Porsche im Radio

Ein kleiner Star ist mein Porsche im Alltag ja öfter.
In meinem Herzen immer.
Im Internet ist er blogbedingt zumindest theoretisch weltbekannt.
Und jetzt fährt er auch noch durchs Radio.

Wir sind Teil einer Sendung.
Man kann seinen schönen Motor hören.
Und mich, wie ich böse Dinge sage.

Peinlich, meine Porscheparanoia ist nicht unentdeckt geblieben.
Der Tag der Aufnahme war sehr heiß und die schöne Radio-Frau war in einer kurzen Hose zur Fahrt erschienen.
Bodylotion, Parfum, Schweiß, mein Leder…!!

Erst als ich ein Tuch über den Sitz gebreitet hatte, konnte es los gehen.
Das hat sie der Nation dann im Beitrag leider auch gleich erzählt.
Schluck.

Ach, egal.
Es hat Spaß gemacht und meine Mutter hat oft gesagt, ich sei schon immer ein Nonkonformist gewesen…
Wir hören uns!

 

Porsche killt keine Kuh

Beim Kunden ist besetzt.
Um die Wartezeit neben dem Telefon zu überbrücken, hole ich den Christophorus aus seiner Plastikhülle, und beginne zu lesen.

Im Artikel „Edel, edler, exclusive“ heißt es auf Seite 10: „In einem 911 mit Volllederausstattung stecken vier bis fünf komplette Kuhhäute, jede jeweils ungefähr vier Quadratmeter groß. Übrigens allesamt von Schlachtvieh für die Fleischproduktion – keine Kuh stirbt für einen Ledersitz.“

Ui, das freut mich aber!
Natürlich wäre eine Welt ohne Schlachtvieh und dann mit anderen Sitzbezügen wünschenswert.
Die Porsches, in denen ich als Kind mitfuhr, hatten auch Textilbezüge, was Papas und meinen Fahrspaß aber nicht gemindert hat.

Warum schreiben die das wohl?
Kriegt Porsche dauernd Anfragen von veganen Porschefahrern?
Unter jungen Menschen ist Veganismus ja sehr beliebt, die sind dann aber eher im Alter für Studententickets und Straßenbahn…

Unter den älteren Jahrgängen, die vermutlich den Großteil der Porscheeigner ausmachen, scheint mir der vegane Lebensstil unterrepräsentiert.
Oder weiß das Porsche-Marketing, dass sowas sympathisch macht?

Ist das nur mir sympathisch, geht es nicht den meisten Fleischesser-Fahrern am Popometer vorbei, wieviele Kühe durch einen Porschekauf dem eigene Karma einen wirtschaftlichen Totalschaden verleihen?

Vegane Porschefahrer vor!
Unter allen, die sich per Kommentar zu erkennen geben, verlose ich ein 1A Tofupaket von Tofu-Town in der Eifel!

Jahrestag, Boxstertag

Heute vor drei Jahren hat der Dr. den Boxster bekommen.
Und heute vor zwei Jahren hat er mich das erste Mal geküsst.

Da ich auf Dienstreise bin, hat er mich heute nach der Arbeit besucht.
Wie damals.
Wir waren noch kein Paar, als er mich das erste Mal abends hier besucht hat.
Es war im Frühjahr und nach einem anstrengenden Arbeitstag hat er eine Boxstertour mit mir gemacht.

Das ist eine meiner schönsten Erinnerungen.
Der Abend war wunderbar.
Und der Dr. so ritterlich.
Auch heute konnten wir offen fahren.

Aber wir haben auf dem Weg zum Abendessen noch im Tierladen für den Kater eingekauft und nach Körbchen für die Hunde geschaut.
Dann waren wir am Wasser spazieren und er hat mich zum Essen eingeladen.
Als wir uns auf dem Parkplatz verabschiedeten sagte ich: „Jetzt gehen wir in unser drittes Jahr.“
Und er antwortete: „Und wir haben zwei Möpse bekommen.“

Bin ich froh, dass er sich damals vor drei Jahren für den Boxster entschieden hat.
Wir hätten uns sonst, obwohl wir acht Jahre nicht weit auseinander wohnten, nie kennengelernt.

Unser Glücksboxster.

 

Ex und hopp

Ich verstehe die Männer nicht.
Gut, dass ist an sich jetzt nichts Neues.
Viele Frauen verstehe ich auch nicht, aber hier soll es um Männer gehen.
Es sind nämlich ausschließlich Männer von denen ich den folgenden Satz lese.

„Der Porsche ist verkauft.“
Auf meine bestürzte Reaktion kommt die Begründung:
„Ich habe einen guten Preis dafür bekommen.“
Teilweise gefolgt von „Der nächste ist schon bestellt.“

Jungs, Ihr kommt mir vor wie Boris Becker.
Der ersetzt auch eine gut pigmentierte Dame mit der nächsten.
Oder Schröder, bei dem waren die Damen blond.
ES WAR EUER ERSTER PORSCHE!!

Den gibt man doch nicht mit leichter Hand weg.
Oder habt Ihr heimlich geweint und gebt das nur nicht zu?

Der Dr. und ich, beide noch im Vollbesitz unserer Ursprungsporsches, planen hingegen einen ausgeprochen romantischen Ausflug.
Der Hundesitter ist gebucht, wir fahren zum 24h-Rennen.
Und zwar zusammen!

Das ging, seit wir Moses im letzten Jahr bekamen, nicht mehr.
Man kann ja nicht mit einem Welpen zu einer Motorsportveranstaltung.
Nun werden wir, wie damals vor zwei Jahren, als wir nur Porschkumpels waren, gemeinsam auf der Tribüne sitzen.

Glühende Bremsscheiben wir kommen!

Mein erster TÜV

Ich bin bescheuert, ich weiß.
Aber er ist nun mal mein Schatz und ich kann ja auch nichts dafür, dass ich so fühle.
Wenn es um den Porsche geht, bin ich Memme.

Das PZ hatte mich angeschrieben, dass der TÜV fällig ist.
Ohne diesen Brief hätte ich es tatsächlich verpennt.
Ich habe hin und her überlegt.
Bis nach Dortmund ins PZ zu fahren ist unwirtschaftlich.

Warum den Düsseldorfern das Geld in den Rachen schieben, wenn die es noch nicht mal schaffen, mir ein Auto oder auch nur Winterreifen zu verkaufen?
Der Mercedes geht immer mit allen Dingen in die Nachbarschaft zu einer kleinen Werkstatt.
Der Chef dort ist selbst Porschefahrer, warum also nicht die schwarze Schönheit dorthin bringen, zum TÜV?

Den Mercedes stelle ich einfach immer auf den Hof und werde dann angerufen, wenn er fertig ist.
Beim Porsche ist das anders.
Ich bin aufgeregt und achte peinlichst darauf, dass das empfindliche Leder nicht anschmuddelt, die Herren sind halt immer so schwarz…

Der Werkstattchef gebraucht die Formulierung „verkommen lassen“ im Zusammenhang mit meinen Felgen, unrecht hat er leider nicht.
Samstag hatte ich das machen wollen, aber die Arbeit war vorgegangen.
Und er selbst ist wirklich so ein Superordentlicher…

Wie ein aufgeregtes Mutter-Huhn renne ich um den Elfer rum,
zum Glück mag man mich dort und lässt alles gutmütig geschehen.

Als er auf diese Rollen gefahren wird, fühle ich die Sorge in mir aufsteigen.
„Du bist bekloppt“, denke ich.
Das kann das Auto nun wirklich aushalten.
Wenn ich an die Belastungen auf der Nordschleife denke, die Elfer ja nun auch überstehen, ist das hier kalter Kaffee.

Von unten sieht er gut aus, ich nutze solche Gelegenheiten immer gerne, um ihn mal von unten anzusehen.
Proifil haben die Reifen auch genügend.
Alles gut, TÜV bestanden.

Der Dr. guckt zuhause prüfend, als ich blass vor ihm stehe.
„Alles ok?“
„Ja, das war aufregend…“

Werden alle rückfällig?

Ab und zu kommt es vor.
Ein Mann (bisher waren es nur Männer) schockiert mich mit der Aussage:
„Ich habe den Porsche verkauft. Ich brauch das irgendwie nicht mehr.“
Schluck!

Ich persönlich fahre meinen Porsche zwar auch zu selten, aber ich „brauche“ ihn immer noch.

Heute plaudere ich mit einem dieser Herren über 4- und 6- Zylinder in den C-Klassen von Mercedes.
Und was hören meine erfreuten Ohren?
„Ich hab mir einen GT4 bestellt. Scheißegal, ich arbeite so viel…“
Eindeutiger Rückfall würde ich sagen. 😉

Wohin mit dem gelesenen Christophorus?

Heute habe ich das Beste getan, was man überhaupt mit einem gelesenen Christophorus tun kann.

Als ich den ersten bekam, war ich ganz heiß auf ihn.
Noch immer lese ich den Christophorus gerne und habe noch keinen weggeworfen.
Irgendwie erscheinen sie mir zu wertvoll fürs Altpapier.
Ist das Unsinn?

Sie liegen also herum.
Der Dr. und ich haben mit den Hunde in den letzten Tagen Menschen besucht, die in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderungen leben.
Und einen Christophorus hatte ich dabei.

Ich habe die Mitarbeiter gefragt, ob es wohl jemanden gibt, der sich für Autos interessiert.
Die Dame aus der Hauswirtschaft antwortete mit einem Lächeln: „Den gibt es! Dieser Herr hat heute toll in der Küche geholfen und sich wirklich eine Belohnung verdient!“
Meine Zeitung wanderte also von mir zu dem strahlenden Herren.

Sofort blätterte er glücklich drauflos.
Wow, dachte ich.
Für mich ist es gefühlt letztlich nur „edles Altpapier“ und hier gibt es jemanden, der sich wirklich darüber freut.

Leute, teilt Euer Glück, es verdoppelt sich wirklich.
Im Alltagsstress vergißt man so leicht, wie priveligiert man ist.
Ich bin glücklich, gemeinsam mit dem Dr. und den Möpsen erleben zu dürfen, wie schön es ist, wenn man Dinge teilt.
Egal ob die Freude am Hund oder an Autothemen.

Klingt das kitschig?
Egal.
Ist so.

Boxster-Probleme

Der Tag begann kalt, mit einem spektakulären Sonnenaufgang über dem Fluß.Sonne
Noch vor dem Frühstück waren der Dr. und ich mit dem Hund draußen.
Danach habe ich mich verkleidet und wir haben uns erst in den Boxster und dann ins Straßenkarnevalgetümmel gestürzt.
Ich war Erdbeere, der Dr. Muffel-Karnevalsverweigerer.

Kanibale
Als Erdbeere ist Frau hier sicher, dieser Mann ißt nur Menschen.
Duschekö
Immer gepflegt diese Düsseldorfer, ein aufwändiges Dusch-Kostüm auf der Kö.
Arzt
Das ist nicht der echte Dr.!

Jetzt sind wir wieder zuhause.
Der Dr. ist draußen, es gibt ein Problem mit dem Boxster.
Den Winter über stand der Wagen nicht trocken genug.
Nun ist der Innenraum feucht.

In der warmen Sonne hat man Aquariumsgefühle.
Das Kondenswasser macht alle Scheiben undurchsichtig und der Innenraum hat ein Geruchsproblem.
Leider riecht der Boxster nicht nach Erdbeere… Erbrochenes trifft es schon eher.

Leider ziemlich genau.
Trotz intensiver Fahndung ist es dem Dr. nicht gelungen, die Geruchsquelle ausfindig zu machen.
Und nein, keiner von uns war karnevalstechnisch so betrunken, dass er sich in den Porsche übergeben musste.

Wenn jemand eine gute Idee hat, wie man Boxsters flott trocken und wohlriechend bekommt, freue ich mich über einen Kommentar!
Und nein Jim, anzünden kommt nicht in Frage…

Porsche-Licht

Es ist dieses Licht.
Goldene Abendsonne, ein Licht, bei dem man Porschefahren muss.
Der Dr. arbeitet, und ich muss nirgendwo hin.

Kein Problem, ich werde ihn als Alibi benutzen, und eine Porschetour zum Krankenhaus machen.
Vorher will der Carrera noch Benzin.
An der Tankstelle treffen sich die Gleichgesinnten.

Ein Elfercab wird gerade betankt und neben mir steht ein schwarzes, schweres Motorrad mit Rüssel im Tank.
Die beiden Herren und ich tauschen ein kleines wissendes Grinsen, auch sie haben das Licht gesehen.

Kaum schiebe ich meinen breiten schwarzen Arsch auf die Autobahn, sind sie auch schon da.
Aufgeregte Männer in BMWs.
Sie wollen zeigen, wie schnell sie die Auffahrt nehmen können.

Macht mal, denke ich und drehe Mark Knopfler lauter, während ich mich wohlig in den Sitz lehne.
Die Zeiten, in denen ich glaubte, jemandem etwas beweisen zu müssen sind schon länger vorbei.

Im Krankenhaus schicke ich eine Schwester den Dr. holen.
Er ist freudig-überrascht mich zu sehen, aber hat Patienten.
Ein schneller, süßer Kuss auf dem Krankenhausflur, mehr ist nicht drin.
Nicht schlimm, draußen wartet der Elfer darauf die Fahrt fortzusetzen.

Gott, dieses Auto macht so glücklich.
Die Sonne ist untergegangen, die Straßen werden leerer.
„God knows what I could do with you…“

Absturzgefahr!

Mittwochnachmittag.
Der Dr. ist zu einem seiner Endlosdienste aufgebrochen.
Eine eitlere Frau hätte vielleicht aus dem blonden Lockenchaos eine nette Frisur gemacht.
Eine bessere Hausfrau hätte mit Sicherheit die Küche aufgeräumt.
Aber die Sonne scheint, es sind 8 Grad, wir haben Porschewetter!

Strubbelig verfrachgte ich den Mops in den Elfer und mich hinters Steuer.
Das Styling verschiebe ich, heute Abend gehe ich mit einer Freundin tanzen und die Küche wird verdrängt.

Es geht ins Bergische Land, Freitag habe ich da einen Termin und ich will mir die Strecke ansehen.
Der Mops schnauft, durch die Winterpause ist er das bissige Sportwagengefühl nicht mehr gewohnt.

Das Radio dudelt, die Sonne scheint, ich fahre.
Absturz
Dieses Schild übersehe ich auf dem Hinweg.

Och, denke ich, was für eine schöne Strecke!
Eine schmale Straße, viele Kurven, steile Anstiege.
Einen kurzen Moment überlege ich, dass man hier geile Porsche-in-Landschaft-Fotos machen könnte.

Weiter geht es durch die Berge.
Dann höre ich meine eigenen Stimme „Ach du Scheiße!“ sagen.
Mir wird klar, dass dies keine Einbahnstraße ist.
Wenn mir jetzt jemand entgegen kommt, wird einer von uns eine weite Strecke zurücksetzen müssen.

Eine sehr weite Strecke.
Weit und eng und kurvig und bergig und rückwärts.
Ich halte den Atem an und sende Stoßgebete gen Himmel.
Jeder weiß, dass Atemanhalten das Auto schmaler macht…

Es geht auf einer winzig schmalen Brücke über die A3, weit und breit keine Möglichkeit zum Wenden oder Abbiegen.
Diese road to nowhere geht weiter und weiter.
Ins Nichts.

Jetzt schnauft nicht mehr der Mops, sondern ich.
Warum gibt es solche Straßen?
Warum warnt einen denn niemand??
Hiiiiiiilfe!!
Nach gefühlten sieben Stunden komme ich an einen Reitstall.

Um mich herum sehr viele junge, minifahrende Damen in Reithosen.
Hier hat so ziemlich jeder Bauer auf Pferdewirt umgesattelt, damit die höheren Düsseldorfer Töchter ihre Zossen stadtnah parken können.
Ich wende die schwarze Schönheit und schaffe es tatsächlich heil zurück in die Zivilisation.

Erst als ich die sichere Autobahn wieder erreiche und der Carrera sein sonores Organ erhebt, sinkt mein Puls langsam wieder.
Gott, war das gefährlich…