Womit Sie rechnen müssen, wenn Ihre Frau einen Carrera in der Garage hat

Der Dr. sitzt mit seinem Laptop im Wohnzimmer als ich herein komme, und verkünde, ich hätte gerade ein ganz intensives Liebesgefühl verspührt.
Er macht einen Kussmund, weil er denkt, ich hätte ihn gemeint.
Meine Antwort „Oh Schatz, das tut mir jetzt leid, ich meinte den Porsche.“ kann nur ein Mann seines Formats so unerschüttert wegstecken.

Seit meiner Kindheit sammle ich im Herbst Kastanien.
Ich sammle Sie auf Asphaltflächen, wo die Autos sie nur plattfahren würden, und werfe sie an anderer Stelle auf hoffentlich fruchtbaren Boden, damit Bäume aus ihnen werden, oder die Rehe sich im langen Winter von Ihnen ernähren können.

So ein Karton mit Kastanien war noch von meiner letzten Dienstreise im Elfer.
Die Dinger haben recht viel Feuchtigkeit, deshalb wollte ich sie nicht länger auf dem Beifahrersitz stehen lassen.
Also ging ich rüber in die Garage.

Das Altweibersommer-Sonntagabend-Licht schien gedämpft durch das Fenster.
Seine perfekte Silhouette, außen der leicht benzinlastige Geruch, innen eher nach Leder.
Und da war es auf einmal.
Dieses intensive Liebesgefühl…

 

Soooo profan…

Zehn vor neun an einem kalten, regnerischen Abend, der sich überhaupt nicht wie August anfühlt.
Der Himmel im Westen ist in ein unwirkliches Rot getaucht, und über dem Garten fliegen die zehn Gänse, wie jeden Abend, in V-Formation so tief, dass man ihre Flügel schlagen hört.

Der ganze Tag ist draufgegangen für Arbeiten in Haus und Hof.
Morgen kommt der Gärtnertrupp, der einen geliebten riesigen Baum vor meinem Haus fällen wird.
Es muss sein, da er droht beim nächsten Sturm arge Schäden zu verursachen.

Ich weiß  noch, wie stolz ich war, als wir das Haus neu hatten, auf diesen über 50 Jahre alten Riesen.
Er ist höher als mein Haus und der größte Baum in allen Vorgärten hier.
Heute ist sein letzter Abend.

In solchen Momenten wünscht man sich, an Wiedergeburt zu glauben.
So schnell und mit Erledigungen angefüllt, wie mein Urlaub sich zu einem täglich magereren Etwas reduziert, wünschte ich mir, auch diese Zeit noch einmal erleben zu können.

Dann aber mit viel mehr Porschefahren, Entspannung und Spaß.
Man soll doch immer so leben, wie man sich wünschen würde, es getan zu haben, wenn man stirbt.
Wo bringt man in diesem Konzept all die Profanitäten unter, ohne die es scheinbar nicht geht?

Beim Aufräumen der Garage hatte ich heute kurz das Tor der Behausung meines schwarzen Prinzen geöffnet.
Sein breiter Knackarsch stand träge im trockenen Häuschen.
Zu wenig Porsche und zu wenig geküsst.

Zu profan dieser Tag.

Tabu!

Gestern Abend hat mein wunderbarer Freund Marius,
der mich damals auch zum Porschekauf begleitet hat,
Lasagne für 8 Herren und eine Porschefahrerin gemacht.

Nach dem Essen gab es eine Runde Tabu.
Alle Begriffe, die irgendwie mit Auto zu tun hatten, wurde mit Anne hat ein…
Oder hinten am Porsche ist ein Sport…
erklärt.
Sehr lustig!

Ich hatte den Porsche genommen, die längere Strecke bot sich an.
Nach dem schönen Abend stieg ich zuhause beschwingt aus.
Ich musste meine Nachbarin rausklingeln, die mal wieder die Einfahrt auf mein Grundstück blockiert hatte.
Also, Motor laufen lassen, aussteigen, um die blöde Nuss zu holen, und dann in die Garage fahren.

Sicher haben viele Autofahrer sowas, oder ein ähnliches Modell an ihrem Schlüsselbund:
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Ich blieb darin hängen, und der Porscheschlüssel der so aussehen sollte:
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Sieht jetzt leider so aus:
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Nur, dass der abgebrochene Teil noch im Schloss des laufenden Porsches steckte.
Aaaaaaaaah! OH GOTT!!!!!
Zum Glück konnte ich es rauskriegen, ich hätte sonst überhaupt keine Ahnung gehabt, wie ich den Motor hätte ausstellen sollen.

Und zum Glück trage ich meinen Ersatzschlüssel aus Gründen der Porsche-Paranoia immer in meiner Handtasche, um ihn im Notfall mit meinem Leben verteidigen zu können.
Also konnte ich das Auto doch noch parken.
Aber ab jetzt sind dieses Schlüsselbänder für mich TABU!!!

Porschefahrer-Frühstück

Es könnte eine stilvolle Angelegenheit sein, unser Porschefahrer-Frühstück.
Am antiken Tisch (Familienerbstück) mit eleganter Tischwäsche, passend zur Jahreszeit in Kupfertönen, hat die Dame des Hauses ein Stilleben aus kleinen Äpfeln und Kürbis dekoriert.

Erste Risse bekommt das Bild durch die Wahl der Tassen.
Geschmackvolles Porzellan wäre vorhanden.
Wir greifen stattdessen zu immer gleichen Tassenkombinationen.
er: Arne-Tasse, sie: Nürburgringtasse
alternativ: er: Motor-Klassik-Tasse, sie: Radio Wuppertal-Tasse (hier arbeitet ein Freund des Hauses…)

Zur kompletten Nerd-Veranstaltung wird das Frühstück durch unsere Dialoge:
„Ich glaube, ich habe gerade die hohe Acht gegessen.“
Kauen. „Kann sein Schatz.“ Kauen, Kaffee.‘
Nein, wir nehmen nicht schon am frühen Morgen ganz viel Drogen.

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Ich hatte Brot gebacken (Sauerteig mit Paprika und Oliven).
Weil ich am liebsten Dinge mit einer Form backe, war die Wahl auf meine Nürburgring-Form gefallen.

Und zum Frühstück kam eben der besagte Streckenabschnitt auf den Teller.
Eine gewisse Monothematik ist in unserem Haushalt nicht zu verleugnen…

Wie soll man sich aber auch sonst über den endlosen Winter retten?
Momentan habe ich Mittagspause und würde bei dem sonnigen Wetter so gerne Porsche fahren. Stattdessen kommt bereits die nächste Kundin.
Es sieht immer mehr danach aus, als müsse der schwarze Porsche-Prinz ihn an diesem komischen Batterie-Gerät angeschlossen in seiner Garage verbringen müssen. 😦

Heute will ich!

Heute will ich lieber ein Mann sein!

Mein Haus hat zwei Garagen.
In einer steht mein Porsche, die Einfahrt zur anderen war etwas eng, und deshalb habe ich sie zuwachsen lassen.

Nun hatte ich gedacht, wäre es eine gute Idee,
die Einfahrt zur zweiten Garage frei zu machen, damit des Dr. Boxster im Winter dort parken kann.
So ein Stoffverdeck wird ja nicht besser, wenn es im Winter draußen steht.
Also musste ein Lebensbaum sein Leben lassen.

Kaum war das Ding gefällt, und musste zerkleinert werden,
fiel dem Dr. ein, dass er keinen Wert auf die Garage lege, er könne den Boxster auch in der Tiefgarage bei seinen Eltern parken und überhaupt, nö…!
Der Lebensbaum liegt nun gefällt in meiner Zweitgarage.
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Als er noch aufrecht stand, wirkte er gar nicht so groß, jetzt ist er riesig.

Also leihe ich mir eine Kettensäge von den Nachbarn und fange an, ihn zu zerkleinern.
Ich hatte noch nie viel Kraft in den Armen und war angenehm überrascht, dass ich die Säge überhaupt hochheben konnte.
Leider ging es nicht so positiv weiter, die Sägerei geht mir nicht leicht von der Hand.

Trotz Motor muss man beim Sägen irgendwie tüchtig drücken, sonst tut sich nämlich gar nix.
Ich werde immer müder, das Sägen wird immer gefährlicher.
Nach nur einem lächerlichen Ast kann ich nicht mehr.

Der Dr. hat sich erst mit einem Buch auf die Couch und später ins Bett verzogen.
Er möchte vor dem Dienst noch etwas ausruhen.
Ich habe angesichts der grünen Bescherung in meiner Garage nur einen Wunsch:
Ich möchte ein Mann sein.
Ein starker Mann, mit ganz viel Kraft in den Armen, für den es überhaupt kein Problem ist, eine Garage frei zu machen.
Auch, wenn sie im Endeffekt dann doch keiner will…

Sexobjekt – Sexual Objectification

Gestern hatte ich den Porsche genommen, und noch kurz an der Werkstatt angehalten, um eine Rechnung zu bezahlen.
Der Werkstattchef und ich standen neben der schwarzen Schönheit und sprachen über sie, während um uns herum der normale Werkstattbetrieb weiter lief.

In dieser Zeit kamen drei Männer mit ihren Autos auf den Hof gefahren.
Alle mit Kleinwagen.
Es gibt für mich nur noch eine Steigerung von „unsexier“ als ein Kleinwagenfahrer.
Das ist ein Mann mit Kind (und Kleinwagen…, hahaha!)

Jajajajaja, alles sehr oberflächlich, schon klar.
Aber so ist es nun mal.
Kleine, langsame Autos finde ich immer irgendwie fies.
Ich weiß nicht, warum ich sie bei Männern noch schlimmer finde, als bei Frauen.

Alle diese Männer starrten mich an.
Nicht weil ich selbst so umwerfend wäre.
Sie hätten mich vermutlich keines Blickes gewürdigt, wäre ich nicht die Frau mit dem Porsche gewesen.

Glauben die, ich merke nicht, dass sie starren?
So wird man sexy, ohne gemeint zu sein.
Macht das Spaß?
Eher nicht.

Yesterday I parked the Porsche at the garage to pay my bill.
While chatting with the boss, I was being stared at by several unsexy men, all of them driving small, slowish cars.

They were not exactly staring at me.
They meant the woman with the Porsche.
Did they think, I would not notice their overt staring?

That way you become sexy without being noticed as a person.
The sportscar as a means of sexual objectification.
Is that fun?
Not exactly.

Obdachlos

Der arme Porsche muss diese Nacht auf der Straße schlafen.
Ich bekomme ein Carport für den Kombi vor die Garage und der Aufbau läuft überaus schleppend.
Jetzt liegen 90% der Carportteile noch in der Garage und blockieren alles.

Zum Trost habe ich ihn auf eine schöne Tour nach Wuppertal mitgenommen.
Unterwegs läuft „Primadonna Girl“ von Marina and the Diamonds im Radio.
Ein Lied, das mich immer an meinen Bielefelder Freund Matthias erinnert.
Natürlich muss ich ihn direkt anrufen und er schlägt vor, dass ich die Nacht porschefahrend verbringen soll, als ich ihm erzähle, ich hätte angenehme 19 Grad im Auto.

In Wuppertal gab es bei Flo dann die Misogynie-Vorwurfskarte, die Alex überarbeitet hat:Porschekarte 001

Auf dem Rückweg fängt es an zu regenen, aber da der Asphalt so heiß ist, verdampft das Wasser in der Dunkelheit auf höchst eindrucksvoller Weise.
Eine leicht gruselfilmartige Atmosphäre.
Und der wackere Porsche und ich mitten drin.

Tropische Nacht nennen Meteorologen dieses Waschküche. Mir ist es zu warm, zum Schlafen. Vielleicht sollte ich Matthias Vorschlag aufgreifen…

Fremde Federn

Ich habe mich heute mit fremden Federn geschmückt.
Genauer gesagt, mit dem Überholprestige eines Panamera.
Neeeeein! Ich war natürlich nicht mit dem 11er unterwegs!!

Mein Kombi ist ein Wölflein im Schafspelz. Er hat zwar etwas über 200 PS, aber für einen C-Klasse-Kombi macht eben niemand Platz.
Ganz im Gegenteil. Ich fuhr auf der A1 Richtung Süden und quälte mich hinter holländischen Wohnmobilen, die mit gefühlt 15 kmh am Berg Lkws überholten.

Es war trotz Klimaanlage heiß und ich war in den letzten Tagen zu viel auf den Autobahnen  unterwegs.
Ich wollte ankommen. In der Kühle, am See.

Von hinten kam, gut wahrnehmbar mit Porschewappen, ein Panamera aus dem hohen Norden angezischt.
Super, dachte ich, dranhängen und durch.
Und genau das hat geklappt.

Nicht auf Dauer, dafür hat mein Motor dann doch nicht genügend Power, aber zumindest für die letzen Berge auf meiner Strecke.
Eigendlich mag ich diesen Porsche nicht, aber heute war ich ihm ausgesprochen dankbar.

Mein eigener fehlt mir sehr. Leider hatte ich so viel Plunder mitzuschleppen, dass er in der Garage bleiben musste.
Morgen und übermorgen bekomme ich aber zwei Porsches zu Besuch, die mir die Zeit bis zum Wiedersehen verkürzen werden.

Oder auch mein Herz noch schwerer werden lassen, wer weiß…
Wenn ich an ihn denke, habe ich so ein Ziehen in der Brust,
Diagnose: Sehnsucht.

 

Back on Track

Sonntag. Mir geht es endlich wieder besser.

Den Tag über werde ich einen Workshop haben. Die Strecke dorthin ist zwar nicht sonderlich weit, aber ich werde sie auf jeden Fall im Porsche fahren.

Schöne, kurvige Landstraßen…

Schon der Gedanke daran lässt mein Herz hüpfen.

Als ich die Tasche in die Garage bringe, umfängt mich kühler Benzingeruch.

Im Auto dann warmes Leder.

Ich bin ganz sicher, dass die Ingenieure bei Porsche es extra so eingerichtet haben, dass der Motor beim Start einmal so vernehmlich hochdreht.
Das ist der Moment, in dem die Porschebesitzerin daran erinnert wird, warum sie dieses Auto so dringend braucht.

Das und die erste freie Strecke, in der die Beschleunigung den Köper unmißverständlich in den Sitz drückt.

Its good, to be back.

Time to say good bye

Vier Tage Dienstreise.

Mit der Bahn!!!
Großraumwagen statt Sportwagen.

Fast 400 Kilometer von der schwarzen Schönheit entfernt, dabei schlafen wir normalerweise nur vier Meter voneinander entfernt. Ich kann von meinem Bett aus zur Garage rüber gucken.

Eine gefühlte Ewigkeit bis am Wochenende zurück komme.

Time to say good bye. What a drag…