Boxster-Probleme

Der Tag begann kalt, mit einem spektakulären Sonnenaufgang über dem Fluß.Sonne
Noch vor dem Frühstück waren der Dr. und ich mit dem Hund draußen.
Danach habe ich mich verkleidet und wir haben uns erst in den Boxster und dann ins Straßenkarnevalgetümmel gestürzt.
Ich war Erdbeere, der Dr. Muffel-Karnevalsverweigerer.

Kanibale
Als Erdbeere ist Frau hier sicher, dieser Mann ißt nur Menschen.
Duschekö
Immer gepflegt diese Düsseldorfer, ein aufwändiges Dusch-Kostüm auf der Kö.
Arzt
Das ist nicht der echte Dr.!

Jetzt sind wir wieder zuhause.
Der Dr. ist draußen, es gibt ein Problem mit dem Boxster.
Den Winter über stand der Wagen nicht trocken genug.
Nun ist der Innenraum feucht.

In der warmen Sonne hat man Aquariumsgefühle.
Das Kondenswasser macht alle Scheiben undurchsichtig und der Innenraum hat ein Geruchsproblem.
Leider riecht der Boxster nicht nach Erdbeere… Erbrochenes trifft es schon eher.

Leider ziemlich genau.
Trotz intensiver Fahndung ist es dem Dr. nicht gelungen, die Geruchsquelle ausfindig zu machen.
Und nein, keiner von uns war karnevalstechnisch so betrunken, dass er sich in den Porsche übergeben musste.

Wenn jemand eine gute Idee hat, wie man Boxsters flott trocken und wohlriechend bekommt, freue ich mich über einen Kommentar!
Und nein Jim, anzünden kommt nicht in Frage…

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Porsche-Licht

Es ist dieses Licht.
Goldene Abendsonne, ein Licht, bei dem man Porschefahren muss.
Der Dr. arbeitet, und ich muss nirgendwo hin.

Kein Problem, ich werde ihn als Alibi benutzen, und eine Porschetour zum Krankenhaus machen.
Vorher will der Carrera noch Benzin.
An der Tankstelle treffen sich die Gleichgesinnten.

Ein Elfercab wird gerade betankt und neben mir steht ein schwarzes, schweres Motorrad mit Rüssel im Tank.
Die beiden Herren und ich tauschen ein kleines wissendes Grinsen, auch sie haben das Licht gesehen.

Kaum schiebe ich meinen breiten schwarzen Arsch auf die Autobahn, sind sie auch schon da.
Aufgeregte Männer in BMWs.
Sie wollen zeigen, wie schnell sie die Auffahrt nehmen können.

Macht mal, denke ich und drehe Mark Knopfler lauter, während ich mich wohlig in den Sitz lehne.
Die Zeiten, in denen ich glaubte, jemandem etwas beweisen zu müssen sind schon länger vorbei.

Im Krankenhaus schicke ich eine Schwester den Dr. holen.
Er ist freudig-überrascht mich zu sehen, aber hat Patienten.
Ein schneller, süßer Kuss auf dem Krankenhausflur, mehr ist nicht drin.
Nicht schlimm, draußen wartet der Elfer darauf die Fahrt fortzusetzen.

Gott, dieses Auto macht so glücklich.
Die Sonne ist untergegangen, die Straßen werden leerer.
„God knows what I could do with you…“

Absturzgefahr!

Mittwochnachmittag.
Der Dr. ist zu einem seiner Endlosdienste aufgebrochen.
Eine eitlere Frau hätte vielleicht aus dem blonden Lockenchaos eine nette Frisur gemacht.
Eine bessere Hausfrau hätte mit Sicherheit die Küche aufgeräumt.
Aber die Sonne scheint, es sind 8 Grad, wir haben Porschewetter!

Strubbelig verfrachgte ich den Mops in den Elfer und mich hinters Steuer.
Das Styling verschiebe ich, heute Abend gehe ich mit einer Freundin tanzen und die Küche wird verdrängt.

Es geht ins Bergische Land, Freitag habe ich da einen Termin und ich will mir die Strecke ansehen.
Der Mops schnauft, durch die Winterpause ist er das bissige Sportwagengefühl nicht mehr gewohnt.

Das Radio dudelt, die Sonne scheint, ich fahre.
Absturz
Dieses Schild übersehe ich auf dem Hinweg.

Och, denke ich, was für eine schöne Strecke!
Eine schmale Straße, viele Kurven, steile Anstiege.
Einen kurzen Moment überlege ich, dass man hier geile Porsche-in-Landschaft-Fotos machen könnte.

Weiter geht es durch die Berge.
Dann höre ich meine eigenen Stimme „Ach du Scheiße!“ sagen.
Mir wird klar, dass dies keine Einbahnstraße ist.
Wenn mir jetzt jemand entgegen kommt, wird einer von uns eine weite Strecke zurücksetzen müssen.

Eine sehr weite Strecke.
Weit und eng und kurvig und bergig und rückwärts.
Ich halte den Atem an und sende Stoßgebete gen Himmel.
Jeder weiß, dass Atemanhalten das Auto schmaler macht…

Es geht auf einer winzig schmalen Brücke über die A3, weit und breit keine Möglichkeit zum Wenden oder Abbiegen.
Diese road to nowhere geht weiter und weiter.
Ins Nichts.

Jetzt schnauft nicht mehr der Mops, sondern ich.
Warum gibt es solche Straßen?
Warum warnt einen denn niemand??
Hiiiiiiilfe!!
Nach gefühlten sieben Stunden komme ich an einen Reitstall.

Um mich herum sehr viele junge, minifahrende Damen in Reithosen.
Hier hat so ziemlich jeder Bauer auf Pferdewirt umgesattelt, damit die höheren Düsseldorfer Töchter ihre Zossen stadtnah parken können.
Ich wende die schwarze Schönheit und schaffe es tatsächlich heil zurück in die Zivilisation.

Erst als ich die sichere Autobahn wieder erreiche und der Carrera sein sonores Organ erhebt, sinkt mein Puls langsam wieder.
Gott, war das gefährlich…

Mensch stirbt, Porsche lebt für immer

Die Urlaubsplanung ist überfällig.
Meine Kunden wollen Temine für den Sommer vereinbaren und ich weiß noch nicht, wann ich frei mache.
Also ein Blick auf das Programm des Nürburgrings, man will ja nicht etwa am OGP-Wochenende beim Kunden hocken oder ähnlich Furchtbares.

Da sehe ich auf der Homepage des Nürburgrings, dass die Bäume rings ums alte Fahrerlager alle gefällt werden mussten.
DSCF3198
vermutlich war ich auf meiner morgendlichen Fototour neulich eine der Letzten, die den vertrauten Anblick noch im Bild festgehalten haben.
Ich mag es nicht, wenn Dinge sich verändern, aber das ist wohl der Lauf der Zeit.

Momentan bin ich beim Kunden in Wuppertal.
Auf dem Weg von der Autobahn ins verschneite Tal kam ich an einem Sportwagenhändler vorbei.
Im Schaufenster einige gebrauchte Porsches.
Leider auch auf dem Hof, wunderschöne Formen unter Schnee.

Sowas macht man doch nicht!!
Ein Auto kann bei guter Pflege vermutlich seinen Besitzer problemlos überleben.
Ich würde mich freuen, wenn in fünfzig Jahren ein stolzer Besitzer meine schwarze Schönheit als Oldtimer-Elfer in seiner Garage stehen hat.

Vorhin wurde mir klar, dass mein Studienabschluss fast zwanzig Jahre her ist.
Das Leben rennt, Frühling komm!
Ich muss noch so viel Porschefahren…

Gemeine Fotos

Müde sitze ich auf der Couch und gähne vor mich hin.
Plötzlich hört mein Handy gar nicht mehr auf, Nachrichten zu melden.
8 Nachrichten vom Porschebruder.
Alles Fotos.

Gemeine, manipulative, Fotos.
Abgebildet ist der GT4.
Die Aufnahmen sind gut gemacht.
Man müsste innerlich tot sein, um nicht intensives Begehren zu entwickeln.

Auf einigen Bildern ist er blau, auf anderen gelb.
„Gelb“ schreibe ich.
„Hammer oder? Klar gelb.“ kommt postwendend.
Wir sind uns einig, klar er ist ja auch mein Bruder im Geiste.

Selbst nach einer Viertelstunde kann ich meinen Blick schwer abwenden.
Meine Atmung geht noch nicht wieder normal.
Wir sind willenlose Opfer der Werbefotografie.
Wer einmal porscheinfiziert ist, ist solchen Bildern wehrlos ausgeliefert…