Der Porsche geht immer aus!

Ich quäle mich durch den Berufsverkehr, weil ich mit meinem Freund Bastian um 9.00 Uhr in der Stadt zum Frühstück verabredet bin.
Vor mir kommt ein 991er nicht schneller voran als ich in mein Mopstransporter.
Wenig begeistert betrachte ich sein Heck.

Die Rückleuchten sind zu klein, die Silhouette mit den breiten Rädern wirkt, als hätte man Jennifer Lopez in ein zu ambitioniertes Korsett gepresst.
Und dann passiert es.
Wir fahren stopp and go.
Und der Porsche vor mir geht aus.

Upps! denke ich noch ahnungslos, während er wieder angeht.
Und promt wieder aus.
Das kann doch wohl nicht wahr sein!
Da bauen die so einen Käse ein?

Das macht im Stau doch überhaupt keinen Sinn, dass ein Sportwagen laufend neu startet.
Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass das ökologisch sinnvoll sein soll.
Das ist peinliche Augenwischerei und macht das Nachfolgemodell meines Carreras nur noch unattraktiver für mich.

Ich werde versuchen, meinen Fuhrpark ewig zu erhalten.
Diesen ganzen Schnick-Schnack-Ausstell-Assistenz-Mist können andere kaufen.
Was bin ich froh, einen 997 zu haben.
Der läuft.
Und zwar durch.

Mein wunderschöner, bissiger Porsche und ich

Ein sonniger Frühlingsabend.
Der Porsche ruft aus der Garage, dass er dringend aus seinem Dornröschenschlaf geweckt werden möchte.
Natürlich konstruiert mein Kopf, dass dringend etwas besorgt werden müsse, und ich lasse ihn raus.

Der Dr. ist gerade erst nach Hause gekommen und will nicht mit.
Als er den Motor des Elfers hört, kommt er an die Haustür, um mir zu winken.
Er steht in der Tür, schenkt mir sein reizendes Lächeln.
Es erinnert mich an unsere Anfangszeit, als unsere Porschefreude uns so verband.
Ich winke aus dem Elferfenster zurück und fahre los.

Er ist bissig, mein Motor, sehr befriedigend.
Auf dem Parkdeck fahre ich in die hinterste Ecke.
Eigentlich will ich schon in den Einkaufstempel, aber der Porsche ist einfach zu schön.
Ich hole das Handy aus der Handtasche und fange an, Fotos zu machen.
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Er sieht aber auch zu gut aus, wie er im Abendlicht da steht.
So hocke ich auf dem Parkdeck und knipse.
Endlich reiße ich mich los und gehe zum Eingang.
Drei Jugendliche schlendern pommesessend in Richtung meines Autos.

Paranoid bleibe ich sofort stehen und warte, ob sie sich dem Carrera nähern.
Auch beim Einkaufen denke ich immer wieder, hoffentlich geht das gut.
Der Porschebruder und der Dr. kriegen natürlich noch während des Einkaufs Fotos geschickt, denn die wissen die schwarze Schönheit natürlich angemessen zu würdigen und halten mich nicht für eine befremdliche Person.

Irre, nach zwei Jahren immer noch so verliebt…

Porsche-Licht

Es ist dieses Licht.
Goldene Abendsonne, ein Licht, bei dem man Porschefahren muss.
Der Dr. arbeitet, und ich muss nirgendwo hin.

Kein Problem, ich werde ihn als Alibi benutzen, und eine Porschetour zum Krankenhaus machen.
Vorher will der Carrera noch Benzin.
An der Tankstelle treffen sich die Gleichgesinnten.

Ein Elfercab wird gerade betankt und neben mir steht ein schwarzes, schweres Motorrad mit Rüssel im Tank.
Die beiden Herren und ich tauschen ein kleines wissendes Grinsen, auch sie haben das Licht gesehen.

Kaum schiebe ich meinen breiten schwarzen Arsch auf die Autobahn, sind sie auch schon da.
Aufgeregte Männer in BMWs.
Sie wollen zeigen, wie schnell sie die Auffahrt nehmen können.

Macht mal, denke ich und drehe Mark Knopfler lauter, während ich mich wohlig in den Sitz lehne.
Die Zeiten, in denen ich glaubte, jemandem etwas beweisen zu müssen sind schon länger vorbei.

Im Krankenhaus schicke ich eine Schwester den Dr. holen.
Er ist freudig-überrascht mich zu sehen, aber hat Patienten.
Ein schneller, süßer Kuss auf dem Krankenhausflur, mehr ist nicht drin.
Nicht schlimm, draußen wartet der Elfer darauf die Fahrt fortzusetzen.

Gott, dieses Auto macht so glücklich.
Die Sonne ist untergegangen, die Straßen werden leerer.
„God knows what I could do with you…“

Absturzgefahr!

Mittwochnachmittag.
Der Dr. ist zu einem seiner Endlosdienste aufgebrochen.
Eine eitlere Frau hätte vielleicht aus dem blonden Lockenchaos eine nette Frisur gemacht.
Eine bessere Hausfrau hätte mit Sicherheit die Küche aufgeräumt.
Aber die Sonne scheint, es sind 8 Grad, wir haben Porschewetter!

Strubbelig verfrachgte ich den Mops in den Elfer und mich hinters Steuer.
Das Styling verschiebe ich, heute Abend gehe ich mit einer Freundin tanzen und die Küche wird verdrängt.

Es geht ins Bergische Land, Freitag habe ich da einen Termin und ich will mir die Strecke ansehen.
Der Mops schnauft, durch die Winterpause ist er das bissige Sportwagengefühl nicht mehr gewohnt.

Das Radio dudelt, die Sonne scheint, ich fahre.
Absturz
Dieses Schild übersehe ich auf dem Hinweg.

Och, denke ich, was für eine schöne Strecke!
Eine schmale Straße, viele Kurven, steile Anstiege.
Einen kurzen Moment überlege ich, dass man hier geile Porsche-in-Landschaft-Fotos machen könnte.

Weiter geht es durch die Berge.
Dann höre ich meine eigenen Stimme „Ach du Scheiße!“ sagen.
Mir wird klar, dass dies keine Einbahnstraße ist.
Wenn mir jetzt jemand entgegen kommt, wird einer von uns eine weite Strecke zurücksetzen müssen.

Eine sehr weite Strecke.
Weit und eng und kurvig und bergig und rückwärts.
Ich halte den Atem an und sende Stoßgebete gen Himmel.
Jeder weiß, dass Atemanhalten das Auto schmaler macht…

Es geht auf einer winzig schmalen Brücke über die A3, weit und breit keine Möglichkeit zum Wenden oder Abbiegen.
Diese road to nowhere geht weiter und weiter.
Ins Nichts.

Jetzt schnauft nicht mehr der Mops, sondern ich.
Warum gibt es solche Straßen?
Warum warnt einen denn niemand??
Hiiiiiiilfe!!
Nach gefühlten sieben Stunden komme ich an einen Reitstall.

Um mich herum sehr viele junge, minifahrende Damen in Reithosen.
Hier hat so ziemlich jeder Bauer auf Pferdewirt umgesattelt, damit die höheren Düsseldorfer Töchter ihre Zossen stadtnah parken können.
Ich wende die schwarze Schönheit und schaffe es tatsächlich heil zurück in die Zivilisation.

Erst als ich die sichere Autobahn wieder erreiche und der Carrera sein sonores Organ erhebt, sinkt mein Puls langsam wieder.
Gott, war das gefährlich…

Der sexy Porschegeruch

Mein Elfer riecht sehr anziehend.
Eine Mischung aus Leder und Benzin.
Würde man mich mit geschlossenen Augen in die Garage führen, mein Herz täte einen Hüpfer.

Arme Menschen, die keinen Carrera haben, hängen sich die furchtbarsten Dinge ins Auto, damit dieses besser riecht.
Früher gabs mal diese fiesen Vanille-Bäumchen.
Was ich heute beim Einkaufen sah,

Lufterfr.
… geht selbst mir bei aller Liebe zu weit: Mops-Flavour!!!

 

Was würdest Du aus einem brennenden Haus retten?

Ich beschäftige mich in den letzten Tagen immer wieder mit Minimalismus.
Das liegt daran, dass ich eine Menge besitze, und Besitz natürlich immer auch Last ist.
Man muss sich kümmern, um das, was man hat.

Die Anhänger der Minimalismusbewegung schlagen vor, dass man sich radikal von Dingen trennt.
Um den Krempel leichter loslassen zu können, soll man sich fragen, was man aus einem brennenden Haus retten würde.
Klare Antwort: den Hund und die Katze.

Aber darf man vielleicht noch einmal rein, um den Rest zu holen?
Also nicht alles natürlich.
Aber ich müsste sicher so vier bis achtmal wieder ins brennende Haus, um die Dinge retten zu können, die mir fehlen würden.
Wahrscheinlich öfter.
Sehr viel öfter.

Und ich möchte mir gar nicht vorstellen, in welchen Stress ich geraten würde, wenn ich neben dem ins-Haus-und-wieder-raus-Rennen auch noch in die Garage hasten müsste, um den Porsche aus der Gefahrenzone zu fahren…
Schon der Gedanke stresst mich mehr, als mein Besitz.

Ich hätte zwar gerne wenig(er), worüber ich mir Sorgen machen muss, aber wer liebt, hat in dem was er liebt eben auch einen Schatz, der das Leben schöner macht.
Mir ist schon klar, dass es auch ohne die ganzen Sachen ginge.
Vielleicht wär das Leben cool und leicht, in einer leeren Einzimmerwohnung mit Katz, Hund und Porsche in der Garage.

Wer Haustiere und Sportwagen liebt, hat aber immer genügend Anlass zur Sorge.
Geht es den Tieren gut?
Was klappert da so komisch?
Aber ohne Tiere und Elfer kann mir der Minimalismus ohnehin gestohlen bleiben.
Ich fürchte, bin ungeeinget für diese Philosophie.

 

Ein herrlicher Tag

Sonntag der 23. November, 12 Grad, Sonne.
Endlich, endlich habe ich Zeit.
Bangen Schrittes gehe ich zur Garage.
Ich habe Angst, ob die Batterie des Carreras nicht platt sein könnte.

Als ich die Garage fast erreiche, meldet sich der Porschebruder mit der Nachricht
„Herrlicher Tag“ von einer Ausfahrt.
Noch ängstlich, ob ich auch zu meiner kommen werde, starte ich.
Sofort springt er an.

„Du glaubst gar nicht, wie herrlich!“, denke ich.
Damit das Öl warm wird, fahre ich zuerst ein paar Kilometer Autobahn.
Das macht schonmal tüchtig Spaß.
Seit ich den Porsche habe, musste ich ihn noch nie so lange stehen lassen.

Mir waren schon düstere Gedanken gekommen.
„Lohnt nicht, so ein teures Fahrzeug nur rumstehen zu lassen. Vielleicht sollte ich ihn wieder verkaufen…“
Nach der Autobahn fahre ich über die Dörfer, langsam fällt der Stress von mir ab.

Ich fahre nur so, ohne Ziel. Weil das Wetter gut ist, weil das Auto so viel Spaß macht.
In vielen entgegenkommenden Fahrzeugen sitzen Männer, die offenbar dasselbe tun.
Wir alle fahren allein.
Lauter glückliche Sonntagsfahrer…

Der Elfer steht

Der Elfer steht.
Und steht.
Und steht.
Es ist fast drei Wochen her, dass ich ihn das letzte Mal fuhr.

Und das, obwohl das Wetter das Fahren ohne Winterreifen ermöglichen würde.
Ich komme einfach nicht dazu, ihn zu fahren.
Auf den meisten Touren müssen Mann und Hund mit, also landen wir zwangsläufig im Mercedes.

Oder ich bin einfach zu erschöpft.
Draußen rattert ein Bautrupp, der meine Auffahrt erneuert.
Es dröhnt und rumpelt.
Ich versuche, drinnen zu arbeiten.

Im Haus liegt noch immer alles unter Baustaub.
Dafür ist es schön ruhig.
Die Bad-Baustelle liegt still, leider hatte der Installateur Fliesen bestellt, die nicht passen.
Sein Mitarbeiter holt jetzt neue, seit vier Stunden.
Grund, nach Aussage seines Büros: es hat wohl leider einen ganz schlimmen Stau gegeben…

Da hat Frau einen geilen Carrera in der Garage, die Sonne scheint und sie fährt nicht.
Ich hatte mir das Leben als Porschefahrerin anders vorgestellt.
Aber wie sagt man so schön,
„Life is what happens, while you´re busy making other plans“…

Ich wünsch mir was!

Heute habe ich Geburtstag.
Da darf man sich was wünschen.
Ich wünsche mir, dass mir nie der Sprit fehlen wird, um in mein Auto zu steigen und abzuhauen.

Das mache ich immer, wenn ich den ganzen Scheiß nicht mehr aushalte.
Heute Morgen war es dann auch wieder so weit, ich wollte nur noch weg.
Also Hund ins Auto und los.
Geburtstag
Fähre statt Brücke, viel schöner.

Und wenn man sich zum Wasser dreht, sieht auch keiner, dass man fast heult.
Das  beste Geschenk habe ich mir selbst gemacht: eine Zehnerkarte für diese Fähre.

Ich überlge, ob ich den Beifahrersitz im Elfer ausbauen lasse.

Dann ist Platz für die Transportbox vom Mops.
Da der fast immer dabei ist, steht der Porsche viel zu viel rum.
Sieht aber sicher furchtbar aus.
Auf der anderen Seite, was hat Frau von einem stehenden Carrera?

Oder sollte ich einfach den Sitz opfern?
Und den Hund zum Teil der Geschichte dieses Porsches machen?
Aber dann riecht er bald nicht mehr nach Porsche, sondern nach „Mops-Muff“, wie neulich eine Boxsterfahrerin sagte.

An dieser Stelle den Porschefreundinnen vielen Dank für Ihre Gratulationen!

Womit beschäftigen sich Frauen?

Sie schicken sich Angebots-Kopien von Elfern, mit denen sie flirten.
Oder bekommen solche geschickt und lesen sie sabbernd wie der Pawlowsche Hund.
(Eine Porschefreundin hat mir gestern Bilder von einen sehr schönen Carrera in weiß/Naturleder braun geschickt, den sie sich ansehen wird.)

Oder sie verabreden sich, eine schlägt einen Treffpunkt vor und die andere antwortet mit: „Briller Straße. Kann Porschi da parken?“
(Ich konnte natürlich umgehend porschesichere Parkmöglichkeiten vorschlagen…)

Oder sie feiern ihren Geburtstag vor, weil der Grundschulfreund aus München gerade da ist, und gemeinsame (Kinder)geburtstage Tradition haben.
Heinemann
Und bekommen neben Mops-Christbaumkugel und Tiara auch etwas aus dem Porschemuseum mitgebracht.

Entgegen landläufiger Annahmen beschäftigen sich Frauen also offensichtlich primär mit Sportwagen der Marke Porsche.
Womit beschäftigen sich Männer eigentlich?