Kurz vor Wonnemonat

Am letzten Samstag des Aprils bin ich wieder in Sachen Immobilien in der Eifel unterwegs, und habe vor meinem Termin noch etwas Zeit.
Also kurz zum Porsche Sports Cup.
Noch ist es früh, die Rennen laufen nicht, aber man kann überall hin und Porsches gucken.


Der Lambo hat nicht nur mir gut gefallen, einige Porschefahrer blieben stehen und lichteten ihn ab.


Ikeas Bälle-Bad ist total out.
Porschefaher hängen ihre Kinder auf und gehen dann auf die Strecke.
Und danach kann man sich von der Commerzbank (!) seinen Reichtum managen lassen.

Toll.

Als ich die Boxen entlang lief, folgte mir eine Gruppe junger Männer.
Einer davon erzählte seinen Freunden, er habe einen Auftrag von seinem Vater bekommen.
Er möge doch ein getrages Höschen von… (…sexistisches, misogynes Gefasel) mitbringen.

Ich drehe mich um.
Fixiere die Gruppe giftig, die Nachwuchssexisten merken, dass die Porschewelt gar nicht so männlich ist, wie sie sich in ihren Jungmännerhirnen ausgemalt haben.
Meine Kunden sagen oft, ich hätte so einen kalten Blick, ich hoffe, das stimmt.

Per Gedankenübertragung lasse ich Sie wissen: „Macht nur weiter mit solchen Sprüchen, dann ramme ich Euch meinen Porscheschlüssel bis zum Anschlag zwischen die Augen.“

Danach treffe ich Herrn McLaren bei unserem gemeinsamen Lieblingsitaliener.
Ich treffe ihn allerdings nur insofern, dass wir zur gleichen Zeit essen, noch sind wir nicht verheiratet…
Danach kurz im Garten die Beine hoch legen und dann zum Termin.

So, morgen Nacht hätte ich dann gerne einen Maibaum!

 

Ich brauch keinen Porsche

Um mit der Geschwindigkeit des Verkehrs aus Bad Godesberg raus und an Köln vorbei mitzuhalten, täte es auch ein Fahrrad.

Zwei Stunden für 34 Kilometer.
Es hängt mir so zum Hals raus.
Wenn man seit 10 Stunden unterwegs ist, will man nur noch ankommen.
Autofahren in NRW ist das Gegenteil davon.


Auf dem Foto kaum zu sehen, vor dem roten Auto fährt tatsächlich ein DeLorean.
Kleiner Lichtblick kurz vor dem Nervenzusammenbruch.
Vor Freude rufe ich meine Freund Stefan an, und erzähle ihm davon.
Ohne die nette Plauderei mit diesem Fels in der Brandung meines Lebens wäre ich vermutlich rechts ran gefahren und hätte mich vor Wut weinend auf den Seitenstreifen geworfen…

Stayin´alive – was macht der Papst in der Eifel auf einem Trecker?

Urlaub.
Endlich, endlich, endlich Zeit!
Leider sitze ich nicht im Porsche, sondern im Mopstransporter.
Ich fahre zum Spaß durch die Eifel und lasse den lieben Gott einen guten Mann sein.

Kurve durch die Gegend, sehe mich um, das Radio dudelt.
Bis er auf einmal auf einer Landstraße vor mir auftaucht.
Der Papst auf einem Trecker.
„Gott, warum nicht…“, denke ich, „vielleicht hat er auch Ostrferien?“.

„Ach nee, der muss ja urbi et orbi…“.
Ok, bei näherem Hinsehen ist es nicht der Papst.
Von hinten wirkten die massigen Schultern des älteren Bauern nur wie eine Soutane und das auf seinem Kopf ist auch nicht dieses Geistlichen-Hütchen, sondern die unvermeidliche Baseball-Kappe.

Ich fahre weiter.
Zufällig gerate ich auf eine dieser Eifelstraßen, die so breit sind, wie normalerweise eine einzelne sehr schmale Fahrspur.
Leider sind es keine Einbahnstraßen.

Da hilft nur beten, dass der Gegenverkehr einem nur dort begegnet, wo ca. jeden Kilometer eine Ausweichmöglichkeit existiert.
Es ist kurvig und geht steil bergab.
Dennoch darf man 70 fahren, unter der 70 ist ein schlingerndes Auto abgebildet, na super!

„Lass jetzt bloß keinen kommen, lass jetzt bloß keinen kommen!!“ stoßbete ich.
Steil hoch, steil runter, Kurve rechts, steil wieder hoch, Kurve links.
Im Radio singen die Bee Gees: „Ah, ha, ha, ha, stayin‘ alive, stayin‘ alive.“
Ich habe alle Hände voll zu tun beim Fahren und denke: “ Nicht lustig.“

Irgendwann hört die Höllenstrecke auf und ich komme in Ripsdorf wieder auf eine normale Straße.
Puuuuuh!
Weder in den Graben gefahren, noch 900 Meter im Rückwärtsgang.

Andere müssen für so viel Adrenalin im Urlaub Bungee jumpen.
Ich treibe mich einfach nur auf einsamen Straßen herum, dafür aber hinterm Papst und fast and furious.