Grün vor Neid

Gestern war VLN.
Bei wun-der-ba-rem Wetter.
Der Dr. ist hingefahren und kam zurück und erzählte, er habe an drei verschiedenen Stellen fotografiert.

Ich war in der Zeit zuhause geblieben.
Welpen und laute Motoren vertragen sich nicht.
Und die Kartoffeln mussten endlich gelegt werden.
Immer wieder schoben sich beim Schaufeln Bilder vom Rennen vor mein inneres Auge.

Seufzend versuchte ich mir einzureden, dass alles seine Zeit hat.
Und jetzt eben keine Rennzeit für mich ist.
Klappte mittelprächtig.
Und das, wo ich momentan soooo viel arbeiten muss.

Ein kleiner Trost war die Gruppe holländischer Mountainbikefahrer.
Sie kamen an unserem Garten vorbei, und waren von dem vierbeinigen Charmebolzen so entzückt, dass sie fragten, ob sie Fotos von ihm machen dürfen.
Dennoch fühlte ich mich grün vor Neid.

Heute Abend quetschen der Mops und ich uns beide in den Boxster und der Dr. muss uns mit einer Porschetour entschädigen!

 

 

Blondine oder Hund?

Der Dr. stellt sich mit seinem Boxster ja nicht so an.
Er prügelt ihn fröhlich durch alle Alltagssituationen.
Also gab es auch kein Zögern, den Hund (allerdings in der Transportbox) auf den Beifahrersitz zu schnallen.

Hund geht.
Blondine auch.
Aber nicht beides.
Ist eben ein echter Junggesellen-Porsche, so ein Boxster.

Und dabei waren die gemeinsamen Boxstertouren immer so schön.
(aus mir unbekannten, paranoia-bedingten Gründen, fahre ich den Elfer lieber alleine. Ich mag Beifahrer einfach nicht, die womöglich irgendetwas anfassen, oder dreckig machen, oder ihren Kopf anlehnen…)

Wenn wir dem Dr. auf die Nerven fallen, sagt er Terrorblondine oder Terrormops zu uns.
Und wahrscheinlich haben die Konstrukteure in Zuffenhausen recht.
Ein Porsche soll Männer glücklich machen, da ist zuviel Terror kontraindiziert.
Aber so ganz ohne romantische Feierabendtouren fehlt mir etwas.

Bremsweg

Normalerweise laufe ich hochtourig.
Es gibt, mit Job und zwei großen Gärten, immer so viel zu tun, dass es anders nicht zu bewältigen ist.
Die to-do-Liste diktiert die Taktzahl.

In letzter Zeit stehe ich viel rum, und warte, dass der Welpe sein Geschäft erledigt.
Das ist gar nicht schlecht.
Um mich auszubremsen muss schon eine große Liebe auf die Bühne meines Lebens treten.
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Aber er bremst eben nicht nur.
Er ist schneller als jeder Elfer.
Zweimal habe ich ihn schon aus dem Teich gefischt, in den er gefallen war.
Hinrennen, rausfischen, warm abduschen, trocknen, sich selber trocken anziehen…
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Der Dr. spricht von den glücklichen Zeiten vor dem Mops.
Dabei hat er es gut.
Während ich hundebedingt nur noch C-Klasse fahre, hat er heute den Mops samt Transportkorb in den Boxster bugsiert.

Beim Tierarzt traf ich eine Frau mit 964er.
Die schaffte sogar zwei Hunde in ihrem Porsche, einer davon ein Riesenschnauzer.
Respekt!
Porschefahrerinnen, die zugleich Hundebesitzerinnen sind, kommen schnell ins Gespräch im Wartezimmer.

Übermorgen gehe ich auf Dienstreise.
Der  Welpe bleibt beim Dr. und ich brenne durch.
Endlich wieder mit dem Elfer auf die Bahn… 🙂

Kennenlerntag

Heute vor einem Jahr war Ostern.
Und der Dr. und ich haben uns zum ersten Mal getroffen.
Wir hatten ca. eine Woche lang hin und her gemailt, festgestellt, dass wir beide nur 15 Minuten voneinander entfernt wohnen und beide Porschefans sind.

Er hatte den Vorschlag gemacht, mal einen Kaffee zusammen trinken zu gehen.
Das haben wir dann getan.
Vorher war ich noch auf einem Osterbrunch bei den Wuppertaler Jungs und alle waren aufgeregt wegen meines „Date mit dem Porschefahrer“.

Dabei war es gar kein Date.
Und die kommenden acht Wochen waren wir auch reine Porschekumpels.
(Jaaaa, wir waren nicht besonders schnell, als es darum ging, zu merken, dass wir uns verliebt haben, da halfen auch die schnellen Sportwagen nicht.)
Irgendwie fand ich es immer schade, wenn unsere Treffen zuende gingen, und habe mich dabei ertappt, dass ich ihn am liebsten am nächsten Abend schon wieder gesehen hätte…

Zum Kennenlerntag habe ich ein super SLS-Modell bekommen.
SLS
Das Prachtstück steht jetzt vor meinem Flügeltürer-Poster von Ute und Markus im Arbeitszimmer.

Ich habe ihm einen Wechselsack geschenkt.
Nein, das hat nichts mit Testikelschrumpfung zu tun, so etwas brauchen Fotografen.
Und eine Butterbrotsdose für den Nachtdienst.
Natürlich mit Auto drauf….

Vor einem Jahr sind wir nach dem Treffen noch getrennt nach hause gefahren.
Er im geschlossenen Boxster, ich in der C-Klasse, den Elfer hatte ich zwar schon gekauft, aber noch nicht abgeholt.
Heute war es warm und sonnig, und wir sind zusammen nach hause gefahren.
Im offenen Boxster.

Testikel-Schrumpfung

Bei wunderbarem Frühlingswetter fuhren der Dr. und ich ins Städtchen, der Wunschkaffee drohte aus zu gehen.
Freundlich sah ein anderer Boxsterfahrer aus seinem 981 zu uns herüber.
Der Dr: „Das ist gar kein richriger Boxster, der hat die Philosophie des Boxsters verraten. Zu viel Elektronik, zu fett, zu viel Komfort, zu groß.“
Hm…

Es war Mittagszeit und die Büromenschen huschten über die Straße um Eßbares zur Stärkung für die zweite Tageshälfte aufzutreiben.
Vor dem Boxster überquerte ein Mann, von seinem Auto kommend, die Straße.
Mein Kommentar: „Schicker Anzug, scheiß Auto. Solche Autos machen bei Männern Testikel-Schrumpfung.“
Es handelte sich um so einen fiesen kleinen BMW, so ein Golf-BMW, keine Ahnung wie die häßlichen Dinger heißen.

Der Dr. erkundigte sich nach meiner steilen These.
Ich erörterte fachkundigst, dass Kleinwagen beim männlichen Fahrer zu drastischer Reduktion des testikulären Umfanges führen.
Hatten sie ihm im Studium wohl nicht beigebracht.
Eigentlich sollte man adolsezenten Männern so etwas erklären…

In der Post fand ich heute zu meiner Überraschung einen Aufkleber der Art, die bei Herrn Bippes vom PFF vermutlich wutbedinte Testitkel-Schrumpfung auslöst:DSCF1994
An dieser Stelle meinen recht herzlichen Dank an den edlen Spender 😉

 

Gute Fahrt

Das Wetter war so gut, da rief die Eifel.
Schon früh am Morgen habe ich den Boxster mit Sonnenaufgang vor dem Haus fotografiert, während sein Besitzer noch völlig schlaftrunken war.

Bei warmen Sonnenschein haben wir stundenlang im Garten geackert.
Zur Belohnung gab es eine offene Ausfahrt.
Und wir waren nicht allein.
Im Ahrtal fuhr ein wunderschöner Oldtimer, den ich durch das offene Boxster-Dach während der Fahrt fotografieren konnte.
DSCF1978
Ist da ein A-Modell?
DSCF1982
Gut, dass ich immer die Kamera mitschleppe.
Auch wenn meine ohnehin schon überladene Riesenhandtasche durch zwei Kameras weder leichter noch schmaler wird…

Auf der A1 später haben wir ein G-Modell und einen 997, beide aus Essen getroffen.
Das G-Modell hatte einen ungewönlichen Seitenauspuff, der tüchtig lärmte und diesen Porno-Spoiler, der Carrera hatte dieselbe Innenfarbe, wie meiner, war aber, glaube ich grün (das Licht war schon nicht mehr gut…).

Unrühmliche Ausnahme: ein blöder Cayenne, der uns mit seinen hohen Scheinwerfern mehr blendete als die Märzensonne im Mittelgebirge.
Aber ansonsten: eine gute Fahrt!

Abends dann noch ein schöner Lacher auf der heimischen Couch:
Ein Bekannter schickt mir ein Foto mit einem Porsche, den ein „PuFF-nein danke-„Aufkleber ziert.
Das Design erinnert mich an irgendetwas, ich komm beim besten Willen nicht drauf, an was… 😉

Cabrio-Saisonstart

Heute war es verblüffend warm in der Sonne.
Während ich das Vorgartenbeet aus dem Winterschlaf geweckt habe, kam mir schon der Gedanke, dass es warm genug sein müsste, um das Boxsterdach zu öffnen.
Der Dr. kam heraus und bestätigte, dass dem Saisonstart nichts im Wege stünde.

So kam es, dass wir gut eingepackt auf eine erste offene Tour gestartet sind.
Blauer Himmel, in der Sonne knapp 20 Grad, im Nacken -2 Grad…
aber wir haben uns nicht lumpen lassen und sind mit gefühlten 2000 Sonntagsausflüglern und dem Boxster auf die Rheinfähre gefahren, das gehört sich einfach für eine schöne Tour.

Wer Lust hat, mitzukommen, kann hier das Video anschauen.

Natürlich ist der Februar noch kein ernsthafter Cabrio-Monat, aber während ich diese Zeilen schreibe, verwandelt sich die Röte des ersten Sonnenbrandes des Jahres, mit dem ich aus Leichtsinn nicht gerechnet hatte, in einen ersten Hauch von Karamell auf meiner Nase.

4 Männer

Mann Nr.1 und ich sitzen im Boxster und fahren durch die Innenstadt.
Natürlich ist die rechte Spur wieder einmal zugeparkt.
Der Spurwechsel wird erleichtert durch Mann Nr.2.
Er lässt uns vor sich rein.

Und fährt dann, als wir am Hindernis vorbei sind, und wieder auf die linke Spur können, rechts neben uns.
Er sitzt in einem wunderschönen Carrera 4S, in schwarz.
Und hat hörbar Sapß an seinem Sportauspuff.

Das bringt Mann Nr.3 und 4 zu höchster Verzückung.
Die beiden, vielleicht sechs oder sieben Jahre vor dem eigenen Führerschein, stehen begeistert vom schwarzen Elfer auf dem Bürgersteig.
Sie starren ihn an und reden ganz aufgeregt.

Als Mann Nr. 2 an der Ampel ordentlich das Gaspedal drückt, habe ich etwas Sorge um die jungen Herren.
Sie sind so hingerissen, dass sie kurz vor einer Ohnacht stehen.
Aber auch mir gefällt der Klang und was ich sehe.

Mann Nr.1 muffelt „pubertär“ in seinen nicht vorhandenen Bart und steuert den Mädchenporsche unauffällig weiter durch die Stadt.

 

 

Mit Leib und Leben

Des Dr. Nachtdienst hat unseren Schlafrhythmus durcheinander gebracht.
So kommt es, dass wir beide in den sehr frühen Morgenstunden des Sonntags wach sind.
Die Jalousie im Schlafzimmer ist oben und in der Dunkelheit sehen wir Scheinwerfer.
Ich bin beunruhigt.

In dieser Straße wohnt niemand, der um diese Zeit aus der Disko nach hause kommt.
Noch dazu lokalisiere ich das Auto direkt vor meinem Carport, und da parkt, relativ ungeschützt, der Boxster.
Nichts hält mich mehr im Bett.

Im Gegensatz zum Besitzer des Boxsters, der weiterhin im warmen, sicheren Bett liegt, sprinte ich die Treppe herunter, um, falls notwendig,
völlig unangemessen bekleidet, mein Leben zur Verteidigung des Boxsters zu riskieren.

Ich starre durch die Tür in die Dunkelheit und sehe ein wendendes Taxi.
Ungewöhnlich, allerdings schon wieder auf dem Rückzug.
Mit kalten Füßen und außer Atem kehrt die Heldin zurück ins Bett.