Formel Mops

Nico Rosberg gewinnt gerade in Abu Dhabi Formel1.
Eine nette moderne Strecke, aber ich habe es ja nicht so mit Kurzstrecke und die Autos gefallen mir auch nicht besonders.
Der Dr. allerdings guckt.

Leider besteht der Mops darauf, im Garten bespaßt zu werden.
Ich stehe auf und biete ihm an, ihm sein Spielzeug durch den Garten zu werfen.
Moses schaut mich voller Empörung an und dann hinüber zur Couch.
Frauchen bringt es nicht, er will Papa.

Ich schließe die Tür wieder, der Dr. verkündet, das Rennen sei in einer Viertelstunde vorbei.
Eine Viertelstunde sind 7000 Mopslichtjahre.
Alle Ablenkungesversuche scheitern.

Moses Verzweifelung eskaliert immer mehr.
Ich biete dem Dr. an, ihm den Ausgang des Rennens in den Garten zu rufen.
Er aber will „die Action sehen“.
Verständlich.

Die Liebe eines Mopses hebelt den Motorsport aus.
Es stürmt in Deutschland, Rosberg steht auf dem Podium und der Dr. im Garten.

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Sexuelle Frustration

Trockenes Wetter im November.
Sechs Meter von mir entfernt ist die Garage mit dem Carrera.
Er will raus.
Ich auch.

Was mache ich stattdessen?
Quäle mich seit Stunden mit dem Thema „Arbeitsschutz“ herum.
Das ist nicht sexy.
Und der Winter noch so lang.
Sehnsüchtig blicke ich hinüber.
Erwerbstätigkeit is a bitch.

Der Hals-Nasen-Ohren-Porsche

Heute war wieder mein wöchentliches Date mit dem HNO-Arzt, rein geschäftlich natürlich, obwohl er ein charmanter junger Herr ist.
Die Sache läuft nicht wunschgemäß, vielleicht muss die Behandlung abgebrochen werden.
Grund genug, den Porsche trotz niedriger Temperaturen als Fahrzeug nach Benrath zu wählen, ich brauchte moralische Erbauung…
A1
Rhein im frühen Morgenlicht durchs Porschefenster.
A1
Er macht sich gut dort, in der schönen Wohnlage.
Nach dem Spritzen geht es mir oft schlecht, aber Benrath hat dafür eine Lösung:
A1
Sollte Frau im Rahmen eines Kreislaufkollaps den Sportwagen in den Rhein fahren, gibt es 1A-Urnen mit Düsseldorfer Skyline.
Alternativ gibt es auch ein Modell mit dem Benrather Schloss.
A1
Ich habe zum Glück überlebt und konnte daher das echte Schloss ohne Urne auf dem Weg zum Auto ablichten.
A1
Der Elfer wartete brav mit Herbstdeko, im Farbton passend zur Innenausstattung.
Inzwischen sind wir zurück, er ist wieder unter seinem Moltontuch in der Garage und ich unter der warmen Decke auf der Couch.
Die Erbauung ist gelungen.

Damals in den Ardennen

Der Winter ist da.
Boxster2
Heute Morgen war der Boxster voller Eisblumen.
Boxster1Das sah so schön aus, dass ich gleich mal die Handykamera bemühen musste.

Ich habe einen Satz neuer Winterreifen kaufen müssen, die vom Mercedes waren durch.
Für den Porsche habe ich noch immer keine, aber der Salzmist ist ohnehin ein Problem.

Seufz.
Ich habe gelesen, das man die ersten 200-300 Kilometer mit neuen Reifen schlechteren Grip hat.
Also sind wir mit unendlich langsamen, paranoiden 120 kmh in die Eifel geschlichen.

Kaum stieg der Dr. aus dem Auto, setzte auch schon der Schneefall ein.
Während er in Marmagen Brot kaufte, verwandelte sich die Landschaft um mich herum von Herbst in Winter.
So in die Schneeflocken hinein zu fahren ist ausgesprochen hypnotisch…

Der fiese Wind macht in der Eifel aus 2 Grad gefühlte -8.
Noch einen Monat lang werden die Tage immer kürzer und bis zu den nächsten Rennen am Ring dauert es noch unglaublich lange.

Um meine 300 Kilometer voll zu bekommen, sind wir in den Ardennen gewesen.
Dort ist der Sprit 5 Cent billiger als zuhause, so kann man sich den Einkaufstripp im belgischen Supermarkt am heiligen Sonntag schön reden.

Epilog:
Als Kind war ich wohl recht prüde, wenn Klimbim im Fernsehen lief (für die jungen Leser: eigenartige, überdrehte 70er-Jahre Comedy mit nackten Brüsten), war ich immer konsterniert, wenn Ingird Steger und die andere Dame mal wieder blank zogen.
In den Ardennen war jedoch der Opa, der trug, glaube ich, Bademantel…

Herr Cayenne und Herr Defender, die neureichen Gähn-Typen

Meine Hündinnen und ich sind Frühaufsteher.
Während der Dr. und der Rüde noch schlaftrunkend aus kleinen Augen blicken, sind die Damen des Hauses hellwach und brechen zum Morgenspaziergang auf.
Im Winterhalbjahr folglich bei Dunkelheit.

Damit keiner der Hunde in Glasscherben tritt, wähle ich Wohnstraßen.
Jeden Morgen führt unser Weg durch die Neureich-Straße, die in Wirklichkeit heißt wie ein deutscher Dichter aus dem 18. Jahrhundert.
Dort wohnen Herr Defender im Doppelhaus mit Herrn BMW-Offroader und Jeep, nebenan wohnt, offenbar noch etwas neureicher, Herr Cayenne im freistehenden Haus.

Alle Häuser haben selbstverständlich bodentiefe Fenster, auch zur Straße hin.
Weil man da aber so doof reingucken kann, sind die bodentiefen Jalousien geschlossen, nur oben kann man ein Stück der Lampe über dem Esstisch sehen.
Solche Leute haben immer eine längliche, silberne Lampe über großen Esstisch in der zum Wohnzimmer selbstverständlich immer offenen Küche hängen.

Die Vorgärten sind immer unambitioniert und die Offroader sauber, weil ausschließlich im Großstadtjungel bewegt.
Gähn.
Herr Defender hat als kleiner Junge gerne Rallye geguckt und davon geträumt, als harter Kerl Wüsten zu durchqueren.

Als Berufsanfänger hat er sich mit dem englischen country-lifestyle identifiziert und sich erst eine Barbour-Jacke und dann einen Landrover gekauft.
Seine Frau war dafür, die kannte Landrover aus den grauenvollen deutschen Rosamunde Pilcher Verfilmungen.

Da sind die Autos auch immer sauber, und deshalb kann sie ihrem Mann auch nicht sagen, wie albern das alles ist.
Frau Defender fährt Mini.
Herr Defender steht früh auf, schließlich muss die Doppelhaushälfte abbezahlt werden.

Normalerweise sind die Hunde und ich dann schon zurück.
Heute waren wir etwas später dran.
Auf einmal zerschnitt Getöse die morgendliche Stille.
Mit der Lärmkulisse eines Müllwagens knatterte er geländegängig durch die gut ausgebauten Asphaltstraßen des Wohnviertels.
Cayenne, BMW-Klotz und Jeep-Klotz glitzern noch sauber im Licht der Straßenlaterne.

Ihr armen Geländewägelchen!

Eines Tages werden die Hunde und ich Euch kidnappen.
Dann werden wir über unbefestigte Wege in der Eifel brettern, durch Pfützen und Schlamm, ich werde dreckige Hunde in Euch reinpacken, Holz und Werkzeug und wenn ich Euch dann wieder zu Euren Besitzern zurückbringe, pflügen wir zum Abschluss diese kümmerlichen Vorgärten einmal mit Euren allrad-Hufen durch.

Ich räche Euch.
Für all die Jahre, in der Ihr nicht mehr als lifestyle-Accessoire Eurer Langeweiler-Besitzer sein durftet.
Auch wenn Ihr nicht wirklich schön seid, formlose Großklötze gefahren von Typen, die sich selbst nicht gut genug sind, so ein Leben hat auch ein SUV nicht verdient.

Schöner als ein Carrera

Vier Männer waren es.
Sie standen begeistert um einen grauen Elfer herum, ich fuhr im Mopsmobil auf dem Weg zum Einkaufen an ihnen vorbei.
Alle trugen Arbeitskleidung, der Elfer hatte Keramikbremsen.

Und dann geschah das Unfassbare!
Sie drehten sich tatsächlich zu mir um.
Sie lösten den Blick vom Porsche!
Ich fühlte mich schöner als ein Elfer und das ist ja eigentlich technisch unmöglich.

Samba Pa Ti

Gestern war Porschewetter.
Es war mild und trocken und auf der Party fragte der Gastgeber „Bist Du mit dem Porsche hier?“
Am Ende des Abends brachten mich die Jungs gemeinsam zum Auto.

Auf dem Rückweg lief im Radio Santana.
Ein Stück aus dem Jahr 1970, dem Jahr in dem ich im Februar gezeugt wurde.
Es lief wohl öfter bei meinem Vater im Auto, denn es erinnerte mich an seinen Porsche.
Mein Vater weiß nicht, dass ich inzwischen selber einen Porsche fahre.

In Sachen Vaterschaft war er leider ein ganz schöner Versager.
Sein Bundesverdienstkreuz hat er für andere Leistungen bekommen.
Mir persönlich wäre es anders herum lieber gewesen, aber an der Entscheidung war ich nicht beteiligt.

Als er so alt war wie ich jetzt bin, war er schon weg.
Das hat mich gelehrt, die wichtigen Dinge selber an den Start zu bringen.
Darauf, dass Männer bleiben, kann Frau sich nicht verlassen.
Im Gegensatz zu den ganzen Männern hat sich Herr Santana auch nach 45 Jahren noch als porschetauglich erwiesen.

Aber noch bin ich 44, wenn auch nicht mehr sonderlich lange, der Geburtagsbrief vom PZ lag heute schon im Kasten.