Otmar Alt und der Porschesitz aus meinem Kinderzimmer

Mein Vater war sehr kunstinteressiert und meine Eltern haben meine Kinderzimmertür als ich klein war mit einem Poster von Otmar Alt dekoriert.
In diesem abstrakten Werk gab es inmitten der bunten Flächen eine schwarze Form, die mich als Kind sehr an einen Porschesitz, von der Seite aus betrachtet, erinnerte.

Das Poster existiert schon seit Jahrzehnten nicht mehr, es war irgendwann ganz schön mitgenommen nach Jahren an der Tür eines wilden kleinen blonden Mädchens.
Aber als ich heute einen Carrera RS von 1979 im Internet betrachtete,
haben mich seine Sitze sofort an meinen Otmar Alt erinnert.
Schwarz und in diesem typischen Profil gebogen.

Ich habe dann im Netz nach Bildern von ihm gesucht, aber das von meiner Kinderzimmertür war nicht dabei.
Weiß jemand, welches ich meine?

 

Eine Weihnachtsgeschichte

Josef stand geistesabwesend in der Scheune.
Er war mit seiner jungen, hochschwangeren Frau Maria auf der Jahresabschluss-Ausfahrt seines Porscheclubs gewesen.
Maria hatte mit dem dicken Bauch kaum noch auf dem Beifahrersitz gepasst.
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Josefs ganzer Stolz war sein Carrera RS.
Das Fahrzeug war in absolutem Topzustand.
Seine Porschefreunde beneideten ihn alle um das besondere Stück.
Plötzlich hatten bei Maria die Wehen eingesetzt, und Josef hatte an der Scheune angehalten.
Missmutig fiel sein Blick auf das Kind in der Krippe.

Er knuffte eines der Schafe in der Scheune zur Seite, es war dem Porsche zu nahe gekommen.
Marias Gesichtsausdruck war ganz erfüllt von der Liebe zu dem Neugeborenen vor ihr, wahrscheinlich die Hormone.
Zu seinem Schrecken hörte er sie sagen, dass nun ja wohl ein familientauglicheres Fahrzeug fällig sei.
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Wie war er nur in diesen Schlamassel hineigeraten?
Kurz nach seinem 52. Geburtstag hatte Josef sich von seiner ersten Frau getrennt und sich seinen Porsche gekauft.
Dann hatte er die junge Maria kennengelernt, und nach nur wenigen Wochen war sie auch schon schwanger.

Zum Glück war das Kind wenigstens ein Junge!
Maria streichelte ihm über das kleine Köpfchen und flüsterte: „Ich werde dich Jesus nennen.“
Jesus? Nur über meine Leiche! dachte Josef.
Mein Sohn bekommt einen anständigen Namen, Ferdinand Alexander!

Von der Niederkunft war Maria erschöpft und legte sich ins Stroh, wo sie sofort in einen tiefen Schlaf fiel.
Sie erwachte erst vom satten Geräusch des Porschemotors, als Josef mit Vollgas aus der Scheune zurücksetzte.

Die Krippe neben ihr war leer.
Durch den aufgewirbelten Staub konnte Maria gerade noch erkennen, wie Josef, mit dem rasenden Jesuskind auf dem Beifahrersitz, ins Abendrot brauste.

(Der Begriff „Das rasende Jesuskind“ entstand in meiner Kindheit.
Da hatten meine Mutter und ich schon die Weihnachtspyramide auf den Fotos.
Irgendwie eine Fehlkonstruktion.
Sie drehte sich so schnell, dass wir immer scherzten, dem Jesuskind müsse schlecht werden.
Heute steht die Pyramide beim Dr. und mir auf dem Frühstückstisch.
Und Stefans Ü-Ei-RS stand auch da.
Und dann nahm die Weihnachtsgeschichte ihren Lauf…)

Der Dr. und die Nacht-Schlampe

Was wünschen sich Porschefahrer?
Einen Turbo? Einen GT3? Einen schönen Urelfer oder einen gut erhaltenen Carrera RS?
Könnte Frau annehmen. Weit gefehlt jedoch.
Davon träumen Porschefahrerinnen.
Die Herren haben ganz andere Dinge im Kopf…

Einen interessanten Einblick in die Gedankenwelt der männlichen Porschefahrer konnte ich heute Morgen erlangen.
Der Dr. war von einer dieser Nachtschichten mit wenig Schlaf und viel Arbeit aus dem Krankenhaus nach hause gekommen.

Bevor ich zur Arbeit musste, blieben uns noch 15 gemeinsame Minuten im Bett.
Ich sagte etwas, und seine müde Antwort war: „Was ist denn eine Nacht-Schlampe?“
Prustend korrigierte ich: „Ich sagte, Du brauchst eine Nachttisch-Lampe.“
Er hatte offenbar gehört, dass ich der Meinung sei, er benötige eine Nacht-Schlampe.

Wunschdenken, Herr Doktor!
Die Tag-Schlampe sitzt mitlerweile am Schreibtisch und wünscht dem müden Boxsterfarer schmutzige Träume! 😉