Auto und Gefühl

Sonntagabend.
Nach einer Porschetour zum Kaffee mit meinem Freund Marius liege ich mit der New York Times auf dem Sofa.
Treuen Lesern wird nicht entgangen sein, dass mich, nennen wir es mal „Filme mit weinen“, genauso wenig anmachen, wie Leute, die kein Zuhause zu haben scheinen.
Der Artikel über den neuen Lambo hingegen spricht mich schon sehr an.

Darf ein Artikel eine Frau so in Wallung bringen?

(Nee, nicht weil das Auto einen Tiernamen hat.
Sondern weil ich eine ausgeprägte Phantasie habe.
Ezra Dyer beschreibt ausgesprochen ansprechend, wie es sich anfühlt, ihn zu fahren.
Und das klingt für mich besser, als irgendetwas, das man auf einem Parkplatz tun könnte.)

Irgendwie ahne ich, dass er und ich dieselben Dinge mögen…

Aber das ist vermutlich das, was Herrn Dyer zu einem guten Autojournalisten macht, intelligent witzig den Sexappeal eines Autos zu beschreiben.
Ich kann seine Artikel nur empfehlen und verabschiede mich unter eine kalte Dusche.

Porsche Poesie

Ich habe mir heute etwas Wunderbares geschenkt.
Ein Abo der New York Times.
Früher musste man extra zum Flughafen fahren, um die „papers“ zu kaufen, wenn man ausländische Zeitungen wollte.

Dank Internet kann sich eine Frau mit ihrer Kreditkarte ganz leicht zur glücklichen Abonnentin machen.
Jetzt lese ich und wühle mich durchs Archiv wie ein Kind im Süßigkeitenladen.
Und natürlich habe ich auch schon „Porsche“ als Suchbegriff eingegeben.

Da gibt es einen sehr poetischen Bericht über den 911 Carrera S von John Pearley Huffman:
„…the steering could play Chopin and the suspension adjusts with the sensitivity of Mikhail Baryshnikov’s right big toe.“

„The suspension’s links are so elegantly sculptured that owners will want to put the car up on jack stands at the end of each day and remove the huge 20-inch wheels just to stare.

„The first Porsche 911 of 1965 was clean and slim-hipped; a delicate, chic, 130-horsepower sports car on narrow 15-inch steel wheels. It was Audrey Hepburn in Givenchy and ballet flats. Timelessness was its greatest virtue. And that may be where this new Porsche fares worst.

The 2012 911 Carrera S is brazen, an athletic machine on 20-inch alloys. It’s Brooklyn Decker in a Hervé Léger bandage dress and Louboutin heels. That’s impressive, but it may not be so timeless.“

Seufz.
Will you marry me, Mr Huffman?
And please bring your Porsche!

 

Hedonistisc Adaptation

Ein wunderbarer Frühlingssonntag.

Zum ersten Mal in diesem Jahr ist es warm genug um im Garten zu frühstücken.

Der Himmel ist satt blau und der Kirschbaum steht in voller Blüte.

Ich lasse mir Zeit mit dem Frühstück und komme endlich einmal dazu, liegengebliebene Zeitungen zu lesen.

In der New York Times erklärt eine Kollegin von mir, dass jeder Mensch sein eigenes Normalmaß für Glück hat. Passiert etwas Schönes, schwingt das Glücksgefühl kurz nach oben, passiert etwas Schlechtes, schwingt es kurz nach unten. Dann jedoch kehrt es zu seinem Ausgangswert zurück.

Auch an die tollsten Dinge gewöhnt man sich, sagt die Dame. (Hedonistic adaptation… furchtbar!). Und dann machen sie nicht mehr glücklich.

Ganz offensichtlich fährt sie keinen Porsche. Der hätte sie gelehrt, dass es Autos gibt, die die Regeln der Psychologie in Frage stellen.

🙂

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