Heute will ich!

Heute will ich lieber ein Mann sein!

Mein Haus hat zwei Garagen.
In einer steht mein Porsche, die Einfahrt zur anderen war etwas eng, und deshalb habe ich sie zuwachsen lassen.

Nun hatte ich gedacht, wäre es eine gute Idee,
die Einfahrt zur zweiten Garage frei zu machen, damit des Dr. Boxster im Winter dort parken kann.
So ein Stoffverdeck wird ja nicht besser, wenn es im Winter draußen steht.
Also musste ein Lebensbaum sein Leben lassen.

Kaum war das Ding gefällt, und musste zerkleinert werden,
fiel dem Dr. ein, dass er keinen Wert auf die Garage lege, er könne den Boxster auch in der Tiefgarage bei seinen Eltern parken und überhaupt, nö…!
Der Lebensbaum liegt nun gefällt in meiner Zweitgarage.
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Als er noch aufrecht stand, wirkte er gar nicht so groß, jetzt ist er riesig.

Also leihe ich mir eine Kettensäge von den Nachbarn und fange an, ihn zu zerkleinern.
Ich hatte noch nie viel Kraft in den Armen und war angenehm überrascht, dass ich die Säge überhaupt hochheben konnte.
Leider ging es nicht so positiv weiter, die Sägerei geht mir nicht leicht von der Hand.

Trotz Motor muss man beim Sägen irgendwie tüchtig drücken, sonst tut sich nämlich gar nix.
Ich werde immer müder, das Sägen wird immer gefährlicher.
Nach nur einem lächerlichen Ast kann ich nicht mehr.

Der Dr. hat sich erst mit einem Buch auf die Couch und später ins Bett verzogen.
Er möchte vor dem Dienst noch etwas ausruhen.
Ich habe angesichts der grünen Bescherung in meiner Garage nur einen Wunsch:
Ich möchte ein Mann sein.
Ein starker Mann, mit ganz viel Kraft in den Armen, für den es überhaupt kein Problem ist, eine Garage frei zu machen.
Auch, wenn sie im Endeffekt dann doch keiner will…

Look poor think rich

Mein Freund Bastian und ich laufen durch Wuppertal. Vohwinkel. Kein wohlhabender Stadtteil.
Überrascht sehe ich einen schicken Porsche in einer Seitenstraße parken.
Kurz darauf die Erklärung: er parkt unter einem Praxisschild.

Name des Arztes und Buchstaben auf dem Nummernschild stimmen überein.
Mensch, denke ich, es gibt Berufsgruppen, die ihren Porsche ganz offen fahren.

Ich hingegen überlege mir immer recht genau, zu welchen Terminen ich welches Auto nehme.
Nicht zuletzt auch deshalb, weil ich diese: „Sie fahren einen Porsche? Müssen Sie aber gut verdienen!“ Sprüche nicht mehr hören kann.

Es geht die Leute überhaupt nichts an, ob gut ich verdiene, und ob ich den Porsche von meinem Verdienst bezahlt habe, oder nicht.

Mit solchen Gedanken scheint der wuppertaler Arzt sich nicht zu plagen.
Gönnt man es Ärzten mehr?
Bin ich alleine mit solchen Effekten?
Sagt man das eher zu einer Frau, als zu einem Mann?

Manchmal komme ich mir schon vor, wie der Chef der Treberhilfe…

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