Ich suche mal wieder einen Mann

Heute Mittag in Wuppertal.
Zwischen zwei berufliche Termine hatte ich ein privates Mittags-date mit meinen Freunden gelegt.
Wir sitzen also im besten Burger Laden des Rheinlands und vor dem Fenster fährt ein ganz reizender Wagen vorbei.

Nach einer Weile dreht er eine zweite Runde.
Parkplatzsuche? Vermutlich.
Ein sehr cooles Auto.
Rallye-Trimm, gelber Kadett aus vermutlich den 70ern.

Einer der aufgeklebten Namen war Schnitzler, glaub ich.
Kennt jemand das Auto und weiß etwas über seine Geschichte?
Ich fand es sah glaubwürdig nach Oldtimer- bzw. Youngtimer-Rallye aus.
Ich habe so hingerissen gestarrt, dass die Jungs scherzten, der Fahrer würde bestimmt so oft an uns vorbei fahren, bis ich endlich winken würde.

Ich glaube, er hat uns im Laden nicht einmal sitzen sehen,
aber die Geschichte zu diesem coolen Auto würde ich schon gerne hören.
Als ich zu meinen Zeiten im PFF mal einen GT3-Fahrer gesucht habe, den ich am Rhein getroffen hatte, hat man mir postwendend unterstellt, ich sei im Forum nur, um einen Kerl zu erobern.

Klar, undenkbar, dass eine Frau sich einfach für Autos interessiert.
Auch die Intervention des Dr., der damals schon mit mir unterwegs war, konnte die Forums-Machos nicht vom Gegenteil überzeugen.
Von daher suche ich jetzt auch gar nicht mehr nach dem Rallye-Kadett, sondern einfach nach dem Mann da drin.

Der wird mir schon die Geschichte seines Wagens erklären können.
Wenn einer meiner Leser das auch kann, freue mich mich aber ebenso!

Sonntagsfahrer

Sonntagnachmittag an einem Wintertag in der Eifel.
Die Straßen sind leer.
Ich war lange nicht mehr hier.
Zu lange.

Und ich habe richtig Lust, Auto zu fahren.
Wunderbare Strecken, Berg hoch in vielen Kurven.
Im Radio läuft „Hotel California“.
Ich fahre und bin glücklich.

Hinter mir fährt ein Fahrer auf einer Crossmaschine, sonst weit und breit niemand.
Er lässt seinen Vorderreifen hochsteigen und auch wenn unsere Fahrzeuge sehr unterschiedlich sind, haben wir vermutlich gerade das gleiche Gefühl.
Lebensfreude, Glück, Spaß zu Fahren, auf so schönen Routen.

Bevor er links abbiegt, und sich unsere Wege trennen, gibt es noch einen Abschieds-Wheelie.

Für solche Momente ist der Sonntag erfunden worden.

Porsche Poesie

Ich habe mir heute etwas Wunderbares geschenkt.
Ein Abo der New York Times.
Früher musste man extra zum Flughafen fahren, um die „papers“ zu kaufen, wenn man ausländische Zeitungen wollte.

Dank Internet kann sich eine Frau mit ihrer Kreditkarte ganz leicht zur glücklichen Abonnentin machen.
Jetzt lese ich und wühle mich durchs Archiv wie ein Kind im Süßigkeitenladen.
Und natürlich habe ich auch schon „Porsche“ als Suchbegriff eingegeben.

Da gibt es einen sehr poetischen Bericht über den 911 Carrera S von John Pearley Huffman:
„…the steering could play Chopin and the suspension adjusts with the sensitivity of Mikhail Baryshnikov’s right big toe.“

„The suspension’s links are so elegantly sculptured that owners will want to put the car up on jack stands at the end of each day and remove the huge 20-inch wheels just to stare.

„The first Porsche 911 of 1965 was clean and slim-hipped; a delicate, chic, 130-horsepower sports car on narrow 15-inch steel wheels. It was Audrey Hepburn in Givenchy and ballet flats. Timelessness was its greatest virtue. And that may be where this new Porsche fares worst.

The 2012 911 Carrera S is brazen, an athletic machine on 20-inch alloys. It’s Brooklyn Decker in a Hervé Léger bandage dress and Louboutin heels. That’s impressive, but it may not be so timeless.“

Seufz.
Will you marry me, Mr Huffman?
And please bring your Porsche!

 

Geheimagentin mit Porsche

Im Job bin ich, was Netzwerken angeht, mies.
Von gut vernetzt kann keine Rede sein.
In der Porscheszene ist das zum Glück anders.

Eine Porschefreundin gibt mir gute Buchtipps,
Stefan schickt mir Porsche-Ü-Eier,
Ute versorgt mich mit besorgniserregenden Artikeln zum Nürburgringverkauf und mein Porschebruder schickt mir Bildmaterial, auf das ich schon länger scharf war.

Kommentarlos sendet der alte Romantiker einen Stick.
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Macht nix, was ich will, ist drauf und ich kann mich wie eine Geheimagentin fühlen, der Informationen zugespielt werden.

Wir Porschisten halten zusammen, wenn es Dinge gibt, die unsere im Gleichtakt schlagenden Herzen bewegen.
Das ist schön.

Aggressionsquelle Porsche

In Düsseldorf ist gestern eine Dame verurteilt worden, die aus Wut über die angenommene Untreue ihres Partners zweimal gegen dessen Porsche gefahren ist.
Dafür hat sie sich einen Opel (würg…) geliehen und am Porsche einen Schaden von 3000 Euro verursacht.
Der Opel wurde dabei laut RP völlig zerstört.
Soviel zur Qualität der Automarken….

Die Dame war bereits vorbestraft, weil sie schon mal eine andere Dame verprügelt hatte.
Mit solchen Damen muss man sich doch nicht einlassen, lieber Porschefahrer aus Düsseldorf!

Aber auch in unserer Straße löst des Dr. und mein Fuhrpark weiterhin Aggressionen aus.
Als er müde vom Nachtdienst kam, wurde er von einem zeternden Nachbarn empfangen.
Ohne, dass er ihn irgendwo behindert hätte, wollte der Nachbar, dass er lieber woanders parkt.

Einen Tag später parkt das Auto einer Nachbarin mal wieder carportblockierend vor meiner Garage.
Ein anderer Nachbar parkt seit Wochen ein Auto, das nicht bewegt wird vor meinem Haus, damit sich meine Wege zwischen meinem Auto und Haus verlängern.

Seit die Nachbarschaft mitbekommen hat, dass wir jeweils 2 Autos fahren (Offenbar die erste Zündstufe für den Sozailneid.) und noch dazu jeweils einen Porsche (Das ist dann zuviel für die Nerven der Nachbarn!) haben sie Probleme mit Nickeligkeit.

Im Gegensatz zur Lebensgefährtin kann man sich die Nachbarn leider nicht aussuchen.
Damit meine herzensguten Straßengefährten heute mal wieder nen schlechten Tag haben, werde ich heute den Porsche aus der Garage holen und auf dem Weg zur Arbeit ordenltich Krach machen.

 

 

 

Cabrio-Saisonstart

Heute war es verblüffend warm in der Sonne.
Während ich das Vorgartenbeet aus dem Winterschlaf geweckt habe, kam mir schon der Gedanke, dass es warm genug sein müsste, um das Boxsterdach zu öffnen.
Der Dr. kam heraus und bestätigte, dass dem Saisonstart nichts im Wege stünde.

So kam es, dass wir gut eingepackt auf eine erste offene Tour gestartet sind.
Blauer Himmel, in der Sonne knapp 20 Grad, im Nacken -2 Grad…
aber wir haben uns nicht lumpen lassen und sind mit gefühlten 2000 Sonntagsausflüglern und dem Boxster auf die Rheinfähre gefahren, das gehört sich einfach für eine schöne Tour.

Wer Lust hat, mitzukommen, kann hier das Video anschauen.

Natürlich ist der Februar noch kein ernsthafter Cabrio-Monat, aber während ich diese Zeilen schreibe, verwandelt sich die Röte des ersten Sonnenbrandes des Jahres, mit dem ich aus Leichtsinn nicht gerechnet hatte, in einen ersten Hauch von Karamell auf meiner Nase.

Ginster lebt, Andreas Bippes…

Gestern Abend haben der Dr. und ich schallend gelacht.
Fast alle Suchbegriffe, durch die jemand auf meine Seite kommt, sind verschlüsselt.
Ab und zu wird nur noch einer angezeigt, gestern: „Andreas Bippes“
Bei der Vorstellung, Herr Bippes könnte erfahren, dass ihn jemand googelt und dann auf meiner Seite landet, hatten wir viel Spaß, er würde vermutlich vor Wut in die Tastatur beißen…

Wer ihn nicht kennt: er ist der Betreiber des PFF, einer Interentseite für Porschefahrer.
Da war ich auch mal, bis er mich mich rausgeworfen hat.
Wegen Ketzerei oder so…
Mein Nick dort war Ginster 70.

Meine Erfahrungen mit ihm kann man hier nachlesen…
Das hat mich zu dieser Geschichte inspiriert:

Seltsame Dinge geschehen.
Es verschwinden immer wieder Porschefahrer.
Zuletzt traf es eine Porschefahrerin.
Ein halbes Jahr lang war sie fröhlich aktiv in der Porsche-Szene,
dann war sie wie vom Erdboden verschwunden.

Was passiert mit diesen Menschen?
Fahren sie mit ihren Sportwagen in den Graben?
Leben sie jetzt in Übersee?
Haben sie ihren Porsche verkauft?
Nein.

Zum Glück geht es ihnen gut, und sie fahren ihre Porsches noch genauso begeistert wie immer.
Sie dürfen nur nicht mehr mitspielen, auf dem virtuellen Internet-Porschefahrer-Spielplatz.
Eine von diesen Ausgestoßenen ist Ginster70.
Und Ginster ist gar nicht wirklich verschwunden.

Irgendwo sitzt allerdings ein Mensch mit komischen Haaren, der sich nichts mehr wünscht, als das.
Und in seinem kleinen Königreich spielt er dann:
„Ein Ufo ist gekommen und hat die böse Frau einfach mitgenommen“

Aber Ginster lebt! 🙂

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Freundschaftsdienst

Die Tage hatten wir schon eine Ankündigung gesehen.
Heute Abend sollte im WDR ein Bericht über den Nürburgring kommen.
Wie das Leben so spielt, vor lauter Alltag hätte ich ihn beinahe verpasst.
Zum Glück hat Porschefreundin Ute mich darauf hingewiesen.

Ute ist eins meiner weiblichen Porscheidole,
eine Frau mit ganz viel Ahnung von Autos, die Porsches schon lange liebt.

Wenn der WDR ihn in seine Mediathek packt, und Ihr ihn nicht gesehen habt, solltet Ihr das tun.
Sehr schöne Bilder, Luftaufnahmen und historische.
Interessante Geschichten und auch rührende Dinge.

So hat zum Beispiel während des zweiten Weltkriegs eine Familie aus Adenau über Wochen in einem Tunnel unter der Nordschleife Zuflucht gefunden.
Und unter unvorstellbaren Zuständen gelebt.

Was ich auch nicht wusste:
die Frau nach der die „Hedwigshöhe“ benannt ist, hat am Eröffnungstag Minister über die neue Nordschleife gefahren, in einer Zeit, in der Fahrerinnen noch viel weniger alltäglich waren als heute.

Ihr Mann, der Landrat Dr. Creutz und Vater des Nürburgrings hat sich in den 50er Jahren  umgebracht, was mir auch nicht bekannt war.
Eine schöne Dokumentation, mit viel Herzblut gemacht, ich bin froh, sie gesehen zu haben.

Targa

Jetzt habe ich eine Ahnung, wo die ganzen Mutigen ihre Porsches lassen, wenn sie damit in die Stadt fahren.
Meine C-Klasse hat heute in einem Parkhaus in der Innenstadt gestanden, in dem auf jeder Etage mindestens ein Elfer parkte – gute Gesellschaft für meinen braven Lastenesel.

Worauf ich allerdings ungeduldig warte, ist der Anblick des ersten neuen Targas.
Es ist kein Geheimnis, dass ich eine Schwäche für den Targa habe: in Targa love habe ich davon berichtet.
Eigentlich gefällt mir der neue Elfer nicht so gut, wie der 997.
Und ich weiß noch nicht, ob ich die Figur des neuen Targas nicht befremlich finden werde.

Seine Dachfalt-Technik gefällt mir.
Es gibt ihn, soweit ich weiß, nur als Allrad mit serienmäßig manueller Schaltung.
Porsche war ja gezwungen, ihn zu modernisieren, auch wenn mir seine Großväter viel besser gefallen, finde ich, sie haben es ganz gut gemacht.

Heute habe ich auf youtube Matthias Müller, einem Porsche CEO, dabei zugesehen, wie er in Detroit den Targa vorstellt.
Ich fand ihn sehr sympathisch, bis zur nächsten Präsentation möchte ich ihm allerdings ans Herz legen, noch einmal mit einem guten Englischtrainer etwas an Aussprache und Modulation zu feilen…

Ich selbst feile daran, kränkelnd meinen Auftrag morgen zu absolvieren,
wünschte aber, ich könnte das wie das Blogschreiben schlapp im Bett machen, dafür bin ich allerdings in der falschen Branche tätig…

Christophorus

Nein, nicht das Porsche-Hausblatt.
Der Heilige.
Ich persönlich habe von Heiligen wenig Ahnung.
Sie kommen in einer ex-evangelischen Welt eher selten vor.
Ich finde sie aber durchaus faszinierend.

Heute stolpere ich um sieben Ecken über die „14 Nothelfer“.
Einer davon ist Christophorus.
Laut Wikipedia zuständig für verblüffend praktische Dinge, wie
„Helfer gegen unvorbereiteten Tod, Rettung aus jeglicher Gefahr, … gegen… Unwetter, Hungersnot, Gewitter und Hagelstürme, Pest, Zahnschmerzen, schlechte Träume angerufen. Schutzpatron der Bogenschützen, Autofahrer,… Pförtner und der Obst- und Gemüsehändler.“

Ein Mann mit wahrlich vielen Talenten und einem breiten Kundenkreis.
Ironie der Geschichte: die ganzen Patroni (Ist das der korrekte Plural von Patron??)
sind alle äußerst gruseliger Tode gestorben.

Aber jetzt helfen sie, vor allem den autofahrenden Obsthändlern, die bei Gewitter unter Zahnschmerzen leidend vor jeglicher Gefahr beschützt werden.
Für den Anfang gar nicht schlecht.
Bei Gelegenheit würde ich gerne erfahren, was man machen muss, damit so ein Nothelfer auch über einen selbst die schützende Hand hält.

Ist es dafür notwendig, eine dieser häßlichen silbernen Plaketten aufs Handschuhfach zu pappen?
Hilft die auch im Handschuhfach? Das schöne Leder…!
Oder muss Frau zu Opfern bereit sein, für solch einen umfassenden Schutz?