs Leder!“ und Sportler sind ja immer sehr geschwitzt…

Ferrari
Hier baut ein Jüngling mit schönen Händen auf der Party meinen Ferrari zusammen.
Ferrari2
Der Dr. hatte ihn irgendwann mal beim Tanken zum Sprit geschenkt bekommen.
Wenn das keine gelungene Weihnachts-Bilanz ist: 12 nackte Sportler und ein roter Ferrari, ich Luxusweib!

 

Die Jungs sicher in den heimischen Stall bringen.

Weihnachten sind der Dr. und ich zwischen den Wohnsitzen hin und her gependelt.
Eigentlich wollten wir bis heute Nachmittag in der Eifel bleiben.
Aber es war Schneeregen bei fallenden Temperaturen angekündigt worden, und da werden die Straßen gerne mal unangenehm seifig.

Also habe ich schon nach dem Frühstück, bei dem es die Reste unseres großartigen, binationalen Buffets gab, zum Aufbruch geblasen.
Wie immer, als das Radioteleskop Effelsberg am Horizont erschien, musste der Dr. mich mit dem Anblick aufziehen.

Unser Lateinlehrer hatte uns als Teenager auf einem grauenvollen Gewaltmarsch von der Jungedherberge in Bad Münstereifel bis zum Teleskop laufen lassen.
Nur knapp bin ich damals dem sicher scheinenden Erschöpfungstod von der Schippe gesprungen.
Das war das Jahr, in dem die Welt von Rock Hundsons AIDS-Erkrankung erfuhr.

Inzwischen habe ein zum Glück einen Führerschein, ein Auto und konnte den Lateinlehrer gegen einen sympathischeren Reisebegleiter austauschen.
Der technikbegeisterte Dr. war sofort Feuer und Flamme, als ich vorschlug, die Autobahn zu verlassen und beim Jugend-Trauma-Teleskop einen Zwischenstopp einzulegen.

Im Sommer gibt es in der Gegend schöne porschetaugliche Strecken.
Und so ein Teleskop ist ein lohnendes Ziel.

IMAG0387
Technik, die begeistert.

Nur als Institutsangehöriger darf man bis mit dem Auto ans Teleskop heran.
Etwas Fußmarsch bleibt auch nach 30 Jahren noch…
Auf der Rückfahrt hatten wir es schon fast geschafft, und gerade hatte ich zum Dr. gesagt, dass wir vor dem Schnee zuhause ankommen würden.

Eine Sekunde danach begann es zu regnen.
Vor uns gingen die Fahrer in die Eisen, jäh fuhren wir in eine Schneeregenfront.
Die Temperatur halbierte sich, das mögliche Tempo ebenso.
Auf den letzten zehn Kilometern war ich froh, mich gegen die Idee entschieden zu haben, mit zwei Autos in die Eifel zu fahren, damit ich den Porsche mitnehmen kann.

Zum Glück ist es mir gelungen, die Jungs sicher in den heimischen Stall zu bringen.
Jetzt liegen Zweibeiner nebst Hund auf der gemütlichen Couch und wünschen warme und trockene Weihnachten, sowie immer genügend Grip!

Der beste Mann der Welt

Wir hatten eine schreckliche häusliche Krise.
Gestern ist das Lieblingshundespielzeug von Moses versehentlich über den Zaun zu den Nachbarn geflogen.
Moses kann ohne dieses Spielzeug nicht sein.

Mehrfach am Tag weint er, damit wir es für ihn werfen.
Als es gestern jenseits des Zauns gelandet war, war er mit den Nerven vollkommen am Ende.
Ich auch.

Denn es war das Grundstück der extrem ekligen Nachbarn.
Einfach Klingeln ging also nicht.
Die Internetrecherche ergab: ausverkauft.
Hund und Anne waren am Boden zerstört.

Und was macht der beste Mann der Welt?
Bietet an, bei Familie Armleuchter zu klingeln und um Rückgabe zu bitten!
Der wackere Dr. fürchtet weder Tod noch Teufel.
Zum Glück haben wir die Sache anders lösen können.

Wie jeden Samstag waren wieder die (Schwarz-)Handwerker im Garten der Nachbarn.
Der Dr. hat um Hilfe gebeten und im Porschefahrerhaushalt hat wieder alles seine Ordnung.
Der Hund ist happy und ich habe den mutigsten Mann von allen.

Jetzt können wir uns zurücklehnen und Kekse essen 🙂
keks

Porschefahrer eben…

BoxsterfahrerInnen sind eine schlimme Plage.
Trifft man sie alleine, sind diese „Der Boxster ist der bessere Elfer“-Schwafeleien ja schon schwer genug zu ergtragen.
Richtig übel wird es, wenn sie sich gegenseitig auch noch in ihrem Wahn anstacheln.

Fassungslos musste ich heute mit anhören, wie meine Freundin und der Dr. mit ihren kläglichen Kleinporsches angaben: „Kommt besser um die Kurve als jeder Elfer…“.
Gähn.

Da lob ich mir die Carrera-Fahrer!
Wir haben ein Auto, das so astrein ist, dass sich jegliche Angeberei erübrigt.
Der Wagen ist statement genug, nicht nötig viele Worte zu machen.
Und wir haben ein Auge für Formen!

Schreibt Jim.
Mein Porschefreund, mit dem ich Badbilder ausgetauscht habe.
Und siehe da, nicht nur bei der Wahl des Porsches herrscht harmonische Übereinstimmung, auch Armatur, Waschbecken und Drückertaste sind bei Elferfahrer wie Elferfahrerin übereinstimmend.

Wir sind es, die wissen, welche Form gut ist 😉

Car with benefits

„If I stay here, won´t you listen …“
Rod Stewart und ich singen zweistimmig.
Es ist der Samstagabend nach der Dienstreise.
Mein Bad ist tatsächlich endlich fertig.
Ich auch.

Den halben Tag habe ich damit verbracht, wenigstens Teile des Hauses baustaubfrei und festlich herzurichten.
Porschefreund Stefan und ich haben vermutlich hunderte von Kilometern voneinander entfernt einen tiefen Schluck aus einer Pulle genommen, die jeder für sich austrinken muss.

Schön, es trotzdem nicht alleine tun zu müssen.
Pity party? Lamoyanz?
Nö.
Wir hätten es vermutlich im Leben nicht so weit gebracht, wenn wir es uns einfach machen würden.

Wir wissen, was wir am Leben haben, sind durchaus dankbar und müssen deshalb auch nicht so tun, als sei alles in Butter.
Wir haben beide einen geilen Sportwagen in der Garage, ok, meiner ist natürlich geiler als Deiner, nordischer Mädchenporschemann…

Zeit, Dir an dieser Stelle mal danke zu sagen!

Carrera GTS

Die letzte längere Dienstreise des Jahres.Hänger
Unterwegs gab es einen kleinen Glanzpunkt.
Ich bin in Erfurt.
Zu diesem Bundesland hat Rainald Grebe alles gesungen, was es zu sagen gibt.
Die Parkplätze am Tagungsort sind zu 100% Porsche-inkompatibel, also wartet er zuhause auf mich.

Dafür habe ich endlich Zeit, den Christophorus aus seinem Plastiktütchen zu holen.
Ich liege im Bett und lese über den neuen GTS.
Von außen spricht mich das aktuelle Modell weniger an.
Die Veränderungen im Design finde ich durchweg mißlungen.

Technisch weckt der Bericht aber heiße Erinnerungen an die Zeit meiner Probefahrten.
Zuerst hatte man mir einen Boxster mitgegeben, vermutlich nach dem Motto „Mutti will ne Probefahrt, dann kriegt sie den Kleinen“.
Der Kleine wurde nach nur 20 Minuten wieder auf den Hof des Händlers gefahren: „Das soll ein Porschefahrgefühl sein, haben Sie nichts Schnelleres?“

Und dann haben die das Richtige getan und mir einen 4GTS gegeben.
Liebe auf den ersten gefahrenen Meter…
So glücklich ich natürlich mit meinem 4S bin, so eine klitzekleine Sehnsucht bleibt doch.
Wahrscheinlich ist das ganz normal.

Ich glaube, was Traktion angeht, ist die Seele eine kleine Raupe Nimmersatt…

Im Stau kann man gut…

… über Ärsche nachdenken.
Und damit meine ich jetzt nicht unangenehme Zeitgenossen.
Oder gut gebaute Zeitgenossen.
Ich meine das Heck von Zuffenhausener Sportwagen.

Vor mir stand heute ein Cay.
Sehr, sehr lange fuhren wir im Schneckentempo durch das Versagen von Verkehrsplanern und Politikern.
Und da habe ich es wieder einmal gemerkt.

Alles schön und gut, aber ich bin eine Elfer-Frau.
Kein anderes Modell kommt so sehr meinem Konzept von „Porsche“ entgegen.
Prächtiger ist kein Hinterteil!