Einen Schritt voraus

Gestern hatte ich eine denkwürdige Begegnung.
Sklavisch lasse ich jedes Jahr die Winterreifen auf mein Auto ziehen.
Dabei befolge ich die O-O-Regel und gestern war es wieder so weit.
Der Porsche bekommt am Freitag schicke Winterreifen gekauft.
Gerade in der Eifel ginge es auch gar nicht ohne.

Trotz dicker Erkältung erscheine ich brav in meiner Werkstatt.
Der Chef hat dieselbe C-Klasse wie ich.
Was ich nicht wusste: er hat auch einen schwarzen Carrera S.
Den hat er allerdings gestern verkauft.

Als ich dem Mechaniker meinen Schlüsselbund reiche, gebe ich versehentlich den Porscheschlüssel statt des Mercedesschlüssels weiter.
Der Werkstattinhaber sieht das sofort (Mal wieder so ein schöner Fall von rapid recognition…) und fragt, ob ich auch einen Porsche habe.

Dann erzählt er, dass er seinen heute verkauft habe.
Er sei kaum noch gefahren und dazu sei das Auto zu schade.
Er brauche ihn auch irgendwie nicht mehr.

Wir sind uns einig, dass man zu oft den Porsche nicht nehmen kann.
Beim Gedanken an den Aldi-Parkplatz rollen wir synchron die Augen gen Himmel.
Auch meinen Porsche fahre ich seltener, als mir lieb ist.
Er soll von Kurzstrecken verschont bleiben und nicht unsicher geparkt irgendwo stehen.

Im Alltag habe ich zwar öfter ausreichend lange Strecken, aber das mit dem sicheren Parken ist ein echtes Porblem.
Der Gedanke, dass ich ihn aus diesen Gründen eines Tages auch verkaufen werde, macht mich traurig.

Heute steht zwar nur eine kürzere Strecke an,
aber ich muss krank Kundentermine wahrnehmen, und brauche ein bißchen Porsche-Liebe.
Heute nehme ich meinen schwarzen Prinzen und verjage damit düstere Gedanken an einen Verkauf.

Bitch on Board

Ich quäle mich über den Stau auf der A1 vom Kunden zurück nach hause.
Vor mir fährt ein unglaublich häßlicher Suzuki.
Ein „Wagon“.
Er hat ein niederländisches Kennzeichen und einen Sticker „Bitch on Board“.

Sowas kann man sich ins Auto hängen, meine Wahl wärs eher nicht.
Ich würde mir aber auch keinen Wagon kaufen.
Wahrlich ein abnorm unattraktives Fahrzeug.
Dann aber entdecke ich etwas, das mir extrem gut gefällt und um das ich die Bitch vor mir beneide.

Sie hat ein Schild, auf dem steht:
Auto sign Mijn Porsche staat..

Ich muss laut lachen.
Sowas will ich für die C-Klasse auch!

Natürlich nicht!

Das ist die Antwort auf: „Darf ich  mal fahren?“
Das ist auch die Antwort auf: „Darf der Dr. Deinen Porsche fahren?“

Das ist eine Familientradition.
Meine Mutter hat während meiner Kindheit immer moniert, dass sie die Porsches meines Vaters nicht fahren durfte.
Dabei war sie sicher die besonnenere Fahrerin in der Ehe…

Ich mag es noch nicht mal, wenn jemand meine C-Klasse fährt.
Nein, ich bin kein Kontrollfreak!
Im Flugzeug fühle ich ich völlig sicher und als Beifahrerin auch meistens.

Es fühlt sich nur irgendwie falsch an, wenn jemand anderes anders fährt, solange es in meinem Auto ist.
Das klingt wahrscheinlich bescheuert.
Aber es ist die ganze Zeit beunruhigend.

Und bei dem Gedanken, dass jemand meinen Porsche…
…da kriege ich einen sofortigen Atemstillstand!
In meiner Familie ist das nun mal so.
Das liegt in den Genen, da kann man gar nix machen 😉

Wie peeeeeinlich… Blamage an der Lieblingstanke

Weil der Dr. müde war, hatte ich angeboten, nach dem Essen zu fahren.
Er nahm an, und ich pilotierte uns durch die Eifel.
Kurz vor Barweiler werfe ich einen Blick auf die Tankanzeige und sehe, dass es kanpp wird, mit dem Sprit für die Heimfahrt.

Er stimmt zu und ich steuere meine Lieblingstanke an.
In der Eifel gibt es nicht so viele Tankstellen.
Noch dazu, ist der Sprit hier häufig sogar billiger als in der Stadt.

Als ich den Boxster auf das Gelände der Tankstelle fahre, weist der Dr. mich auf die richtige Zapfsäule hin.
Vor mir wird gerade ein 11-er betankt.
Hier in Ringnähe tanken immer viele schöne Autos und eigentlich tanke ich hier gerne.

Man mag mir leiden auf hohem Niveau vorwerfen, oder mangelnde Souveränität, oder andere schlimme Dinge, aber ich habe mich geschämt.
„Oh Mann, jetzt denken alle, dass das mein Mädchenporsche ist!“ jammere ich.
Am liebsten würde ich dem 11-er-Fahrer zurufen, „Das ist nicht mein Boxster. Ich fahre nur einen müden Mann. Ich habe auch einen richtigen Porsche“

Das hätte dann dafür gesorgt, dass mich alle Umstehenden für völlig bekloppt gehalten hätten, also verkneife ich mir das.
Stattdessen sitze ich im Auto, während der Carrera betankt wird und schüttele verzweifelt meinen Kopf „Wie peinlich, wie peinlich…!“
Den Dr. ficht das nicht an.

Er beleidigt postewendend meinen Mercedes und erklärt, ich könne froh sein, so einen tollen Boxster überhaupt fahren zu dürfen.
Ich hingegen plane in Gedanken wieder meinen Aufkleber, über den ich schon im Sommer nachgedacht hatte…

Herbst-VLN 12.10.2013

Das vorletzte Rennen der Saison bot wieder großartige Bilder.
Im Karussell überschlug sich ein BMW und rutschte auf dem Dach.
Durch die Krümmung der Straße kam er wieder auf die Räder und fuhr weiter.
Respekt vor dem Fahrer! Eine solche Nervenstärke ist atemberaubend.

Leider gibt es davon keine Fotos, ich war nicht so nervenstark und zu geschockt, um abzudrücken…

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Brandkatastrophe schon auf dem Parkplatz? Nein, die Feuerwehr Aachen macht einen Betriebsausflug zur VLN.
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Standesgemäße Villa am Brünnchen.
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Bei frischen 5 Grad und einem Langstreckenrennen können die Lagerfeuer nicht groß genug sein.
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Ein wunderschöner alter Bus.
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Halbfliegender BMW
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Einer der Wochenspiegel-Porsches
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Funkenflug
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Viele schöne Anblicke…
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Der ist natürlich besonders schön…
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Willi, Du bist in Gedanken dabei, wie Du siehst!
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Heute war ihm wohl nach Kontrastprogramm zu seinem Arbeitsplatz.
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Das war nicht die geplante Fortbewegung für Nico Bastian.
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Für die vorbeikommenden Herren eine extra Attraktion, ein gestrandeter Audi.
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Ein einsamer Grill im Wald. Praktisch, der Rennsport-Fan muss nur noch das Grillgut mitbringen.
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Nach dem Essen: Zähneputzen nicht vergessen!

Nach dem Rennen war ich so durchgefroren, dass ich nur durch einen Berg heißes, scharfes, italienisches Nudelgericht ganz knapp überlebt habe.
Der Winter rückt näher und mit ihm das letzte VLN-Rennen auf der Nordschleife.
Es gibt noch eine ganze Reihe Stellen, an denen ich dieses Jahr zu selten fotografiert habe… 🙂

Woran erkennt man einen Porschefahrer?

„Am Porsche natürlich!“ könnte die Antwort lauten.
Das glauben allerdings oft die Nicht-Porschisten.
Fast alle Porschefahrer, die ich kenne, haben einen Zweitwagen.
Für Kurzstrecken, gefährliche Orte in der Innenstadt oder auf dem Supermarktparkplatz, für den Winter, für die Kunden, die den Porsche nicht sehen sollen, …

Der Porschefahrer kann also als Wolf im Schafspelz durchaus auch im praktischen Kombi oder bescheidenen Seat daher kommen.
Bei manchen ist der „Zweitwagen“ auch ein Zweirad.

Den Porschefahrer erkennt man allerdings untrüglich an der grinsenden Freundin.
Die steht morgens in der Haustür, um dem Porschefahrer nachzuwinken.
Und das Grinsen hat sie, weil er versucht, den Zweitwagen-Zündschlüssel links neben das Lenkrad zu stecken…

Woran erkennt man einen guten Sommer?
Daran, dass der Zweitwagen so viel in der Garage geblieben ist, dass man vergessen hat, wie er bedient werden muss.
Love u Dr!  :-*

Bin ich eine Frau?

Der Dr. und ich waren vor einigen Wochen auf einer unserer Feierabendtouren im Boxster unterwegs.
An einer Kreuzung kam uns ein Transporter entgegen, auf dem ein Chassis transportiert wurde.

Ich: „Ist das ein E-Type?“
Der Dr.:“Eine Frau, die ein E-Type-Chassis erkennt!“
Ich lakonisch:“E-Types hab ich ja nun am Ring oft genug gesehen.“

Jetzt kann ich ihm noch nicht einmal vorwerfen, ein Macho zu sein.
Neulich war ich selbst ganz schön unemanzipiert.
Da sprachen wir von Fingernägeln und ich habe ihn sehr gescholten, weil er das Wort „French Tips“ kannte. (Es geht um Fingernägel…)

Ich finde das nicht sexy, wenn Männer sich mit Kosmetik auskennen.
Für mich selbst habe ich jedoch immer beansprucht, jede Männerbastion stürmen zu dürfen.
Oder ist das auch unsexy, wenn die Freundin vom Beifahrersitz Chassis kommentiert?

Schmuck für jeden Konferenzraum?

Gestern nach der Arbeit habe ich mich mit meinem Freund Bastian in Wuppertal zum Burgeressen verabredet.
(Nur um allen „Seit wann ißt Du Fleisch?“-Fragen vorzubeugen, in meinem Lieblingsburgerladen gibt es hervorragende Veggi-Burger, ich empfehle den „Wolpertinger“!)

Obwohl Bastian sich nicht die Bohne für Autos interessiert,
haben wir über Autos gepaludert und über meinen Rauswurf aus dem Forum.
Auto und Anne, scheint bei ihm in einer Assoziationskette abgespeichert zu sein.
Heute Morgen schickte er mir den Link zu einem Spiegelartikel über Möbel aus Porscheteilen.

Man kann für viel Geld einen absurd zusammengestoppelten Sessel kaufen.
Oben sieht er aus wie ein Elfer-Sitz, unten ist ein Schreibtisch-Sessel Fuß dran.
Gesamteindruck: lächerlich.
Leider mißraten, weiter Autos designen. Setzen, 5!

Es gibt auch noch ein Bücherregal aus einem GT3-Flügel, mit Bremsscheiben-Buchstütze.
Schon netter.
Bei den Preisen allerdings erst denkbar für des Dr. und mein Porschezimmer, wenn wir so gar keine anderen Dinge mehr brauchen im Leben.

Weder er noch ich müssen in nächster Zeit einen Konferenzraum ausstatten,
von daher kommen wir nicht in Verlegenheit,
11-er Sitze auf Sesselfüßen kaufen zu müssen.
Wenn er gleich aus dem Krankenhaus kommt,
gucken wir stattdessen mal nach einem Bett.

Klare Marktlücke:
Das Ehebett im Carrera-Look.
Sollte Porsche mich als Bettendesignerin engagieren wollen,
ich stehe gerne zur Verfügung 😉

Die Porsche-WG

Bisher gibt es nur einen Ort in meinem Haus,  an dem sich Porsche-Accessoires finden.
Im Arbeitszimmer gibt es einen Porschekalender,
eine Zeichnung des Porschewappens, ein Bild eines 11er Scheinwerfers, das der Dr. gemacht hat und ein Carrera-RS-Modell.

Auf allen ruht mein Auge bei der Arbeit mit Wohlgefallen.
Im Sommer haben wir beim Oldtimer-Grand-Prix einen Porschebesitzer getroffen, der erzählte, dass er ein richtiges Porschezimmer hat.
Von oben bis unten voller Porschebücher, Porschebilder etc.
Das hat dem Dr. und mir gut gefallen.

Da wir neulich eine Porschefahrer-Hausgemeinschaft eröffnet haben,
haben wir beschlossen, dieser Leidenschaft mehr Raum zu geben.
Los geht es mit einer Porsche-Detail-Fotoreihe, die in den Flur kommt.
Die Fotos hat der Dr. im Frühjahr gemacht, sie müssen nur noch gerahmt werden.

Wenn wir jemals reich sind, wollen wir eine riiiiiesige Garage.
Mit toller Porschesammlung drin, und mit einer Couch.
🙂

So nicht, kein Schweiß aufs Leder!!

Mein Bielefelder Freund war zu Besuch, und wollte mal im Porsche mitfahren.
Vorher hatte er im Garten gearbeitet, und stand schweißüberströmt fröhlich grinsend bereit, um in den schwarzen Prinzen zu steigen.

Empört sage ich, dass er so nicht auf den Sitz darf.
Er erklärt, dass er sich zum Schutz einen Pullover überlegen würde.
Als er dann versucht, seine 1.90 Meter auf den Beifahrersitz zu falten, verrutscht der Pullover und er will sich mit nassem Hemd hinsetzen.
Vorher pfeffert er noch schwungvoll eine Getränkflasche in den Fußraum, die ich sofort wieder hoch raffe.

Später moniert er, dass meine Stimme unglaublich scharf geklungen habe und ich ihn im Befehlston beordert hätte, erst wieder den Sitzschutz-Pullover zu richten und Getränke im Porsche schon mal gar nicht denkbar seien.
Ein Alptraum!!

Ich nehme ohnehin nicht übermäßig gerne Leute mit.
Wenn die dann auch noch am Leder fummeln, und womöglich dreckige Schuhe haben, schwitzen und Getränke in meinem Auto auslaufen lassen, ist die Grenze meiner Nervenkraft in Überlichtgeschwindigkeit überschritten.
Nachdem ich ihn ausreichend eingeschüchtert habe, fahren wir los.

Er sagt, dass ihn eine wohliger Schauer durchlaufe, wenn ich Gas gäbe.
Jeder, der Porsche fährt, weiß genau, was er meint… 🙂