Wie peeeeeinlich… Blamage an der Lieblingstanke

Weil der Dr. müde war, hatte ich angeboten, nach dem Essen zu fahren.
Er nahm an, und ich pilotierte uns durch die Eifel.
Kurz vor Barweiler werfe ich einen Blick auf die Tankanzeige und sehe, dass es kanpp wird, mit dem Sprit für die Heimfahrt.

Er stimmt zu und ich steuere meine Lieblingstanke an.
In der Eifel gibt es nicht so viele Tankstellen.
Noch dazu, ist der Sprit hier häufig sogar billiger als in der Stadt.

Als ich den Boxster auf das Gelände der Tankstelle fahre, weist der Dr. mich auf die richtige Zapfsäule hin.
Vor mir wird gerade ein 11-er betankt.
Hier in Ringnähe tanken immer viele schöne Autos und eigentlich tanke ich hier gerne.

Man mag mir leiden auf hohem Niveau vorwerfen, oder mangelnde Souveränität, oder andere schlimme Dinge, aber ich habe mich geschämt.
„Oh Mann, jetzt denken alle, dass das mein Mädchenporsche ist!“ jammere ich.
Am liebsten würde ich dem 11-er-Fahrer zurufen, „Das ist nicht mein Boxster. Ich fahre nur einen müden Mann. Ich habe auch einen richtigen Porsche“

Das hätte dann dafür gesorgt, dass mich alle Umstehenden für völlig bekloppt gehalten hätten, also verkneife ich mir das.
Stattdessen sitze ich im Auto, während der Carrera betankt wird und schüttele verzweifelt meinen Kopf „Wie peinlich, wie peinlich…!“
Den Dr. ficht das nicht an.

Er beleidigt postewendend meinen Mercedes und erklärt, ich könne froh sein, so einen tollen Boxster überhaupt fahren zu dürfen.
Ich hingegen plane in Gedanken wieder meinen Aufkleber, über den ich schon im Sommer nachgedacht hatte…

Das Kind und der Porsche

Am Sonntag brauchte ich ein Ziel für meine abendliche „Wenn-ich-jetzt-keine-Porschetour-mache-krieg-ich-die-Krise“ – Tour.

Also fuhr ich bei einem Ex vorbei, dem ich neulich erzählt hatte, dass ich mir meinen Porschetraum erfüllt hätte.
Er selbst darf kein Auto fahren, obwohl er Autos liebt.
Er hat von Geburt an einen Augendefekt und seine Sehkraft reicht nicht aus.

Sein 10 jähriger Sohn wollte den Porsche natürlich auch sehen.
Begeistert fragte er, ob er sich mal reinsetzen dürfe.
Durfte er.
Verzückt saß er auf dem Fahrersitz und streichelte das Lederlenkrad.

Danach nahm auch sein Vater Platz und lobte den edlen Geruch des 11ers.
Mich drückten an dem Abend private Sorgen, aber als ich nach einer Viertelstunde bei den beiden meine Tour fortsetzte, war mir klar, dass ich in vielerlei Hinsicht unglaublich viel Glück habe.