Werden alle rückfällig?

Ab und zu kommt es vor.
Ein Mann (bisher waren es nur Männer) schockiert mich mit der Aussage:
„Ich habe den Porsche verkauft. Ich brauch das irgendwie nicht mehr.“
Schluck!

Ich persönlich fahre meinen Porsche zwar auch zu selten, aber ich „brauche“ ihn immer noch.

Heute plaudere ich mit einem dieser Herren über 4- und 6- Zylinder in den C-Klassen von Mercedes.
Und was hören meine erfreuten Ohren?
„Ich hab mir einen GT4 bestellt. Scheißegal, ich arbeite so viel…“
Eindeutiger Rückfall würde ich sagen. 😉

Advertisements

Der 13. April – Porscheabholtag

Der Dr. und ich kämpfen uns heute nach Feierabend durch Alltagsbanalitäten.
Rasenmähen, den Handwerkern zum 1000. Mal hinterher putzen, Mülleimer raus, usw.
Zwischendrin fiel mir ein, was wir heute vor zwei Jahren gemacht hatten.
Deutlich weniger banal.

Vor zwei Jahren war der 13. April ein Samstag.
Der Tag, an dem mein Freund Marius mich zum Porscheabholen nach Dortmund begleitet hat.
Der Dr. und ich waren damals noch ganz frische Porschekumpel.

Von Dortmund bin ich zur VLN gefahren.Am Brünnchen habe ich erschöpft von den Aufregungen des großen Tages mutig auf der Wiese geparkt, und bin im overdressten Abholoutfit durch den Wald gestakst.
„Du sahst aus wie ein Lollipop, in deinem pinken Mantel“ sagt Dr. ich-bin-genervt-weil-ich-nach-der-Arbeit-rasenmähen-muss boshaft.
Als hätten Sie ihn damals zum Mr.-Brünnchen 2013 gewählt, pff!

Vor zwei Jahren war der 13. April viel toller, Abenteuer where art thou?
Heul!
War damals wirklich alles besser?
Nein, der Porsche ist noch immer ein schwarzes Wunder und ich bin nicht mehr einsam.

Ich bin froh, zum Elfer Mann und zwei Supermöpse vom Schicksal bekommen zu haben.
Mal gucken, was die nächsten 12 Monate bringen, der 13.4. bleibt rot angestrichen.

Porschefahrender Arzt…

… klingt gut, werden viele denken.
Toll! Dachten auch meine Freunde, als ich ihnen vor zwei Jahren erzählte, dass ich zu einem Treffen mit dem porschefahrenden Arzt gehen würde.
Am Anfang war der Dr. auch sehr ritterlich.

Er hat  mich im Boxster vom Flughafen abgeholt, als ich aus London kam und war immer charmant.
Zwei Jahre später hat sich das Blatt gründlichst gewendet.
Ich muss etwas ausholen, um das Ausmaß seiner Veränderung angemessen schildern zu können.

Heute wollte ich eigentlich gerne zum Qualifikationsrennen für die 24H am Ring.
Stattdessen waren wir heute Vormittag erst notfallmäßig in der Hautklinik und dann beim Tierarzt.
Ich sehe aus, als hätte ich die Masern.

Mein Körper ist völlig übersät mit roten, juckenden Punkten.
Eine Reaktion auf ein Medikament.
Hermine hat ein Wattepad gefressen und sich danach schwer erbrochen.

Und was sagt der porschefahrende Ex-Ritter grinsend zu uns, als wir schwach und gezeichnet auf der Couch liegen?

Eine mit Kotze, eine mit Krätze!

Mein wunderschöner, bissiger Porsche und ich

Ein sonniger Frühlingsabend.
Der Porsche ruft aus der Garage, dass er dringend aus seinem Dornröschenschlaf geweckt werden möchte.
Natürlich konstruiert mein Kopf, dass dringend etwas besorgt werden müsse, und ich lasse ihn raus.

Der Dr. ist gerade erst nach Hause gekommen und will nicht mit.
Als er den Motor des Elfers hört, kommt er an die Haustür, um mir zu winken.
Er steht in der Tür, schenkt mir sein reizendes Lächeln.
Es erinnert mich an unsere Anfangszeit, als unsere Porschefreude uns so verband.
Ich winke aus dem Elferfenster zurück und fahre los.

Er ist bissig, mein Motor, sehr befriedigend.
Auf dem Parkdeck fahre ich in die hinterste Ecke.
Eigentlich will ich schon in den Einkaufstempel, aber der Porsche ist einfach zu schön.
Ich hole das Handy aus der Handtasche und fange an, Fotos zu machen.
20150408_190757

Er sieht aber auch zu gut aus, wie er im Abendlicht da steht.
So hocke ich auf dem Parkdeck und knipse.
Endlich reiße ich mich los und gehe zum Eingang.
Drei Jugendliche schlendern pommesessend in Richtung meines Autos.

Paranoid bleibe ich sofort stehen und warte, ob sie sich dem Carrera nähern.
Auch beim Einkaufen denke ich immer wieder, hoffentlich geht das gut.
Der Porschebruder und der Dr. kriegen natürlich noch während des Einkaufs Fotos geschickt, denn die wissen die schwarze Schönheit natürlich angemessen zu würdigen und halten mich nicht für eine befremdliche Person.

Irre, nach zwei Jahren immer noch so verliebt…

Was Männer Frauen schenken

Diamanten?
Äh, nein.
Weder Hermine noch ich haben die „besten Freunde einer Frau“ vom Osterhasen bekommen.

Wenn Männer einkaufen, kaufen Sie oft praktische Geschenke:
der Dr. hat Hermine zu Ostern ein stilvolles Halsband gekauft:
Halsband
Nürburgringschriftzug mit Nordschleifen-Silhouette. Super Sache und Hermine kann nun wirklich alles tragen. 🙂

Erik
Mein Grundschulfreund Erik hat mir dieses praktische Blöckchen geschickt.
Es sind so kleine Post it-ähnliche Zettelchen drin, mit der Aufschrift:
Erik2
Offenbar wohnt der Erfinder dieses Produktes mit ähnlichen Menschen wie meinen Nachbarn zusammen und hat aus der Not ein Geschäft gemacht.
Überzeugendes Konzept.
Zettel drauf und beten, dass der Parker sein Handeln überdenkt.

Dann gab es noch „Geschenke“ von anderen Männern.
Herr Volquarts, der Installateur hat nach mehrfacher Aufforderung wieder seine Mitarbeiter in meinem Haus.

Leider haben sich Putz und Farbe in meinem nagelneuen Gäste-WC von der Wand gelöst.
„Kann passieren.“ Meint er.
Sollte nicht passieren, meine ich.

Gibt es solche Blöcke auch für Handwerker?
Die Firma Bücker & Jacobs hätte von mir auch ein Zettelchen bekommen, die waren für einen extrem teuren, aber wenig souverän gemeisterten Auftrag letztens auch mal hier.
Natürlich lag das aber nicht an deren Top-Mitarbeiter, sondern ausschließlich an meinem miesen Haus, wie mir einer der Chefes versicherte.

Wieviel mehr Zeit und Geld (Winterreifen, …) hätte ich für die schwarze Schönheit, wenn ich andere Handwerker gewählt hätte?
Nicht drüber nachdenken, das gibt einen verkniffenen Zug um den Mund!

Diesen Monat muss der Elfer zum TÜV, ich hoffe, der klebt einfach nur zufrieden sein rundes Zettelchen.

Wohin mit dem gelesenen Christophorus?

Heute habe ich das Beste getan, was man überhaupt mit einem gelesenen Christophorus tun kann.

Als ich den ersten bekam, war ich ganz heiß auf ihn.
Noch immer lese ich den Christophorus gerne und habe noch keinen weggeworfen.
Irgendwie erscheinen sie mir zu wertvoll fürs Altpapier.
Ist das Unsinn?

Sie liegen also herum.
Der Dr. und ich haben mit den Hunde in den letzten Tagen Menschen besucht, die in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderungen leben.
Und einen Christophorus hatte ich dabei.

Ich habe die Mitarbeiter gefragt, ob es wohl jemanden gibt, der sich für Autos interessiert.
Die Dame aus der Hauswirtschaft antwortete mit einem Lächeln: „Den gibt es! Dieser Herr hat heute toll in der Küche geholfen und sich wirklich eine Belohnung verdient!“
Meine Zeitung wanderte also von mir zu dem strahlenden Herren.

Sofort blätterte er glücklich drauflos.
Wow, dachte ich.
Für mich ist es gefühlt letztlich nur „edles Altpapier“ und hier gibt es jemanden, der sich wirklich darüber freut.

Leute, teilt Euer Glück, es verdoppelt sich wirklich.
Im Alltagsstress vergißt man so leicht, wie priveligiert man ist.
Ich bin glücklich, gemeinsam mit dem Dr. und den Möpsen erleben zu dürfen, wie schön es ist, wenn man Dinge teilt.
Egal ob die Freude am Hund oder an Autothemen.

Klingt das kitschig?
Egal.
Ist so.