50 ways to leave your lover

Eigentlich schreibe ich lieber über die tollen Seiten des Lebens.
Schöne Fahrten im Elfer oder Veranstaltungen am Ring.
Oder auch über Valentinstage, die ich nicht mehr einsam verbringen muss.
Aber irgendwie habe ich den Anspruch, ehrlich zu sein, wenn ich darüber schreibe, was passiert, wenn eine Frau einen Porsche kauft.

Und Folgendes passiert eben offenbar auch, wenn eine Frau einen Porsche kauft:
Der schwarze Prinz hatte noch seine erste Batterie.
Die hat es jetzt hinter sich, eines Tages sprang er nicht mehr an.
Aufladen war nicht die Lösung.

Dann hat mein Lover sie ausgebaut, und leider nach dem Ausbau die Klappe der Kofferraumhaube unbedacht geschlossen.
Diese lässt sich ohne Batterie nur mit einem Trick wieder öffnen.

Danach hat er im Rahmen eines Disputs das Haus verlassen (Nein, in dem Disput ging es nicht um die geschlossene Haube…), ist in seinen Porsche gestiegen, seiner fährt ja schließlich noch, und war weg.
Auch eine Art to leave you lover, Porschetroubele inklusive.

So kann man das machen, muss man aber nicht.
Die Engländer haben eine nette Redewendung:
„Adding insult to injury.“
Trifft ganz gut das Gefühl, das ich hatte.

Sein Angebot, zurück zu kommen, um das Auto wieder zu öffnen, habe ich ausgeschlagen.
Wer weiß, was da noch alles schief gegangen wäre.
Es besteht durchaus die Gefahr, beim Öffnen der Haube mit dem Trick, einen Kurzschluss zu verursachen, und tüchtig etwas kaputt zu machen.

Nun kommt gleich der Mechaniker meines Vertrauens mit einer neuen Batterie.
Wenn der schwarze Prinz seine neue Batterie hat, wird er wieder anspringen.
Für den das Auto betreffenden Teil der Trennung gibt es also eine etwas nervige, aber dennoch letztlich leichte Lösung.

Der Rest wird schwieriger…

Der Prügel Prinz

Nein, der schwarze Porsche Prinz prügelt nicht.
Er wird geschlagen…
Auf der im Mai erst wegen Steinschlägen frisch lackierten Kofferraumhaube sind schon wieder viele fiese weiße Macken.
Nach so kurzer Zeit!

Da bekleckert sich unsere Automobilindustrie nicht mit Ruhm.
Wie kann man eine so empfindliche Stelle an einem Sportwagen lackieren, wenn eine Lackierung nur wenige Wochen hält?
Oder hat sich da jemand eine Gelddruckmaschine gebaut?

Mein geschickter Porschebruder hat seinen Schatz ja selbst mit Folie bezogen.
Sowas kann ich nicht.
Selbst die Bücher, die ich damals in der Schule eingebunden habe, sahen aus, wie von einer einarmigen, blinden Irren beklebt.
Mir fehlt für so etwas die Geduld.

Aber der Porsche bietet ein trauriges Bild.
Wie machen andere Fahrer das?
Überall Schweiz-Putz und vorne die Macken?
Ich bin ganz betrübt.

Gerade rollt der Boxster mit dem Dr. vor das Haus.
Als ich herausgehe, sehe ich, dass eines der Biber-Tücher vom Prinzen gerutscht ist.
Sofort wird der Doktor eingespannt, um mir zu helfen, es wieder über ihn zu breiten.
Sein frecher Kommentar: „Deine Porsche-Paranoia wird auch immer schlimmer.“

Pff!