Ganz so einfach ist es dann doch nicht…

Gestern sprach ich noch einmal mit meinem Werkstattchef.
Das ist der Mann, der seinen Porsche verkaufen wollte.
Wir sprechen über Räder und sein Blick schweift in die Ferne.

Er überrascht mich: „Ich hab überlegt, ob ich ihn nicht doch behalten soll…“

Mein Weltbild macht wieder Sinn.
Klar, ich hatte angenommen, dass man in seiner Entwicklung auf dem Weg zur Weisheit vielleicht doch das Stadium der Porschebedürftigkeit hinter sich lässt.

Auf der anderen Seite konnte ich es mir nicht vorstellen, dass man sich so leicht von Lebensträumen lösen kann.
Und offenbar ist es ganz so einfach dann doch nicht, seinen Porsche zu verkaufen.

Aber irgendwie finde ich es ganz passend.
Große Schritte im Leben dürfen ruhig etwas schwerer sein.
Das verleiht unserer Existenz Tiefe.

Ich hoffe, er findet sein Glück auf vielen schönen Touren.
Im Carrera oder auf seinem Bike.

Wie peeeeeinlich… Blamage an der Lieblingstanke

Weil der Dr. müde war, hatte ich angeboten, nach dem Essen zu fahren.
Er nahm an, und ich pilotierte uns durch die Eifel.
Kurz vor Barweiler werfe ich einen Blick auf die Tankanzeige und sehe, dass es kanpp wird, mit dem Sprit für die Heimfahrt.

Er stimmt zu und ich steuere meine Lieblingstanke an.
In der Eifel gibt es nicht so viele Tankstellen.
Noch dazu, ist der Sprit hier häufig sogar billiger als in der Stadt.

Als ich den Boxster auf das Gelände der Tankstelle fahre, weist der Dr. mich auf die richtige Zapfsäule hin.
Vor mir wird gerade ein 11-er betankt.
Hier in Ringnähe tanken immer viele schöne Autos und eigentlich tanke ich hier gerne.

Man mag mir leiden auf hohem Niveau vorwerfen, oder mangelnde Souveränität, oder andere schlimme Dinge, aber ich habe mich geschämt.
„Oh Mann, jetzt denken alle, dass das mein Mädchenporsche ist!“ jammere ich.
Am liebsten würde ich dem 11-er-Fahrer zurufen, „Das ist nicht mein Boxster. Ich fahre nur einen müden Mann. Ich habe auch einen richtigen Porsche“

Das hätte dann dafür gesorgt, dass mich alle Umstehenden für völlig bekloppt gehalten hätten, also verkneife ich mir das.
Stattdessen sitze ich im Auto, während der Carrera betankt wird und schüttele verzweifelt meinen Kopf „Wie peinlich, wie peinlich…!“
Den Dr. ficht das nicht an.

Er beleidigt postewendend meinen Mercedes und erklärt, ich könne froh sein, so einen tollen Boxster überhaupt fahren zu dürfen.
Ich hingegen plane in Gedanken wieder meinen Aufkleber, über den ich schon im Sommer nachgedacht hatte…

Schmuck für jeden Konferenzraum?

Gestern nach der Arbeit habe ich mich mit meinem Freund Bastian in Wuppertal zum Burgeressen verabredet.
(Nur um allen „Seit wann ißt Du Fleisch?“-Fragen vorzubeugen, in meinem Lieblingsburgerladen gibt es hervorragende Veggi-Burger, ich empfehle den „Wolpertinger“!)

Obwohl Bastian sich nicht die Bohne für Autos interessiert,
haben wir über Autos gepaludert und über meinen Rauswurf aus dem Forum.
Auto und Anne, scheint bei ihm in einer Assoziationskette abgespeichert zu sein.
Heute Morgen schickte er mir den Link zu einem Spiegelartikel über Möbel aus Porscheteilen.

Man kann für viel Geld einen absurd zusammengestoppelten Sessel kaufen.
Oben sieht er aus wie ein Elfer-Sitz, unten ist ein Schreibtisch-Sessel Fuß dran.
Gesamteindruck: lächerlich.
Leider mißraten, weiter Autos designen. Setzen, 5!

Es gibt auch noch ein Bücherregal aus einem GT3-Flügel, mit Bremsscheiben-Buchstütze.
Schon netter.
Bei den Preisen allerdings erst denkbar für des Dr. und mein Porschezimmer, wenn wir so gar keine anderen Dinge mehr brauchen im Leben.

Weder er noch ich müssen in nächster Zeit einen Konferenzraum ausstatten,
von daher kommen wir nicht in Verlegenheit,
11-er Sitze auf Sesselfüßen kaufen zu müssen.
Wenn er gleich aus dem Krankenhaus kommt,
gucken wir stattdessen mal nach einem Bett.

Klare Marktlücke:
Das Ehebett im Carrera-Look.
Sollte Porsche mich als Bettendesignerin engagieren wollen,
ich stehe gerne zur Verfügung 😉

Der Porsche und die Liebe

Porsche statt Mann?
Das „No man, no cry-Konzept“ ist zweifellos interessant.
Stößt jedoch schnell an seine Grenze.
Für einen Lebenspartner ist der Carrera dann doch etwas zu schweigsam und er fährt zwar, wohin ich will, aber irgendwie passt er so schlecht neben mich auf die Couch, wenn mir nach Kuscheln ist.

Auf der anderen Seite ist er ausgesprochen sexy,
gut gebaut und ihn flott zu fahren ist durchaus ein sinnliches Vergnügen.

Aber ich habe einen Hang zum Luxus.
Warum Porsche oder Mann, wenn das Leben einem vielleicht sogar beides gibt?
Muss es der solvente Turbo-Fahrer sein, von dem die Forumsherren mir angedichtet haben, ich würde ihn suchen?

Nein.
Ich bin schon froh, wenn er frei von finanziellen Notständen ist und keinen fiesen Panamera oder Cayenne fährt… 😉
Wichtiger als Knete und Karre sind mir tatsächlich andere Dinge bei der Partnerwahl.

Und wie das Leben so spielt, wurde ein Mann in letzter Zeit zunehmend unverzichtbarer.
Fährt er Porsche?
Ja und das ist ein großes Glück, denn so haben wir uns kennen gelernt.

Bricht jetzt irgendwo in der Welt das Herz eines solventen Turbo-Fahrers, der heimlich in mich verliebt ist?
Vermutlich ebenso wenig, wie der Porsche jemals mein Partnerersatz war.

Und wenn doch…?
Manchmal, wenn mein eigener Porschefahrer mich unglücklich macht, träume ich von ihm.
Dem perfekten Mann.
Der sagt natürlich IMMER genau das Richtige.

Aber das hier ist ein Porsche-Blog und kein Märchen.
Hier stehen die Prinzen in der Garage und die menschlichen Männer liegen mit auf der Couch.

68-er Fahrgemeinschaft

Nach einem kurzen Intermezzo im Alltag geht es heute zurück in die Eifel.
Ich habe noch eine Woche Ferien.
Während der 11er seinen Weg über die Autobahn fast von allein findet, fühle ich mich etwas beklommen.

Die Eifel kann ganz schön einsam sein.
Ohne automobile Großveranstaltungen ist man hier sehr darauf angewiesen, sich selbst
zu genügen.
Am Ende der Autobahn hebt sich meine Stimmung schon wieder.
Das geht mir verblüffend häufig so.

Wenn sich der Blick weitet, oben auf dem Berg, kehrt die Zuversicht zurück.
Ich halte an, um noch einige Lebensmittel zu besorgen.
Auf dem Supermarktparkplatz sehe ich eine bekannte Gestalt.
Es ist ein Mann, der graues, schulterlanges Haar mit langem Bart kombiniert.

Auch outfittechnisch lässt seine Stylingwahl nur eine Interpretation zu: Alt-68er.
Im Juni habe ich ihn kennengelernt.
Er stand mit Daumen nach oben am Ortsausgang, zu seinen Füßen drei Einkaufstaschen.

Damals war ich in der C-Klasse unterwegs und hatte ihn mitgenommen bis zu dem Ort, in dem er  wohnt.
Ohne Auto in der Eifel zu wohnen ist eine stramme Leistung.
Locker kommt man auf 10 Kilometer Wegstrecke bis zur nächsten Einkaufsmöglichkeit.

Wir plauderten und er erzählte, dass er wie ich im Bergischen Land aufgewachsen ist.
Er ist ein gebildeter Mann und angenehmer Gesprächspartner.
Ein Philosoph, der äußerst subversive Texte publiziert.

Er freut sich, mich wieder zu sehen und ich biete ihm an, ihn wieder mitzunehmen.
Dieser Mann und der schwarze Elfer sind eine ungewöhnliche Kombination.
Obwohl es für eine Porschebesitzerin vermutlich Augenwischerei ist, finde ich es ökologisch sinnvoll, sich für Einkaufsfahrten auf dem Land Autos zu teilen.

Irgendwie gelingt es uns, mein Gepäck und die ganzen Einkäufe im Carrera unterzubringen.
Am steilsten Berg feuert er mich an, zu zeigen, was der Porsche kann, und es gefällt ihm.
Als wir bei seinem Ort ankommen, halte ich an, und er beugt sich vorne über den Kofferraum, um seine Stoffeinkaufstaschen aus dem Auto zu holen.

Während ich grinse, weil es aussieht, als würde einer der Herren von ZZ Top sich über meinen Kofferraum beugen,
wird mir klar, diese Woche wird gut.

Blind Date

Schon eine Weile haben ein Bekannter aus dem Forum und ich uns hin und her geschrieben.
Wir haben eine Reihe von gemeinsamen Interessen über die Tatsache hinaus, dass wir beide Porsches lieben.

Dann kommt die Anfrage per Mail, ob ich spontan Lust habe, zu einem Treffen, abends in der Stadt.
Es ist ein wunderschöner, sonnigwarmer Abend und ich habe nichts Besonderes vor, außer mich um Haushalt und Garten zu kümmern.

Natürlich ist es ausgesporchen spannend, jemanden erstmalig zu treffen, mit dem man sich bisher nur geschrieben hat.
Ich parke am verabredeten Treffpunkt und setze mich auf eine Mauer in die Sonne.
Nach wenigen Minuten kommt der erwartete Porsche.

Die Farbe stimmt, das Modell und das Kennzeichen meldet die richtige Stadt.
Ich winke vom Mäuerchen, mein bisheriger Brieffreund und seine Partnerin winken aus dem Porsche.
Der Porsche ist ein Traumwagen, ich liebe die Farbe und sofort fällt mein Blick auf den Lack.
Er hatte geschrieben, dass er ihn mit Schweiz-Putz pflegt und der Lack sieht in der Tat gut aus.

Jetzt könnte ich stundenlang neben dem Porsche stehen und meine Gedanken um das Auto kreisen lassen, aber natürlich geht es an diesem Abend darum, die Menschen kennen zu lernen und beide sind mir auf Anhieb sehr sympathisch.

So bummeln wir in der Sonne am Rhein entlang und plaudern. Wir haben sofort eine ganze Reihe von Gesprächsthemen und es macht wirklich Spaß.
Wir finden ein Schiff, auf dessen Deck noch ein Platz frei ist, unter uns schaukelt sanft der Fluss und der Abend ist prima.

Als wir eine Reihe von Stunden später hintereinander wieder vom Parkplatz fahren, sehe ich von hinten noch einmal den tollen Carrera der beiden.
Das war das dritte Mal, dass ich mich mit wildfremden Porschebesitzern getroffen habe und alle Treffen waren immer schön.

Was für ein großartiger Nebeneffekt meines Porscheprinzen!

Der Auto

In der Eifel ist das Auto männlich.
Im eifler Platt heißt es „der Auto“.
Wer ein schönes hat, zeigt der Auto auch gerne her.

Auf dem Rückweg an den Rhein bin ich am Sonntag in Zingsheim zufällig auf einem Oldtimertreffen gewesen.

Großartige Veranstaltung! Wahre Autofreunde!
Ein kleiner Ort, der aber eine absolut charmante Veranstaltung auf die Beine gestellt hat.
olditreff-zingsheim-042_lesbar (2)
Essen, Flohmarkt Oldtimer
Olditreff Zingsheim 005
Carrera mal anders…
Natürlich war echtes Eifelwetter, immer wieder gab es tüchtige Schauer und ich hatte meine liebe Mühe, das Objektiv trocken zu halten…
Olditreff Zingsheim 036
Aber schöne Dinge sind auch nass schön…Olditreff Zingsheim 004
Kommentar eines Besuchers: „Ne schöne Bus!“, find ich auch.Olditreff Zingsheim 010 Olditreff Zingsheim 015 Olditreff Zingsheim 016
Olditreff Zingsheim 025
Die Frauen des Ortes machen in der Eifel immer die großartigsten Kuchenbuffets zu solchen Anlässen.
.Olditreff Zingsheim 027
Der Kuchen wird verzehrt unter den wachsamen Augen der Tollitäten der vergangenen Jahre.
Olditreff Zingsheim 030
Danach zum Trödel unter der Disko-Kugel im Saal.
Olditreff Zingsheim 031
Dürfen nicht fehlen: die Hits des Jahres 2009

Olditreff Zingsheim 007Olditreff Zingsheim 023
Ein kurzer Besuch vom 356er
Olditreff Zingsheim 001
Der süße Nachwuchs wird dafür sorgen, dass die Autofans der Eifel nicht ausgehen.

Mein erster ChristophOrus

Er liegt im Postkasten und gespannt öffne ich das eingeschweißte Magazin.
Im Begleitschreiben steht, er präsentiere sich als ein „beachtenswertes Stück aufregender Reiseliteratur“.
Ok, Porsche scheint recht eingenommen, von seinem Magazin.

Auch für mich ist es Reiselektüre, denn ich werde meinen Christophorus mit auf Dienstreise nehmen.

Der Untertitel ist „Performance, Passion, Porsche“.
Hmmmmm. Alliterationen, besonders als Dreierform, sind beliebte rhetorische Stilmittel, aber diese finde ich doch etwas auf Rhetorikkurs-Anfänger-Niveau. Wozu auch noch der Anglizismus? Irgendwie etwas zu tief in den Farbkasten der Sprache gegriffen.

Weiter unten, ein Satz, der vermutlich das Herz eines jeden Porschefahrers höher schlagen lässt: „In jedem Porsche steckt rein Rennwagen“.
Ja, denkt man, in meinem auf jeden Fall!
Wenn ich allerdings an so einige andere Modelle denke, aber lassen wir das…

Zu meiner Verblüffung fällt mir Werbung entgegen. Das war der Grund, weshalb ich meine Papiertageszeitung auf e-Paper umgestellt habe… jetzt also kommt der Werbungsstapel aus dem Christophorus.

Kreuzfahrt und Herrenkleidung. Äh, nein.

Innen jede Menge Werbung für Herren-Armbanduhren. Da scheint es eine Fetisch-Kombination zu geben. Wer teure Autos mag, scheint auch Interesse an schönen Uhren zu haben.
Offenbar haben die Anzeigenverkäufer von Porsche den Werbekunden auch mitgeteilt, dass es nicht lohnt, Damenuhren im Magazin zu bewerben, denn die Fetisch-Kombi zieht wohl nur beim männlichen Geschlecht. (Die Uhr an meinem linken Arm hat ca. 60 Euro gekostet, da ist nix zu holen…)
Außerdem versucht Walter Röhrl Lederjacken an den Mann zu bringen. Offenbar bin ich echt eine Exotin in der Porscheszene. Kaum Werbung für die Frau… dafür aber für Swizöl. (Und wieder nix zu holen bei mir…)

Nette Berichte, leichte Kost für den Nachttisch, auf Dienstreise.

Auf der A3 fahren ein Carrera Cab und ein Turbo vor mir her.
Natürlich betrachte ich sie mit Freude und Interesse. Nicht mehr jedoch mit der schmerzhaften Sehnsucht aus porschelosen Zeiten.
Zufrienden denke ich an meinen Schatz, der zuhause auf mich wartet.

Als ich beim Tagungshaus vorfahre, kommentiert der Rezeptionsmitarbeiter mein schickes Auto. Er kannte aus den 13 Vorjahren den alten, abgekämpften Kombi.
Grinsend sage ich, dass mein richtig schickes Auto zuhause stehe.
Er meint, dieser hier sei doch schon nicht schlecht. Als ich ihm verrate, was das andere für eins ist, sagt er lachend, „Ok, diese Runde haben Sie gewonnen.“

Von unterwegs höre ich meine Mailbox ab, die Mitarbeiterin eines Kunden hat eine Nachricht hinterlassen. Sie freue sich, mich bald zu sehen, und vor allem wolle sie alles über den neuen Porsche hören.
Die Kunden, die jahrelang meine sehnsuchtsvollen Schwärmereien gehört haben, freuen sich mit.

Mein Carrera ist ein rollendes Glücksschweinchen. Performance, Passion, Happiness.

Besuch im PZ

Der Porsche und ich fahren heute an den Ort zurück, an dem wir uns das erste Mal begegnet sind, die Fahrt geht ins PZ Dortmund.

Es gibt eine Kleinigkeit einzustellen.
Die Gelegenheit nutze ich, um  meine Hupe überpfüfen zu lassen. Sie ist nicht defekt…

Der Meister bemerkt, dass eine Winzigkeit einer Türdichtung fehlt. Die Tür ist dicht, trotzdem wird angeboten, die Dichtung zu ersetzen. Ein überzeugender Service!

Als ich den Schlüssel zurück bekomme, frage ich den Meister, ob er je einen schöneren Porsche gesehen hat, er verneint charmant.

Dann kommt der Teil des Tages, vor dem ich am meisten Angst habe. Erst muss ich den heiligen Porsche im Einkaufszentrum parken. Tapfer lasse ich ihn gaaaaanz hinten auf dem Parkplatz stehen und bete, dass während meines Termins keiner neben mir parkt, und mir die Tür in die Seite haut.
Danach muss ich einen defekten Subwoofer in Dortmund City zur Reparatur bringen. Hier geht es ins Parkhaus, ein Ort voller Gefahren.

Todesmutig navigiere ich den Porsche wie ein rohes Ei durch das enge Parkhaus und finde einen wunderbaren Platz für ihn.
Gut, es ist eine entlegene Ecke, als Frau würde ich diese normalerweise meiden. Aber links und rechts kann keiner parken.

Während ich den schweren Subwoofer sehr viel weiter durch das Parkhaus schleppe, als nötig, steigt in mir ein lächerlich starkes Gefühl der Erleichterung auf.
Er steht sicher und ich kann in Ruhe meine Dinge erledigen.

Meine Porsche-Paranoia ist noch nicht wirklich abgeklugen.

Obwohl er sich auch als Alltagsfahrzeug gut macht.
Der große Sacke Katzenstreu im Kofferraum, Subwoofer in den Fußraum des Beifahrers gezirkelt, Einkäufe bis fast unters Dach gestapelt und Fahrspaß satt.

Aber die vielen Kurzstrecken, gar nicht gut…
Werde ich jemals ein wirklich entspanntes Verhältnis zu meinem geliebten Carrera entwickeln können…?

Erektionsschwäche

Meine Lichthupe benutze ich öfter.

Die Zeit, in der ich meine Ungeduld hinter einem zu langsamen Vordermann zügeln kann, ist in aller Regel eher kurz.
Dann rücke ich näher. Und wenn das nicht wirkt, kommt der Mittelfinger zum Einsatz.
Nein, nicht zum Vordermann. Am Hebel.

Bisher habe ich die richtige Hupe noch nie benutzt.

Heute fahre ich frohen Mutes in den Feierabend, da kommt mir auf der Landstraße ein Kleinwagen entgegen.
Auf meiner Fahrbahnseite.
Der Schwachmat hatte angesetzt, gleich eine ganze Kolonne zu überholen.

Synchron bewegen sich mein rechter Fuß und die rechte Hand nach links.
Der Fuß wechselt schwungvoll auf die Bremse und die Hand zeitgleich auf die Hupe.
Oh Gott!
Was war das denn?
„Pääääääp.“
War das meine Hupe??

Der Ärger über den Irren lenkt mich für eine Weile ab.
Auf der Autobahn zieht dann völlig unvermittelt der nächste Wahnsinnige noch kurz vor einem Lkw links rüber.
Genau vor mein sich rasch von hinten näherndes Auto.
Wieder die synchrone Bewegung.

Und wieder:
„Päääääp“.

Scheiße, denke ich. Das darf doch wohl nicht wahr sein.
Wie können die denn einem 11er eine solche Hupe einbauen?!

Alles an ihm klingt satt und kraftvoll. Der Motor ohnehin, aber auch die Türen.
Alles sehr befriedigend.
Und dann gehen die hin, und bauen so einen albernen Hupton in solch eine Sexbombe?
Warum???

Diese Hupe klingt zu hoch, zu schwächlich, zu harmlos.
Eine hupende Erektionsschwäche.
Ein Ton, wie ein feuchtwarmer, schlaffer Händedruck.

Mein Carrera ist vom Teufel bessen.
Gibt es eine Rettung?
Kann man Hupen tunen?
Hiiiiilfeeeeee!