One look is all it takes

Sonntagnachmittag.
Untypisch warmes und sonniges Oktoberwetter.
Ich nehme den Porsche, um zu meinem Date zu fahren.
Dating und Porsche… die Geschichte kommt ein anderes Mal.

Noch bevor ich die Autobahn erreiche, sehe ich ihn auf der rechten Spur.
Einen schwarzen Targa, auch gefahren von einer blonden Frau.
An der Ampel kommen wir nebeneinander zu stehen.
Ich blicke hinüber und grinse breit.

Natürlich guckt sie auch.
Mehr ist nicht nötig.
Diese Übereinkunft, die keine Worte benötigt.
Satter Gleichklang.

Ein Targa 4S!!

Heute bin ich Richtung Eifel aufgebrochen.
Im Auto ein Mopsrudel und mein junger Begleiter.
Zuhause hatten wir noch Bilder von Porsches angeschaut und waren uns einig gewesen, dass der Targa ein schönes Modell ist.

Auf der Autobahn überholte uns ein schwarzer Targa, wie aus einem Mund sagten wir:
„Boah, ein Targa 4 S!!“
Ist es beunruhigend, wenn sich ein 14 jähriger Junge und eine 31 Jahre ältere Frau so identisch verhalten?

Oder ist das einfach der Porsche -Effekt?
Egal, wir mussten lachen.

Darf ich Ihnen meine Briefmarkensammlung zeigen?

Ute hatte mich vor einer Weile darauf hingewiesen, dass es Targa-Briefmarken gibt.
Als heimlicher Targa-Fan war ich natürlich entzückt.
Ich hasse es, wenn ich im Büro hocken und Rechnungen schreiben muss, da kommt es natürlich gelegen, wenn Frau sich per netter Briefmarke etwas aufheitern kann.

Natürlich gab es in dem blöden Postamt hier in der Nachbarschaft schon keine mehr.
Gestern in Wuppertal hatte ich mehr Glück.
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Die Bögen sind richtig schön, mit dem Porsche im Hintergrund.
Und nicht diese neumodischen, selbstklebenden Marken.
Nein, schön old school, fieser Geschmack beim Lecken inklusive.

Heute kam mein Porsche endlich wieder aus der Garage.
Ich hatte einen Zahnarzttermin.
Dort habe ich erfahren, dass im Mai eine anderhalbstündige Sitzung fällig ist.
Und das, wo ich immer so eine Angst habe.

Auf der Rückfahrt hat mich der Porsche getröstet.
Die Sportsitze haben mich schön festgehalten und das war ausgesprochen beruhigend.
Wie jemand, der einem den Arm um die Schultern legt.
Balsam für die Seele.
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Mail von Michelle – „Worauf Du schon lange gewartet hast“

In der Betreff-Zeile von Michelles Mail steht: „Worauf Du schon lange gewartet hast“.
Ich kenne keine Michelle, aber das ist ja kein Problem.
Wahrscheinlich arbeitet die Dame bei Porsche und teilt mir mit, dass für das kommende Wochenende ein Targa für ausführliche Fahrten bereit steht.

Oder sie hat VIP-Karten für den Nürburgring für mich.
Oder die Firma Mercedes will, dass ich mal den SLS probefahre.
Oder meinen Nachbarn wollen sich entschuldigen, für ihre kleingeistige Park-Schikane.
Es gibt eine Menge, worauf ich schon länger warte…

Ich warte auch auf besseres Wetter für mein nächstes Porsche-Video-Projekt.
Und auf einen reichen, immer liebenswürdigen Mann mit großer Porschesammlung, der mir einen Heiratsantrag macht.

Michelle jedoch glaubt, dass ich auf eine tolle Gelegenheit warte, ein stetiges Einkommen von zuhause aus zu erhalten.
Über „Bestemuttereinkommen.com“ sei das möglich.
Meines Wissens nach ist das  kein deutsches Wort: Bestemuttereinkommen.

Also warte ich weiter.

Wie fährt er sich denn?

Der Mops ist ein Charmebolzen.
Er besucht mich mit dem Dr. bei meiner Dienstreise in der Eifel.
Alle Nachbarn wickelt er im nullkommanix um die Pfote.
Nachdem Nachbar Peter und der Hund wie irre auf dem Teppich spielten, fragt Peter: „Wie fährt er sich denn?“

Diese Formulierung hört man normalerweise eher, wenn man ein neues Auto hat.
Der Eifler, als Rheinländer, ist ohne Zweifel Sprachakrobat.
Und da wandelt er kurzer Hand diesen Satz, um zu erfragen, ob der Mops auf der Hinfahrt im Auto Theater gemacht hat.

Zum Glück fährt sich der Mops gut.

Der Dr. berichtet, dass er den neuen Targa auf der Autobahn gesehen hat.
Da wäre ich nur zu gerne in der Lage, die Frage: „Wie fährt er sich denn?“ beantworten können…

Targa

Jetzt habe ich eine Ahnung, wo die ganzen Mutigen ihre Porsches lassen, wenn sie damit in die Stadt fahren.
Meine C-Klasse hat heute in einem Parkhaus in der Innenstadt gestanden, in dem auf jeder Etage mindestens ein Elfer parkte – gute Gesellschaft für meinen braven Lastenesel.

Worauf ich allerdings ungeduldig warte, ist der Anblick des ersten neuen Targas.
Es ist kein Geheimnis, dass ich eine Schwäche für den Targa habe: in Targa love habe ich davon berichtet.
Eigentlich gefällt mir der neue Elfer nicht so gut, wie der 997.
Und ich weiß noch nicht, ob ich die Figur des neuen Targas nicht befremlich finden werde.

Seine Dachfalt-Technik gefällt mir.
Es gibt ihn, soweit ich weiß, nur als Allrad mit serienmäßig manueller Schaltung.
Porsche war ja gezwungen, ihn zu modernisieren, auch wenn mir seine Großväter viel besser gefallen, finde ich, sie haben es ganz gut gemacht.

Heute habe ich auf youtube Matthias Müller, einem Porsche CEO, dabei zugesehen, wie er in Detroit den Targa vorstellt.
Ich fand ihn sehr sympathisch, bis zur nächsten Präsentation möchte ich ihm allerdings ans Herz legen, noch einmal mit einem guten Englischtrainer etwas an Aussprache und Modulation zu feilen…

Ich selbst feile daran, kränkelnd meinen Auftrag morgen zu absolvieren,
wünschte aber, ich könnte das wie das Blogschreiben schlapp im Bett machen, dafür bin ich allerdings in der falschen Branche tätig…

Porsche-weekend

Oh, heilige Zivilisation!
Ich bin aus der Eifel zurück.
Das dort ohnehin immer miese Netz war dieses Wochenende schlechter denn je. Keine Chance per Mobiltelefon eine stabile Verbindung zu bekommen.
Wer auch immer eine solche Minderleistung zu verantworten hat, bei den Netzbetreibern, möge sich in Grund und Boden schämen.

Genug gemeckert, das Wochenende war toll.
Nach meinem Targa-Ausflug war ich am  Samstag  mit meinem Porschefreund zur VLN verabredet.
Das Wetter war super.
VLN mit Andreas 141
Wir hatten ein schattiges Plätzchen am Brünnchen.
Relativ kurz nach Rennbeginn gab es am Brünnchenausgang die erste dopplete gelbe Flagge. Empört ärgerten sich die Streckenposten über Fahrer, die ihre Geschwindigkeit nicht anpassten und drohten, in die vor ihnen Bremsenden zu rauschen.
VLN mit Andreas 004
Mein Porschefreund hat viel mehr Ahnung vom Motorsport als ich und hat eine Menge interessanter Geschichten zu erzählen gehabt.

VLN mit Andreas 122
Wir standen, fotografierten, freuten uns an schönen Manövern, an tollen Autos und am Sound.
VLN mit Andreas 091
VLN mit Andreas 008
Dann sind wir bis zum Pflanzgarten geschlendert und haben die Autos springen sehen.
Irgendwann trieb uns der Hunger von der Rennstrecke, und wir beschlossen, uns in einem netten Cafè auszuruhen.
Als Ortskundige fuhr ich vorne weg, seinen wunderschönen gelben Carrera immer fest im Rückspiegel, während wir durch die sonnendurchflutete Eifel cruisten.

Später parkt er seinen Porsche vor meinem Haus, wo der Dr. inzwischen seinen Boxster auch bereits gesparkt hat. Ein kleines Porschetreffen, das allein beim Augenschein unsere Fahrerherzen höhrer hüpfen lässt.

Am nächsten Tag hat der Fotogott in gelb einige seiner Boxengassenfotos vom Vortag bearbeitet.
Der Dr. und ich sitzen unterm Apfelbaum im Garten und freuen uns an den wunderbaren Rennstudien.
Während meine Fotokünste sich leider auf dem
„Ist das Kunst, oder kann das weg?“-Niveau befinden,
hat allein die Kamera meines Porschefreundes dem fotobegeisterten Dr. respektvolle Bewunderung abgenötigt.

Weil seine Freundin heute mit dabei ist, bremsen wir uns, was die Benzingespräche angeht.
Sie hat weiß Gott eine Engelsgeduld mit uns, wenn wir immer wieder von Autos anfangen, aber wir müssen uns beherrschen, damit wir nicht völlig monothematisch werden.

Während wir kuchenenssend im Garten sitzen, schicken Ute und Markus, und mein Porschebruder mir Grüße aufs Telefon.
Wie schön, wenn die Porschisten aneinander denken!

Am Sonntagabend, als ich auf der Heimreise die A1 Richtung Norden fahre, sehe ich VLN-Fahrzeuge auf Hängern ihren Heimatgaragen entgegen reisen.
Es war ein wunderbares Wochenende, allen direkt und indirekt Beteiligten einen herzlichen Dank! 🙂