Alles wird schlechter

Das ist nicht meine Prognose fürs neue Jahr.
Obwohl das durchaus sein könnte, viele Musik-Idole meiner Jungend sind 2016 gestorben.
Alle irgendwie zu früh.

Was schlechter wird, sind die Autos.
Seit heute Abend fahre ich Leihwagen.
Meine C-Klasse steht zur Beseitigung des Unfallschadens bei Mercedes.
Es war schon ein Drama, einen vernünftigen Leihwagen zu bekommen.

Der Mitarbeiter der Werkstatt hatte mich beunruhigt, als er mir mitteilte, dass meine C-Klasse ja schon ordentlich etwas runter habe und das deutsche Versicherungsrecht so gestrickt sei, dass ich eventuell als Ersatz nur eine B-Klasse bekäme.
B-Klasse?

Ich weiß gar nicht genau, wie das Ding aussieht, aber ich will keine B-Klasse.
Auch keinen Audi.
Wenn jemand meine C-Klasse kaputt macht, will ich eine Ersatz-C-Klasse.
Alles andere erscheint mir unfair.

Mein Freund Stefan und der Dr. konnten gar nicht verstehen, wo mein Problem mit der B-Klasse sein sollte, beide meinten „Hauptsache mobil“.
Ich sehe das anders.
Ich habe schließlich eine Ehre und die wird durch fiese kleine Autos beschädigt, das geht nicht.
Keine Kastration durch B-Klasse!

Nach ca. 100 Telefonaten mit der Versicherung des LKW-Fahrers und Europcar wurde mir eine C-Klasse zugesagt.
Es war dunkel, als ich in den Leihwagen einstieg.
Hinter dem Beifahrersitz glitzerte es weiß.

Eine Menge weißen Pulvers lag dort auf der Auslegeware.
Ich hoffe, es ist Kokain.
Wie auch immer, sauber war der Wagen nicht.
Aber er war noch gar nicht viel gefahren worden und sah ansonsten schön neu aus.

Das sollte sich als Problem herausstellen…
Mehr als eine Schlüsselübergabe hatte ich nicht bekommen und nun saß ich ratlos am Steuer des Mietwagens.
Da, wo bei meinem Modell die Gänge eingelegt werden, konnte man nichts auf „D“ stellen.

Der Herr von Europcar musste mir sagen, dass man es bei diesem Modell mit einem Hebel am Lenkrad macht.
Irgendwann fuhr der Wagen endlich und mit Schrecken stellte ich fest, wie schlecht die Standard-Lautsprecher bei Mercedes sind.

Der Motor war ist ein Benziner mit weniger PS als meiner, folgllich auch weniger flott.
Als ich über einen ganz flachen Bordstein fuhr rumpelte es fies, offenbar kein Allrad.
An der ersten Ampel wackelte auf einmal das ganz Auto unangenehm und ging dann aus.

„Oh Gott, irgendetwas stimmt nicht!“ fuhr es mir durch den Kopf.
Dann kam mein Großhirn aus der Schockstarre gehumpelt, und mir wurde klar, dass dies diese dämliche Stopp-Automatik ist.
Warum verändern die alles?

Gut, ich gebe zu, ich mag es nicht, wenn Dinge, die ich für gut halte, sich ändern.
Da fehlt mir die geistige Flexibilität.
Aber sinnfreie Änderungen sind nun wirklich überflüssig.
Erst recht, wenn sie das Fahren unangenehmer machen.

Bevor ich morgen den Leihwagen starte, nehme ich etwas von dem weißen Zeug hinter dem Beifahrersitz, vielleicht hilft das.

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Zu viele Männer für den Porsche

So, mal wieder Weihnachten geschafft.
Am zweiten Feiertag ging es traditionell zum Spekulatius-Finale.
Und natürlich gab es wie jedes Jahr den Kalender.
Dieses Jahr hatten meine Freunde liebevoll Pornostars für mich ausgewählt.
kalender
Mit einer Tradition musste ich leider brechen.
Sonst bin ich immer mit dem Porsche gefahren.
Dieses Jahr ging das nicht.
Neben dem Dr. hatte ich noch einen weiteren Party-Gast, der im Nachbarort wohnend nach einer Mitfahrgelegenheit gefragt hatte, mit im Auto.

Da saßen wir nun, 14 Männer und ich in der C-Klasse.
Und 12 davon hatten fast nichts an.
Kein schlechtes Ende für die Feiertage.

Sternzeichen Porsche

21.12., fünf Grad.
Ein offenes 997er Cab hält schwungvoll neben mir an.
Eigentlichh könnte man glauben, dass da jemand sein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk voller Stolz ausfährt, aber ich glaube, das Fahrzeug habe ich schon öfter gesehen, und er hat es schon länger.
offen
Später suche ich im Netz nach einem Business Trolley.
Ich werde im nächsten Jahr ununterbrochen beim Kunden sein und brauche eine Verpackung für die Unterlagenberge, die ich durch die Firma schleppen muss.
Ich schaue, was die Porsche Driver´s Selection zu bieten hat.

Dort verspricht man „Business Taschen mit klarem Profil“
Klingt businesslike.
Ist aber Marketing Bullshit.
Einzig eine Laptop-Tasche ist im Angebot, alles andere sind schnöde Reisetaschen.

Das Ding aber ist zu klein.
Ich verstehe das nicht.
Bei Porsche werden doch auch Mitarbeiter reisende Tätigkeiten haben.
Und da ist es mit einem Täschchen für die Technik eben nicht getan, da wird viel mehr bewegt.

Kopfschüttelnd gebe ich mein porschegeneigtes Geld woanders aus.
Doof. Ich hätte sicher Spaß gehabt, an meinem Porsche-Gepäck.
Zum Trost erledige ich dann anstehende Lebensmitteleinkäufe mit dem Elfer.
Same procedure as last year: gaaaaanz weit hinten parken und dann hoffen, dass keiner daneben parkt…

Als ich den Schwarzen gerade wieder in die Garage fahre, meldet sich mein 15jähriger Freund und fragt, welches Sternzeichen der Dr. und ich hätten.
Ich glaube nicht an Sternzeichen, teile ihm aber wahrheitsgemäß mit, dass der Dr. Widder sei.

Für  mich lautet die Auskunft, Sternzeichen: Porsche.

Unfall

Nein, zum Glück nicht mit dem Porsche.

Wäre der Sch**ß mit dem Porsche passiert, ich wüsste nicht, was ich getan hätte.
Am Nikolausabend war ich auf der Rückfahrt vom Kunden in Köln.
Das Geschäft läuft hervorragend und ich war guter Dinge.
Ein Schoko-Nikolaus, den an dem Tag alle bekommen hatten, steckte in meiner Tasche, und ich freute mich auf den Feierabend.

Auf einmal krachte etwas unglaublich laut hinten in die C-Klasse.
Zittrig stieg ich aus, und sah eine weinende junge Frau in einem Kleinwagen sitzen, den ein LKW in mich hineingeschoben hatte.
Zum Glück war die junge Frau nicht verletzt worden, die Scheibe ihres Autos war in Trümmern.

Der LKW-Fahrer hatte ihr Auto offenbar völlig übersehen und war in sie hineingekracht.
Geschockt standen wir anderthalb Stunden bei 4 Grad in einem Gebüsch neben der Kreuzung, während wir erst auf die Ankunft der Polizei warteten, und dann auf die Aufnahme des Unfalls.
Ich habe der jungen Frau von meinem Nikolaus zu essen gegeben, damit der Zucker sie etwas beruhigt.

Selbst als ich schon lange wieder zuhause war, war mir noch viele Stunden eiskalt, vor Stress und Unterkühlung.
Ein Besuch bei Mercedes ergab an meinem Fahrzeug einen  Schaden von ca. 1600 Euro.
Nun hieß es warten, bis die Versicherung der Firma des LKW-Fahrers die Kostenübernahme zusichert.

Heute, sechs Tage nach dem Unfall sagte mir die Versicherung, die Firma Schlatt aus Bocholt, für die der Fahrer unterwegs gewesen ist, habe sich noch nicht gemeldet.
Die junge Frau und ich waren also nicht nur Unfall-Opfer sondern auch noch in einer unnötig langen Warteschleife.

Also enschloss ich mich zu einem Anruf in seiner Firma.
Dort erklärte man mir, man habe die Sache drei Tage nach dem Unfall an einen Versicherungsmakler übergeben, am Freitagnachmittag.
Ich wies darauf hin, dass wir unsere Schäden um so später reguliert bekämen, je später die Versicherung alle Angaben bekommt.

Die Stimme der Frau wurde lauter (mein Hörvermögen ist durch den Unfall nicht beeinträchtig), und noch unfreundlicher.
Wenn ich weiter darüber sprechen wolle, könne ich mich gerne an Ihren Versicherungsmakler wenden.

Liebe Frau Schlatt,
ich möchte mich gar nicht an Ihren Versicherungsmakler wenden.
Ich möchte auch keine Rennerei und keinen Stress  durch einen Unfall, den Ihr Mitarbeiter verursacht, weil er Kleinwagen übersieht.

Man kann nur froh sein, dass die Verkehrssituation es nicht zuließ, dass wir schneller gefahren sind, die junge Frau hätte schwer verletzt oder tot sein können.
Hochmütige Unfreundlichkeit ist nun wirklich das Letzte, was man in so einer Situation braucht.
Na ja, wie sagt man so schön, jeder blamiert sich so gut er kann.

Fahrt vorischtig Leute, auf den Straßen ist in dieser Jahreszeit die Hölle los…