„7 Wege zu einem sinnerfüllten Leben mit 40“

Für 45 Euro (Abonnenten zahlen 35) kann man sich, veranstaltet von der Rheinischen Post, von einem Diplom Biologen (!) erklären lassen, wie die Lebensmitte zur Chance wird.
Was für ein Stuss.

Das Einzige, das ein Biologe qualifiziert zu diesem Thema von sich geben kann, ist: der Sinn der Existenz ist die Fortpflanzung und somit der Arterhalt.
Allein die Idee, dass das Leben ab 40 schlagartig sinnfrei sein könnte, finde ich bei aller Midlife-crisis-Erfahrung abwegig.

Jetzt sind wir alt genug, um Porsche zu fahren, ohne peinlich, weil zu alt oder zu jung zu sein.
Wir lernen immer noch, aber wissen schon eher, wer wir sind.
Vermutlich haben die meisten von uns noch jede Menge Zeit, um Sinn und Unsinn des Lebens zu genießen.

Rein in den Porsche und der Weg ist das Ziel.
Zack! Porsche-Blog gelesen und 45 Flocken gespart.
Immer lohnend, hier vorbei zu schauen…

DeLorean, SLS, Isdera

Gestern hatte ich einen Termin, bei dem ich  eine unerfreuliche Menge Geld in Sanitärartikel umwandeln wollte.
Der Dr. und ich waren mit getrennten Autos gefahren, und weil sein Navi den blöderen Weg gewählt hatte, war ich eine Viertelstunde vor ihm da.

Zeit, um kurz rüber zu Mercedes zu springen und die Nerven mit einem Besuch beim SLS zu stärken (oder sollte ich „kitzeln“ schreiben?).
Groß war der Schreck, als ich am Platz meines Lieblingsautos einen fiesen SUV stehen sah.

Gleich mal hin zum Verkäufer und rumgenölt.
Und was musste ich erfahren?
„Den SLS gibt es als Neuwagen nicht mehr.
Der Nachfolger wird wohl GT heißen, aber keine Flügeltüren mehr haben.“

Ein Auto ohne Flügeltüren ist doch nicht vergleichbar!
Warum? Warum macht Mercedes das?
Tief betrübt ging ich zurück zur Badausstellung.

Der Dr. konnte meine Trauer nicht teilen.
Er mag den SLS nicht wirklich.
Versteh ich nicht, aber ich hätte auch nie seinen komischen Alltags-Seat gekauft.
Wir haben selbst bei Porsches unterschiedliche Vorlieben.

Beim Sanitärhändler kam dann noch eine ganz andere Marke ins Spiel.
Der Kommentar des Händlers zu meinem: „Die Armatur gefällt mir!“ war: „Da haben sie sich den Ferrari unter den Amarturen ausgesucht.
Grrr! Ich und mein guter Geschmack…

Glückskinder

Seit drei Wochen oder so habe ich Kopfschmerzen.
Ich schlucke morgens immer ein Schmerzmittel und fahre dann zur Arbeit.
Zum Trost nehme ich den Porsche.

Den Morgenhimmel über dem Carrera hätte ein Barockmaler nicht schöner an eine Kirchendecke malen können.
Mit Wohlgefallen fällt mein Blick durch die schräge Fronstscheibe.
Schönheit ist immer gut für die Nerven.

Zur Begrüßung fragt eine Kundin: „Ist das Ihr Porsche auf dem Parkplatz?“
Ich grinse: „Ja.“
Sie auch: “ Hab ich mir gedacht.“
Das Gespräch kommt auf Autos.
Zwei Kunden erzählen, dass sie zum Geburtstag mal ein Traumauto geliehen haben.

Sie schwärmen davon, wie toll die Fahrt war.
Ich fühle tiefe Demut.
Ich darf ihn immer fahren, den Traumwagen.
Er gehört mir.

Ich habe das immer, was andere einmal im Leben haben.
Neben all der anstrengenden Scheiße, die man im Leben so am Hals hat, sind wir Porscheeigner doch immer auch eins:
Kinder des Glücks.

Gezwungen, zum Ring zu fahren

Alle Installateure im Rheinland machen Urlaub.
Wahrscheinlich hat die Innung eingeladen oder so.
Mein Rohrbruch-Desaster feiert Stillstand.
Flucht in die Eifel.

Selten bin ich freitags so früh hier.
Erschöpft wollte ich meine müden Knochen auf die Couch sinken lassen, aber den Dr. zog es am VLN-Vorabend zum Nürburgring.
Da lässt sich Frau gerne zwingen…
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VLN-Fahrerlager mit Nürburg im Hintergrund
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Ich wünschte, man könnte einem Mops auch Ohrenschützer draufklemmen.
Leider ist er nicht so brav, wie dieser Mini-Rennfahrer.
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Es war viel mehr los als erwartet.
Offenbar wurden heute Abend Touristen mit auf die Strecke genommen.
Überall geflashte Beifahrer.
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Und faszinierte Männer, die Treppen blockierend.
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Obwohl es mir immer schwummerig wird, auf dem Mercedes-Turm, musste ich natürlich hoch, um in die Boxengasse zu fotografieren.
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Auf dem Weg zum Parkplatz kam es zwischen dem Dr. und mir zu folgendem Dialog:
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Ich: „Warum kippt der nicht um?“
Dr.: „Der ist so häßlich, dass sich die Erdanziehung in Erdabstoßung verwandelt hat.“

Ich hab jetzt auch nen Boxster

Wir sitzen in der Eifel auf unserem Berg und geben uns dem Glückspiel hin.
Draußen ist es vollkommen dunkel und wir zocken im Licht des Kerzenleuchters.
Ich hatte den Dr. gewarnt.
Bevor wir anfingen, hatte ich Sätze gesagt wie: „Heute Abend bringe ich Dich um Haus und Hof.“

Und genau so kam es auch.
Mein Ex-Mann hat immer gesagt: „Mit Dir wette ich nicht.“
Weil ich immer gewonnen habe.
Heute Abend habe ich vier von vier Spielen gewonnen.

Unter anderem gehören jetzt sein Porsche und seine Fotoausrüstung mir.
Er hat bei soviel Pech im Spiel immerhin Glück in der Liebe 😉

Happy Herbst-Day

Schon Montag war ich ganz nah am Wahnsinn.
Handwerker sind momentan ein Reizthema für mich.
Gestern Abend war ich auch wieder kurz vor dem Zusammenbruch.
Heute ist der letzte seiner Zunft für diese Woche vom Hof gefahren, und das hat eine Welle puren Glücks über mein Leben schwappen lassen.

Der Dr. und ich haben Kennenlerntag und das Wetter ist gut.
Von daher wurde eine Boxstertour auf die Tagesordnung gesetzt.
Wir waren in bester Gesellschaft, überall Porsches.
Es ging zum Shoppen in die Stadt, Essen in einem Lieblingsrestaurant und danach ein Bummel am Wasser.

Ein schöner Ausflug bei Temperaturen, die das Offenfahren zulassen.
Aber wie sagte Annemie Fussbroich noch in „Schicksalsschläge“?
Immer wenn etwas Gutes passiert, passiert auch eine Katastrophe.
Des Drs extrem-bekloppte Freundin hat ihre Kurzbeziehung in München (was war ich froh, dass die hier weggezogen war…!) vor die Wand gefahren und zieht wieder hier her.

Egal, endlich mal wieder Zeit und Nerv und Wetter fürs Porschefahren.
Und das reicht bei einer so bescheidenen Frau wie mir schon für einen
happy Herbst-day.

„Grid Girl nackt“…

… sucht jemand. Und landet bei mir.
Ich habe die fröstelnden Grid Girls oft knapp bekleidet auf ihren Pfennigabsätzen im Eifelwind schwanken sehen, aber nackt?
Ich glaube, da kriegt wohl jemand mit Hormonstau den Hals nicht voll.

Keine Ahnung, wo die Damen nackt neben den Autos stehen, hier jedenfalls nicht.
Ich habe dafür heute eine Reise in die Vergangenheit gemacht.
Wir waren wandern und kamen an einem mittelalterlich gestylten Zeltlager vorbei.
Echt hübsch gemacht, die Zelte.

Die Mittelalter-Zeltbewohner waren stilecht mit dem Auto angereist.
Da stand er neben einem Mittelalterzelt.
Ein Golf Madison.
Das war damals mein erstes selbstgekauftes Auto.

Davor hatte ich noch den Derby, den mein Opa mir überlassen hatte, als ich den Führerschein bekam.

Nach Opas weißem Derby kam mir mein Madison mit flottem Doppelscheinwerfergrill, in schwarz-metallic überwältigend schick vor.
(Den fies-billigen Klebestreifen an der Seite hatte ich sofort abmachen lassen.)
Diesen fuhr ich mein Studium hindurch und bis in die erste Zeit meiner Berufstätigkeit.
Irgendwann erschien er mir mit seinen 75 PS deutlich untermotorisiert und mir fehlte die Klimaanlage.
Ihm folgte die erste C-Klasse, mit knapp 100.000 Km von einem Handwerker aus dem Ort übernommen und noch 12 Jahre lang gefahren.

Wieder eine Fahrkomfort-Explosion, wie damals der Umstieg von Derby auf Golf.
Das habe ich beibehalten, bei all meinen Autokäufen.
Vermutlich ist aber jetzt das Ende der Fahnenstange für mich erreicht.
Macht aber nix, ich bin gut zufrieden.

Auch ohne nacktes Grid Girl neben der Karre 😉

 

Ich bin dem Teufel begnet

Vor der Arbeit trödele ich noch etwas vor dem Tagungshaus herum.
Eine Taxe steht vor dem Haus.
Sie rollt an, rollt weiter und ist dabei ab-so-lut geräuschlos.
Mein Gesichtsausdruck von Bestürzung und völliger Fassungslosigkeit fällt einem weiteren Gast auf.

Ich stammele: „Sie macht überhaupt kein Geräusch!“
Er erklärt mir, dass es sich um so ein Hybrid-Dings handelt, das die ersten 40 Kilometer ohne Motor fährt, oder irgendwie sowas.
Gespenstisch!

So sehr ich mir die Erleichterung durch solche Fahrzeuge für Menschen, die neben einer Straßen wohnen, vorstellen kann, so unheimlich ist ein solches Auto.
Ohne Sound!
Ohne Seele.

Teufelswerk.

 

RDK-Demenz

Der Porsche und ich sind guter Dinge auf Dienstreise.
Ein Jahr lang lebten meine RDK und ich in friedlicher Koexistenz.
Sie tat unauffällig Ihren Dienst und meldete: Nix.
In letzter Zeit meldet sie sich dauernd.

Mal fehlt ihr hinten links etwas Druck, dann hinten rechts oder vorn.
Ich pumpe auf, sie gibt Ruhe, ich fahre wieder, sie meldet sich wieder.
Gestern habe ich Luft nachgefüllt, an einer dieser modernen vollautomatischen Anlagen.
Diese meldete: Wunschdruck erreicht. Der RDK fehlten dennoch 0,2.

Was ist da los?!
Hattet Ihr das schon mal?
Wird die RDK mit dem Alter verwirrt, wie ein dementer Mensch?
Was kann ich ohne kostenintensiven Besuch im PZ tun?

Anekdote am Rande:
Gestern hatte ich just die schwarze Schönheit an die Luftauftankstation bugsiert, als ein Herr im offenen Audi neben mir hielt, das einzige Gerät zackzack an seinen Audi pulte und ich das Nachsehen hatte, obwohl ich vor ihm da gewesen war.
Leider konnte Vatti das Ding aber nicht richtig bedienen.

Und leider hatte die blonde Frau mit dem geileren Auto auch noch recht, dass das laute Zischen kein Anzeichen dafür ist, dass das Ventil richtig sitzt.
Ich bin also nicht allein mit meinen Druckproblemchen…

 

Fool if you think it´s over

Mit dem Porschekauf wurde ich verwoben in ein unsichtbares Netz.
Es verbindet Porschefahrer, auch wenn sie sich noch nie gesehen haben, weit über Autothemen hinaus.
Dieses Freundschaftsnetz schimmert in unterschiedlichen Facetten.

Da gibt es den geliebten Porschebruder, ganz klar mein Seelenverwandter Superbro.
Es gibt meine Porsche-Geschlechtsgenossinnen, alles tolle Frauen mit viel Autowissen.
Und es gibt Porschefreunde, die aufpassen, dass ich mir selbst keine zu großen Gruben grabe.
Einer hat mir in einem Telefonat mal ganz viel Kraft und Hoffnung gegeben, als beides gerade sehr rar war.

Und ein anderer ist gerade unglücklich, weil sein Herz frisch gebrochen ist.
Dem sei mit Chris Rea gesagt: „You´re a fool if you think it´s over. It´s just begun.“
Es kommt für uns alle noch so vieles, von dem wir heute noch nicht wissen.
Wenn man Menschen dabei an seiner Seite weiß, die über eine Leidenschaft hinaus auf die eine oder andere Art da sind, geht es weiter.

Liebeskummer ist mit das Beschissenste, was man fühlen kann,
aber wir alle wissen auch, er geht vorbei und dann geht es eben doch weiter.
Kopf hoch, nordischer Porschefreund!
Leg Chris auf: „… save your tears you´ve got years and years“! 😉