Porschefahrer-Frühstück

Es könnte eine stilvolle Angelegenheit sein, unser Porschefahrer-Frühstück.
Am antiken Tisch (Familienerbstück) mit eleganter Tischwäsche, passend zur Jahreszeit in Kupfertönen, hat die Dame des Hauses ein Stilleben aus kleinen Äpfeln und Kürbis dekoriert.

Erste Risse bekommt das Bild durch die Wahl der Tassen.
Geschmackvolles Porzellan wäre vorhanden.
Wir greifen stattdessen zu immer gleichen Tassenkombinationen.
er: Arne-Tasse, sie: Nürburgringtasse
alternativ: er: Motor-Klassik-Tasse, sie: Radio Wuppertal-Tasse (hier arbeitet ein Freund des Hauses…)

Zur kompletten Nerd-Veranstaltung wird das Frühstück durch unsere Dialoge:
„Ich glaube, ich habe gerade die hohe Acht gegessen.“
Kauen. „Kann sein Schatz.“ Kauen, Kaffee.‘
Nein, wir nehmen nicht schon am frühen Morgen ganz viel Drogen.

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Ich hatte Brot gebacken (Sauerteig mit Paprika und Oliven).
Weil ich am liebsten Dinge mit einer Form backe, war die Wahl auf meine Nürburgring-Form gefallen.

Und zum Frühstück kam eben der besagte Streckenabschnitt auf den Teller.
Eine gewisse Monothematik ist in unserem Haushalt nicht zu verleugnen…

Wie soll man sich aber auch sonst über den endlosen Winter retten?
Momentan habe ich Mittagspause und würde bei dem sonnigen Wetter so gerne Porsche fahren. Stattdessen kommt bereits die nächste Kundin.
Es sieht immer mehr danach aus, als müsse der schwarze Porsche-Prinz ihn an diesem komischen Batterie-Gerät angeschlossen in seiner Garage verbringen müssen. 😦

Herbst-VLN 12.10.2013

Das vorletzte Rennen der Saison bot wieder großartige Bilder.
Im Karussell überschlug sich ein BMW und rutschte auf dem Dach.
Durch die Krümmung der Straße kam er wieder auf die Räder und fuhr weiter.
Respekt vor dem Fahrer! Eine solche Nervenstärke ist atemberaubend.

Leider gibt es davon keine Fotos, ich war nicht so nervenstark und zu geschockt, um abzudrücken…

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Brandkatastrophe schon auf dem Parkplatz? Nein, die Feuerwehr Aachen macht einen Betriebsausflug zur VLN.
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Standesgemäße Villa am Brünnchen.
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Bei frischen 5 Grad und einem Langstreckenrennen können die Lagerfeuer nicht groß genug sein.
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Ein wunderschöner alter Bus.
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Halbfliegender BMW
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Einer der Wochenspiegel-Porsches
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Funkenflug
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Viele schöne Anblicke…
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Der ist natürlich besonders schön…
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Willi, Du bist in Gedanken dabei, wie Du siehst!
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Heute war ihm wohl nach Kontrastprogramm zu seinem Arbeitsplatz.
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Das war nicht die geplante Fortbewegung für Nico Bastian.
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Für die vorbeikommenden Herren eine extra Attraktion, ein gestrandeter Audi.
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Ein einsamer Grill im Wald. Praktisch, der Rennsport-Fan muss nur noch das Grillgut mitbringen.
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Nach dem Essen: Zähneputzen nicht vergessen!

Nach dem Rennen war ich so durchgefroren, dass ich nur durch einen Berg heißes, scharfes, italienisches Nudelgericht ganz knapp überlebt habe.
Der Winter rückt näher und mit ihm das letzte VLN-Rennen auf der Nordschleife.
Es gibt noch eine ganze Reihe Stellen, an denen ich dieses Jahr zu selten fotografiert habe… 🙂

24h und sechs Tage

Bei meiner Wanderung zur Hohen Acht bin ich auch zum gleichnahmigen Streckenabschnitt der Nordschleife gekommen. Es gab noch einige Erinnerungsstücke an das 24h-Rennen…

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Offenbar waren die Feiernden irgendwann satt.
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Verblüffend, wie gut sich Würstchen und Spaghetti im Wald halten…!
Und falls doch nicht:
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Und danach schnell ab ins Taxi!
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Fähnchen nicht vergessen!!
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Ups! Sieht nicht gut aus mit der Taxe…
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Zum Glück gibt es Mehmet und Nejdet. Die haben mit ihren Kollegen den ganzen Krempel schon zusammengeräumt.
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Ich plaudere mit den beiden netten Eiflern über die Müllberge und sie weisen in dem Zusammenhang darauf hin, dass Rock am Ring ja schon bald losgeht. Was für eine Sisyphos-Arbeit…
Während wir in der warmen Sonne stehen und über Veranstaltungsmüll philosophieren, machen Testfahrer nur wenige Meter von uns entfernt ihren Job.
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Ich mag diese Mischung aus Natur und Autos…

Fluchtwagen

Irgendwann hat mein Porschefreund mal gescherzt, ich würde den Porsche als Fluchtfahrzeug benutzen, um von hier weg, bevorzugt in die Eifel zu kommen.
Er hat völlig recht. Vermutlich ist das auch der Grund, warum ich zwei Wohnsitze habe. Der Gedanke, abhauen zu können, wann immer ich will, behagt mir sehr.

Mich schauderts, wenn ich an meinen Inselkoller nach 1 Woche Sylt denke…
Heute war wieder so ein Tag.
Eigentlich hätten die Sektgläser von gestern Abend noch gespült werden müssen, und auf dem Schreibtisch wartet Arbeit.
Aber ich muss ganz dringend weg.
Klar, ich werde für diesen Ausflug mit Arbeit am Wochenende zahlen müssen, aber der Preis stimmt.

Schnell zur Tanke und dann los.
Ich will fahren. Ich will Porsche. Ich will weg.

Schon unterwegs wird mein Herz leichter. Hohe Acht 001
endlich mal kein Dauerregen und der Himmel ist wunderschön.

Auf dem Weg zu meinem Ziel komme ich an den Wiesen vorbei, die letztes  Wochenende noch voller Zelte vom 24h-Rennen standen.
Arbeiter sammeln Müll zusammen.
Einer hat gerade einen Sombrero in der Hand.
Kopfschüttelnd fahre ich weiter.
Leichte Paranoia überfällt mich, als ich den Porsche recht einsam parke. Hohe Acht 039

Aber unerschüttert breche ich auf.
Ich will auf die Hohe Acht, die höchste Erhebung der Eifel.
Sie ist vulkanischen Ursprungs und der erkaltete Basalt formt eine spektakuläre Landschaft. Hohe Acht 057
Nach einem Kilometer Aufstieg habe ich den Aussichtsturm erreicht.
Niemand ist hier, an diesem Freitagvormittag.
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Oben auf der Plattform überkommt mich heftig die Höhenangst, aber am Fuße des Turms kann ich es gut aushalten.
Ich stehe ganz allein auf dem Dach der Eifel im Sonnenschein und merke, wie ich heil werde.
Der Rest der Menschheit ist weit weg, irgendwo da unten.
Ich setze mich in die Sonne und werde innerlich ruhig und zufrieden.

Ganz von Ferne hört man unten auf der Nordschleife, wie Motoren aggressiv beschleunigt werden.
Nach einer Weile schlägt das Wetter um, aber ich wandere unverdrossen durch den Wald.
Wenn ich an Nadelbäumen vorbei komme riecht es ganz süß und würzig.
Nach vier Stunden gleichförmiger Bewegung habe ich Hunger und bin bester Stimmung.

Der Porsche steht zum Glück noch da, und erleichtert sinke ich ins Leder.
Es geht nach Adenau, zu einem verspäteten Mittagessen.
Die Strecke ist sehr schön und im Radio läuft „I´ve had the time of my life“.
Passt mal wieder.

Ich finde einen Parkplatz und krame nach der Parkscheibe.
Im Porsche habe ich sie noch nie gebraucht.
Und natürlich ist auch keine drin.
Als ich gerade resigniert aussteige, kommen drei Engländer an mir vorbei.
Einer kommentiert mein Auto: „Beauuuuuuuuuuuutiful!“
Stolz grinse ich: „Thanks.“

Ja, mein Fluchtwagen ist eine absolute Schönheit.