Uphill battling

Ostern telefonierte ich mit meinem Grundschulfreund Erik.
Er meinte, dass man beim Lesen des Blogs erkennen könne, wie es mir geht.
Ist das gut? Interessiert das Menschen, die mich gar nicht kennen und hier wegen Autos sind?

Es gibt gute Nachrichten.
Dem jungen Motorradfahrer geht es besser. Er ist wieder ansprechbar und hat offenbar keine Hirnschäden durch den Unfall.
Ein großes Glück.

Was mich angeht, hadere ich gerade.
Ich dachte, die Zeiten seien vorbei, in denen der Porsche mein tröstender Glücksbär auf Rädern sein muss.
Soll aber offenbar doch so bleiben.

Der Frühling ist wunderschön, Blauregen und Azaleen erfüllen meinen Garten mit süßem Durft und die Abende sind warm.
Ich komme vom Kunden, ziehe mich um und schiebe düsterer Stimmung den Rasenmäher durch den Garten und gehe dann ins Bett.

Fuck it, morgen nehme ich den Porsche, dann macht wenigstens die Fahrt zur Arbeit Spaß.
Die nächste Woche hab ich frei.
Der Porsche und ich verbringen die Tage in der Eifel.
Der Rasen da ist auch schon wieder nen halben Meter hoch…

Hoffentlich retten wenigstens die geplanten Porschetouren meine ramponierte Lebensfreude.
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Porschefahrerin im Glück – the road not taken

In der Eifel angekommen fühlte ich mich eine Weile wie bestellt und nicht abgeholt.
Der Dr. fehlte mir, ich war irgendwie aus dem  Rhythmus.
Nach einem kurzen Osterbesuch bei meiner Vermieterin, beschloss ich zum Classic Car Meeting am Nürburgring zu fahren. (Bilder kommen morgen).

Oft fährt man immer dieselben Wege und lässt immer dieselben Orte links oder rechts liegen.
Ab und zu ist es mir ein großes Vergnügen abzubiegen.
Auf Wege, die ich noch nie gefahren bin.

Von der Standardstrecke bog ich ab nach Pomster.
Was für ein Name!
Auf unbekannten Strecken durch die wunderschöne Eifel.

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Und ganz leise schlich sich das Glück in mein Herz.
Ich fuhr, wie man nur fährt, wenn man alleine ist.
Sang laut die Songs im Radio mit.

Den gesamten Rückweg blieb ich auf Nebenstrecken.
Und war überzeugt, dass eine Frau im Leben nichts anderes braucht als die Eifel, ihren Porsche, Musik und genügend Benzin im Tank.
Ich versteige mich nicht zu schreiben, dass es die kleinen Dinge sind, die das große Glück verheißen.

So richtig klein ist ein Elfer ja nun nicht.
Aber ich glaube fast, dass so eine Tour auch im Kleinwagen glücklich gemacht hätte.
Die Schönheit der Eifel tut gut, und ganz alleine durch ein Ländchen zu kurven, ist für Menschen aus Ballungsgebieten wie ein Wunder.

Als hätten die Götter einem die Strecke zum Ostergeschenk gemacht
Danach ist man ganz erfüllt und zufrieden.

Schmetterlinge im Bauch

Ostersonntag, ganz früh am Morgen.
Ich liege noch im Bett.
Alleine.
Der Dr. hat Nachtdienst.

Er meldet sich und sagt, die Nacht sei sehr anstrengend gewesen.
Wir vereinbaren, dass er den Tag über nur noch schlafen will und ich alleine in die Eifel fahren soll.
Kein Problem.

Ich nehm den Porsche.
Und dieser Gedanke, gleich über die leeren Autobahnen zu fahren, in die schöne Eifel, mit meinem wunderbaren Schatz,der macht mir Schmetterlinge im Bauch.

Nach einem Jahr noch immer verliebt in den Elfer. 😉

Tanken

Nein, nicht Sprit.
Nervenkraft, Lebensqualität, Spaß, Inspiration, Genuss…
In letzter Zeit habe ich viel Kraft gelassen, weil es einem Familienmitglied nicht gut geht.
Vor drei Tagen hatte der Dr. Nachtdienst, und ich klickte mich etwas durch Youtube.

Bei Rainald Grebe bleib ich hängen.
Den hatte ich noch nie live gesehen.
Und dann fand ich heraus, dass er gestern ganz bei mir in der Nähe auftritt!
Runter vom Sofa, da wollte ich hin.

Während meines Studiums habe ich in der Zeche in Bochum gearbeitet, und war fast wöchentlich bei Live-Konzerten.
Heute mache ich das viel zu selten.
Das letzte Mal ist schon vier Monate her.

Ich musste dazu ins fiese Köln reisen.
Durch den Osterwochenends-Stau.
Aber die drei Stunden Programm, die er und seine großartigen Musiker abgeliefert haben, waren ein Highlight.

Wenn er bei Euch in der Nähe ist, solltet Ihr unbedingt hin.
Intelligent-witzige Texte, gut gemachte Musik, ein kleiner Saal, in dem man nah dran sein kann.
Und wer mir sagen kann, in welchem Lied er einen Porsche erwähnt, dem spendiere ich bei nächster Gelgenheit nen Kaffee am Ring! 😉

 

Nein, hier geht es nicht um Parkplatzschlampen!!

Im November hatte ich einen Post „Parkplatzschlampen“ genannt.
Ich wusste damals gar nicht, was mit diesem Begriff gemeinhin bezeichnet wird.
Das hat mir mein Porschefreund Jim dann allerdings erklärt…
Immer wieder landen aber Personen, ich vermute Männer, nach Eingabe dieses Begriffes hier.
Sicher sind sie sehr enttäuscht.
Hier schreibt eine Frau vergleichsweise monothematisch über das Leben als Porschebesitzerin.

Ich arbeite nicht als Prostituierte, in diesem Blog geht es auch nicht um Dienstleistungen dieser Art.

Ich hatte das Glück, studieren zu können, und muss jetzt nicht mit fiesen Männern in Wohnmobilen Sex für Geld machen.
Nein, und mein Studium habe ich auch nicht als sexhungrige Studentin, die jung war und das Geld brauchte, verdient.
Das hat mein Vater bezahlt und ich habe meine Kasse mit Jobs ohne Anfassen aufgebessert.

Meine Tante hat in der Eifel übrigens mal ihren Lieferanten für Tiefkühlkost aus dem Fahrzeug einer solchen Dame steigen sehen.
Ihr Kommentar: „Iiiiiih, da bestell ich nichts mehr! Der hat sich bestimmt hinterher nicht die Hände gewaschen.“

Hahahaha!
Umsatzschaden durch Parkplatzschlampe.
Ich geh jetzt Porschefahren.

Carrera macht müde Männer munter

Ich war  mit dem Porsche beim Kunden und auf dem Heimweg mussten noch Lebensmittel beschafft werden.
Also beim Supermarkt auf dem hintersten, einsamsten Parkplatz parken, damit mir bloß keiner seine Tür in die Seite haut.
Dann gefühlte 2 Kilometer zum Eingang laufen und schon kann es los gehen.

Der Einkaufswagen füllt sich, es gibt Gartensachen im Angebot.
Leichte Zweifel überkommen mich, als ich an der Kasse die Einkäufe auf das Band türme.
Ob ich das wohl alles in den Kofferraum des Elfers kriege?
Vor mir ein muffeliger Mann in neongelber Arbeitshose.

Müllabfuhr oder so.
Wir kommen zugleich an unseren Autos an.
Der wackere Porsche schluckt meinen Einkaufsberg.
Er türmt seine Sachen bequem in seinen Kombi.

Ich schiebe meinen Einkaufswagen zurück zu den anderen.
Er lehnt an seinem Auto.
Raucht genüsslich eine Zigarette und lässt seinen Blick über das Prachtheck des Carreras wandern.
Irgendwie sieht er dabei aus, als rauche er die „Zigarette danach“.

Wäre er an der Kasse etwas netter gewesen, hätte er ein Grinsen bekommen.
Während der Elfer röhrend dem Ausgang zufährt, lässt er seine halbgerauchte Fluppe auf die Erde fallen und steigt in seinen Kombi.

Männer, seid nett an der Kasse, Ihr wisst nie, ob der Dame hinter Euch nicht das schönste Auto auf dem ganzen Parkplatz gehört. 😉

Der Tag, an dem ich meinen ersten Porsche abgeholt habe

Gestern vor einem Jahr war es endlich so weit.
Über zwanzig Tage lagen zwischen der Unterzeichnung des Kaufvertrags und dem Abholtag.
Seine Kofferraumhaube wurde wegen Steinschlag-Macken (eine Pest beim Porsche!!) neu lackiert, zwischenzeitlich hatten wir Schneeglätte und ich war einige Tage in London.

Die Zeit erschien mir un-end-lich lang!
Ich vertrieb sie mir im PFF, wo „Frau“ plus „Carrera“ offenbar die Phantasien der Porschefahrergemeinde ordentlich zum Brodeln brachte.
Dann endlich, endlich kam der Tag der Abholung.

Mein Freund Marius war so nett, den Fahrdienst zum PZ zu übernehmen.
Ich hatte die Nacht superschlecht geschlafen.
Im PZ gab es an dem Tag Frühstück für die Kunden und ich bekam meinen wunderschönen, glänzend aufbereiteten Traumwagen.

Meine erste Fahrt ging gleich von Dortmund an den Nürburgring.
So richtig konnte ich sie nicht genießen, die Nerven lagen einfach zu blank.
Am Brünnchen war ich mit dem Dr. (damals noch ein Bekannter) zur VLN verabredet.
Natürlich hatte ich mich zur Porscheabholung schick gemacht.

So stakste ich in knallpinkem Mantel und unpassendem Schuhwerk durch den Eifelwald.
Ein Gutes hatte mein Aufzug, der Dr. hatte nicht die geringsten Schwierigkeiten, mich in der Menge der vernünftig gekleideten Männer auszumachen…

Als ich dann durch meinen kleinen Ort fuhr, dauerte es nicht länger, als man braucht, um die Haupstraße den Berg zu meinem Haus hoch zu fahren, da hatten den Carrera und mich schon zehn Einwohner (und damit mehr als 1% der Gesamtbevölkerung) neugierig angestarrt.
Es ist der einzige Porsche im Ort.

Die ersten großartigen Fahrten kamen später, als ich mich etwas an ihn und seinen Schub gewöhnt hatte, aber sein Reiz hält an, er ist eine absolute Sexbombe und hat die schönsten Kurven der Welt.
Hach!

So, jetzt wissen wirs.

Dieses Blog war vor einem Jahr angetreten, um darüber zu berichten, was passiert, wenn eine Frau einen Porsche kauft.
Meinen ersten Post habe ich morgen vor einem Jahr geschrieben.
Und es ist nicht wenig passiert.

Ich habe neben dem Porsche den Dr. und viele neue Bekannte und Freunde bekommen.
Ein großes Geschenk.

Ich liebe ihn noch immer voll Stolz, Bewunderung und Zärtlichkeit.
Ich finde ihn sexy anzusehen, zu hören, liebe das Gefühl, wie er beschleunigt, seinen Geruch…
Ich vermisse ihn, wenn ihn nicht oft genug fahre.
Ich war in dem Jahr mit ihm sehr glücklich und sehr unglücklich, während ich ihn fuhr.
Das Glück lag an ihm, das Unglück nicht.

Es ist mir in diesem Jahr nicht gelungen, entspannter mit ihm umzugehen.
Ich packe ihn noch immer in Watte.
Und ich fahre ihn noch immer mal liebsten alleine.
Eine Frau, alleine mit ihrem Porsche.

 

Liebeszauber

Nach einem knochenharten Tag im Garten muss ich in die Badewanne.
Ich krame im Badezimmerschrank nach einem Badezusatz und finde eine Packung, die ich vor zwei Jahren zum Geburtstag bekam.
Name: Liebeszauber.

Während das warme Wasser den müden Rücken entspannt,
muss ich an Toms Frage denken, was ich zum Porschekauf dazu bekommen hätte.
Das Beste, was ich bekommen habe ist natürlich der Dr.
Wir haben uns durch unsere Porsches kennen gelernt.

Sicherheitshalber frage ich ihn, ob er nicht mit will, in die Wanne.
Jetzt ist er verzaubert und morgen fahren wir zur VLN.
Besser als Callgirls und Zehnkämpfer.