Ich will wirklich nur über Porsches sprechen!

Im Supermarkt steht er zufällig vor mir in der Schlange.
Er wohnt bei mir in der Nähe und sowohl er, als auch seine Frau fahren Porsche.
Manchmal treffen wir uns, wenn wir beide die Hunde ausführen.
Mit dem Mut der Verzweiflung spreche ich ihn an.

Verzweifelt bin ich, weil ich so viel um die Ohren habe und der schwarze Prinz sehr dringend einer Autowäsche bedarf…
bisher ist er ja immer nur von Hand gewaschen worden.
Aber mir fehlt beim besten Willen die Energie.

Also erkläre ich dem Mann in der Supermarktschlange kurz, dass ich das Frauchen von den Möpsen bin und frage, ob er mit seinem Zuffenhausener Fuhrpark in die Waschanlage fährt.
Höflich informiert er mich, dass Mr. Wash tatsächlich seine Porsches zu seiner Zufriedenheit reinigt.

Irgendwie bilde ich mir ein, ein ängstliches Flackern in seinen Augen zu erkennen.
Er scheint sich zu fragen, was diese irre Frau von ihm will.
Dabei geht es mir gar nicht um ihn als Mann.
Er hat eine sehr freundliche Gattin, mit der ich schon öfter ein paar Worte gewechselt habe.

Ich will ihn nicht in der Kassenschlange bei Aldi aufreißen,
auch wenn es vielleicht ungewöhnlich ist, es geht mir wirklich nur um Porsches.
Aus Liebe zum Blech scheint mir jede Blamage angemessen zu sein.

Seit diesem Gespräch versuche ich den Mut aufzubringen, den Elfer wirklich in die  Waschstraße zu fahren, noch ist mir dies nicht gelungen.
Ich rede mir ein, dass er ja nun auch schon älter ist und ich ihn bald, wenn die Verbrennungsmotoren verboten werden, eh nicht mehr werde fahren können, nichts hilft.

Zum Glück hat der Porsche-Mann scheinbar wenigstens seiner Frau nichts davon erzählt, dass ich ihn bei Aldi belästigt habe, die winkt weiterhin fröhlich, wenn sie mich sieht…

Nur noch kurz die Welt retten

Das Single-Leben ist sehr lehrreich.
Im Moment lerne ich zum Beispiel, immer schneller herauszufinden, ob ein Mann eine Luftnummer ist, oder als Mensch etwas taugt.
Das Reservoir an Luftnummern scheint schier unerschöpflich.

Heute wollte ich mit einem Herren aus dem Katalog zu Abend essen.
Er hatte gesagt, er arbeite bis 18.30 Uhr, sei aber recht flexibel.
Ich hatte vorgeschlagen, er möge sich melden, wenn er fertig ist.
Es kam, wie es kommen musste, um 19.30 Uhr hatte er sich immer noch nicht gemeldet.

Ich hatte mir inzwischen ein Butterbrot gemacht.
Dann klärte er mich auf.
Er (Berater) habe eine unvorhergesehene Telko gehabt.
Und daher auch nicht schreiben können.
Bot an,  mir zu erklären…

Ich mag das ja immer sehr gern, wenn Männer mir die Welt, oder gar meinen eigenen Job erklären.
In aller Regel machen diese Männer den Job schlechter als ich.

Die Hunde mussten vor der Nacht noch ein letztes Mal raus und ich stand im dunklen Garten.
Wie so oft, blickte ich in den Himmel, während sie sich in die Büsche schlugen.
Und da zog sie über das samtige Dunkelblau.
Die spektakulärste Sternschnuppe, die ich in meinem ganzen Leben gesehen habe.

„Yeah, fette Schnuppe!!“ hörte ich mich zufrieden sagen.
Gewünscht habe ich mir nichts.
Ich habe mich einfach nur an ihrer Perfektion erfreut.

Vielleicht brauche ich viel weniger einen Mann für die wirklich coolen Sachen, als ich denke.

Faraday-Porsche

In den letzten Tagen hat Murphys Gesetz sich bei mir breit gemacht.
Freitag der letzten Woche war der 13. und als wolle mich jemand davon überzeugen, dass es Unglückstage wirklich gibt, reihten sich die Unerfreulichkeiten nur so aneinander.

Als ich gestern zur Arbeit aufbrach, war das Leben noch immer doof.
Aber immerhin warm und trocken, daher kam der Porsche mit.
Und als ich über die morgendlich dunkle Autobahn fuhr, legte sich zum ersten Mal seit vier Tagen Ruhe über meine Seele.

Ich saß in meinem schwarzen Kokon,
eingepackt in den Sportsitz, umhüllt vom Klang der Anlage.
Drinnen Bose, draußen das Böse.
Als trenne die Flyline die Einflüsse der Mitmenschen vom Innenraum.

Der Sportwagen als sicherer Hafen, als Mutterschoß, in den Frau sich flüchtet.
Take that, Porsche-Marketingabteilung!

„Hallo Porschefahrerin“

Die Umgangsformen unterliegen einem stetigen Wandel.
Auch im Business erleben wir immer wieder neue Trends, was die Etiquette anbelangt.
Ein junger Kunde beantwortete heute meine Mail.
Die Anrede lautete: „Hallo Porschefahrerin“.

Ich musste grinsen, im letzten Jahr hatte ich ihn und seine Kollegin mal im schwarzen Prinzen mitgenommen.

Fürchtete die Automobilindustrie noch vor kurzer Zeit, dass die Youngsters mehr auf Carsharing als auf Selberkaufen abfahren würden, lässt dieser Trend doch hoffen.
Die korrekte Anrede in der beruflichen Korrespondenz kann ja schließlich nicht „Hallo Carsharing-Kleinwagenfahrerin“ lauten… 😉

Nachrichten unter Porschefahrern

Freitagabend, 20.30 Uhr.
Ich blättere durch eine englische Wohnzeitschrift und denke über Küchen und Sofas nach.
Hinter mir schnarcht sonor sägend eine der Hündinnen.

Der Porschebruder fordert mich per whatsapp auf, mir ein Youtubevideo mit rallyefahrenden BMWs anzusehen.
Inklusive Zeitangabe im Video, damit ich den geilsten aller Motoren hören kann.
„Hey, dieses Getriebe mit der kurzen Übersetzung… bang bang bang“

Grinsend lege ich die Wohnzeitschrift weg und klicke aufs Video.
Er hat recht, großartiger Sound.
Dann schickt er einen Link mit Rallye-Porsches.
Die finde ich noch besser.

Amüsiert genieße ich die Verbindung mit meinem Seelenverwandten.
Nur die wissen sofort, worum es geht.
Ich schreibe, dass man viel öfter zu Rallyes gehen sollte.
Er antwortet: „Definitiv. Ist eh die Königsdisziplin des automobilen Motorsports.“

Ausgesprochen philosophisch meine Antwort: „Fuck, das Leben ist zu kurz, man kommt zu den geilen Sachen viel zu selten.“
Er: „Ja.“

Kurz fühle ich mich torschlußpanisch.
Dann grinse ich.
Wir leiden auf hohem Niveau.
Vielleicht zehn Meter von meiner Couch parkt mein Carrera, und er kriegt bald seinen GT4.

Aber ein bisschen Leiden muss schon drin stecken in der Leidenschaft.
Schön, dass es Dich gibt, Bro!
Nachdem der letzte Porsche durchs Gelände gekracht ist, rufe ich die Hunde für den lezten Spaziergang des Tages.

Porschefahrer eben…

BoxsterfahrerInnen sind eine schlimme Plage.
Trifft man sie alleine, sind diese „Der Boxster ist der bessere Elfer“-Schwafeleien ja schon schwer genug zu ergtragen.
Richtig übel wird es, wenn sie sich gegenseitig auch noch in ihrem Wahn anstacheln.

Fassungslos musste ich heute mit anhören, wie meine Freundin und der Dr. mit ihren kläglichen Kleinporsches angaben: „Kommt besser um die Kurve als jeder Elfer…“.
Gähn.

Da lob ich mir die Carrera-Fahrer!
Wir haben ein Auto, das so astrein ist, dass sich jegliche Angeberei erübrigt.
Der Wagen ist statement genug, nicht nötig viele Worte zu machen.
Und wir haben ein Auge für Formen!

Schreibt Jim.
Mein Porschefreund, mit dem ich Badbilder ausgetauscht habe.
Und siehe da, nicht nur bei der Wahl des Porsches herrscht harmonische Übereinstimmung, auch Armatur, Waschbecken und Drückertaste sind bei Elferfahrer wie Elferfahrerin übereinstimmend.

Wir sind es, die wissen, welche Form gut ist 😉

Der Elfer steht

Der Elfer steht.
Und steht.
Und steht.
Es ist fast drei Wochen her, dass ich ihn das letzte Mal fuhr.

Und das, obwohl das Wetter das Fahren ohne Winterreifen ermöglichen würde.
Ich komme einfach nicht dazu, ihn zu fahren.
Auf den meisten Touren müssen Mann und Hund mit, also landen wir zwangsläufig im Mercedes.

Oder ich bin einfach zu erschöpft.
Draußen rattert ein Bautrupp, der meine Auffahrt erneuert.
Es dröhnt und rumpelt.
Ich versuche, drinnen zu arbeiten.

Im Haus liegt noch immer alles unter Baustaub.
Dafür ist es schön ruhig.
Die Bad-Baustelle liegt still, leider hatte der Installateur Fliesen bestellt, die nicht passen.
Sein Mitarbeiter holt jetzt neue, seit vier Stunden.
Grund, nach Aussage seines Büros: es hat wohl leider einen ganz schlimmen Stau gegeben…

Da hat Frau einen geilen Carrera in der Garage, die Sonne scheint und sie fährt nicht.
Ich hatte mir das Leben als Porschefahrerin anders vorgestellt.
Aber wie sagt man so schön,
„Life is what happens, while you´re busy making other plans“…