Udo Lindenberg und ich

Mich verbinden mehr Dinge mit Udo Lindenberg als man für möglich halten könnte.
Nicht nur hatte mein Vater seine Musik im Auto,
seine Familie und meine kommen aus derselben Stadt,
er ist mit meiner Lieblingstante in eine Klasse gegangen und wir beide lieben und fahren Porsche.
Sein Turbo ist allerdings flotter unterwegs als mein Auto mit seinen 385 PS.

Er hat seinen ersten gekauft, als auch ich täglich Porsche fuhr,
(genauer gesagt im Porsche in den Kindergarten kutschiert wurde,…) 1973.
Meine Tante, seine Klassenkameradin lebt inzwischen nicht mehr in Deutschland, freut sich aber immer, wenn man ihr von Udo erzählt.
Es hat mich immer amüsiert, dass sie einen ganz ähnlichen Humor hat wie er.
Vielleicht typisch für diese Generation?

Neulich waren wir noch einmal in der Stadt, in der Udos und meine Wurzeln liegen.
Ich bin dort nicht mehr oft und ich glaube, auch er lenkt seinen Zuffenhausener eher in andere Gefilde.
In der Gegend sind die Leute nicht sonderlich autoverliebt, dort fährt man ausgesprochen viel Fahrrad…

 

 

König Rio rutscht ins neue Jahr

Den Elfer sicher in der Garage,
den Körper festlich in schwarz und funkelnd verhüllt, habe ich mich gestern auf den Weg nach Wuppertal zur Sylvesterparty gemacht.
Es war sehr nett und ich habe mich bestens amüsiert.

Irgendwann wunderte sich einer der Mitfeiernden über eine Textzeile in einem Lied, in dem von „König Rio“ die Rede war.
Rio Reiser und „König von Deutschland“ sind Selbstverständlichkeiten für meine Generation.
Die jungen Menschen am Tisch hatten davon noch nie etwas gehört.
Als ich meinen charmanten Tischherren nach seinem Geburtsjahr fragte, habe ich mich kurz alt gefühlt: 1990, das Jahr  in dem ich Abitur gemacht habe…

Heute bin ich bei strahlendem Sonnenschein erwacht und nachdem ich 10 Stunden nicht in Wuppertal war, wurde es auch schon wieder Zeit, zum Neujahrsessen mit den Jungs aufzubrechen.
Natürlich im Porsche.

Leider waren nicht alle auf der Straße so guter Laune.
Als ich versuchte, die Spur zu wechseln, um auf die Autobahn zu kommen, machten die Muffelköppe neben mir die Lücken dicht.
Wären doch alle Probleme im Leben so leicht zu lösen…

Im Porsche kann man mit einem lässigen Gasstoß an der schlechte-Laune-Kolonne vorbeiziehen und sich weiter vorne an der Spitze einfädeln .
Ich glaube dafür hat der liebe Gott die Pferdestärken erfunden.

Mögen wir alle in diesem, noch jungen Jahr keine schwereren Herausforderungen zu bewältigen haben, als solche.
In diesem Sinne: Frohes Neues!

Schmecken grüne Porsches anders?

Uff!
Weihnachten überlebt.
Gestern war ich auf einer sehr schönen Weihnachts-Ausklang-Party bei Freunden.
Immer eine sehr witzige, intelligente Runde, die sich dort zusammenfindet.

Zur Erbauung bin ich mit dem Porsche hingefahren.
Da meine Freunde im Radio arbeiten, sind auf den Parties immer auch viele Medienleute und die Sprache kam auf mein Porsche-Blog.
In diesem Zusammenhang auch auf meine Porschekekse.

Mein Freund Bastian stellte die Hypothese auf, dass grüne Keksporsches anders schmecken, daraufhin konnten sich einige daran erinnern, dass angeblich Gummiebärchen nur unterschiedliche Farben, nicht jedoch Geschmäcker haben sollen.
Wir haben es dann gleich überprüft, ist nicht so.
Forschung im Dienst der Wissenschaft…

Für mich war das Ganze neben einer netten Einladung auch eine große Herausforderung.
Ich arbeite hart daran, meine Porsche-Paranoia in den Griff zu kriegen.
Im Video sind meine Ängste, die ich dabei auszustehen habe, deutlich dokumentiert.
Und auch mein traditionelles Weihnachtsgeschenk, ein Kalender mit wenig bekleideten Sportlern… 🙂

You can´t always get what you want

Nein, bei der Überschrift geht es nicht um Weihnachtsgeschenke.
Und ja, für einen Blog von einer Frau, die sich einen Porsche gekauft hat, ist das eine ungewöhnliche Überschrift.
Wie ist das aber mit Wünschen, die man sich nicht selbst erfüllen kann?
Dinge, nach denen man sich sehnt, die es aber weder zu Weihnachten, noch zu kaufen gibt.
Und ehrlich gesagt, sind das die wirklich wichtigen Dinge im Leben.
Wie geht man damit um, wenn das Schicksal sie einem verweigert, obwohl man glaubt, sie doch so dringend zu brauchen?

Am gesündesten ist es vermutlich, sich damit abzufinden, dass es im Leben nicht immer so läuft, wie man es sich wünscht.
Aber so ein Wunsch ist ja nicht immer ein unrealistisches Phantasie-Produkt, sondern oft ein völlig berechtigtes Bedürfnis.

Und wenn das unerfüllt bleibt, kann man schon an den Rand seiner Fassung kommen und auch darüber hinaus.
Für viele Leute ist Weihnachten eine Zeit, in der ihnen bewusst wird, was sie schmerzlich vermissen, im Leben.

Gestern war ich bei einem Freund, dem es so schlecht ging, dass er über Selbstmord nachdachte.
Als ich wieder von ihm wegfuhr, hatte dieser kindliche, hoffnungsfrohe Teil von mir angenommen, alles, oder zumindest die wichtigen Dinge bei mir, seien gut.

Jetzt aber stellt sich auch mir die Aufgabe, mich damit abzufinden, dass dies wieder einmal eine Zeit in meinem Leben ist, wo ich nicht bekomme, was ich will.
Manchmal erkennt man in der Rückschau, dass so ein Moment doch für irgendetwas gut war.
Nicht immer ist das jedoch der Fall.

Ich werde heute Abend ausprobieren, ob Porschefahren hilft…

 

Frohes Fest!

Letztes Jahr Weihanchten war ich zum ersten Mal in meinem Leben alleine.
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Am 24.12. ging ich in der Eifel spazieren und hatte die Kamera dabei.
Die Bauern dort decken die Silageberge gerne mit Plane ab, die sie dann mit Reifen beschweren.
Damals habe ich diesen ungewönlichen „Adventskranz“ fotografiert, mit meinem Geburtsjahr drauf.

Auch wenn man mit Weihnachten wenig am Hut hat, können diese Tage für alleinstehende Menschen zur Herausforderung werden und ich hatte damals ganz schön Angst davor.
Zum Glück waren die Feiertage dank einer ganzen Reihe netter Einladungen viel schöner als ich es zu träumen gewagt hatte.

Dieses Jahr brachte mir meinen großen Traum, den Porsche.
Und mit ihm kam eine neue Liebe in mein Leben, der Dr.
Als der Dr. und ich ein ganz frisches Paar waren, hat er mir bei einem Porschetreffen im Meilenwerk die Porscheplätzchenformen gekauft.
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Und irgendwie sind dieses Jahr meine Weihnachtsfotos farbiger…
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Ich wünsche ganz besonders den porschelosen Singles, die mein Porsche-Blog lesen fröhliche Weihnachten!
Und allen anderen natürlich auch!

Eigentlich sind wir ganz anders…

Wir waren heute an der Nordschleife.
Der Nürburgring hat noch vier Tage in diesem Jahr drangehängt.
Mein Weihnachtsgeschenk, die Videokamera war dabei.
Wir sind Rallyestrecken in der Eifel mit dem Boxster entlang gebrettert und haben bei den Touristenfahrern zugesehen.
Das Video kommt morgen, wenn wir wieder in der Zivilisation sind.

Sonderlich viel Betrieb war nicht auf der Nordschleife, was allerdings völlig an uns vorbei ging, war die Demonstration gegen den Verkauf.
Hätte ich daran gedacht, dass die heute stattfindet, hätten wir sicher vorbei geschaut.
Nicht, dass ich glaube, dass der Verkauf noch abwendbar wäre…

Es war mit Temperaturen um den Gefrierpunkt und kaltem Wind wenig gemütlich in der Hocheifel.
Dennoch hatten wir beide Spaß.
Wenn man uns im Video zuhört, könnte man glauben, dass wir uns ausschließlich streiten.

Dabei sind wir durchaus ein harmonisches Paar, das reihenweise peinliche Kosenamen füreinander hat.
Aber wenn es um unsere Porsches geht, gibt es immer Wortgefechte.
Wenn er später mal groß ist und einen richtigen Porsche fährt, ist hoffentlich Schluß damit. 😉

Mein wunderschöner Porsche macht mich zu einer bösen Frau

Der rheinische Winter zeigt sich von seiner besten Seite.
Es ist so mild, dass ich den Elfer ohne Winterschlappen fahren kann.
Heute lagen ein paar hundert Kilometer vor mir, keine Kurzstrecke, also ein porschetauglicher Tag!

Wenn ich in den Seitenspiegel sehe, kann ich die prachtvollen Rundungen seiner Hüften sehen und der Motor klang wieder sooo sexy, ich liebe es, diesen Wagen zu fahren!
Wenn nur dieses Porblem nicht immer wieder auftauchen würde.
Schon wieder bin ich road-rage-Opfer geworden.

Also nicht Opfer eines anderen, sondern Opfer meiner eigenen Rage.
Und dabei brauche ich meinen Führerschein!
Mein Leben würde ohne nicht funktionieren.
Aber wenn ich in den Porsche steige, passiert irgendetwas mit mir.

Mir geht einen Sicherung durch und ich vergesse völlig alle Geschwindigkeitsbegrenzungen.
Ich will dann einfach nicht überholt werden.
Vermutlich wäre aus mir in jungen Jahren eine gute Rennfahrerin geworden.

Auf der Autobahn  haben solche Momente der Raserei allerdings nichts zu suchen.
Ich muss mich mehr in den Griff bekommen!
Es ist doch bestimmt gar nicht so schlimm, überholt zu werden.
Vielleicht ist das gar kein schwarzer Prinz, sondern schwarze, böse Magie auf Rädern.

Vielleicht habe ich aber auch zuviel Testosteron, ich werde mal den Dr. bitten, nach Zeichen von Bartwuchs bei mir zu suchen.
Aber immer wenn ich das tue, sagt er die einzigen Haare, die er sehen könne, wären die auf meinen Zähnen…

Der Dr. und ich schmeißen hin!

Der Dr. und ich haben den Plan, unsere Jobs hinzuschmeißen.
Wir werden in Zukunft unser Spritgeld als Internet-Porsche-Gurus verdienen.
Der Plan sieht aus, wie folgt:

Wir drehen unsere berühmten Videos.
Hunderttausende werden unseren Youtube-Kanal abonnieren.
Daraufhin werden Firmen rund ums Automobil uns dafür bezahlen, dass wir Ihre Autos
fahren/Veranstaltungen mit unserer Anwesenheit adeln/ Produkte in die Kamera halten.

Da Sex sells, habe ich schon einen Satz transparenter Oberteile besorgt.
Die werden wir dann immer tragen, bei unseren Produkttests.
Das Auge ißt schließlich mit.
Ich hoffe, dass zumindest meine männlichen Leser an dieser Stelle umgehend zu youtube wechseln und auf „Daumen hoch“ klicken, hahaha!

Noch gehen wir unseren im Studium erlernten Tätigkeiten nach,
bald schon werden wir in Saus und Braus leben und täglich überlegen, welchen unserer vielen Porsches wir heute nehmen.
Gut, unsere Videoaufrufe sind noch etwas mager: 28, 51 und 81 Klicks reichen vermutlich noch nicht aus, um Porsche oder AMG als Sponsoren zu gewinnen 😦

Aber in weniger als drei Monaten geht es am Ring wieder los.
Dann gibt es lauter „follow me around“-Berichte von den Veranstaltungen.
Spätestens dann sind wir die Lieblinge der Szene und kriegen Freikarten zu allen VIP-Bereichen.

Bis es so weit ist, machen wir aber sicherheitshalber noch ein bißchen weiter mit den alten Jobs…

Eine Weihnachtsgeschichte

Josef stand geistesabwesend in der Scheune.
Er war mit seiner jungen, hochschwangeren Frau Maria auf der Jahresabschluss-Ausfahrt seines Porscheclubs gewesen.
Maria hatte mit dem dicken Bauch kaum noch auf dem Beifahrersitz gepasst.
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Josefs ganzer Stolz war sein Carrera RS.
Das Fahrzeug war in absolutem Topzustand.
Seine Porschefreunde beneideten ihn alle um das besondere Stück.
Plötzlich hatten bei Maria die Wehen eingesetzt, und Josef hatte an der Scheune angehalten.
Missmutig fiel sein Blick auf das Kind in der Krippe.

Er knuffte eines der Schafe in der Scheune zur Seite, es war dem Porsche zu nahe gekommen.
Marias Gesichtsausdruck war ganz erfüllt von der Liebe zu dem Neugeborenen vor ihr, wahrscheinlich die Hormone.
Zu seinem Schrecken hörte er sie sagen, dass nun ja wohl ein familientauglicheres Fahrzeug fällig sei.
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Wie war er nur in diesen Schlamassel hineigeraten?
Kurz nach seinem 52. Geburtstag hatte Josef sich von seiner ersten Frau getrennt und sich seinen Porsche gekauft.
Dann hatte er die junge Maria kennengelernt, und nach nur wenigen Wochen war sie auch schon schwanger.

Zum Glück war das Kind wenigstens ein Junge!
Maria streichelte ihm über das kleine Köpfchen und flüsterte: „Ich werde dich Jesus nennen.“
Jesus? Nur über meine Leiche! dachte Josef.
Mein Sohn bekommt einen anständigen Namen, Ferdinand Alexander!

Von der Niederkunft war Maria erschöpft und legte sich ins Stroh, wo sie sofort in einen tiefen Schlaf fiel.
Sie erwachte erst vom satten Geräusch des Porschemotors, als Josef mit Vollgas aus der Scheune zurücksetzte.

Die Krippe neben ihr war leer.
Durch den aufgewirbelten Staub konnte Maria gerade noch erkennen, wie Josef, mit dem rasenden Jesuskind auf dem Beifahrersitz, ins Abendrot brauste.

(Der Begriff „Das rasende Jesuskind“ entstand in meiner Kindheit.
Da hatten meine Mutter und ich schon die Weihnachtspyramide auf den Fotos.
Irgendwie eine Fehlkonstruktion.
Sie drehte sich so schnell, dass wir immer scherzten, dem Jesuskind müsse schlecht werden.
Heute steht die Pyramide beim Dr. und mir auf dem Frühstückstisch.
Und Stefans Ü-Ei-RS stand auch da.
Und dann nahm die Weihnachtsgeschichte ihren Lauf…)

Autoparadies Thüringen

Heute bin ich aufgebrochen nach Thüringen.
Habe mich über immer volle Rheinlandautobahnen gequält, und erst auf der A45 wurde der Verkehr lichter.
Meine Porscheentzugs-Depression wurde dafür schlimmer.

Um mich herum verblüffend viele Porsches. Cayenne, Cayman, ein Elfercab und sehr sehr lange ein Macan.
Der Macanfahrer hatte offenbar Angst, im Nebel den schönen neuen Wagen in Gefahr zu bringen, und fuhr deshalb sehr langsam und vorsichtig.
Auf der linken Spur…

Ich saß hinter ihm fest und hatte Zeit, ihn zu betrachten.
Das war kein Vergnügen.
Irgendwann hinter Gießen war er dann weg und mit ihm das Phänomen Porsche.
Auf der gesamten weiteren Fahrt kein einziger Zuffenhausener mehr.

Dafür wurde aber die Autobahn auf einmal sagenhaft gut.
Modern, dreispurig ausgebaut, obwohl kaum Verkehr war.
Die A4 ist Porschefahrers absoluter Traum.
Die mittlere Spur wenig befahren, die linke frei!
Völlig frei!!!
Sowas gibt es bei uns nicht.

Ich hätte heulen können.
Hätte ich doch den Elfer dabei gehabt!
Dies wär die ideale Strecke gewesen, um einige Vollgastests zu machen.
Wie gut es die Thüringer haben.
Und weit und breit keine Sportwagen.

Wenn ich das nächste Mal komme, muss ich unbedingt eine sichere Parkmöglichkeit organisieren, diese Strecke ist ein Porschetraum!
Und mit der Bahn fahre ich nie wieder.
Vielleicht krieche ich noch zu Kreuze, wenn ich am Freitag auf der Rückfahrt im Stau stecke, aber in meinem Auto führte niemand nervige Telefonate, es war angenehm temperiert, sauber und meine Wunschmusik lief.

Es sieht ganz danach aus, als hätte die Bundesbahn eine langjährige entnervte Kundin verloren…