Das Grid-Girl und der gemeine Porschefahrer

Samstagabend.
Kurz bevor ich mich für die Party in mein kleines Schwarzes stürze, sagt der Dr., mein Porsche-Blog habe sicher mehr Erfolg, wenn ich eher wie eine Dame aus der Bekanntschaft aussehen würde.

Aus zwei Gründen bin ich mehr als verwundert:
1. Mich sieht beim Schreiben ja nun wirklich niemand. Wie ich aussehe, ist vermutlich ziemlich egal.
2. Besagte Dame ist vom Styling her Volltussi. Plastiknägel mit Glitzerdeko, so viel Haarspary im Haar, dass die Frisur wie betoniert aussieht, alles irgendwie zu bemüht. Aber in den Augen des Dr. offenbar der Prototyp einer attraktiven Frau.

Die komischen Vorlieben des Dr. kann ich mir durch seine Herkunft erklären.
Die Damen in seiner Heimat stylen sich anders als meine Peer-group.
Aber unser Gespräch hat mich schon nachdenklich gemacht.
Ist Tussi für Männer das Non plus ultra?

Offenbar nicht für alle.
In diesem Video fällt ein Grid-Girl  vor einem Porsche in Ohnmacht.
Zum Glück stürzen sofort reihenweise Männer zu ihrer Hilfe.

Der Porschefahrer hat jedoch nur eine einzige Sorge:
er empört sich auf Niederländisch, sie sei direkt auf seinem Auto in Ohnmacht gefallen, und man möge unbedingt prüfen, ob sein Wagen ok sei.
Aus moralischer Sicht fragwürdig.

Eins jedoch eint mich mit diesem Misogynisten.
Wir lieben Porsche und finden Tussis verzichtbar…

Woran erkennt man einen Porschefahrer?

„Am Porsche natürlich!“ könnte die Antwort lauten.
Das glauben allerdings oft die Nicht-Porschisten.
Fast alle Porschefahrer, die ich kenne, haben einen Zweitwagen.
Für Kurzstrecken, gefährliche Orte in der Innenstadt oder auf dem Supermarktparkplatz, für den Winter, für die Kunden, die den Porsche nicht sehen sollen, …

Der Porschefahrer kann also als Wolf im Schafspelz durchaus auch im praktischen Kombi oder bescheidenen Seat daher kommen.
Bei manchen ist der „Zweitwagen“ auch ein Zweirad.

Den Porschefahrer erkennt man allerdings untrüglich an der grinsenden Freundin.
Die steht morgens in der Haustür, um dem Porschefahrer nachzuwinken.
Und das Grinsen hat sie, weil er versucht, den Zweitwagen-Zündschlüssel links neben das Lenkrad zu stecken…

Woran erkennt man einen guten Sommer?
Daran, dass der Zweitwagen so viel in der Garage geblieben ist, dass man vergessen hat, wie er bedient werden muss.
Love u Dr!  :-*

Die Porsche-WG

Bisher gibt es nur einen Ort in meinem Haus,  an dem sich Porsche-Accessoires finden.
Im Arbeitszimmer gibt es einen Porschekalender,
eine Zeichnung des Porschewappens, ein Bild eines 11er Scheinwerfers, das der Dr. gemacht hat und ein Carrera-RS-Modell.

Auf allen ruht mein Auge bei der Arbeit mit Wohlgefallen.
Im Sommer haben wir beim Oldtimer-Grand-Prix einen Porschebesitzer getroffen, der erzählte, dass er ein richtiges Porschezimmer hat.
Von oben bis unten voller Porschebücher, Porschebilder etc.
Das hat dem Dr. und mir gut gefallen.

Da wir neulich eine Porschefahrer-Hausgemeinschaft eröffnet haben,
haben wir beschlossen, dieser Leidenschaft mehr Raum zu geben.
Los geht es mit einer Porsche-Detail-Fotoreihe, die in den Flur kommt.
Die Fotos hat der Dr. im Frühjahr gemacht, sie müssen nur noch gerahmt werden.

Wenn wir jemals reich sind, wollen wir eine riiiiiesige Garage.
Mit toller Porschesammlung drin, und mit einer Couch.
🙂

„Es ist generell gut, einen Porsche zu haben…“

„… muss ich nach reiflicher Überlegung feststellen.“
flachst mein Porsche-Bruder heute per whats-app.
Den zweiten Teil der Nachricht, in der Worte wie „Dauerständer“ und „Beschleunigung“ vorkommen, unterwerfe ich strengster Zensur.
Erinnern wir uns an dieser Stelle nur daran, dass Bro als sensation seekender Drifter bekannt ist…

Alle Porschefahrerinnen und Porschefahrer, die ich im letzten halben Jahr getroffen habe, würden diesen Satz ohne Zögern unterschreiben.
Wir alle sind gut zufrieden mit unserem Kauf.
Keiner von uns ist so wohlhabend, dass wir einen Porsche aus der Portokasse bezahlen könnten, von daher entsprechen wir nicht dem gängigen Klischee.

Auch wenn der Tag nervig ist, und nicht immer alles so läuft, wie es gut wäre,
wartet, bis die Straßen etwas leerer sind, schwingt Euch ins Auto und dreht noch eine Runde.
Wir sind Teil, einer vom Glück geküssten Minderheit,
denn es ist generell gut, …  (siehe oben)
🙂

Der Dr. und die Nacht-Schlampe

Was wünschen sich Porschefahrer?
Einen Turbo? Einen GT3? Einen schönen Urelfer oder einen gut erhaltenen Carrera RS?
Könnte Frau annehmen. Weit gefehlt jedoch.
Davon träumen Porschefahrerinnen.
Die Herren haben ganz andere Dinge im Kopf…

Einen interessanten Einblick in die Gedankenwelt der männlichen Porschefahrer konnte ich heute Morgen erlangen.
Der Dr. war von einer dieser Nachtschichten mit wenig Schlaf und viel Arbeit aus dem Krankenhaus nach hause gekommen.

Bevor ich zur Arbeit musste, blieben uns noch 15 gemeinsame Minuten im Bett.
Ich sagte etwas, und seine müde Antwort war: „Was ist denn eine Nacht-Schlampe?“
Prustend korrigierte ich: „Ich sagte, Du brauchst eine Nachttisch-Lampe.“
Er hatte offenbar gehört, dass ich der Meinung sei, er benötige eine Nacht-Schlampe.

Wunschdenken, Herr Doktor!
Die Tag-Schlampe sitzt mitlerweile am Schreibtisch und wünscht dem müden Boxsterfarer schmutzige Träume! 😉

Bei Porschefahrers zuhause

Gute Porschefahrer essen ausschließlich Porsche-Käsegebäck.DSCF9802
Wer das Modell errät, bekommt einen Keks…

Meine neuste Kreation:
DSCF9800
Der Nürburgring.
Ich hatte ja Sorge, dass die GP-Strecke abbrechen könnte, aber sie hält 🙂

Heute kam eine ausgesprochen erfreuliche Nachricht.
Die feiere ich standesgemäß am Steuer des schönsten Porsches der Welt mit einer Feierabendtour.

Ich will Lärm machen mit dem Porsche und schnell fahren.
Also geht es rauf auf die Bahn.
Leider habe ich die Rechnung ohne die Männer gemacht, die heute offenbar keinen guten Wochenstart hatten.

Sie können den Gedanken nicht ertragen, dass der schwarze Porsche sie überholt.
Provozierend langsam blockieren sie die linke Spur.
Dacia, Seat, Ford, VW… am Steuer schlecht gelaunte Kerle.
Wenn ich dann irgendwann endlich dran vorbei bin, bestrafen sie mich mit Lichthupe und bösem Blick.

Mir fallen dazu nur sexistische Erklärungen ein, und weil ich eine Dame bin,
tröste ich den schwarzen Prinzen, dass wir wieder kommen, wenn die bösen Männer im Bett sind.
Dann gehört die Bahn uns.

Bis dahin knistert er in seiner Garage und ich esse noch einen Nürburgring.

Viel Feind viel Ehr

Wildfremde Porschefahrer schreiben mir Unfreundlichkeiten.
Warum?
Vermutlich einfach, weil es geht.
Wer publiziert, exponiert sich und das scheint bei einigen Menschen denn Eindruck zu erwecken, man sei vogelfrei.

Es scheint ohnehin Zeitgeist zu sein, sich seiner Aggressionen an den unpassendsten Stellen zu entledigen.

Ein porschefahrender Freund wurde von einem C-Klasse-Fahrer neulich aufs Übelste genötigt, nachdem dem Mercedesfahrer ein versuchter Kavalierstart mißlungen war. Dafür konnte der arme Kerl in seinem Porsche neben ihm überhaupt nichts.

Aber zum Glück gibt es das Gegengewicht.
Die tollen Menschen, die irgendwann zu meinem großen Glück angefangen haben, mir zu schreiben.
Bei zweien hatte ich bisher das Glück, sie auch persönlich zu treffen.
Andere wohnen zu weit weg, aber es sind witzige, kluge, zum Teil seelenverwandte Schriftwechsel.

Und darauf richte ich mein Augenmerk.
Die Feindseligen mögen in ihre Porsches steigen und so lange fahren, bis sich wieder ein zufriedenes Glücksgefühl einstellt. Nach solchen Fahrten kommt man gar nicht auf die Idee, im Internet fremde Leute anzuätzen.
Ich selbst freue mich, in den kommenden Tagen auch wieder mehr Zeit zum Fahren zu haben.
Nicht, weil ich mich im Moment sonderlich feindselig fühlen würde, sondern weil es nie schadet, sich mit einer frischen Dosis Porscheglück zu versorgen.

Allen Lesern an dieser Stelle großartige, erfüllende Fahrten und möglichst friedliche Zeitgenossen, auf der Straße und im Rest des Lebens!

Tatsächlich Liebe

Vermutlich gibt es kaum Porschefahrer, die so ganz leidenschaftslos mit ihren Fahrzeugen umgehen.

Meinen Lesern wird vermutlich auch eine gewisse Besessenheit meinerseits in Bezug auf den schönsten Porsche der Welt nicht entgangen sein.

Was aber am heutigen Morgen beim Öffnen des Garagentores passierte, hat selbst mich überrascht…

Das Tor ging hoch, ich sah ihn und spürte: Liebe.
Es war ungelogen das Gefühl, das man, wenn man frisch verliebt ist, im Magen hat, wenn man seinen Schatz sieht.

So ein wonniges Durchrieseln, ein wohliges Erschaudern, tendenziell so etwas wie ein kleiner Wiedersehens-Freude-Orgasmus.

Ja, vermutlich ist es völlig krank, so etwas für ein Auto zu spüren….aber wo die Liebe hinfällt…

Gut, es ist also nicht weniger als echte Liebe. Daher suche ich später auch auf dem gefährlichen Parkdeck einen Porsche-Paranoia-tauglichen Parkplatz.

BildWenn Schatz sicher steht, laufe und schleppe ich gerne ein Stückchen weiter.

In Dortmund steht vor einem Geschäft dieser wunderbare Porsche
Türdich 005
3 Fahrten ein Euro. Gar nicht viel für einen echten 11er!
Türdich 007

Nachmittags beeindruckt mich ein GTS.
Ein Objekt meiner Begierde.
Schick, schnell, schwarz.

Leider lebt es beim falschen Besitzer, dieser hatte in einem einzigen Fenster ein Miniatur-Schalke-Trikot, einen kleinen Plüschbären, ein Arztschild und zwei Plüsch-Würfel aufgehängt.
In einem schwarzen GTS!!

Das kann man doch nicht machen!
Solche bemitleidenswerten Fahrzeuge gehören enteignet.
Dann wird für sie ein neues, besseres Zuhause gesucht.
Das Fenster wird zu allererst abdekoriert und dann darf der Porsche ein würdevolles Rest-Autoleben bei seiner neuen Mutter im SOS-Porschedorf verbringen.

Mein neuestes Projekt 😉

VLN, kürzer als erwartet

Kurzmitteilung

Zur Zerstreuung geht es in die Eifel.

Etwas VLN gucken und im Wald rumstehen, immer gut nach einer harten Woche.

Es ist viel mehr los, als am Anfang der Saison.
Verblüffend viele Autos und Wohnwagen, Motorsportfreunde zieht es offenbar bei niedrigen Temperaturen weniger an die Strecke.

Ich bin nicht wirklich früh dran, und als ich am Brünnchen ankomme, kommen mir beunruhigend viele Menschen entgegen. Später wird der traurige Grund hierfür klar.

Nach einer Weile wird klar, es ist keine Rennunterbrechung.  Das Rennen wurde abgebrochen. Wolf Silvester ist während des Rennens verstorben.
Die Nordschleife, was für ein Ort, für einen begeisterten Rennfahrer zu sterben.

An dieser Stelle mein herzliches Beileid seiner Familie und seinen Freunden!

Viele schöne Porsches sind auf den Straßen um den Ring zu sehen. Neue Modelle, breit und sexy, aber auch eine Reihe schöner älterer Fahrzeuge.
Einer hat an einer komischen Stelle gehalten, sein Fahrer steht im Gras.

Besorgt schaue ich beim Vorbeifahren aus dem Fenster, was ihm fehlen könnte.
Schnell wird klar, was ihm fehlt, sind Manieren.
Gut sichtbar von der Hauptdurchgangsstraße steht er neben seinem schönen Auto und pinkelt.
Kein Gentleman driver…

Auf dem Supermarktparkplatz nickt mir grüßend ein Porschefahrer zu.
Nicht unbedingt der klassische Boxsterfahrer, dieser ist ein sehr charmanter älterer Herr, der sicher mindestens 69 Jahre älter als sein Porsche ist.

Das ist das erste Mal, dass mich ein anderer Porschefahrer grüßt.
Wie schön, wenn sich eine solche freundliche Verbindung zwischen Fremden mit dem gleichen Herzensthema einstellt.

Sind Porschefahrer die besseren Liebhaber??

Nein, bitte jetzt keine Angebote, das zu beweisen meine Herren!!

Böse Stimmen behaupten ja gerne, dass Sportwagen zur Kompensation aller nur denkbaren Defizite beim Mann herhalten müssen. Sei es das zu kleine Ego, oder Schlimmeres.

Was macht einen guten Liebhaber aus?

Vermutlich sind folgende Kriterien schon recht wegweisend:
1. Leidenschaftlichkeit.
2. Hingabefähigkeit
3. Ausdauer
4. Eine gewisse Ahnung, wie die technischen Zusammenhänge am Objekt der Begierde von statten gehen.

Porschefahrer sind leidenschaftliche Menschen. Sie sind zu großer Liebe und Begeisterung in der Lage und wenn sie lieben, dann intensiv. Grundsätzlich sind sie also zur Leidenschaft fähig. Und ich erlaube mir an dieser Stelle einmal den Schluß von Auto auf Fleisch und Blut.

Hingabefähigkeit ist vorhanden. Sie verwenden Geld, Zeit, Nerven, knappen Garagenstellplatz, große Teile ihrer Gedanken, und wenn es um die Pflege der Fahrzeuge geht, manchmal auch Blut, Schweiß und Tränen für ihren Schatz.

Ausdauer muss gegeben sein, von der Entwicklung des Kaufwunsches bis Eintritt in den Besitzerstand vergeht oft eine qualvoll lange Zeit. Ohne Ausdauer würde man sie nicht überleben.

Ahnung haben die mir bekannten Porschefahrer alle, oft frage ich mich, wie sie dieses verblüffende Wissen über Funktionen des Lieblings anhäufen konnten. Denn fast keiner von ihnen ist ein Professioneller.

Beste Chancen also, davon auszugehen, dass Porschefahrer die besseren Liebhaber sind.

Leicht problematisch ist, dass sie laut einem Artikel, den ich neulich las, einen gewissen Hang zur Polygamie haben. Nicht nur besitzen sie in aller Regel mindestens ein anderes Fahrzeug, sondern es soll laut Statistik so sein, dass sie überdurchschnittlich viele Seitensprünge haben. Macht ein Porsche sexy?

Ich hatte noch nie einen Porschefahrer als Liebhaber. Meine Analyse lässt die Erwartungen vergleichsweise hoch ausfallen.

Sollte jemals ein Porschefahrer diese hohen Erwartungen enttäuschen, und somit Schande über uns alle bringen, so wird er in diesem Blog öffentlich hingerichtet.

Meine werte Leserschaft kann mir gerne Themenwünsche zukommen lassen. Ich bin gespannt, ob das Thema „Sind Porschefahrerinnen die besseren Liebhaberinnen?“ diese Liste anführen wird.