Verdammt scharf

Die ätzenden Bemerkungen häuften sich.
Dauernd wurde ich von irgendwelchen Männern darauf hingewiesen, dass mein Porsche schon ziemlich dreckig sei.
Das stimmte, er wird halt benutzt.

Wobei der Stachel schon saß, ich selbst finde ja auch, dass sauberer Lack das Gesamtkunstwerk noch heller strahlen lässt.
Mit dem Oktober kam allerdings auch das instabile Wetter und so fanden die schwarze Schönheit und ich uns an einem Tag mit dauernden Schauern in einer dieser verdammten Verrichtungsboxen wieder.

Mißmutig fing ich mit den Felgen an.
Als ich später über die breiten Hüften seifte, diesen perfekten Formen nachfuhr, konnte ich mich lüsterner Gedanken nicht erwehren.
Diese breiten Backen…

Jetzt steht die Sexbombe sauber in der Garage.
Und ich grüble schon die ganze Zeit, ob er da auch besser drin bleibt, wenn ich morgen zum Ring fahre, da es Regen geben wird.
Das Problem ist, ich bin so unglaublich scharf auf ihn…

Der Ring wird 90 – auch ohne mich

Vor 2500 Jahren war Heraklit schon schlauer als ich.
Ich hatte mir vorgestellt, (oder sollte ich „gewünscht“ schreiben?), an diesem langen Wochenende meine schönen Urlaubsgefühle fortsetzen zu können.
Ich wollte vier Tage in der Eifel verbringen, Wandern, ausruhen, nach Häusern suchen den Ring hochleben lassen…

Aber Dinge lassen sich nicht einfach wiederholen.
Am Vormittag des zweiten Tages ging es los.
Meine Hundebetreuung brach in sich zusammen, da des Drs. Alltagsauto einen Motorschaden hatte, er sich um Abschleppwagen kümmern musste, und nicht wie geplant die Hunde nehmen konnte.

Dann kam die Nachricht meiner Mopssitterin, die momentan mit schwerer Krankheit im Krankenhaus liegt, dass es ihr sehr schlecht gehe.
Kurz darauf erfuhr der Dr, dass bei seiner Mutter der Verdacht auf Krebs besteht.

Alles innerhalb von zwei Stunden.
Heute schrieb eine Freundin, dass ihr bester Freund verstorben sei.
Manchmal kommt es aus allen Richtungen.
Das Wochenende verging wie unter einer dunklen Wolke.

Ute schickte Fotos vom Ring, meine liebe, selbstlose Hundesitterin mahnte, es sich schön zu machen und die guten Zeiten zu genießen, aber wenn man umgeben ist von so viel Schwere mag zumindest mir das nicht gelingen.
Aber zum Glück kommen die schönen Momente ja auch unplanbar und von alleine.

Im Vergleich zu so vielen anderen und ihren Lieben geht es mir gut, sehr gut sogar.
„S dnem rozhdenija!“ lieber Ring, Du bist ja jetzt in russischer Hand…

 

Kurz vor Wonnemonat

Am letzten Samstag des Aprils bin ich wieder in Sachen Immobilien in der Eifel unterwegs, und habe vor meinem Termin noch etwas Zeit.
Also kurz zum Porsche Sports Cup.
Noch ist es früh, die Rennen laufen nicht, aber man kann überall hin und Porsches gucken.


Der Lambo hat nicht nur mir gut gefallen, einige Porschefahrer blieben stehen und lichteten ihn ab.


Ikeas Bälle-Bad ist total out.
Porschefaher hängen ihre Kinder auf und gehen dann auf die Strecke.
Und danach kann man sich von der Commerzbank (!) seinen Reichtum managen lassen.

Toll.

Als ich die Boxen entlang lief, folgte mir eine Gruppe junger Männer.
Einer davon erzählte seinen Freunden, er habe einen Auftrag von seinem Vater bekommen.
Er möge doch ein getrages Höschen von… (…sexistisches, misogynes Gefasel) mitbringen.

Ich drehe mich um.
Fixiere die Gruppe giftig, die Nachwuchssexisten merken, dass die Porschewelt gar nicht so männlich ist, wie sie sich in ihren Jungmännerhirnen ausgemalt haben.
Meine Kunden sagen oft, ich hätte so einen kalten Blick, ich hoffe, das stimmt.

Per Gedankenübertragung lasse ich Sie wissen: „Macht nur weiter mit solchen Sprüchen, dann ramme ich Euch meinen Porscheschlüssel bis zum Anschlag zwischen die Augen.“

Danach treffe ich Herrn McLaren bei unserem gemeinsamen Lieblingsitaliener.
Ich treffe ihn allerdings nur insofern, dass wir zur gleichen Zeit essen, noch sind wir nicht verheiratet…
Danach kurz im Garten die Beine hoch legen und dann zum Termin.

So, morgen Nacht hätte ich dann gerne einen Maibaum!

 

Frauenleiden

Zu meinem Leidwesen ist es mir im letzten Jahr nicht gelungen, Millionärin zu werden.
Daher konnte ich auch dieses Jahr viele Fahrzeuge nur anbeten und nicht als stolze Eignerin auftreten.
Gerne weise ich an dieser Stelle darauf hin, dass ich solventen Autoliebhabern als hobbyteilende Gattin zur Verfügung stünde…

Leiden musste ich auch beim Versuch, Autos ohne Männer aufs Bild zu bekommen…
DSCF6227
Irgendwann lande ich noch in der Bildzeitung, weil ich einen von diesen Nichtsmerkern mit meiner Kamera niedergestreckt habe…
DSCF6152
Mehr Glück hat Frau da, wenn sich die Fahrzeuge auf der Rennstrecke befinden.
DSCF6157
Laufen allerdings Betriebsmittel aus, kommen wieder Männer ins Bild…
DSCF6162
und das wars dann mit dem Tourenwagen-Revival…
DSCF6184
Abbruch.
DSCF6192
Die nächste Generation stand im Fahrerlager schon in den Startlöchern.
DSCF6204
Lebensfrohe Farbgebung,
DSCF6208
schöne Popos,
DSCF6211
und praktische Ausstattungsdetails.
DSCF6218
Gay-Pride im Hause Fuchs?
DSCF6221
Farbkombi wie mein Elfer. Sehr schön, ich hoffe, das Straußenleder ist vegan.

Und wenn Frau nur lange genug in der Sonne wartet, stehen die Männer irgendwann zumindest nicht mehr vor dem Fahrzeug, geht doch.
DSCF6228

Da mein jugendlicher Begleiter schwächelte, war dies nur ein kurzer Besuch beim OGP, plötzliche, vorübergehende Elternschaft ist auch nicht frei von Leiden…
Aber am Samstag ist zum Glück ja VLN und mein Plan ist, den Tag und lang und schmutzig auszukosten!

Purer Sex.

Mein erster OGP in Begleitung eines Kindes.
Ich bin fix und fertig.
Er fand alles toll.
Wir stehen vor einem Auto und das Kind sagt: „Puuuurer Sex!“

Da musste ich doch sehr lachen.
Auf der Mercedes-Tribüne haben wir uns das Tourenwagen-Revival angesehen.
Das Kind schüttelt sich und verkündet: „Gänsehaut am ganzen Körper!“ als die Wagen an uns vorüber donnern.

Dann verkündet er, „Das Laute hat was Beruhigendes!“
Aus dem Jungen wird mal was.
Er ist hingerissen von den Fahrzeugen, dem Fahrerlager, dem Sound.
Es ist wunderbar, zu erleben, wie begeisterungsfähig ein junger Mensch beim ersten Motorsport-Ereignis ist.

Bei den Porsches treffen wir Ute und Markus.
Schön, die beiden wieder zu sehen!
Ute hat wie immer den totalen Durchblick und bringt uns ins Porschezelt, wo der Junge und ich mit einigen schönen Werbemitteln ausgestattet werden.

Inzwischen wandern wir seit vier Stunden über das Gelände und ich finde, dass es Zeit ist, für eine Pause.
Das Kind verkündet, es  hätte Knieschmerzen nebst akuter Totalerschöpfung und müsse zurück nach Hause.

Ich bin verblüfft.
Sollte man in dem Alter nicht eigentlich ausdauernder sein?
Auf dem Weg zum Auto zeigt er dann doch Ausdauer.
Souveniers sollen mit.

Sehr SEHR lange betrachten wir Kappen.
Unzählige Kappen.
Dann T-shirts.
Dann sehr sehr lange Modellautos.

Alle so teuer, doch lieber eine Kappe?
So geht es gefühlte sieben Tage.
Dann sind vier Modellautos eingekauft und das begeisterte Kind und ich schleppen uns  durch den Wald zurück zum Auto.

Ohne Kind ist alles einfacher.
Aber auch nicht so anrührend.
Beim Erwachsenwerden verschleißt das Begeisterungsvermögen.
Wenn ich wieder zurück bin kommen die Fotos.

Jetzt will das gerade noch sterbend erschöpfte Jüngelchen bespaßt werden.

Sein erster OGP – ein junger Mann im Glück

Er ist 14 Jahre alt und Autofan.
Ich habe ihn kennengelernt, weil er der Sohn einer Mopsfreundin ist, und eingesprungen war, als ich ganz dringend einen Mopssitter brauchte.
Ein superlieber, bescheidener Junge, der familiär schwere Zeiten hinter sich hat.

Dieses Jahr hatte er Pech mit seinen Sommerferien, in der Woche, in der er mit seinen Eltern wegfahren sollte, wurde er krank und lag im Krankenhaus statt den ersten Flug seines Lebens anzutreten.
Und er hätte tolle Ferienerlebnisse absolut verdient…

Als ich ihm gerade erzählt habe, dass er übermorgen mitfahren darf, in die Eifel, und ich mit ihm zum OGP gehen werde, war er überwältigt.
Es ist herzerwärmend, wie er sich gefreut hat!
Der Ausflug ist für ihn eine große Sache.

Toll zu sehen, dass wie glücklich er ist.
Und eine Ehre für mich, einem jungen Autofan das Fahrerlager und die schöne Veranstaltung zu zeigen.

Wie meine Brüste im Fahrerlager begrüßt wurden

Was braucht Frau nach einer anstrengenden und erfolgreichen Arbeitswoche?
Autos und Lärm.
Glücklich, wer sich am Freitagabend in der Nähe des Nürburgrings findet.
Am Vorabend der VLN konnte ich einen Fahrerlager-Bummel bei bestem Frühlingswetter genießen.

20160513_172453
Auf dem Weg zur Waage.

20160513_172436
So ein schöner gelber Hintern.
20160513_172545
Früher sah das Hello Kitty-Logo irgendwie anders aus…

20160513_174054
Sehr praktisch! Einfach mit dem Schild an die Straße stellen und schon kommt die Sexbombe.
20160513_174108

20160513_172830

20160513_172710

20160513_173252
Leider braucht man fürs Kinderkriegen keinen Führerschein.
Steht der Idiot mit dem Kleinen ohne Gehörschutz unmittelbar am Start…!
Wo sind die Boxengassen-Aufpasser wenn man sie braucht?

20160513_173339
Mal nicht im Nebel.

Da die Betreiber immer mehr auf Einnahmen achten, gabe es weit und breit keine kostenfreien Parkmöglichkeiten.
Das Parkhaus hat aber nur 1.50 gekostet.
Nur war das Parkwärterbüro nicht mehr besetzt und der Automat konnte größere Scheine nicht wechseln.

Beinahe hätte ich am Ring übernachten müssen.
Die Nachbarschaft im Parkhaus war aber sympathisch, vor mir stand der russische Lambo…

Mein Ostern als Familienvater

Früher habe ich sie oft bemerkt, diese sauertöpfischen Blicke aus den Familienkutschen, wenn ich mit dem Porsche unterwegs war.
Jetzt weiß ich, wie sich diese Männer gefühlt haben müssen.
Ostersamstag war ich so verbittert, wie man es als Familienvater, der im uncoolen Auto seine Sippe heimfährt nur sein kann.

Wir waren auf der Rückfahrt aus der Eifel.
Die ganze C-Klasse voller Möpse.
Nein, kein Mercedesporno, Hunde.

Es fing mit dem Porsche an, der uns entgegen kam.
Da kam mir der Gedanke, dass ich jetzt auch lieber mit dem Porsche in, statt mit dem Kombi aus der Eifel fahren würde.
Und es wurde immer schlimmer.

Ein Lambo überholte.
Und war so schnell weg, dass ich gar nicht in Ruhe gucken konnte.
Als wäre das nicht schlimm genug gewesen, kam auch noch ein SLS-Cab.
Eingehüllt in seinen Sound zockelte ich mit Neid-Schnappatmung weiter die A1 hoch.

Ich klagte und jammerte, der Dr. hatte irgendwie kein Mitleid.
Und dann auch noch Lambo Nummer 2!
Sicher waren die alle bei dem guten Wetter am Ring gewesen und hatten Spaß gehabt.
Mit ihren geilen Autos, während ich gerade einen Mops badete, der sich in einem Fuchshaufen gewälzt hatte.

Noch 12 Stunden nach dieser Heimfahrt hatte ich schlechte Laune.
So müssen sie sich also fühlen, die Väter, denen es immer so geht.
Ich hab ihn ja wenigstens, den Porsche und bin auch gar nicht wirklich Papi.
Jungs, Ihr tut mir richtig leid!

Damals in den Ardennen

Der Winter ist da.
Boxster2
Heute Morgen war der Boxster voller Eisblumen.
Boxster1Das sah so schön aus, dass ich gleich mal die Handykamera bemühen musste.

Ich habe einen Satz neuer Winterreifen kaufen müssen, die vom Mercedes waren durch.
Für den Porsche habe ich noch immer keine, aber der Salzmist ist ohnehin ein Problem.

Seufz.
Ich habe gelesen, das man die ersten 200-300 Kilometer mit neuen Reifen schlechteren Grip hat.
Also sind wir mit unendlich langsamen, paranoiden 120 kmh in die Eifel geschlichen.

Kaum stieg der Dr. aus dem Auto, setzte auch schon der Schneefall ein.
Während er in Marmagen Brot kaufte, verwandelte sich die Landschaft um mich herum von Herbst in Winter.
So in die Schneeflocken hinein zu fahren ist ausgesprochen hypnotisch…

Der fiese Wind macht in der Eifel aus 2 Grad gefühlte -8.
Noch einen Monat lang werden die Tage immer kürzer und bis zu den nächsten Rennen am Ring dauert es noch unglaublich lange.

Um meine 300 Kilometer voll zu bekommen, sind wir in den Ardennen gewesen.
Dort ist der Sprit 5 Cent billiger als zuhause, so kann man sich den Einkaufstripp im belgischen Supermarkt am heiligen Sonntag schön reden.

Epilog:
Als Kind war ich wohl recht prüde, wenn Klimbim im Fernsehen lief (für die jungen Leser: eigenartige, überdrehte 70er-Jahre Comedy mit nackten Brüsten), war ich immer konsterniert, wenn Ingird Steger und die andere Dame mal wieder blank zogen.
In den Ardennen war jedoch der Opa, der trug, glaube ich, Bademantel…

Wind Nord/Ost, Startbahn null drei

Tolles Herbstwetter und VLN.
Der Porsche und ich sind unterwegs zum Nürburgring.
Die Bahn ist voller Sonntagsfahrer, die auf der linken Spur eingeschlafen sind, im Radio laufen langweilige Beiträge zum Tag der Deutschen Einheit.

Mein Daumen bekommt vom Weiterschalten eine Blase.
Irgendwann bleibe ich bei „Über den Wolken“ hängen.
Laut singe ich mit, als die A1 endlich leerer wird.
„Irgendjemand kocht Kaffee in der Luftaufsichtsbaracke…“

Am liebsten pendle ich bei der VLN zwischen Pflanzgarten und Hedwigshöhe, aber heute habe ich keinen Nerv auf das Gewühle am Brünnchen.
Feiertag und gutes Wetter, da wird es sicher voll.
Also parke ich in Adenau und gucke dort.
DSCF4005
Adenau ist super, da kann man nach dem Einkauf bei Aldi rasch gegenüber noch einen Rennwagen mitnehmen.
DSCF4003
Tramper an der Nordschleife? Nein, die Streckenposten grüßen die Fahrer bei der Einführungsrunde.
DSCF3979
Gruppenfoto.
DSCF4032
Wellness pur, der Sound brummelt so angenehm durch den Körper.
DSCF4033
DSCF4081
Ein cooler Opa.

In dem Alter war ich genau so blond wie das kleine Mädchen.
Mein Opa ist leider nicht mit mir zur Nordschleife gefahren, aber als ich den Führerschein bekam, hat er mir mein allererstes Auto geschenkt, das er bis dahin gefahren hatte, einen Derby.
DSCF4104
Unmittelbar neben der Rennstrecke grasen ausgesprochen nervenstarke oder taube Pferde.
Ich gucke ein Stündchen, schlendere ein Stück die Strecke entlang, genieße die Sonne und das Rennen und steige dann die Treppe wieder runter.

Mein Magen muss auftanken, ich habe noch etwas vor.
Ich will selber auch noch fahren.
Dieses Jahr war ich nicht oft mit dem Porsche in der Eifel.
DSCF4107
Nudeln bei Sonnenschein und Rennlärm, super!

Ich esse und überlege, welche Stecken ich fahren will.
Wunderbar, diese Vorfreude.
Der Tag ist mein Freund.
Ich will auch noch onanistisch mein eigenes Auto fotografieren.

Der Herbst färbt die Eifel schon merklich und ist meine Lieblingsjahreszeit.
Ein Carrera im Altweibersommer.
Auf dem Weg vom Ring zurück fahre ich meine Lieblingsstrecke, singe die Lieder im Radio mit und genieße die Kurven.

Mir kommt ein sexy grüner Lambo entgegen und ein SLS, den ich mir dringend wünsche.
An schönen Stellen halte ich an, und mache Fotos vom Porsche.
Als ich Stunden später zuhause von der Garage zum Haus gehe, kann ich nicht aufhören zu grinsen.

Die Fotos vom schönen Schwarzen kommen morgen 😉