Eifel Porscheland

Der Porsche und ich sind auf Dienstreise in der Eifel.
Es ist die letzte Dienstreise eines unglaublich arbeitsreichen ersten Halbjahres.
Wir sind in den besten Händen, denn im Kloster Steinfeld erwartet uns ja ein Bruder im Geiste.

Der Carrera sieht in diesem malerischen Ambiente wunderschön aus.

Zugleich mit uns ist eine Gruppe (ich glaube junge Thomaner) auf Chorreise.
Beim Abendbrot gab es vierstimmigen Gesang und Gänsehaut bei mir und den Kunden.

Bevor auch ich morgen ins Kloster einziehe, genießen der Elfer und ich noch eine perfekte Feierabendfahrt durch die Eifel.

Die Straßen leer und trocken, kurvig wie eine schöne Dame und über uns ein Regenbogen…die Götter müssen an Sportwagen gedacht haben, als sie diese Landschaft erschufen!

 

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Eine Kuh macht muh, viele Kühe machen Mühe

Das ist bei Autos nicht anders.
Beim Porsche war wieder der TÜV fällig, den hat er überstanden und die Reifen halten auch noch diesen Sommer durch.
Aaaaber: Ölverlust aus der Servopumpe.
Mist.

Beim Mercedes war die Kühlung kaputt.
Der Fuhrpark lag den Montag über still, der Porsche ist noch in der Werkstatt, das Alltagspferdchen hat mich heute brav durch die Hitze nach Bonn getragen.
Der Kostenaspekt wird vorerst verdrängt.

Ja, Erste-Welt-Probleme.
Und super fürs Bruttosozialprodukt.
Und ja, ein tolles Beispiel dafür, dass Besitz unfrei macht.

Scheißegal, ich liebe diese Autos und will, dass sie beide wieder intakt bei mir auf dem Hof stehen.
Denn Autos machen auch frei, man kann mit ihnen schließlich abhauen, wenn einem alles zuviel wird.
Und zumindest mich machen die beiden auch so oft glücklich, wie sonst nur die Möpse.

Also: ab in den Melkstand!

Der Ring wird 90 – auch ohne mich

Vor 2500 Jahren war Heraklit schon schlauer als ich.
Ich hatte mir vorgestellt, (oder sollte ich „gewünscht“ schreiben?), an diesem langen Wochenende meine schönen Urlaubsgefühle fortsetzen zu können.
Ich wollte vier Tage in der Eifel verbringen, Wandern, ausruhen, nach Häusern suchen den Ring hochleben lassen…

Aber Dinge lassen sich nicht einfach wiederholen.
Am Vormittag des zweiten Tages ging es los.
Meine Hundebetreuung brach in sich zusammen, da des Drs. Alltagsauto einen Motorschaden hatte, er sich um Abschleppwagen kümmern musste, und nicht wie geplant die Hunde nehmen konnte.

Dann kam die Nachricht meiner Mopssitterin, die momentan mit schwerer Krankheit im Krankenhaus liegt, dass es ihr sehr schlecht gehe.
Kurz darauf erfuhr der Dr, dass bei seiner Mutter der Verdacht auf Krebs besteht.

Alles innerhalb von zwei Stunden.
Heute schrieb eine Freundin, dass ihr bester Freund verstorben sei.
Manchmal kommt es aus allen Richtungen.
Das Wochenende verging wie unter einer dunklen Wolke.

Ute schickte Fotos vom Ring, meine liebe, selbstlose Hundesitterin mahnte, es sich schön zu machen und die guten Zeiten zu genießen, aber wenn man umgeben ist von so viel Schwere mag zumindest mir das nicht gelingen.
Aber zum Glück kommen die schönen Momente ja auch unplanbar und von alleine.

Im Vergleich zu so vielen anderen und ihren Lieben geht es mir gut, sehr gut sogar.
„S dnem rozhdenija!“ lieber Ring, Du bist ja jetzt in russischer Hand…

 

On my way in LA

Ich hatte Urlaub.
Acht Tage ohne Termine, paradiesisch!
Leider ohne Porsche.

Im Urlaub war ich kurz beim 24h-Rennen, am Morgen des zweiten Tages.

Reine Fomo-Aktion, hätte ich mir sparen können.

Im Fernsehen sieht man besser, aufs Boxendach dürfen nur noch VIPs.

Krethi und Plethi dürfen durch den Zaun gucken.

Oder sich monetär beim Oligarchen hochschlafen.

24-Stundenrennen heißt die Veranstaltung, weil der Weg vom Ort des Rennens zum Parkplatz einen 24stündigen Fußmarsch erfordert.
Parken und Eintritt teuer, wenig zu sehen, ich bin nach kurzer Zeit genervt wieder gefahren.

Und ich habe mir Wollseifen angesehen, ein ausgesprochen eindrucksvoller Ort.
Bedrückend.


Blick aus der verwüsteten Kirche auf die Kulissen des Häuserkampfes.

Ein Irrsinn, man möchte umgehend Friedenstaubenaufkleber kaufen und Menschenketten machen, damit es nie wieder Krieg gibt.
Dort wurde mir bewusst, was wir Kinder der 70er in Deutschland doch für ein Glück mit dem Zeitpunkt unserer Geburt hatten…

Noch immer darf man die Wege nicht verlassen, es ist eben jahrzehntelang geballert worden. Aber auch auf den Wegen lauert Gefahr…

Das ist vom Wolf. Mindestens.

Mit dem letzten Tag des langen Pfingswochenendes ging der Urlaub zuende.
Das Urlaubsende brachte die Wiedervereinigung mit dem Porsche und bei bestem Helden-zeugen-Wetter habe ich ihn für eine anstehende Fahrt genutzt.
Es war so gut, dass ich mich wieder ganz frisch in ihn verliebte.

Auf der A57 zog auf einmal ein Mercedes schnittig von der rechten Spur links neben mich, auf gleiche Höhe.
Ich wollte cruisen, im Radio dudelte „On my way to LA“ und ich hatte keine Eile.
Gutmütig grinste ich herüber.

Die Beifahrerin strahlte euphorisch zu mir herüber.
Ich kannte die Leute nicht, ein Kennzeichen von irgendwo weiter weg.

Keine Ahnung, was die hatten, vielleicht hatte sie mit dem Fahrer gewettet, dass eine Frau am Steuer sitzt und gewonnen.
Vielleicht auch einen Leserin, die sich freute, die schwarze Schönheit mal im wahren Leben zu sehen.

Wie auch immer.
Im Kombi passiert einer Frau sowas auf jeden Fall nicht.