Was schenken sich Porschefahrer zu Weihnachten?

Der Dr. und ich haben uns zu Weihnachten gemeinsam etwas geschenkt.
Er hat Allrad, ist geländetauglich, Farbe beige.
Ein Gebrauchter.
Riecht nicht so gut wie mein Elfer, hat auch weniger PS.

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Wir haben ihn sehr vernachlässigt übernommen und hoffen, ihm und uns noch viele gute gemeinsame Jahre geben zu können.

Gerade hat er seine erste Porschefahrt im Boxster gehabt.
Der Dr. war mit ihm zur Kontrolle beim Tierarzt.
Ich war ganz überrascht, als ich sah, dass er den Porsche genommen hatte.
Aber die beiden sahen unglaublich gut aus, als sie vor dem Haus ausstiegen.

Der Dr. hatte seine Nürburgringjacke an und Metscho (Bulgarisch: Bärchen) trug Pelz.

Hermine, eine Frau mit Autogeschmack

Hermine hat Geschmack.
In der C-Klasse fährt sie brav mit, im Boxster hält sie still und auch im Elfer sitzt sie, als wäre sie fürs Porschefahren geboren.
Aber in des Drs. fiesen Seat, da weint sie.

Ich kann das gut verstehen, würde man mich in das Ding sperren und Menschen würden mich dabei sehen, wie ich aus so einem Auto aussteige, ich würde auch weinen!

Vermutlich fährt sie nicht gern untermotorisiert.
Vollkommen verständlich.
Und auch eine Minimalästhetik ist für sie unverzichtbar.
Dieser Ich-wär-so-gern-kein-Kleinwagen hat überall auf Sportwagen gemachte Plastikteile dran.
Ärmlich.

Man sitzt so hoch darin, dass einem schlecht wird, in den Kurven, und er riecht komisch.
Ich ahne, woran das liegt, aber das würde an dieser Stelle zu weit führen…

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Das ist sie, rechts im Bild. (Links ist Moses)

Verhalte ich mich ähnlich wie Hermine, wirft mir der Dr. Snobismus vor.
Ich hingegen bin der Meinung, wir sind Frauen mit Stil.
Wer als Dame auf sich hält, stiegt nicht einfach überall ein! 😉

Absturzgefahr!

Mittwochnachmittag.
Der Dr. ist zu einem seiner Endlosdienste aufgebrochen.
Eine eitlere Frau hätte vielleicht aus dem blonden Lockenchaos eine nette Frisur gemacht.
Eine bessere Hausfrau hätte mit Sicherheit die Küche aufgeräumt.
Aber die Sonne scheint, es sind 8 Grad, wir haben Porschewetter!

Strubbelig verfrachgte ich den Mops in den Elfer und mich hinters Steuer.
Das Styling verschiebe ich, heute Abend gehe ich mit einer Freundin tanzen und die Küche wird verdrängt.

Es geht ins Bergische Land, Freitag habe ich da einen Termin und ich will mir die Strecke ansehen.
Der Mops schnauft, durch die Winterpause ist er das bissige Sportwagengefühl nicht mehr gewohnt.

Das Radio dudelt, die Sonne scheint, ich fahre.
Absturz
Dieses Schild übersehe ich auf dem Hinweg.

Och, denke ich, was für eine schöne Strecke!
Eine schmale Straße, viele Kurven, steile Anstiege.
Einen kurzen Moment überlege ich, dass man hier geile Porsche-in-Landschaft-Fotos machen könnte.

Weiter geht es durch die Berge.
Dann höre ich meine eigenen Stimme „Ach du Scheiße!“ sagen.
Mir wird klar, dass dies keine Einbahnstraße ist.
Wenn mir jetzt jemand entgegen kommt, wird einer von uns eine weite Strecke zurücksetzen müssen.

Eine sehr weite Strecke.
Weit und eng und kurvig und bergig und rückwärts.
Ich halte den Atem an und sende Stoßgebete gen Himmel.
Jeder weiß, dass Atemanhalten das Auto schmaler macht…

Es geht auf einer winzig schmalen Brücke über die A3, weit und breit keine Möglichkeit zum Wenden oder Abbiegen.
Diese road to nowhere geht weiter und weiter.
Ins Nichts.

Jetzt schnauft nicht mehr der Mops, sondern ich.
Warum gibt es solche Straßen?
Warum warnt einen denn niemand??
Hiiiiiiilfe!!
Nach gefühlten sieben Stunden komme ich an einen Reitstall.

Um mich herum sehr viele junge, minifahrende Damen in Reithosen.
Hier hat so ziemlich jeder Bauer auf Pferdewirt umgesattelt, damit die höheren Düsseldorfer Töchter ihre Zossen stadtnah parken können.
Ich wende die schwarze Schönheit und schaffe es tatsächlich heil zurück in die Zivilisation.

Erst als ich die sichere Autobahn wieder erreiche und der Carrera sein sonores Organ erhebt, sinkt mein Puls langsam wieder.
Gott, war das gefährlich…