Fremde Federn

Ich habe mich heute mit fremden Federn geschmückt.
Genauer gesagt, mit dem Überholprestige eines Panamera.
Neeeeein! Ich war natürlich nicht mit dem 11er unterwegs!!

Mein Kombi ist ein Wölflein im Schafspelz. Er hat zwar etwas über 200 PS, aber für einen C-Klasse-Kombi macht eben niemand Platz.
Ganz im Gegenteil. Ich fuhr auf der A1 Richtung Süden und quälte mich hinter holländischen Wohnmobilen, die mit gefühlt 15 kmh am Berg Lkws überholten.

Es war trotz Klimaanlage heiß und ich war in den letzten Tagen zu viel auf den Autobahnen  unterwegs.
Ich wollte ankommen. In der Kühle, am See.

Von hinten kam, gut wahrnehmbar mit Porschewappen, ein Panamera aus dem hohen Norden angezischt.
Super, dachte ich, dranhängen und durch.
Und genau das hat geklappt.

Nicht auf Dauer, dafür hat mein Motor dann doch nicht genügend Power, aber zumindest für die letzen Berge auf meiner Strecke.
Eigendlich mag ich diesen Porsche nicht, aber heute war ich ihm ausgesprochen dankbar.

Mein eigener fehlt mir sehr. Leider hatte ich so viel Plunder mitzuschleppen, dass er in der Garage bleiben musste.
Morgen und übermorgen bekomme ich aber zwei Porsches zu Besuch, die mir die Zeit bis zum Wiedersehen verkürzen werden.

Oder auch mein Herz noch schwerer werden lassen, wer weiß…
Wenn ich an ihn denke, habe ich so ein Ziehen in der Brust,
Diagnose: Sehnsucht.

 

Frohes Neues Jahr!

Ich bin einer dieser Menschen, die Post- und Eintrittskarten als Erinnerungen mit Magneten an ihren Kühlschrank hängen.
Beim Putzen fiel heute eine der Postkarten herunter, und als ich sie aufhob, habe ich den Text auf der Hinterseite noch einmal gelesen.

Sie war von Meinen Freunden Bastian und Micha.
„Wir wünschen Dir für 2013 alles Gute! Viel Glück in der Liebe, Gesundheit und endlich einen Porsche!“
Als ich dies 7 Monate nach Silvester noch einmal lese, muss ich lächeln.

Wie präsent offenbar mein Porschewunsch bei meinen Freunden war…
aber stimmt, ich habe vor dem Kauf schon ewig davon geredet und Bastian war mal bei einer Probefahrt in einem AMG dabei…

Jetzt ist es Sommer 2013 und in meiner Garage steht der erfüllte Wunsch.
Gleich fahre ich nach Köln und treffe mich mit Freunden, die ich über den Porsche kennen gelernt habe.

Sieht ganz so aus, als wäre das gar nicht mehr so neue Jahr ein gutes…

Provence-Porsche

Ein heißer Sommertag liegt hinter uns, und es ist noch immer sehr warm als der Dr. und ich zu einer unserer legendären Feierabendtouren aufbrechen.
Der Fahrtwind macht die Temperatur sehr angenehm und ich darf entscheiden, ob Niederrhein oder Bergisches Land unser Ziel sein sollen.

Ich entscheide  mich für den Sprung auf die andere Rheinseite.
Dann können wir die Fähre nehmen, was besonders bei diesem Wetter immer wie ein Miniurlaub ist.

Auf dem Weg zum Rhein führen wir eine dieser Unterhaltungen, die man sich in seiner Phantasie ausmalen würde, wenn man sich vorstellt, dass zwei Personen unserer Professionen in einem Auto sitzen: wie immunsuppressiv wirkt Stress?
Dann lache ich über uns und wir wechseln das Thema.
Pro Stunde reden wir vermutlich ca. 15 mal über Autos.
Für jeden Beifahrer wären wir ziemlich unerträglich, aber im Boxster ist ja kein Platz für Dritte.

In Wuppertal halten wir am Akzenta und ich kaufe drei Lavendelpflanzen, die wir im Auto lassen, während wir eine Schwebebahntour machen.
Als wir zurück kommen, ist es dunkel, und der Boxster steht schon ziemlich alleine auf dem Parkplatz.
Dafür duftet er intensiv nach Lavendel und auch als wir für die Rückfahrt offen fahren, umweht uns der Duft auf der Heimfahrt.

Es ist noch immer sehr warm und der Abend ist einer dieser langen, warmen Sommerabende, die so völlig anders sind, als die im Winter.
Als ich mich vom Dr. verabschiede, muss ich an den Spruch denken:
Lebenskünstler ist, wer den Sommer so lebt, dass er ihn im Winter noch wärmt.
Ich glaube, das tun wir an solchen Abenden.

Du hast was…?!

Barbara und ich kennen uns sicher schon seit 15 Jahren.
Sie kennt mich als vernünftige, sparsame Frau.
Heute Nachmittag habe ich sie auf dem Rückweg von einem Termin besucht und mit ihr in ihrem schönen Garten zusammen gegessen. Wir hatten uns schon länger nicht mehr gesehen und es gab viel zu erzählen.

Sie war noch mit letzten Vorbereitungen befasst, ich stand in der Küchentür und erzählte, dass ich mir endlich meinen Traumwagen gekauft hätte.
Sie blickt skeptisch aus dem Küchenfenster auf meinen Kombi:
„Den da?“

Nein, erkläre ich, das sei mein Dienstwagen, ich hätte mir einen Porsche gekauft.
„Was hast Du?!“ fasssungslos schaut sie mich an.
„Ich habe mir einen Porsche gekauft.“
Barbara lässt den Löffel in ihrer Hand sinken und fängt an, ungläubig, aber aus vollem Hals zu lachen.

Währenddessen stehe ich etwas verschähmt grinsend in der Tür.
Beim Essen berichte ich, wie es zu der ganzen Sache kam.
Als wir zum Verdauungspaziergang durch ihren Garten aufbrechen,
nimmt sie mich laut lachend in die Arme und sagt, mir, wie großartig sie es findet, dass ich das getan habe.

Barbara ist eine kluge Frau.
Sie hat völlig recht.
Manchmal ist es das Vernünftigste, das Unvernünftige zu tun.

 

Fleisch und Blut

So langsam lerne ich meine virtuellen Freunde auch in der Realität kennen.
Der heutige Sonntag begann schon strahlend sonnig.
Frühstück im Garten, eine Runde im kühlen See und dann gehts ab zum Brünnchen.

Meine Haare sind noch nass vom Duschen nach dem Schwimmen und trocknen im warmen Fahrtwind in des Doktors offenen Boxster. Er setzt mich am Brünnchen ab und fährt danach weiter Richtung GP-Strecke.

Dort bin ich mit einem Porschefreund aus dem Forum verabredet, den ich schriftlich und vom Foto schon seit Monaten kenne, und jetzt sehen wir uns erstmalig in Fleisch und Blut.
Wir haben am selben Tag Geburtstag und er fährt einen GTS, um den ich ihn mächtig beneide.
Eine weiße Schönheit.

Nachdem wir eine Weile den Touristen auf der Nordschleife zugesehen haben und eine erquickliche, relaxte Zeit im Wald verbracht haben, gehen wir zurück zum Brünnchen, und sehen, wie sich fremde Männer neben seinem Auto fotografieren lassen.
Es steht neben einem weißen GT3, ein schöner Anblick.
Später, zuhause, muss ich lachen, als ich sehe, dass auch ich 70 Fotos gemacht habe.
Ist halt echt ein Hübscher.
Eifelgarten und BoncMobil 015

Eifelgarten und BoncMobil 057
Der Besitzer steht auf schöne Schuhe…

Eifelgarten und BoncMobil 047
Der sexy Parkplatznachbar

Mein charmanter Begleiter teilt ritterlich seine Fritten mit mir, die mit Blick auf die schönste Rennstrecke der Welt so gut schmecken, wie die im Sommer, zu Kinderzeiten im Freibad, und dann neigt sich der schöne Nachmittag an der Norschleife auch schon seinem Ende zu.

Als ich meinen schwarzen Schatz später aus der Eifel nach Hause lenke, senkt sich die Sonne schon und die Autobahn ist wunderbar leer.
Was für ein perfektes Wochenende, auch wenn es mit einer Flucht angefangen hatte…

Der Prügel Prinz

Nein, der schwarze Porsche Prinz prügelt nicht.
Er wird geschlagen…
Auf der im Mai erst wegen Steinschlägen frisch lackierten Kofferraumhaube sind schon wieder viele fiese weiße Macken.
Nach so kurzer Zeit!

Da bekleckert sich unsere Automobilindustrie nicht mit Ruhm.
Wie kann man eine so empfindliche Stelle an einem Sportwagen lackieren, wenn eine Lackierung nur wenige Wochen hält?
Oder hat sich da jemand eine Gelddruckmaschine gebaut?

Mein geschickter Porschebruder hat seinen Schatz ja selbst mit Folie bezogen.
Sowas kann ich nicht.
Selbst die Bücher, die ich damals in der Schule eingebunden habe, sahen aus, wie von einer einarmigen, blinden Irren beklebt.
Mir fehlt für so etwas die Geduld.

Aber der Porsche bietet ein trauriges Bild.
Wie machen andere Fahrer das?
Überall Schweiz-Putz und vorne die Macken?
Ich bin ganz betrübt.

Gerade rollt der Boxster mit dem Dr. vor das Haus.
Als ich herausgehe, sehe ich, dass eines der Biber-Tücher vom Prinzen gerutscht ist.
Sofort wird der Doktor eingespannt, um mir zu helfen, es wieder über ihn zu breiten.
Sein frecher Kommentar: „Deine Porsche-Paranoia wird auch immer schlimmer.“

Pff!

 

Schwarze Magie

Hui war ich gestern entnervt.
Da hilft erfahrungsgemäß entweder eine herzhafte Umarmung, oder aber die Flucht in die Eifel.
Das Nötigste habe ich gestern Abend in eine Tasche geworfen und dann nichts wie in den Porsche und weg.

Er hat seine Magie wieder einmal für mich arbeiten lassen.
Wenn ich in diesem Wagen sitze, bin ich in meiner eigenen kleinen Welt, in der mir keiner kann.
Es läuft die Musik, die ich hören will und ich bin schneller als vermutlich 95% der anderen.
Mir gefällt es, dieses Abhauen können.
Sollte ich einmal verarmen, werde ich als allerletzte Dinge mein Auto und mein Spritgeld aufgeben.

Jetzt bin ich in der Eifel.
Die Sonne scheint, der Porsche steht notdürftig abgedeckt neben dem Haus.
Ich brauche so eine Auto-Kondom-Überziehgarage, sonst machen die Spatzen mir zu viele Haufen auf die schwarze Schönheit.

Heute habe ich die Badesaison eröffnet.
Wunderbar! Ich war ganz alleine im See.
Sauberes, kaltes chlorfreies Süßwasser.
Perfekt.
Als ich tropfend mit dem Fahrrad wieder am Haus ankam, hatte der Eifelwind meine Notabdeckeung zum Teil wieder weggeweht.
Es sah aus, als würde der Porsche-Prinz unter seiner Decke hervorgucken.
Heute Abend habe ich ihm eine schöne Tour über die Landstraßen versprochen.
🙂

Zeit für eine Porschekur – Ich mache alles falsch

Heute morgen beim Arzt, die Praxis bietet online-Terminvergabe an.
Ich trage mich online ein, bekomme eine Bestätigung, erscheine pünktlich in der Praxis.
„Sie stehen nicht bei uns im Computer. Da haben sie wohl etwas falsch gemacht.“

Dann öffne ich meine Post. Die Deutsche Bank teilt mir in einem Schreiben mit, dass ich  meine Zustimmung dafür gegeben hätte, Werbung nun auch per Telefon und Mail zu bekommen.
Habe ich nie gemacht.
Will ich auch gar nicht.
Werbung nervt und ich bin sehr pingelig mit meinen Daten.

Im Callcenter der Deutschen Bank will ich die nie gegebene Zustimmung rückgängig machen lassen, da sagt man mir, ich hätte auf jeden Fall die Zustimmung gegeben, sonst hätte ich den Brief ja nicht bekommen. Ich hätte es wohl nur nicht bemerkt.

Na klar, da war ich wohl gerade wieder mal bewusstlos.
Oder stand unter Drogen, wie so oft.
Dann bilde ich mir nämlich immer ein, ich hätte Arzttermine vereinbart und gebe im Wahn Zustimmungen, mit Werbung belästigt werden zu wollen.

Vorhin auf dem Rückweg vom Arzt dachte ich noch, dass ich wohl einen leichten Dachschaden haben muss, dass ich so an meinem Auto hänge.
Nach den Erfahrungen mit den Angestellten der Häuser, in denen ich Kunde bin, wundert mich nichts mehr.
Wer von so viel menschlicher Dummdreistigkeit umgeben ist, kann nur anfangen, seine Zuneigung auf technische Gegenstände zu verlagern.

Ich brauche jetzt ganz dringend etwas, das meine Laune hebt.
Die hauseigene Psychologin empfiehlt: in den Porsche steigen und erst dann wieder mit Menschen in Kontakt treten, wenn die Porschekur die Nerven in ausreichendem Maße gestärkt hat.

 

 

Ziemlich misogyn…

Mir flattert per whatsapp ein Foto einer Porschewerbung ins Haus.
Zum 50. Jubiläum des 911 hat Porsche eine Postkarte bedruckt.
Vorne ein alter und ein neuer 11er. Darüber folgender Spruch:
„Wovon haben Männer eigentlich vor 1963 geträumt?“

Mein Freund Alex schickt hat sie irgendwo entdeckt und an mich gedacht:
„For u Anne!“
Marius kommentiert nur wenige Minuten später:
„Ziemlich misogyn…“

Und er hat recht.
Noch heute tut Porsche laufend so, als sei die Porschewelt männlich.
Und zwar ausschließlich.
Diese PR-Menschen werden aber auch mit meinem Geld und dem der anderen Porschekäuferinnen bezahlt.

Natürlich ist es nett, zu glauben, Frau sei etwas Besonderes unter den Porschisti.
Das tut jedem Menschen gut. Keiner will gerne ein kleines Licht in der Masse sein.
Wer aber Besonderheit ausschließlich aufgrund seines Geschlechts erlangt, kann sich darauf denkbar wenig einbilden.

Ich will keine Exotin sein, nur weil ich Autos liebe.
Das erinnert mich immer an die braunhäutigen Prostituierten, die in der Eifel auf den Feldwegen auf in abgewrackten Wohnwagen auf Freier warten.
Toll, total exotisch, diese Frauen…

Ebenso wie Autos liebe ich Make-up.
Und als meine Freunde Bastian und Micha das erste Mal mein Haus ansahen, war deren Kommentar zu meinem Schlafzimmer: „Voll das Mädchenzimmer!“.
Weiblichkeit und Autoliebe schließen sich nicht aus.

Könnte das bei Porsche im Marketing vielleicht endlich mal jemand merken?

This post is for you Mari, schön, dass es Männer wie Dich gibt!  :-***

Spieglein, Spieglein an der Wand…

…steht in der Betreffzeile der Urlaubsmail meines Porschefreundes.
In der Nachricht aus Frankreich geht es weiter mit: „wer ist der Schönste im ganzen Land?“  beigefügt ist ein Foto seines wunderhübschen Porsches, der zwischen lauter häßlichen Kleinwagen parkt.

Hahaha! Ich mag das, wenn wir so knackig stolz auf unsere Porsches sind und sein können. Er ist wirklich mit Abstand das schönste Auto auf dem Foto.

Auch mein Porschebruder schickt mir immer wieder tolle Aufnahmen, die er auf seinen Touren von seinem hübschen Schatz macht.
Wir und unsere Freude am schönen Blech…

Mein Leben wäre ärmer ohne diese schönen Nachrichten meiner Porschefreundinnen und -freunde. Und ohne die technische Leichtigkeit, mit der wir Aufnahmen unserer Schätze mit anderen teilen können…

Gestern Abend las ich die Nachricht eines oldtimerbesitzenden Porscheverweigerers, auch mit schönem Fotoanhang natürlich.
Auf einem Bild saß seine Frau neben dem Wagen und war passend zum Fahrzeug gekleidet, das ist natürlich ein gelungenes Gesamtkunstwerk.

Da haben wir Porschisten es leichter. Wir können anziehen, was der Kleiderschrank gerade hergibt.
Außer Highheels und Schuhen mit zu dicker Sohle geht eigentlich alles.
Wir müssen auch gar nicht übermäßig schön sein, das sind ja schon unsere Autos.