Undenkbar…

Wir schreiben das Jahr 2013.
Der Novemberabend ist grau und regnerisch.
Ich habe mich nach der Arbeit auf meine Couch gekuschelt und surfe im Internet.
Seit ich W-lan habe, mache ich den Fernseher viel seltener an…

Die Handwerker haben das Haus spektakulär dreckig hinterlassen.
Gleich muss noch der Staubsauger bewegt werden, aber vorher ist mir nach Ausruhen.
Was müssen meine müden Porschefahrerinnen-Augen da sehen?

Der Porsche Club Rhein-Main weist unter „Mitgliederwerbung 2014″ darauf hin:
“ Für Familienanghörige (Lebensgefährtin Ehefrau etc.) haben wir einen Familienbonus eingeführt.“
Na super, für diese ewiggestrigen Herren sind Porschefahrer per se männlich und Familienangehörige dann die Damen.

Derselbe Macho-Mist im Christophorus.
Nur Werbung für Männeruhren und Männerklamotten.
Das ist LANG-WEI-LIG!!!
Ja, jajajaja, ich weiß schon, wir sind in der Unterzahl, nur 10% der 11er werden von Frauen gefahren, wird mein Porsche-Bruder jetzt sagen.

Aber soll das denn ewig so bleiben?
Wann fällt endlich bei denen der Groschen?

Es gibt uns Frauen,
wir haben Geld und mögen Sportwagen,
und zwar nicht nur auf dem Beifahrersitz.
Jetzt denkt endlich mal das Undenkbare,
denkt: Elferfahrerin! 😉

Porsche Uedesheim 042_final

Nie mehr Ackern, nur noch Ernten…

…steht auf einer Postkarte, die mir eine befreundete Kundin geschenkt hat.

Gestern Abend hatte ich zuviel geackert.
Als ich in meine Straße einbog, sah ich des Dr. Boxster schon vor dem Haus stehen.
Er hatte es sich auf einem der Stühle im Vorgarten bequem gemacht und fragte, ob ich irgendeinen Wunsch für unsere Feierabendtour hätte.

Mir war alles egal.
Zu müde zum Reden ließ ich mich auf den Beifahrersitz fallen.
Eigendlich war es nur die vom Tag leergelutschte Hülle meiner selbst, die dort saß.
Mir war schwindellig vor Müdigkeit.

Der Dr. kennt das schon und fährt dann einfach los.
Seine Anwesenheit beruhigt mich immer und ich war froh, dass keiner mehr irgendeine geniale Idee von mir erwartete.

Wir fuhren über Land und hielten an einem der Klöster in der Region an.
Schafe weideten unter Apfelbäumen und ließen sich bereitwillig mit Fallobst füttern.
Das Klostergelände war ruhig und leer und wir spazierten die Allee hinunter.
Zum Ausklang gab es noch eine Einkehr in der Kloster-Kneipe.

Inzwischen war es dunkel und die Sterne standen am Himmel,
aber der Abend war warm genug, um auch die Rückfahrt offen zu machen.
Als wir uns verabschiedeten, war ich erholt genug, um auch heute wieder auf den Trecker zu steigen und weiter zu ackern.

Noch eine Sitzung, dann habe ich es geschafft für heute,
mal schauen, welche Ernte der Feierabend bringt.