Gemeine Fotos

Müde sitze ich auf der Couch und gähne vor mich hin.
Plötzlich hört mein Handy gar nicht mehr auf, Nachrichten zu melden.
8 Nachrichten vom Porschebruder.
Alles Fotos.

Gemeine, manipulative, Fotos.
Abgebildet ist der GT4.
Die Aufnahmen sind gut gemacht.
Man müsste innerlich tot sein, um nicht intensives Begehren zu entwickeln.

Auf einigen Bildern ist er blau, auf anderen gelb.
„Gelb“ schreibe ich.
„Hammer oder? Klar gelb.“ kommt postwendend.
Wir sind uns einig, klar er ist ja auch mein Bruder im Geiste.

Selbst nach einer Viertelstunde kann ich meinen Blick schwer abwenden.
Meine Atmung geht noch nicht wieder normal.
Wir sind willenlose Opfer der Werbefotografie.
Wer einmal porscheinfiziert ist, ist solchen Bildern wehrlos ausgeliefert…

Ziemlich misogyn…

Mir flattert per whatsapp ein Foto einer Porschewerbung ins Haus.
Zum 50. Jubiläum des 911 hat Porsche eine Postkarte bedruckt.
Vorne ein alter und ein neuer 11er. Darüber folgender Spruch:
„Wovon haben Männer eigentlich vor 1963 geträumt?“

Mein Freund Alex schickt hat sie irgendwo entdeckt und an mich gedacht:
„For u Anne!“
Marius kommentiert nur wenige Minuten später:
„Ziemlich misogyn…“

Und er hat recht.
Noch heute tut Porsche laufend so, als sei die Porschewelt männlich.
Und zwar ausschließlich.
Diese PR-Menschen werden aber auch mit meinem Geld und dem der anderen Porschekäuferinnen bezahlt.

Natürlich ist es nett, zu glauben, Frau sei etwas Besonderes unter den Porschisti.
Das tut jedem Menschen gut. Keiner will gerne ein kleines Licht in der Masse sein.
Wer aber Besonderheit ausschließlich aufgrund seines Geschlechts erlangt, kann sich darauf denkbar wenig einbilden.

Ich will keine Exotin sein, nur weil ich Autos liebe.
Das erinnert mich immer an die braunhäutigen Prostituierten, die in der Eifel auf den Feldwegen auf in abgewrackten Wohnwagen auf Freier warten.
Toll, total exotisch, diese Frauen…

Ebenso wie Autos liebe ich Make-up.
Und als meine Freunde Bastian und Micha das erste Mal mein Haus ansahen, war deren Kommentar zu meinem Schlafzimmer: „Voll das Mädchenzimmer!“.
Weiblichkeit und Autoliebe schließen sich nicht aus.

Könnte das bei Porsche im Marketing vielleicht endlich mal jemand merken?

This post is for you Mari, schön, dass es Männer wie Dich gibt!  :-***