Mail von Michelle – „Worauf Du schon lange gewartet hast“

In der Betreff-Zeile von Michelles Mail steht: „Worauf Du schon lange gewartet hast“.
Ich kenne keine Michelle, aber das ist ja kein Problem.
Wahrscheinlich arbeitet die Dame bei Porsche und teilt mir mit, dass für das kommende Wochenende ein Targa für ausführliche Fahrten bereit steht.

Oder sie hat VIP-Karten für den Nürburgring für mich.
Oder die Firma Mercedes will, dass ich mal den SLS probefahre.
Oder meinen Nachbarn wollen sich entschuldigen, für ihre kleingeistige Park-Schikane.
Es gibt eine Menge, worauf ich schon länger warte…

Ich warte auch auf besseres Wetter für mein nächstes Porsche-Video-Projekt.
Und auf einen reichen, immer liebenswürdigen Mann mit großer Porschesammlung, der mir einen Heiratsantrag macht.

Michelle jedoch glaubt, dass ich auf eine tolle Gelegenheit warte, ein stetiges Einkommen von zuhause aus zu erhalten.
Über „Bestemuttereinkommen.com“ sei das möglich.
Meines Wissens nach ist das  kein deutsches Wort: Bestemuttereinkommen.

Also warte ich weiter.

Die Porsche-WG

Bisher gibt es nur einen Ort in meinem Haus,  an dem sich Porsche-Accessoires finden.
Im Arbeitszimmer gibt es einen Porschekalender,
eine Zeichnung des Porschewappens, ein Bild eines 11er Scheinwerfers, das der Dr. gemacht hat und ein Carrera-RS-Modell.

Auf allen ruht mein Auge bei der Arbeit mit Wohlgefallen.
Im Sommer haben wir beim Oldtimer-Grand-Prix einen Porschebesitzer getroffen, der erzählte, dass er ein richtiges Porschezimmer hat.
Von oben bis unten voller Porschebücher, Porschebilder etc.
Das hat dem Dr. und mir gut gefallen.

Da wir neulich eine Porschefahrer-Hausgemeinschaft eröffnet haben,
haben wir beschlossen, dieser Leidenschaft mehr Raum zu geben.
Los geht es mit einer Porsche-Detail-Fotoreihe, die in den Flur kommt.
Die Fotos hat der Dr. im Frühjahr gemacht, sie müssen nur noch gerahmt werden.

Wenn wir jemals reich sind, wollen wir eine riiiiiesige Garage.
Mit toller Porschesammlung drin, und mit einer Couch.
🙂

Targa Love

Ich bin verliebt.
Schon vor Jahren fand ich diesen Targa toll.
Er gehört jemanden, mit dem ich beruflich zu tun habe, und schon damals stand ich oft bewundernd auf dem Plarkplatz neben ihm.
Targa 006

Er ist von 1981 und riecht genau wie die Porsches meiner Kindheit.
Seufz.
Letztes Jahr durfte ich schon einmal mitfahren, damals mit frisch verletztem Sprunggelenk in Schiene und daher auf dem Beifahrersitz.

Der Lack ist nicht die Originalfarbe, aber er passt super zu seinem Besitzer, einem jungen Mann, und erfreut  mit seinem leuchtenden Hellblau das Herz.
Heute war ich bei den beiden eingeladen.
Natürlich wollte ich den Targa besuchen. Er parkt in einer Scheune, mit genügend Platz für weitere Fahrzeuge und sein Besitzer hat noch zwei andere Porsches.

So eine Parkscheune ist der Traum eines jeden Städters mit Porschesammlung.
Mein Gastgeber ist ein Manager mit Nerven aus Stahl, anders ist es nicht zu erklären, dass er mir anbietet, den hellblauen Schatz zu fahren.
Anfangs bin ich verblüfft von der schwergängigen Lenkung und kämpfe mit der Schaltung.

Aber was für ein Fahrgefühl!
Und der Sound. Super!
Er fährt sich vollkommen anders, als mein moderner 11er.
Wir fahren mit offenem Dach über wunderschöne Landstraßen in der Vulkaneifel, die Sonne scheint und der Targa fährt sich spritzig und kein bißchen müde.

Ja, man hat mehr zu tun als Fahrer, aber es ist auch irgendwie ein ehrlicheres Porschefahren.
Seine Front ist noch deutlich gewölbter als bei den jüngeren Modellen und es macht unglaublich Spaß, ihn zu fahren.
Die Pedale sind ungewohnt und da ich weder Auto noch Strecke kenne, fahre ich sehr vorsichtig.

Natürlich ist es um mich geschehen.
Am liebsten würde ich nie wieder aussteigen.
Jetzt will ich auch einen.
So einen alten, charmanten, flotten, ehrlichen Sportwagen.
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