Nur für Sportwagen

Mein -E-Mail-Postfach ist am Wochenende explodiert.
Grundschuldreund Erik schickt ein Foto nach dem anderen.
Dauernd meldet sich mein Mobiltelefon mit neuen Posteingängen.
Er ist im Porschemuseum und offensichtlich begeistert.

Da möchte ich auch schon lange einmal hin.
Auch Ute meldet sich mit der beruhigenden Nachricht, dass Jim Kerr gar nicht 65, sondern erst 55 geworden ist.
Uff. Dann kann ich mich auch wieder jünger fühlen.

Meine Woche beginnt mit einem Auflug nach Düsseldorf.
Als ich in das Parkhaus unter dem Schauspielhaus fahre, komme ich zuerst an den Frauenparkplätzen vorbei.
Es gibt welche für Frauen mit Kinderwagen, die sind dann so groß wie für einen Reisebus.

Dahinter kommt eine Wandbeschriftung, die ich so noch nie gesehen habe.
Offensichtlich nutzt der Parkhauseigner die Fläche möglichst optimal und bietet eine Reihe Parkplätze „Nur für Kleinwagen“ an.
Diese Abteilung liegt hinter den Frauen-mit-und-ohne-Kind-Parkplätzen.

„Pff!“ mache ich und navigiere mein schwarzes Schiff an den Winzlücken vorbei.
Dann kommt mir eine wunderbare Geschäftsidee:
Warum ist, gerade in Düsseldorf, noch nie jemand da drauf gekommen?!
Ein Parkdeck nur für Sportwagen!

Schön breite Lücken, wie für die Mamas, damit einem keiner die Tür ins edle Blech hauen kann.
Den Preis für so ein maßgeschneidertes Parken habe ich heute schon bezahlt:
Eine Stunde, acht Minuten geparkt, 3,60 Euro.

 

Wut in Wuppertal – Wuppertal wrath

Der Dr. hat mich von der Arbeit abgeholt, wir wollten Burger essen.
Nach kurzer Parkplatzsuche fanden wir in der Geburtstadt Friedrich Engels einen Parkplatz unweit unseres Lieblings-Burgerladens.

Nach anderthalb Stunden wankten wir deutlich gesättigt dem Boxster entgegen.
Der immer ritterliche Dr. öffnete mir die Beifahrertür und da sahen wir es.
Ein ca. 40 Zentimeter langer Kratzer am hinteren Kotflügel und ein sicher 30 Zentimeter langes Exemplar auf der Beifahrertür.

Ich war fassungslos.
Der weise Dr. tröstete mich mit den Worten: „Ist nur Blech.“
Aber es ist so gemein, wenn man nach einem schönen Essen zurück zum Auto kommt, und es zerkratzt vorfindet.
(Eigentlich hätte ich ihn trösten müssen, es war schließlich sein Wagen…)

Wäre es mit meinem schwarzen Prinzen passiert, ich hätte einen
Nervenzusammenbruch bekommen.
In diesen Straße hatte ich ihn schon mehrfach geparkt.

Demnächst besser nur noch ins Parkhaus?
Quer?
Ganz weit von allen anderen weg?
Gar nicht mehr in die Stadt?

Möge der Teufel die Vandalen holen!

The Dr. and I wanted to go for burgers after work.
After a short while we found a parking spot for his Boxster.
We dined at our favorite burger place in the city of Friedrich Engels.

When we returned, well fed about 1.5 hours afterwards,
the ever chivalrous Dr. opened the passenger door for me.
This was, when we discovered the scratches.
The one on the wing was about 40cm and the one on the door about 30.

I was gobsmacked.
The Dr. wisely consoled me: „It´s only metal…“
It is so mean to find your car vandalized after a lovely dinner.
I should have been the one to comfort him, he was the one with the damaged Porsche after all…

Had this happened to my black prince, I would have had a fit.
I had parked it several times somewhere on the same road.

Should one  leave one´s cars in car parks only?
Obliquely parked far away from all the others?
Not take the Porsche for any trip to the city?

To hell with these vandals!

Besuch im PZ

Der Porsche und ich fahren heute an den Ort zurück, an dem wir uns das erste Mal begegnet sind, die Fahrt geht ins PZ Dortmund.

Es gibt eine Kleinigkeit einzustellen.
Die Gelegenheit nutze ich, um  meine Hupe überpfüfen zu lassen. Sie ist nicht defekt…

Der Meister bemerkt, dass eine Winzigkeit einer Türdichtung fehlt. Die Tür ist dicht, trotzdem wird angeboten, die Dichtung zu ersetzen. Ein überzeugender Service!

Als ich den Schlüssel zurück bekomme, frage ich den Meister, ob er je einen schöneren Porsche gesehen hat, er verneint charmant.

Dann kommt der Teil des Tages, vor dem ich am meisten Angst habe. Erst muss ich den heiligen Porsche im Einkaufszentrum parken. Tapfer lasse ich ihn gaaaaanz hinten auf dem Parkplatz stehen und bete, dass während meines Termins keiner neben mir parkt, und mir die Tür in die Seite haut.
Danach muss ich einen defekten Subwoofer in Dortmund City zur Reparatur bringen. Hier geht es ins Parkhaus, ein Ort voller Gefahren.

Todesmutig navigiere ich den Porsche wie ein rohes Ei durch das enge Parkhaus und finde einen wunderbaren Platz für ihn.
Gut, es ist eine entlegene Ecke, als Frau würde ich diese normalerweise meiden. Aber links und rechts kann keiner parken.

Während ich den schweren Subwoofer sehr viel weiter durch das Parkhaus schleppe, als nötig, steigt in mir ein lächerlich starkes Gefühl der Erleichterung auf.
Er steht sicher und ich kann in Ruhe meine Dinge erledigen.

Meine Porsche-Paranoia ist noch nicht wirklich abgeklugen.

Obwohl er sich auch als Alltagsfahrzeug gut macht.
Der große Sacke Katzenstreu im Kofferraum, Subwoofer in den Fußraum des Beifahrers gezirkelt, Einkäufe bis fast unters Dach gestapelt und Fahrspaß satt.

Aber die vielen Kurzstrecken, gar nicht gut…
Werde ich jemals ein wirklich entspanntes Verhältnis zu meinem geliebten Carrera entwickeln können…?