Eine Kuh macht muh, viele Kühe machen Mühe

Das ist bei Autos nicht anders.
Beim Porsche war wieder der TÜV fällig, den hat er überstanden und die Reifen halten auch noch diesen Sommer durch.
Aaaaber: Ölverlust aus der Servopumpe.
Mist.

Beim Mercedes war die Kühlung kaputt.
Der Fuhrpark lag den Montag über still, der Porsche ist noch in der Werkstatt, das Alltagspferdchen hat mich heute brav durch die Hitze nach Bonn getragen.
Der Kostenaspekt wird vorerst verdrängt.

Ja, Erste-Welt-Probleme.
Und super fürs Bruttosozialprodukt.
Und ja, ein tolles Beispiel dafür, dass Besitz unfrei macht.

Scheißegal, ich liebe diese Autos und will, dass sie beide wieder intakt bei mir auf dem Hof stehen.
Denn Autos machen auch frei, man kann mit ihnen schließlich abhauen, wenn einem alles zuviel wird.
Und zumindest mich machen die beiden auch so oft glücklich, wie sonst nur die Möpse.

Also: ab in den Melkstand!

On my way in LA

Ich hatte Urlaub.
Acht Tage ohne Termine, paradiesisch!
Leider ohne Porsche.

Im Urlaub war ich kurz beim 24h-Rennen, am Morgen des zweiten Tages.

Reine Fomo-Aktion, hätte ich mir sparen können.

Im Fernsehen sieht man besser, aufs Boxendach dürfen nur noch VIPs.

Krethi und Plethi dürfen durch den Zaun gucken.

Oder sich monetär beim Oligarchen hochschlafen.

24-Stundenrennen heißt die Veranstaltung, weil der Weg vom Ort des Rennens zum Parkplatz einen 24stündigen Fußmarsch erfordert.
Parken und Eintritt teuer, wenig zu sehen, ich bin nach kurzer Zeit genervt wieder gefahren.

Und ich habe mir Wollseifen angesehen, ein ausgesprochen eindrucksvoller Ort.
Bedrückend.


Blick aus der verwüsteten Kirche auf die Kulissen des Häuserkampfes.

Ein Irrsinn, man möchte umgehend Friedenstaubenaufkleber kaufen und Menschenketten machen, damit es nie wieder Krieg gibt.
Dort wurde mir bewusst, was wir Kinder der 70er in Deutschland doch für ein Glück mit dem Zeitpunkt unserer Geburt hatten…

Noch immer darf man die Wege nicht verlassen, es ist eben jahrzehntelang geballert worden. Aber auch auf den Wegen lauert Gefahr…

Das ist vom Wolf. Mindestens.

Mit dem letzten Tag des langen Pfingswochenendes ging der Urlaub zuende.
Das Urlaubsende brachte die Wiedervereinigung mit dem Porsche und bei bestem Helden-zeugen-Wetter habe ich ihn für eine anstehende Fahrt genutzt.
Es war so gut, dass ich mich wieder ganz frisch in ihn verliebte.

Auf der A57 zog auf einmal ein Mercedes schnittig von der rechten Spur links neben mich, auf gleiche Höhe.
Ich wollte cruisen, im Radio dudelte „On my way to LA“ und ich hatte keine Eile.
Gutmütig grinste ich herüber.

Die Beifahrerin strahlte euphorisch zu mir herüber.
Ich kannte die Leute nicht, ein Kennzeichen von irgendwo weiter weg.

Keine Ahnung, was die hatten, vielleicht hatte sie mit dem Fahrer gewettet, dass eine Frau am Steuer sitzt und gewonnen.
Vielleicht auch einen Leserin, die sich freute, die schwarze Schönheit mal im wahren Leben zu sehen.

Wie auch immer.
Im Kombi passiert einer Frau sowas auf jeden Fall nicht.

Ich brauch keinen Porsche

Um mit der Geschwindigkeit des Verkehrs aus Bad Godesberg raus und an Köln vorbei mitzuhalten, täte es auch ein Fahrrad.

Zwei Stunden für 34 Kilometer.
Es hängt mir so zum Hals raus.
Wenn man seit 10 Stunden unterwegs ist, will man nur noch ankommen.
Autofahren in NRW ist das Gegenteil davon.


Auf dem Foto kaum zu sehen, vor dem roten Auto fährt tatsächlich ein DeLorean.
Kleiner Lichtblick kurz vor dem Nervenzusammenbruch.
Vor Freude rufe ich meine Freund Stefan an, und erzähle ihm davon.
Ohne die nette Plauderei mit diesem Fels in der Brandung meines Lebens wäre ich vermutlich rechts ran gefahren und hätte mich vor Wut weinend auf den Seitenstreifen geworfen…

Stayin´alive – was macht der Papst in der Eifel auf einem Trecker?

Urlaub.
Endlich, endlich, endlich Zeit!
Leider sitze ich nicht im Porsche, sondern im Mopstransporter.
Ich fahre zum Spaß durch die Eifel und lasse den lieben Gott einen guten Mann sein.

Kurve durch die Gegend, sehe mich um, das Radio dudelt.
Bis er auf einmal auf einer Landstraße vor mir auftaucht.
Der Papst auf einem Trecker.
„Gott, warum nicht…“, denke ich, „vielleicht hat er auch Ostrferien?“.

„Ach nee, der muss ja urbi et orbi…“.
Ok, bei näherem Hinsehen ist es nicht der Papst.
Von hinten wirkten die massigen Schultern des älteren Bauern nur wie eine Soutane und das auf seinem Kopf ist auch nicht dieses Geistlichen-Hütchen, sondern die unvermeidliche Baseball-Kappe.

Ich fahre weiter.
Zufällig gerate ich auf eine dieser Eifelstraßen, die so breit sind, wie normalerweise eine einzelne sehr schmale Fahrspur.
Leider sind es keine Einbahnstraßen.

Da hilft nur beten, dass der Gegenverkehr einem nur dort begegnet, wo ca. jeden Kilometer eine Ausweichmöglichkeit existiert.
Es ist kurvig und geht steil bergab.
Dennoch darf man 70 fahren, unter der 70 ist ein schlingerndes Auto abgebildet, na super!

„Lass jetzt bloß keinen kommen, lass jetzt bloß keinen kommen!!“ stoßbete ich.
Steil hoch, steil runter, Kurve rechts, steil wieder hoch, Kurve links.
Im Radio singen die Bee Gees: „Ah, ha, ha, ha, stayin‘ alive, stayin‘ alive.“
Ich habe alle Hände voll zu tun beim Fahren und denke: “ Nicht lustig.“

Irgendwann hört die Höllenstrecke auf und ich komme in Ripsdorf wieder auf eine normale Straße.
Puuuuuh!
Weder in den Graben gefahren, noch 900 Meter im Rückwärtsgang.

Andere müssen für so viel Adrenalin im Urlaub Bungee jumpen.
Ich treibe mich einfach nur auf einsamen Straßen herum, dafür aber hinterm Papst und fast and furious.

 

Mein Maserati fährt 210

Hätte man mir als 12 jähriger erzählt, dass ich Markus auf einer Party treffen würde, ich hätte es nicht geglaubt.
So ist das mit den Helden der Jugend, je älter man selber wird, desto eher werden sie zu ganz normalen Menschen.

Der arme Markus hat mir nur die Hand gegeben, weil mein Star-Freund Bastian uns vorgestellt hat, war aber ausgesprochen charmant.
Vor mehr als 20 Jahren habe ich bei der Arbeit mal Extrabreit getroffen, auch Jugend-Ikonen.

Ich weiß nicht woran es liegt, aber die Hits meiner Jugend habe ich so oft gehört, wie ich nie wieder Musikstücke konsumiert habe.
Tatsächlich war ich der Meinung, dass es nichts Geileres gäbe, als wenn die Schule endlich in Flammen aufginge und obwohl es kein Maserati geworden ist, sehen wir ja, wohin Markus Hit geführt hat.

Ich kann da nichts für, wenn ich Geschwindigkeitsbegrenzungen ignoriere.
Das ist Gehirnmanipulation in früher Jugend.
Ich muss das quasi tun.

Tag der Frau – Porschetag

Heute ist internationaler Frauentag.
Am 11. Februar war internationaler Falschparkertag.
(Leider hab ich völlig vergessen, meinen Nachbarn anläßlich dieses Tages etwas TNT ans Zündschloss zu koppeln.)
Am 26. August ist Tag des Toilettenpapiers.

Alles Tage von internationaler Bedeutung.
Die Düsseldorfer haben aus diesem völlig verregneten Mittwoch einen anderen Feiertag gemacht.
Aquaplaning auf die leichte Schulter nehmend, schienen absolut alle Menschen im gesamten Großraum der Landeshauptstadt sich heute Morgen gedacht zu haben: „Heute nehm ich mal den Porsche!“

Recht so!
Das Straßenbild wird dadurch schöner, die Geräuschkulisse ansprechender, das Herz leichter.
Morgen habe ich schon um acht Uhr das erste Meeting beim Kunden, zum Trost nehme ich das erste Mal in diesem Jahr auch wieder den Elfer.

Nochmal Turbo

Der Dr. und ich sind heute sicher von einem Porsche 911 Turbo-Fahrer für völlig bekloppt gehalten worden.
Wir kamen vom Blumenladen und hatten einen Mops im Schlepptau.
Die Sonne schien herrlich und wir waren in unserem Viertel unterwegs.

Ich wollte bei der Post noch Briefmarken kaufen und auf dem Parkplatz der Post stand er.
Ein weißer Porsche.
Im Stillen dachte ich „Ein Turbo“.
Der Dr. sagte: „Da steht ein GTS oder ein Turbo.“

Ich sagte: „Turbo!“ während der den Wagen umrundete und anhand der Lufteinlässe die Diagnose: „Turbo!“ bestätigte.
Erst da bemerkte ich es.
Der Turbo war gar nicht leer!
Der Fahrer hatte die ganze Zeit im Wagen gesessen, während wir ihn umrundeten und über ihn sprachen.

Sehr unangenehm, er muss uns für geistig arme Auto-Nerds gehalten haben.
In der Post habe ich mich nach der Demütigung mit Porschebriefmarken getröstet.
Needless to say hatte dieser Turbo seine Föhn wo er hingehört: irgendwo unsichtbar verbaut…