Pizza kommt! – Die Probe und Einstellfahrten der VLN 2014

Samstagabend, kurz nach halb sieben in der Eifel.
Der völlig übernächtigte Dr. ißt noch ein Schnittlauchbutterbrot (die erste Ernte des Jahres!) und wird dann ins Bett gehen.
Aus meinem Wohnzimmerfenster kann ich kilometerweit in die Landschaft blicken.

Minütlich ändert sich das Bild.
Nach dem Regen des Nachmittags färbt die Sonne den Himmel mit seiner imposanten Wolkenkulisse rötlich ein.
Er sieht aus, wie von einem Deckengemälde einer Barock-Kirche.
Den Tag über waren wir am Ring.

Ich habe tüchtig mit der Videokamera in der Boxengasse gefilmt.
Es scheint irgendein Kamera-Problem gegeben zu haben, wenn wir es beseitigen können, kommt morgen der Film.
Auf jeden Fall kommen auch noch Fotos vom Dr.

Nach dem Mittagessen sind wir zum Brünnchen rüber gefahren.
Es waren viele Motorsport-Fans da, die genau wie wir den Saisonstart nächste Woche kaum erwarten konnten.
Kaum waren wir am Wippermann angekommen, wurden die Fahrten auch schon unterbrochen.
Der Streckenposten telefonierte mit dem witzig-altertümlichen Streckentelefon, noch mit altem, klobigen Hörer und dicker Schnur dran und verkündete dann scherzend:
„Pizza kommt!“
Wir standen im Wald, genossen endlich wieder da zu sein, und warteten.

Bester Stimmung.
Dann sagte ein aufmerksamer Jung-Eifler zum Streckenposten:“Deine Zeitung löst sich gleich auf.“
Auf dessen fragenden Blick wies er in den sich ins Schwarz verfärbenden Himmel über dem Wald.

Die Rennunterbrechung dauerte an und die Schatten unter den Augen des Dr. wurden ähnlich dunkel wie der Himmel über der Hocheifel.
Dennoch wollte er bleiben, aber ich blies zum Aufbruch.
Kaum hatten wir den Rückweg zum Brünnchen angetreten, ließ die Eifel zum kräftigen Wind den Regen los.

Frau Schlau hat zum Glück wohlweislich immer einen Schirm im Rucksack.
Als wir am Auto ankamen, mischten sich einzelne Flocken in den Regen und die Temperatur sackte auf 4.5 Grad ab.
In solchen Momenten ist es ein großer Genuß, wenn die Autoheizung einem die Kälte wieder aus den Gliedern treibt.

Nächstes Wochenende ist der erste richtige Lauf der VLN,
da darf der Wettergott ruhig noch etwas mehr Sonnenschein für uns drauflegen.
Aber am wichtigsten ist, die Saison beginnt endlich und wir sind glücklich, dass wir dabei sein können.
Außerdem ist die Eifel immer schön…

Kollegenschweine

Alle Steckdosen im Zimmer sind belegt.
Es laden sowohl Video- als auch Fotoakkus.
Und die Speicherkarten sind leer gemacht.
Draußen scheint die Sonne.

Die VLN-Einstellfahrten laufen.
Aber wir hocken hier zuhause.
Wenn ich die Bilder im Netz sehe, überwältigt mich die Frustration.
Endlich, endlich ist es so weit und wir müssen noch bis morgen warten.

Weil die Kollegenschweine vom Dr. nicht den Dienst mit ihm tauschen wollten.
Dabei ist er schon oft eingesprungen.
Heute Abend wird er also Nachtdienst schieben, und morgen fahre ich mit einem übermüdeten Mann in die Eifel.

Ich belege die Kollegen mit übelsten Verwünschungen:
Sie mögen alle durch die Facharztprüfung fallen und an Haarausfall erkranken!
Und grauenvolle Potenzprobleme haben und Zahnausfall auch!
Allen voran „Miss Migräne“ und der „Inder“ (die schreiben den Dienstplan…).

Wenn er sich gleich in den Halbgott in weiß verwandelt,
steige ich in meinen Porsche.
Treffen mit Freundin Sonja.
Zum Trost und zur Ablenkung.

Gute Fahrt

Das Wetter war so gut, da rief die Eifel.
Schon früh am Morgen habe ich den Boxster mit Sonnenaufgang vor dem Haus fotografiert, während sein Besitzer noch völlig schlaftrunken war.

Bei warmen Sonnenschein haben wir stundenlang im Garten geackert.
Zur Belohnung gab es eine offene Ausfahrt.
Und wir waren nicht allein.
Im Ahrtal fuhr ein wunderschöner Oldtimer, den ich durch das offene Boxster-Dach während der Fahrt fotografieren konnte.
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Ist da ein A-Modell?
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Gut, dass ich immer die Kamera mitschleppe.
Auch wenn meine ohnehin schon überladene Riesenhandtasche durch zwei Kameras weder leichter noch schmaler wird…

Auf der A1 später haben wir ein G-Modell und einen 997, beide aus Essen getroffen.
Das G-Modell hatte einen ungewönlichen Seitenauspuff, der tüchtig lärmte und diesen Porno-Spoiler, der Carrera hatte dieselbe Innenfarbe, wie meiner, war aber, glaube ich grün (das Licht war schon nicht mehr gut…).

Unrühmliche Ausnahme: ein blöder Cayenne, der uns mit seinen hohen Scheinwerfern mehr blendete als die Märzensonne im Mittelgebirge.
Aber ansonsten: eine gute Fahrt!

Abends dann noch ein schöner Lacher auf der heimischen Couch:
Ein Bekannter schickt mir ein Foto mit einem Porsche, den ein „PuFF-nein danke-„Aufkleber ziert.
Das Design erinnert mich an irgendetwas, ich komm beim besten Willen nicht drauf, an was… 😉

Fluchtvereitelung

Heute ist der Tag, auf den ich mich die ganze Woche gefreut hatte.
Ich wollte in meinen Fluchtwagen steigen und einen Tag Urlaub einlegen.
Wollte Porsche fahren, wandern, den Alltag vergessen.
Gestern Abend dann mein Anruf in der Eifel:

„Bleib bloß, wo du bist, das Wetter ist furchtbar hier und morgen kann es Schnee geben.“
Ok, meine Vermieterin kennt das Eifelwetter schon über 70 Jahre, das klingt nicht gut.
Ein winziger Funke Hoffnung glomm noch in meiner Seele.
Heute dann der Blick auf die Webcams des Nürburgrings.

Das wird nix.
Nass, Schneeregen, definitiv kein Porschewetter.
Und ich hatte mich so auf den Tag gefreut.
Stattdessen habe ich in Haus und Garten doofe Arbeiten verrichtet,
Winter sucks! 😦

Lambo-Quiz

Gestern war er wieder da.
In der Tiefgarage vom Nürburgring.
Der russische Lambo, dieses Mal ist er der Star vom aktuellen Video.
Unglaublich, auch ihn wollte sich so ein windiger Händler unter den Nagel reißen…

Bei strahlendem Sonnenschein waren wir ans Brünnchen unterwegs, wunderbarer blauer Himmel und eine Route, wie sie schöner kaum sein könnte: Eifel, Porscheparadies!

Man kann sich überaus glücklich schätzen, wenn man solche Strecken vor der Tür hat.
Keine Notwendigkeit, nervig irgendwo in Urlaub zu fliegen, Schlafen im eigenen Bett.

Allerdings lassen es die Temperaturen nicht zu, den Boxster zu öffnen, bei einstelligen Gradzahlen wäre ich dafür aber auch eindeutig nicht hart genug.
Noch sind Frühling und VLN-Sainsonstart zwar weit, aber bei solchem Wetter lässt es sich schon ganz gut aushalten!

Frohes Fest!

Letztes Jahr Weihanchten war ich zum ersten Mal in meinem Leben alleine.
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Am 24.12. ging ich in der Eifel spazieren und hatte die Kamera dabei.
Die Bauern dort decken die Silageberge gerne mit Plane ab, die sie dann mit Reifen beschweren.
Damals habe ich diesen ungewönlichen „Adventskranz“ fotografiert, mit meinem Geburtsjahr drauf.

Auch wenn man mit Weihnachten wenig am Hut hat, können diese Tage für alleinstehende Menschen zur Herausforderung werden und ich hatte damals ganz schön Angst davor.
Zum Glück waren die Feiertage dank einer ganzen Reihe netter Einladungen viel schöner als ich es zu träumen gewagt hatte.

Dieses Jahr brachte mir meinen großen Traum, den Porsche.
Und mit ihm kam eine neue Liebe in mein Leben, der Dr.
Als der Dr. und ich ein ganz frisches Paar waren, hat er mir bei einem Porschetreffen im Meilenwerk die Porscheplätzchenformen gekauft.
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Und irgendwie sind dieses Jahr meine Weihnachtsfotos farbiger…
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Ich wünsche ganz besonders den porschelosen Singles, die mein Porsche-Blog lesen fröhliche Weihnachten!
Und allen anderen natürlich auch!

Eigentlich sind wir ganz anders…

Wir waren heute an der Nordschleife.
Der Nürburgring hat noch vier Tage in diesem Jahr drangehängt.
Mein Weihnachtsgeschenk, die Videokamera war dabei.
Wir sind Rallyestrecken in der Eifel mit dem Boxster entlang gebrettert und haben bei den Touristenfahrern zugesehen.
Das Video kommt morgen, wenn wir wieder in der Zivilisation sind.

Sonderlich viel Betrieb war nicht auf der Nordschleife, was allerdings völlig an uns vorbei ging, war die Demonstration gegen den Verkauf.
Hätte ich daran gedacht, dass die heute stattfindet, hätten wir sicher vorbei geschaut.
Nicht, dass ich glaube, dass der Verkauf noch abwendbar wäre…

Es war mit Temperaturen um den Gefrierpunkt und kaltem Wind wenig gemütlich in der Hocheifel.
Dennoch hatten wir beide Spaß.
Wenn man uns im Video zuhört, könnte man glauben, dass wir uns ausschließlich streiten.

Dabei sind wir durchaus ein harmonisches Paar, das reihenweise peinliche Kosenamen füreinander hat.
Aber wenn es um unsere Porsches geht, gibt es immer Wortgefechte.
Wenn er später mal groß ist und einen richtigen Porsche fährt, ist hoffentlich Schluß damit. 😉

43

So.
Jetzt bin ich 43.
Nicht alles hat sich verändert, ich tue noch immer dieselben Dinge, wie im letzten Lebensjahr.
Zum Beispiel fotografiere ich Lebensmittel an der Nordschleife.
Hm, das klingt etwas freak-mäßig…
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Herbstlaub? Nein. Chips.
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Voll eklig. Wurstzipfel auf FIA-Zaun. Würg.

Gut, jetzt hält mich die verehrte Leserschaft für durchgeknallt.
Fährt die Irre an ihrem Geburtstag an die Nordschleife und fotografiert Essensreste.
Nein, nicht nur.
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Zugvögel weit oben am Himmel in sich stets ändernder Formation und mit lautem Rufen zogen gen Süden. Kein Wunder, die aktuelle Temperatur lag bei 3 Grad…
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Die zwei Engländer am Adenauer Forst haben-very British- mit heißem Tee in der Thermosflasche vorgesorgt.
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Wollis Platz am Zaun hingegen blieb frei, dem war es wohl zu kalt.
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Spätherbst in der Hocheifel.
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Vor der Märchenkulisse der Nürburg…
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… nutzen einige die nasse Fahrbahn zum Driften. Einmal ließen sogar zwei BMW-Fahrer ihre Autos schön im Parallelschwung durch den Adenauer Forst rutschen. Sehr hübsch, leider nicht im Bild…
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Düstere, dennoch passende Botschaft im Sockel einer Skulptur im Wald nahe des Adenauer Forstes.
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Für Willi, Pilze statt Z4 🙂
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Dieses Jahr sind die Schlehen unheimlich groß und saftig.
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Skandal! Die katholische Eifel entheiligt den Tag des Herren! Rewe in Adenau hat geöffnet.
Am Sonntag!!!
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Sodom und Gomorra. Sankt Nikolaus und gefärbte Ostereier an einem Tag im Angebot.
Unglaubliche Zustände.
Der nächste Skandal nach Tebartz van Elst.

Erschüttert steige ich in den Wagen und fliehe ins Rheinland, um den Rest meines Geburtstages in bibeltreuerer Umgebung zu verbringen.
Am 7. Tage sollst Du ruhn…

Tschüss, bis nächstes Jahr!

Es ist Sonntagmorgen, unglaublich früh.
Noch viel früher, weil die Uhren umgestellt wurden.
Ich sitze in der Eifel und der Tag kommt mit einem dramatischen Himmel.

Ein Sturm soll kommen, und hinter dicken schwarzen Wolken bricht das rote Morgenlicht über den Hügeln hindurch.

Gestern war das letzte VLN-Langstreckenrennen auf der Nordschleife.
Das Wetter hat glücklicherweise mitgespielt, 17 Grad und trocken.
Viele Zuschauer waren an die Strecke gekommen um noch ein letztes Mal dabei zu sein.

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Und sie hatten sich hübsch gemacht!

Am Brünnchen war ein junger Mann noch bei den Styling-Vorbereitungen
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Das Lagerfeuer hinten heizt das Wasser für den Pool. Saisonende im Luxus.

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Ich liebe den Herbst und ich liebe Rennautos. Ergo bin ich entzückt von Rennautos mit Herbstlaub-Deko an den Lufteinlässen. 🙂
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Diese zwei feiern das letzte Rennen im Außerirdischen-Kostüm.
Selbst ihre Fahrzeuge sind geheimnisvoll leise und haben nur zwei Räder!
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Diese Dame wird vielleicht im nächsten Jahr andere Schuhe für die matschigen Waldwege wählen…
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…wohingegen dieser junge Mann schon im frühsten Kindesalter verstanden hat, was man zu einem Rennen trägt!
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Für Willi. Weil es das Abschiedsrennen ist, von hinten.
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Nein, die überholen nicht. Das sieht nur so aus…
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Für den ersten Platz hat es nicht ganz gereicht. Aber für ein schönes Herbstfoto schon.

Das Rennen neigte sich seinem Ende zu.
„Tschüss, bis nächstes Jahr“ war immer öfter zu hören.
Ich fing an, schwermütige Abschiedsfotos zu machen.
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Düstere Gedanken gingen mir durch den Kopf.
Wieso sind die so sicher, sich wieder zu sehen?
In einem halben Jahr kann viel passieren.
Oder stehen die schon seit vielen Jahren immer am selben Streckenabschnitt und wissen aus Erfahrung, dass die meisten Menschen die Winterpause überleben?

Die Natur, die tüchtig Herbstblätter von den Bäumen wehte, das letzte Rennen…
ich wurde von Endzeitstimmung überwältigt.
Der Dr. und ich stehen bei Rennen selten zusammen.
Jeder sucht sich seine Stellen, um zu fotografieren, und bewegt sich frei hin und her.
Jetzt aber brauchte ich Trost.
Per Telefon fand ich heraus, dass er ganz in der Nähe war und machte mich auf den Weg.

Er war schwerer zu erschüttern.
Aus therapeutischen Zwecken wurden Kohlehydrate zur Stimmungsstabilisierung verordnet.
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Wie bei allen Ersatzbefriedigungen hilft das natürlich nur kurzzeitig.
Der Blues bleibt.
Wenn ich wieder zuhause bin, kommen noch weitere schöne Fotos.
Jetzt gehe ich hoch, und wecke den Dr.
Noch immer ist es sehr früh, aber ich kann ja schließlich nicht mit allem warten, bis nächstes Jahr.
Und für Trostnudeln ist es eindeutig zu früh am Morgen…

Einen Schritt voraus

Gestern hatte ich eine denkwürdige Begegnung.
Sklavisch lasse ich jedes Jahr die Winterreifen auf mein Auto ziehen.
Dabei befolge ich die O-O-Regel und gestern war es wieder so weit.
Der Porsche bekommt am Freitag schicke Winterreifen gekauft.
Gerade in der Eifel ginge es auch gar nicht ohne.

Trotz dicker Erkältung erscheine ich brav in meiner Werkstatt.
Der Chef hat dieselbe C-Klasse wie ich.
Was ich nicht wusste: er hat auch einen schwarzen Carrera S.
Den hat er allerdings gestern verkauft.

Als ich dem Mechaniker meinen Schlüsselbund reiche, gebe ich versehentlich den Porscheschlüssel statt des Mercedesschlüssels weiter.
Der Werkstattinhaber sieht das sofort (Mal wieder so ein schöner Fall von rapid recognition…) und fragt, ob ich auch einen Porsche habe.

Dann erzählt er, dass er seinen heute verkauft habe.
Er sei kaum noch gefahren und dazu sei das Auto zu schade.
Er brauche ihn auch irgendwie nicht mehr.

Wir sind uns einig, dass man zu oft den Porsche nicht nehmen kann.
Beim Gedanken an den Aldi-Parkplatz rollen wir synchron die Augen gen Himmel.
Auch meinen Porsche fahre ich seltener, als mir lieb ist.
Er soll von Kurzstrecken verschont bleiben und nicht unsicher geparkt irgendwo stehen.

Im Alltag habe ich zwar öfter ausreichend lange Strecken, aber das mit dem sicheren Parken ist ein echtes Porblem.
Der Gedanke, dass ich ihn aus diesen Gründen eines Tages auch verkaufen werde, macht mich traurig.

Heute steht zwar nur eine kürzere Strecke an,
aber ich muss krank Kundentermine wahrnehmen, und brauche ein bißchen Porsche-Liebe.
Heute nehme ich meinen schwarzen Prinzen und verjage damit düstere Gedanken an einen Verkauf.