„Grid Girl nackt“…

… sucht jemand. Und landet bei mir.
Ich habe die fröstelnden Grid Girls oft knapp bekleidet auf ihren Pfennigabsätzen im Eifelwind schwanken sehen, aber nackt?
Ich glaube, da kriegt wohl jemand mit Hormonstau den Hals nicht voll.

Keine Ahnung, wo die Damen nackt neben den Autos stehen, hier jedenfalls nicht.
Ich habe dafür heute eine Reise in die Vergangenheit gemacht.
Wir waren wandern und kamen an einem mittelalterlich gestylten Zeltlager vorbei.
Echt hübsch gemacht, die Zelte.

Die Mittelalter-Zeltbewohner waren stilecht mit dem Auto angereist.
Da stand er neben einem Mittelalterzelt.
Ein Golf Madison.
Das war damals mein erstes selbstgekauftes Auto.

Davor hatte ich noch den Derby, den mein Opa mir überlassen hatte, als ich den Führerschein bekam.

Nach Opas weißem Derby kam mir mein Madison mit flottem Doppelscheinwerfergrill, in schwarz-metallic überwältigend schick vor.
(Den fies-billigen Klebestreifen an der Seite hatte ich sofort abmachen lassen.)
Diesen fuhr ich mein Studium hindurch und bis in die erste Zeit meiner Berufstätigkeit.
Irgendwann erschien er mir mit seinen 75 PS deutlich untermotorisiert und mir fehlte die Klimaanlage.
Ihm folgte die erste C-Klasse, mit knapp 100.000 Km von einem Handwerker aus dem Ort übernommen und noch 12 Jahre lang gefahren.

Wieder eine Fahrkomfort-Explosion, wie damals der Umstieg von Derby auf Golf.
Das habe ich beibehalten, bei all meinen Autokäufen.
Vermutlich ist aber jetzt das Ende der Fahnenstange für mich erreicht.
Macht aber nix, ich bin gut zufrieden.

Auch ohne nacktes Grid Girl neben der Karre 😉

 

Ich bin dem Teufel begnet

Vor der Arbeit trödele ich noch etwas vor dem Tagungshaus herum.
Eine Taxe steht vor dem Haus.
Sie rollt an, rollt weiter und ist dabei ab-so-lut geräuschlos.
Mein Gesichtsausdruck von Bestürzung und völliger Fassungslosigkeit fällt einem weiteren Gast auf.

Ich stammele: „Sie macht überhaupt kein Geräusch!“
Er erklärt mir, dass es sich um so ein Hybrid-Dings handelt, das die ersten 40 Kilometer ohne Motor fährt, oder irgendwie sowas.
Gespenstisch!

So sehr ich mir die Erleichterung durch solche Fahrzeuge für Menschen, die neben einer Straßen wohnen, vorstellen kann, so unheimlich ist ein solches Auto.
Ohne Sound!
Ohne Seele.

Teufelswerk.

 

RDK-Demenz

Der Porsche und ich sind guter Dinge auf Dienstreise.
Ein Jahr lang lebten meine RDK und ich in friedlicher Koexistenz.
Sie tat unauffällig Ihren Dienst und meldete: Nix.
In letzter Zeit meldet sie sich dauernd.

Mal fehlt ihr hinten links etwas Druck, dann hinten rechts oder vorn.
Ich pumpe auf, sie gibt Ruhe, ich fahre wieder, sie meldet sich wieder.
Gestern habe ich Luft nachgefüllt, an einer dieser modernen vollautomatischen Anlagen.
Diese meldete: Wunschdruck erreicht. Der RDK fehlten dennoch 0,2.

Was ist da los?!
Hattet Ihr das schon mal?
Wird die RDK mit dem Alter verwirrt, wie ein dementer Mensch?
Was kann ich ohne kostenintensiven Besuch im PZ tun?

Anekdote am Rande:
Gestern hatte ich just die schwarze Schönheit an die Luftauftankstation bugsiert, als ein Herr im offenen Audi neben mir hielt, das einzige Gerät zackzack an seinen Audi pulte und ich das Nachsehen hatte, obwohl ich vor ihm da gewesen war.
Leider konnte Vatti das Ding aber nicht richtig bedienen.

Und leider hatte die blonde Frau mit dem geileren Auto auch noch recht, dass das laute Zischen kein Anzeichen dafür ist, dass das Ventil richtig sitzt.
Ich bin also nicht allein mit meinen Druckproblemchen…

 

Ich fühl mich heut so midlife-crisis

Zwischen zwei Dienstreisen habe ich am Freitag erfahren, dass der Rohrbruch in meinem Haus so groß ist, dass Reparaturen keinen Sinn mehr ergeben.
Sogleich wurde meine Dusche ausgebaut und das WC im Bad stillgelegt.
Ich kriege nun ein neues Bad, in ca. vier Wochen.

Die Nervereien hören irgendwie nicht auf.
Arbeit, Hausstress, Beziehung auch nicht so der Knüller.
Das kann doch nicht alles sein!?

Zeit-online schreibt, dass man statistisch mit Mitte vierzig die Talsohle der Lebenszufriedenheit durchschreitet.
Ich bin also offenbar nicht alleine mit diesem blöden Gefühl.
Vermutlich sollte man froh sein, dass alles nicht noch viel schlimmer ist.
Klappt aber nicht.

Abwarten und Porschefahren.
Oder was macht Frau, damit es talsohlendurchschreitungstechnisch flotter geht?
Wie sehen die PS aus, die man für Durststrecken des Lebens braucht?
Ich nehm morgen früh auf jeden Fall den Elfer für die Dienstreise.

Nicht, weil ich glaube, dass man mit einem Sportwagen schneller aus der Krise kommt, man hat nur mehr Spaß auf der Fahrt durch die Lebensmitte-Tal-der-Alltagsschalheitsgefühle-Warterei-auf-gute-Zeiten.

Fool if you think it´s over

Mit dem Porschekauf wurde ich verwoben in ein unsichtbares Netz.
Es verbindet Porschefahrer, auch wenn sie sich noch nie gesehen haben, weit über Autothemen hinaus.
Dieses Freundschaftsnetz schimmert in unterschiedlichen Facetten.

Da gibt es den geliebten Porschebruder, ganz klar mein Seelenverwandter Superbro.
Es gibt meine Porsche-Geschlechtsgenossinnen, alles tolle Frauen mit viel Autowissen.
Und es gibt Porschefreunde, die aufpassen, dass ich mir selbst keine zu großen Gruben grabe.
Einer hat mir in einem Telefonat mal ganz viel Kraft und Hoffnung gegeben, als beides gerade sehr rar war.

Und ein anderer ist gerade unglücklich, weil sein Herz frisch gebrochen ist.
Dem sei mit Chris Rea gesagt: „You´re a fool if you think it´s over. It´s just begun.“
Es kommt für uns alle noch so vieles, von dem wir heute noch nicht wissen.
Wenn man Menschen dabei an seiner Seite weiß, die über eine Leidenschaft hinaus auf die eine oder andere Art da sind, geht es weiter.

Liebeskummer ist mit das Beschissenste, was man fühlen kann,
aber wir alle wissen auch, er geht vorbei und dann geht es eben doch weiter.
Kopf hoch, nordischer Porschefreund!
Leg Chris auf: „… save your tears you´ve got years and years“! 😉

Womit Sie rechnen müssen, wenn Ihre Frau einen Carrera in der Garage hat

Der Dr. sitzt mit seinem Laptop im Wohnzimmer als ich herein komme, und verkünde, ich hätte gerade ein ganz intensives Liebesgefühl verspührt.
Er macht einen Kussmund, weil er denkt, ich hätte ihn gemeint.
Meine Antwort „Oh Schatz, das tut mir jetzt leid, ich meinte den Porsche.“ kann nur ein Mann seines Formats so unerschüttert wegstecken.

Seit meiner Kindheit sammle ich im Herbst Kastanien.
Ich sammle Sie auf Asphaltflächen, wo die Autos sie nur plattfahren würden, und werfe sie an anderer Stelle auf hoffentlich fruchtbaren Boden, damit Bäume aus ihnen werden, oder die Rehe sich im langen Winter von Ihnen ernähren können.

So ein Karton mit Kastanien war noch von meiner letzten Dienstreise im Elfer.
Die Dinger haben recht viel Feuchtigkeit, deshalb wollte ich sie nicht länger auf dem Beifahrersitz stehen lassen.
Also ging ich rüber in die Garage.

Das Altweibersommer-Sonntagabend-Licht schien gedämpft durch das Fenster.
Seine perfekte Silhouette, außen der leicht benzinlastige Geruch, innen eher nach Leder.
Und da war es auf einmal.
Dieses intensive Liebesgefühl…

 

Jung und frei

Nach unendlich langer Zeit, die eigentlich nur aus Pflichterfüllung bestanden hat, sitze ich endlich wieder im  Porsche.
Ganz allein.
Ich bin dienstlich unterwegs.

Wenn der Hund dabei ist, kann ich Kurven nur sehr langsam durchfahren, weil er sonst samt Transportkorb umkippt.
Jetzt kann ich die wunderbare Straßenlage meines Carreras ausnutzen.
Schon beim Auffahren auf die Autobahn fühle mich mich jung und frei.

Das ist natürlich eine Illusion.
Ich bin mittleren Alters mit meinen fast 44 Jahren.
Und ich hab eine Menge Dinge, um die ich mich kümmern muss.
Aber bei all dem Funktionieren braucht es ein Gegengewicht.

Mein Nachbar, weit in den Siebzigern, lebt mit seiner dementen Frau auch ein Leben mit vielen Pflichten.
Und er sagte gestern über den Porsche, dass man seine Spielzeuge braucht.
Ich kann das nur bestätigen.

Nach Handwerker-Generve, Terminhetze und anderen Sorgen muss mein Geschäft nun wieder erfolgreich durch eine Hochsaison bugsiert werden.
Wenn mich dabei ein edles Stück Ingenieurskunst dabei über die Autobahnen bugsiert, ist das nur recht, wenn auch nicht billig…