Mein wunderschöner Porsche macht mich zu einer bösen Frau

Der rheinische Winter zeigt sich von seiner besten Seite.
Es ist so mild, dass ich den Elfer ohne Winterschlappen fahren kann.
Heute lagen ein paar hundert Kilometer vor mir, keine Kurzstrecke, also ein porschetauglicher Tag!

Wenn ich in den Seitenspiegel sehe, kann ich die prachtvollen Rundungen seiner Hüften sehen und der Motor klang wieder sooo sexy, ich liebe es, diesen Wagen zu fahren!
Wenn nur dieses Porblem nicht immer wieder auftauchen würde.
Schon wieder bin ich road-rage-Opfer geworden.

Also nicht Opfer eines anderen, sondern Opfer meiner eigenen Rage.
Und dabei brauche ich meinen Führerschein!
Mein Leben würde ohne nicht funktionieren.
Aber wenn ich in den Porsche steige, passiert irgendetwas mit mir.

Mir geht einen Sicherung durch und ich vergesse völlig alle Geschwindigkeitsbegrenzungen.
Ich will dann einfach nicht überholt werden.
Vermutlich wäre aus mir in jungen Jahren eine gute Rennfahrerin geworden.

Auf der Autobahn  haben solche Momente der Raserei allerdings nichts zu suchen.
Ich muss mich mehr in den Griff bekommen!
Es ist doch bestimmt gar nicht so schlimm, überholt zu werden.
Vielleicht ist das gar kein schwarzer Prinz, sondern schwarze, böse Magie auf Rädern.

Vielleicht habe ich aber auch zuviel Testosteron, ich werde mal den Dr. bitten, nach Zeichen von Bartwuchs bei mir zu suchen.
Aber immer wenn ich das tue, sagt er die einzigen Haare, die er sehen könne, wären die auf meinen Zähnen…

Dienstreise mit der Bahn

Ich bin wieder einmal auf Dienstreise.
Das Spritgeld will verdient sein.
Leider arbeite ich an einem Ort mit extrem wenig Parkplätzen.
Also reise ich mit der S-Bahn an.

Schmutzig, unzuverlässig, komisch riechende Mitfahrer, wenig Komfort… Hölle.
Ein Königreich für die Anreise im Individualverkehr.
Aber zumindest ökologisch kann ich meine Hände in Unschuld waschen.

Neulich habe ich auf einer Dienstreise Porschefreunde besucht.
So unterschiedlich wir Porschebesitzer auch sind, was uns alle verbindet, ist eine mehr oder weniger umfangreiche Sammlung von Autofotos, gerne auch aufgehängt, Motor-Klassik-Kaffeetassen, Autobüchern, Automodellen, Postern, Blechschildern…

Hierbei spielt es übrigens keine Rolle, ob es sich um einen Porschebesitzer oder eine Porschebesitzerin handelt.
Autonarren haben offenbar alle auch Auto-Accessoires.
Neulich habe ich das erste Mal Modelle in 1:8 gesehen.

Und dann gibt es da noch ein echtes Neidobjekt.
Ein Beistelltisch aus einer Felge, mit Glasplatte, von unten beleuchtet.
Der steht bei Ute und Markus und sieht super aus.

In einer Stunde geht es zurück in die S-Bahn.
Während der Arbeit läuft mein Bildschirmschoner mit Porsche-Fotos auf dem Notebook.
Wenn ich in der Ferne müde auf den Bildschirm blicke, guckt er zurück, mein wunderschöner schwarzer Prinz in der Heimat.

NRW ist krank und ich mittendrin

In den Arztpraxen spielen sich eindrucksvolle Szenen ab.
Um 9.10 Uhr heute Morgen war das Wartezimmer schon wegen Überfüllung geschlossen, zwei der drei Ärztinnen weilten im Urlaub.
Ich brauchte zum Glück nur eine Überweisung.

Gut, dass ich nicht den Porsche genommen hatte, die Parklücke in der Stadt war supereng.
Dennoch war ich sehr betrübt, als ich einen 11er hinter mir sah und fragte mich zum 1000. Mal, wie das andere Porschebesitzer machen.
Einfach irgendwo parken?
Motto: „Ich steige jetzt aus, was danach mit dem Porsche passiert, ist mir egal?“
Oder sitzen die die ganze Zeit beim Arzt und schicken Stoßgebete gen Himmel: „Lassesgutgehen, lassesgutgehen“?

Mit der Übrweisung ging es in die Uniklinik.
Unis sind heute viel ruhiger und sauberer als früher.
Auf meinem Weg über das Gelände kam ich im Institut bei meinen Nachfolgern vorbei, süüüüß!
Was sich nicht verändert hat, ist die Parkplatzsituation: wieder nix für den schwarzen Prinzen.

Geschwächt von Viren und Porschemangel hatte ich wenigstens gestern einen kleinen Lichtblick.
Ich hing wie ein Schluck Wasser in der Kurve auf dem Beifahrersitz des Boxsters, als der Dr. mich zur Uniklinik fuhr, wenigstens Beifahren ging…

Es wird Zeit, dass die Grippewelle woanders brandet und ich öfter an Orten mit leeren Parkdecks zu tun habe!
Ich will mehr Spaß, ich will weniger Taschentücher, ich will mehr Porsche!!