Faraday-Porsche

In den letzten Tagen hat Murphys Gesetz sich bei mir breit gemacht.
Freitag der letzten Woche war der 13. und als wolle mich jemand davon überzeugen, dass es Unglückstage wirklich gibt, reihten sich die Unerfreulichkeiten nur so aneinander.

Als ich gestern zur Arbeit aufbrach, war das Leben noch immer doof.
Aber immerhin warm und trocken, daher kam der Porsche mit.
Und als ich über die morgendlich dunkle Autobahn fuhr, legte sich zum ersten Mal seit vier Tagen Ruhe über meine Seele.

Ich saß in meinem schwarzen Kokon,
eingepackt in den Sportsitz, umhüllt vom Klang der Anlage.
Drinnen Bose, draußen das Böse.
Als trenne die Flyline die Einflüsse der Mitmenschen vom Innenraum.

Der Sportwagen als sicherer Hafen, als Mutterschoß, in den Frau sich flüchtet.
Take that, Porsche-Marketingabteilung!

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Verdammt scharf

Die ätzenden Bemerkungen häuften sich.
Dauernd wurde ich von irgendwelchen Männern darauf hingewiesen, dass mein Porsche schon ziemlich dreckig sei.
Das stimmte, er wird halt benutzt.

Wobei der Stachel schon saß, ich selbst finde ja auch, dass sauberer Lack das Gesamtkunstwerk noch heller strahlen lässt.
Mit dem Oktober kam allerdings auch das instabile Wetter und so fanden die schwarze Schönheit und ich uns an einem Tag mit dauernden Schauern in einer dieser verdammten Verrichtungsboxen wieder.

Mißmutig fing ich mit den Felgen an.
Als ich später über die breiten Hüften seifte, diesen perfekten Formen nachfuhr, konnte ich mich lüsterner Gedanken nicht erwehren.
Diese breiten Backen…

Jetzt steht die Sexbombe sauber in der Garage.
Und ich grüble schon die ganze Zeit, ob er da auch besser drin bleibt, wenn ich morgen zum Ring fahre, da es Regen geben wird.
Das Problem ist, ich bin so unglaublich scharf auf ihn…

Joyride

Video

Wir haben den dritten Oktober und mir ist zum ersten Mal in diesem Jahr langweilig.
Ich hatte vergessen, was das für ein nerviges Gefühl ist.
Am frühen Nachmittag trocknen die Straßen endlich ab, es stellt sich doch noch Porschewetter ein, und ich greife nach dem Elferschlüssel.

Ich muss nirgendwo hin.
Wobei, so kann man das nicht sagen, schließlich bin ich nicht ziellos unterwegs, denn es zieht mich auf leere, kurvige Landstraßen in die Gegend meiner Kindheit.
Ich bin nicht die einzige Lustfahrerin heute.

Als ich auf die A46 fahre, kommt von rechts der nächste Porsche.
Dieses kurze wissende Begrüßungsgrinsen und schon fangen wir an, auf der Bahn ein bisschen Unsinn zu machen.
Irgendwann fährt er ab und ein Lotus übernimmt.

Blick, Grinsen, Gas.
Im Tunnel beschleunigt er weit in den führerscheingefährdenden Bereich, und es klingt gut.
Kindliche Freude, angesichts des Memento mori der nahenden Winterzeit.

Über Serpentinen geht es hinab ins Neandertal.
Ausflüglerrummel bremst mich aus, nur weg hier.
Steil geht es Richtung Wuppertal hinauf, der Carrera nimmt die Höhenmeter freudig.

Felder erstrecken sich neben der Landstraße, die Bäume sind schon herbstlich gefärbt.
Die schwarze Schönheit klebt zuverlässig auf dem Asphalt und mein Herz wird immer leichter.
Irgendwann ist die Strecke nach Wuppertal gesperrt und ich biege zurück ins Rheinland ab.

Das Wetter ist etwas instabil und ich beschließe, die Tour zu beenden.
Zwei kleine Jungen stehen mit ihren Fahrrädern an der Straße, als ich mein Haus fast erreiche.
Ihr Blick klebt fasziniert an meinem Heck, als ich schmunzelnd zum Sender für das Garagentor greife.

Müde und erholt zugleich bleibe ich noch einen Moment neben dem warmen, knisternden Porsche stehen.
Dann schließe ich das Tor und gehe mit einem „the cat that got the cream-Blick“ ins Haus.

 

Pushing Porsche via Influencers

Ja, die deutsche Autoindustrie hat in letzter Zeit Gründe, ihr Image zu optimieren.
Und ja, es ist erstrebenswert die Käufer von morgen frühzeitig an eine Marke zu binden.
Und ja, ja Tesla pusht die Marke auch über Influencer.
(Musks Verkäufer geben sich wenigstens Mühe mit den Kaufwilligen.)

Aber Porsche sucht sich dafür unfassbare Leute aus.
(ab Minute 14:30) https://www.youtube.com/watch?v=0qyH2DW3buY

Porsche, meint Ihr das ernst?
Klicks sind doch nicht alles!
Die Klickenden müssen doch zumindest so bildungsnah sein, dass eine reelle Chance existiert, jemals ausreichend Gehald bezahlt zu bekommen, um sich einen Porsche leisten zu können!

So verzweifelt kann Porsche doch nicht sein.
Da wird seit Jahrzenten ein edles Image gepflegt und dann das.
Ich bin fassungslos.
Und etwas unglücklich, wenn ich daran denke, was da in meiner Garage steht.

Mercedes „Grow up“ – Kampagne finde ich etwas bemüht.
Porsche hingegen scheint mit seiner befremdlichen Influencer-Auswahl eher „grow down“ anzustreben.

 

Produkttest Porsche Cookie Stamps RS 2.7

Da ich anfällig bin für alle Formen, mit denen man Lebensmittel in Auto-Motive verwandeln kann, habe ich beim OGP eingekauft.

Die Produktentwickler bei Porsche haben einen Keks-Stempel auf den Markt gebracht.

Für 19.00 Euro bekommt man einen Plastik-Stempel mit drei Motiven.
Dem Porschewappen, einem RS-Schriftzug und einem „Made in Zuffenhausen“.

Unter Mißachtung des mitgelieferten Rezeptheftchens habe ich einen Tierleid-freien Teig gemacht und fleißig gestempelt.
Der Stempel lässt sich gut wieder vom Teig lösen und leicht auswechseln.

Was das Motiv in der Mitte des „Made in Zuffenhausen“-Stempel darstellen soll, ist mir vollkommen schleierhaft, aber das mag an mir liegen.

In meinem Haushalt kann ich inzwichen die Gäste mit Porsche-Ausstechkeksen, Porsche Stempel-Keksen und Porsche-Eiswürfeln verwöhnen.
Da sollten eigentlich keine Wünsche offen bleiben, außer: „Lässt Du mich mal fahren?“
Die Antwort ist liegt auf der Hand.

Der Penis und die alte Frau – Impressionen vom OGP 2017

Die Hinfahrt fing so gut an.
Kaum war ich in der Eifel von der Autobahn runter, kam mir auch schon eine Gruppe roter Porsches aus verschiedenen Jahrzehnten entgegen, mein Herz tat einen Vorfreudehüpfer.

Kurz darauf sah ich ihn.
Er stand auf einem gut einsehbaren Rastplatz direkt an der Straße.
Sein Porsche und sein Beifahrer warteten auf ihn, während er sich, seinen Penis in der Hand, zwei Meter neben einem der dort aufgestellten Tische, seines Frühstückkaffees entledigte.

Er war im prostataanfälligen Alter, aber sowas will nun wirklich niemand sehen.
Es gibt so viele Waldwege in der Eifel, auf denen er das hätte diskreter erledigen können.
Eine Schande für die Porschefahrer-Nation.

Am Ring angekommen, entdeckte ich das Auto, in dem ich von meiner Mutter zum Kindergarten gefahren wurde:

kurzes Schwelgen in Erinnerungen und dann die klägliche Einsicht, dass ich offenbar alt bin, wenn die Fahrzeuge meiner Jugend auf Oldtimer-Treffen ausgestellt werden.
Alte Fahrzeuge sind begehrt, alte Menschen eher nicht.
Wir halten uns leider nicht so gut und die Ersatzteilbeschaffung verläuft auch nicht immer einfach…

Utes Idol riss mich aus meiner Geronto-Depression:

Ute selbst war busy, aber Herr Walker lief mir vor die Kamera.

Mein Targa-Bekannter war auch am Ring und wir bummelten ein fröhliches Stündchen über das Gelände.





Da würde ich sogar die Möpse drin transportieren können, wunderschöner früher Kombi.


Zu verkaufen.


Praktisch für die harten Eifel-Winter.

 

Eat Dirt! – Eifel Rallye Festival 2017 / WP SS1

Das Leben als Rallye-Fan ist ein einziges großes Abenteur.
Es beginnt mit der Anreise.
Weil das Ziel landwirtschaftliche Wege oder Wiesen ohne Adresse sind, ist die Ortsangabe oft vage.
Man fährt über zauberhaft schöne Landstraßen, lange Zeit ganz allein, da macht es schon Spaß, die Kurven selber etwas schneller zu nehmen als unbedingt notwendig.

Man erkennt, dass man sich nicht völlig verfahren hat, wenn auf einmal Schottersteinchen auf der Fahrbahn liegen, Rallyezeichen auftauchen oder der flott die Landstraßen befahrende Verkehr plötzlich dichter wird, offenbar liegt das Ziel in der Nähe.

Gestern wollte ich zur WP/SS1.
Es gab die Wahl unter vier unterschiedlichen Zuschauerpunkten, ich entschied mich für den Jump, obwohl mich das Wasserloch auch sehr gereizt hätte.
Der Weg dorthin war schon absolut großartig, es ging mitten durch den Wald:

Längere Zeit über Stock und Stein, öfter auch eng und gewunden.

Folge den Zeichen…

weiter geht es durch Wiesen…ich treffe eine Frau, wir fragen uns gegenseitig ob es noch weit sei, zu den jeweiligen Zuschauerpunkten…

Irgendwann sehe ich das Windrad, zu dem ich will….

dann noch durch eine schmale Schneise, die in ein Maisfeld geschlagen wurde…
( Hach! alleine schon die Wanderung war ein Abenteur nach meinem Geschmack!)
und angekommen!

Egal wie früh Frau kommt, die Männer mit ihren Klappstühlchen hocken immer schon da.
Das Leben einer Fotografen-Stümperin, deren Mitzieherkönnen völlig eingerostet ist, ist hart… an dieser Stelle musste man neben dem Plastik-Klohäuschen stehen, um gut die Sprünge mitzubekommen… bloß nicht hingucken!

Sie flogen, ich hielt drauf…ein großer Spaß!

unglaublich viele Autos sind mir aus dem Bild geflogen oder wurden unscharf…

aber in Wirklichkeit sah es super aus.

Durch das trockene Wetter gab es ausreichend Gelegenheit Staub zu inhalieren, er zog meilenweit über die Landschaft, legte sich auf die Kamera, flog in die Augen.
Nach einer Weile zog ich weiter.

Viele Fahrer nutzten die Tür-auf-Kühlmethode.

Leider nicht vom Glück geküsst, die beiden.





Ja, das alte Thema der Männer im Bild…

Die Copilotin bändigt die blonde Mähne bevor der Helm draufkommt.

Ich habe so viel fotografiert, ich könnte stundenlange Foto-Abende veranstalten…
Nach so einem Tag voller Augenfutter fährt man mit gut gesättigter Seele nach hause.
Die Eifel zeigte sich von ihrer schönsten Seite, die Autos waren großartig, die Organisatoren haben ein Event geschaffen, wie es reizvoller nicht hätte sein können.

Eine halbe Stunde zurück durch die einsame Landschaft, Traumwetter, Traumkulisse, ein Lieblingslied im Radio.
Glück.