Ein herrlicher Tag

Sonntag der 23. November, 12 Grad, Sonne.
Endlich, endlich habe ich Zeit.
Bangen Schrittes gehe ich zur Garage.
Ich habe Angst, ob die Batterie des Carreras nicht platt sein könnte.

Als ich die Garage fast erreiche, meldet sich der Porschebruder mit der Nachricht
„Herrlicher Tag“ von einer Ausfahrt.
Noch ängstlich, ob ich auch zu meiner kommen werde, starte ich.
Sofort springt er an.

„Du glaubst gar nicht, wie herrlich!“, denke ich.
Damit das Öl warm wird, fahre ich zuerst ein paar Kilometer Autobahn.
Das macht schonmal tüchtig Spaß.
Seit ich den Porsche habe, musste ich ihn noch nie so lange stehen lassen.

Mir waren schon düstere Gedanken gekommen.
„Lohnt nicht, so ein teures Fahrzeug nur rumstehen zu lassen. Vielleicht sollte ich ihn wieder verkaufen…“
Nach der Autobahn fahre ich über die Dörfer, langsam fällt der Stress von mir ab.

Ich fahre nur so, ohne Ziel. Weil das Wetter gut ist, weil das Auto so viel Spaß macht.
In vielen entgegenkommenden Fahrzeugen sitzen Männer, die offenbar dasselbe tun.
Wir alle fahren allein.
Lauter glückliche Sonntagsfahrer…

50 ways to leave your lover

Eigentlich schreibe ich lieber über die tollen Seiten des Lebens.
Schöne Fahrten im Elfer oder Veranstaltungen am Ring.
Oder auch über Valentinstage, die ich nicht mehr einsam verbringen muss.
Aber irgendwie habe ich den Anspruch, ehrlich zu sein, wenn ich darüber schreibe, was passiert, wenn eine Frau einen Porsche kauft.

Und Folgendes passiert eben offenbar auch, wenn eine Frau einen Porsche kauft:
Der schwarze Prinz hatte noch seine erste Batterie.
Die hat es jetzt hinter sich, eines Tages sprang er nicht mehr an.
Aufladen war nicht die Lösung.

Dann hat mein Lover sie ausgebaut, und leider nach dem Ausbau die Klappe der Kofferraumhaube unbedacht geschlossen.
Diese lässt sich ohne Batterie nur mit einem Trick wieder öffnen.

Danach hat er im Rahmen eines Disputs das Haus verlassen (Nein, in dem Disput ging es nicht um die geschlossene Haube…), ist in seinen Porsche gestiegen, seiner fährt ja schließlich noch, und war weg.
Auch eine Art to leave you lover, Porschetroubele inklusive.

So kann man das machen, muss man aber nicht.
Die Engländer haben eine nette Redewendung:
„Adding insult to injury.“
Trifft ganz gut das Gefühl, das ich hatte.

Sein Angebot, zurück zu kommen, um das Auto wieder zu öffnen, habe ich ausgeschlagen.
Wer weiß, was da noch alles schief gegangen wäre.
Es besteht durchaus die Gefahr, beim Öffnen der Haube mit dem Trick, einen Kurzschluss zu verursachen, und tüchtig etwas kaputt zu machen.

Nun kommt gleich der Mechaniker meines Vertrauens mit einer neuen Batterie.
Wenn der schwarze Prinz seine neue Batterie hat, wird er wieder anspringen.
Für den das Auto betreffenden Teil der Trennung gibt es also eine etwas nervige, aber dennoch letztlich leichte Lösung.

Der Rest wird schwieriger…