Der Tag, an dem ich meinen ersten Porsche abgeholt habe

Gestern vor einem Jahr war es endlich so weit.
Über zwanzig Tage lagen zwischen der Unterzeichnung des Kaufvertrags und dem Abholtag.
Seine Kofferraumhaube wurde wegen Steinschlag-Macken (eine Pest beim Porsche!!) neu lackiert, zwischenzeitlich hatten wir Schneeglätte und ich war einige Tage in London.

Die Zeit erschien mir un-end-lich lang!
Ich vertrieb sie mir im PFF, wo „Frau“ plus „Carrera“ offenbar die Phantasien der Porschefahrergemeinde ordentlich zum Brodeln brachte.
Dann endlich, endlich kam der Tag der Abholung.

Mein Freund Marius war so nett, den Fahrdienst zum PZ zu übernehmen.
Ich hatte die Nacht superschlecht geschlafen.
Im PZ gab es an dem Tag Frühstück für die Kunden und ich bekam meinen wunderschönen, glänzend aufbereiteten Traumwagen.

Meine erste Fahrt ging gleich von Dortmund an den Nürburgring.
So richtig konnte ich sie nicht genießen, die Nerven lagen einfach zu blank.
Am Brünnchen war ich mit dem Dr. (damals noch ein Bekannter) zur VLN verabredet.
Natürlich hatte ich mich zur Porscheabholung schick gemacht.

So stakste ich in knallpinkem Mantel und unpassendem Schuhwerk durch den Eifelwald.
Ein Gutes hatte mein Aufzug, der Dr. hatte nicht die geringsten Schwierigkeiten, mich in der Menge der vernünftig gekleideten Männer auszumachen…

Als ich dann durch meinen kleinen Ort fuhr, dauerte es nicht länger, als man braucht, um die Haupstraße den Berg zu meinem Haus hoch zu fahren, da hatten den Carrera und mich schon zehn Einwohner (und damit mehr als 1% der Gesamtbevölkerung) neugierig angestarrt.
Es ist der einzige Porsche im Ort.

Die ersten großartigen Fahrten kamen später, als ich mich etwas an ihn und seinen Schub gewöhnt hatte, aber sein Reiz hält an, er ist eine absolute Sexbombe und hat die schönsten Kurven der Welt.
Hach!

Erektionsschwäche

Meine Lichthupe benutze ich öfter.

Die Zeit, in der ich meine Ungeduld hinter einem zu langsamen Vordermann zügeln kann, ist in aller Regel eher kurz.
Dann rücke ich näher. Und wenn das nicht wirkt, kommt der Mittelfinger zum Einsatz.
Nein, nicht zum Vordermann. Am Hebel.

Bisher habe ich die richtige Hupe noch nie benutzt.

Heute fahre ich frohen Mutes in den Feierabend, da kommt mir auf der Landstraße ein Kleinwagen entgegen.
Auf meiner Fahrbahnseite.
Der Schwachmat hatte angesetzt, gleich eine ganze Kolonne zu überholen.

Synchron bewegen sich mein rechter Fuß und die rechte Hand nach links.
Der Fuß wechselt schwungvoll auf die Bremse und die Hand zeitgleich auf die Hupe.
Oh Gott!
Was war das denn?
„Pääääääp.“
War das meine Hupe??

Der Ärger über den Irren lenkt mich für eine Weile ab.
Auf der Autobahn zieht dann völlig unvermittelt der nächste Wahnsinnige noch kurz vor einem Lkw links rüber.
Genau vor mein sich rasch von hinten näherndes Auto.
Wieder die synchrone Bewegung.

Und wieder:
„Päääääp“.

Scheiße, denke ich. Das darf doch wohl nicht wahr sein.
Wie können die denn einem 11er eine solche Hupe einbauen?!

Alles an ihm klingt satt und kraftvoll. Der Motor ohnehin, aber auch die Türen.
Alles sehr befriedigend.
Und dann gehen die hin, und bauen so einen albernen Hupton in solch eine Sexbombe?
Warum???

Diese Hupe klingt zu hoch, zu schwächlich, zu harmlos.
Eine hupende Erektionsschwäche.
Ein Ton, wie ein feuchtwarmer, schlaffer Händedruck.

Mein Carrera ist vom Teufel bessen.
Gibt es eine Rettung?
Kann man Hupen tunen?
Hiiiiilfeeeeee!