Herzliches Beileid

Keine Ahnung, warum meine Seele glaubt, alle Porscheliebhaber müssten die Welt so sehen, wie ich.
Mein Kopf weiß natürlich ganz genau, dass die geteilte Vorliebe für eine Automarke der denkbar kleinste gemeinsame Nenner ist, der Menschen verbinden kann.

In der Porscheszene gibt es natürlich ebenso viele unterschiedliche Facetten, wie im Rest der Gesellschaft auch.

Einige fahren auf die Rennstrecke, andere nicht. Einige sind in Foren aktiv, andere nicht. Einige beweisen sich oder anderen etwas mit dem Porschekauf, andere kaufen ihn nur für sich. Einige hüten die Fahrzeuge wie wertvolle Schätze, andere fahren auch Kurzstrecken und parken auf vollen Parkplätzen.

Ich sollte mich nicht über eigenartiges Verhalten von anderen Porschefahrern wundern.
Sicher finden sie mich komisch und ich schüttele den Kopf über sie.
Ein Beispiel?
Da schreibt jemand im Forum über einen Blechschaden am Porsche.
Eine ganze Reihe anderer antwortet mit „Herzliches Beileid.“

So sehr ich mitleide, wenn ich von kaputten Porsches lese, so ist diese Formulierung in meinen  Augen hochgradig unangemessen.
Mit „Herzliches Beileid“ konduliert man in unserer Gesellschaft Personen, die durch Tod einen nahestehenden Menschen verloren haben.
Ein Blechschaden heißt so, weil dabei nur Blech beschädigt wird. Niemand stirbt.

Ein weiteres Beispiel?
Da findet im Forum jemand lustig, als Signatur unter seine Beiträge zum Thema „Porsche“ folgenden Spruch zu setzen: „Selbstmord ist die kosequenteste Form der Selbstkritik“
Psychologisch gesehen Bullshit und für alle, die persönlich schon mit dem Thema in Berührung gekommen sind, kein wirklicher Brüller.

Bei so wenig Hirn im Porsche hilft leider auch kein Beileid.

Frühstück mit Anne und Porsche

Erik ist mein ältester Freund.
Wir sind zusammen zur Grundschule gegangen.
Inzwischen wohnt er in München und daher sehen wir uns nicht sehr oft.
Wenn er beruflich in der Nähe zu tun hat, treffen wir uns zum Frühstücken.

Er schickt mir eine Terminerinnerung mit dem Titel „Frühstück mit Anne und Porsche“.
Ich warte draußen auf die beiden, und als sie mich entdecken, haben sie die schwarze Schönheit auch schon gesehen.
Noch bevor wir das Cafe betreten, hat der Besuch probeweise im Porsche gesessen und ihn für gut befunden.

Danach bummeln wir zu dem Hotel, in dem sie abgestiegen sind.
Ich liebe Luxushotels und bekomme daher eine Führung.
Dann geht es an den Ort unserer Kindheit.
Erik faltet seine langen Beine auf dem Beifahrersitz, er ist nach der Grunschule ungeheuer gewachsen, und wir fahren los.

Es ist Ehrensache, dass wir nach einem letzten Gruß an der Ampel den Münchner BMW, mit dem sie gekommen sind, hinter uns lassen.
Irgendwann stehen wir dann zwischen unseren Elternhäusern, die nur ca. 200 Meter auseinander liegen.

Viel hat sich verändert.
Wir sind erwachsen geworden, fahren Traumautos, wohnen in tollen Herbergen und haben Erwachsenensorgen.
Aber irgendwie sind wir beide doch auch ein Stück weit Klassenkameraden geblieben. Mit sehr klaren Erinnerungen  an die super Kindergeburtstage, die unsere Mütter jeweils für uns ausrichteten.

Möge das Leben uns weiterhin so beglückende Eintragungen im Kalender ermöglichen.

Erik, Klaus es ist schön, dass es Euch gibt!

Adenau Classic Foto-Lovestory

Ich hatte gar nicht viel Zeit bis zum Start und sah mir so konzentriert die Fahrzeuge an, dass ich überhaupt nicht gemerkt habe, dass der Regen offenbar meine Schuhe geflutet hatte.
Zuhause habe ich mich gewundert, warum meine Füße so nass sind.
Na ja, im Sommer ist der Regen warm….

Adenau Classic Start 2013 035
Wow, ich glaube ich fange mit kürzeren Strecken an…

Adenau Classic Start 2013 038

Adenau Classic Start 2013 054
solche Outfits sind der Schrecken eines jeden Fotografen. Hätte man die Fahrzeuge doch am liebsten ganz ohne Personen auf dem Bild. Wenn dann eine Hawai-Hose kommt, wartet man und wartet und hofft, die Person würde weiter gehen…

Adenau Classic Start 2013 056
Das war in diesem Auto hinten drin…
Adenau Classic Start 2013 051

Adenau Classic Start 2013 073
Adenau Classic Start 2013 080
Multinational…
Adenau Classic Start 2013 081
Ich glaub das ist ein Porsche…
Adenau Classic Start 2013 089
Was für ein Heck…!
Adenau Classic Start 2013 114
Dürfen die das, mit der modernen Technik?
Adenau Classic Start 2013 149
Ein offenes Tor kurz nach dem Start hat viele verwirrt.
Irrfahrt auf dem Fußweg.
Die meisten merken es schnell, andere setzen die Fahrt konsequent auf dem Fußweg fort, auch wenn die Fußgänger an der Brücke etwas erstaunt sind.
Adenau Classic Start 2013 152
Forward ever, backward never…

Adenau Classic Start 2013 156
Wo gehts lang?
Adenau Classic Start 2013 168
Ich knipse und winke, Fahrer und Beifahrer winken fröhlich zurück.
Adenau Classic Start 2013 201
1a Fotolocation. Geschützt von der Verkehrsinsel mitten auf der Straße 🙂

Obdachlos

Der arme Porsche muss diese Nacht auf der Straße schlafen.
Ich bekomme ein Carport für den Kombi vor die Garage und der Aufbau läuft überaus schleppend.
Jetzt liegen 90% der Carportteile noch in der Garage und blockieren alles.

Zum Trost habe ich ihn auf eine schöne Tour nach Wuppertal mitgenommen.
Unterwegs läuft „Primadonna Girl“ von Marina and the Diamonds im Radio.
Ein Lied, das mich immer an meinen Bielefelder Freund Matthias erinnert.
Natürlich muss ich ihn direkt anrufen und er schlägt vor, dass ich die Nacht porschefahrend verbringen soll, als ich ihm erzähle, ich hätte angenehme 19 Grad im Auto.

In Wuppertal gab es bei Flo dann die Misogynie-Vorwurfskarte, die Alex überarbeitet hat:Porschekarte 001

Auf dem Rückweg fängt es an zu regenen, aber da der Asphalt so heiß ist, verdampft das Wasser in der Dunkelheit auf höchst eindrucksvoller Weise.
Eine leicht gruselfilmartige Atmosphäre.
Und der wackere Porsche und ich mitten drin.

Tropische Nacht nennen Meteorologen dieses Waschküche. Mir ist es zu warm, zum Schlafen. Vielleicht sollte ich Matthias Vorschlag aufgreifen…

Porsche-weekend

Oh, heilige Zivilisation!
Ich bin aus der Eifel zurück.
Das dort ohnehin immer miese Netz war dieses Wochenende schlechter denn je. Keine Chance per Mobiltelefon eine stabile Verbindung zu bekommen.
Wer auch immer eine solche Minderleistung zu verantworten hat, bei den Netzbetreibern, möge sich in Grund und Boden schämen.

Genug gemeckert, das Wochenende war toll.
Nach meinem Targa-Ausflug war ich am  Samstag  mit meinem Porschefreund zur VLN verabredet.
Das Wetter war super.
VLN mit Andreas 141
Wir hatten ein schattiges Plätzchen am Brünnchen.
Relativ kurz nach Rennbeginn gab es am Brünnchenausgang die erste dopplete gelbe Flagge. Empört ärgerten sich die Streckenposten über Fahrer, die ihre Geschwindigkeit nicht anpassten und drohten, in die vor ihnen Bremsenden zu rauschen.
VLN mit Andreas 004
Mein Porschefreund hat viel mehr Ahnung vom Motorsport als ich und hat eine Menge interessanter Geschichten zu erzählen gehabt.

VLN mit Andreas 122
Wir standen, fotografierten, freuten uns an schönen Manövern, an tollen Autos und am Sound.
VLN mit Andreas 091
VLN mit Andreas 008
Dann sind wir bis zum Pflanzgarten geschlendert und haben die Autos springen sehen.
Irgendwann trieb uns der Hunger von der Rennstrecke, und wir beschlossen, uns in einem netten Cafè auszuruhen.
Als Ortskundige fuhr ich vorne weg, seinen wunderschönen gelben Carrera immer fest im Rückspiegel, während wir durch die sonnendurchflutete Eifel cruisten.

Später parkt er seinen Porsche vor meinem Haus, wo der Dr. inzwischen seinen Boxster auch bereits gesparkt hat. Ein kleines Porschetreffen, das allein beim Augenschein unsere Fahrerherzen höhrer hüpfen lässt.

Am nächsten Tag hat der Fotogott in gelb einige seiner Boxengassenfotos vom Vortag bearbeitet.
Der Dr. und ich sitzen unterm Apfelbaum im Garten und freuen uns an den wunderbaren Rennstudien.
Während meine Fotokünste sich leider auf dem
„Ist das Kunst, oder kann das weg?“-Niveau befinden,
hat allein die Kamera meines Porschefreundes dem fotobegeisterten Dr. respektvolle Bewunderung abgenötigt.

Weil seine Freundin heute mit dabei ist, bremsen wir uns, was die Benzingespräche angeht.
Sie hat weiß Gott eine Engelsgeduld mit uns, wenn wir immer wieder von Autos anfangen, aber wir müssen uns beherrschen, damit wir nicht völlig monothematisch werden.

Während wir kuchenenssend im Garten sitzen, schicken Ute und Markus, und mein Porschebruder mir Grüße aufs Telefon.
Wie schön, wenn die Porschisten aneinander denken!

Am Sonntagabend, als ich auf der Heimreise die A1 Richtung Norden fahre, sehe ich VLN-Fahrzeuge auf Hängern ihren Heimatgaragen entgegen reisen.
Es war ein wunderbares Wochenende, allen direkt und indirekt Beteiligten einen herzlichen Dank! 🙂

Fremde Federn

Ich habe mich heute mit fremden Federn geschmückt.
Genauer gesagt, mit dem Überholprestige eines Panamera.
Neeeeein! Ich war natürlich nicht mit dem 11er unterwegs!!

Mein Kombi ist ein Wölflein im Schafspelz. Er hat zwar etwas über 200 PS, aber für einen C-Klasse-Kombi macht eben niemand Platz.
Ganz im Gegenteil. Ich fuhr auf der A1 Richtung Süden und quälte mich hinter holländischen Wohnmobilen, die mit gefühlt 15 kmh am Berg Lkws überholten.

Es war trotz Klimaanlage heiß und ich war in den letzten Tagen zu viel auf den Autobahnen  unterwegs.
Ich wollte ankommen. In der Kühle, am See.

Von hinten kam, gut wahrnehmbar mit Porschewappen, ein Panamera aus dem hohen Norden angezischt.
Super, dachte ich, dranhängen und durch.
Und genau das hat geklappt.

Nicht auf Dauer, dafür hat mein Motor dann doch nicht genügend Power, aber zumindest für die letzen Berge auf meiner Strecke.
Eigendlich mag ich diesen Porsche nicht, aber heute war ich ihm ausgesprochen dankbar.

Mein eigener fehlt mir sehr. Leider hatte ich so viel Plunder mitzuschleppen, dass er in der Garage bleiben musste.
Morgen und übermorgen bekomme ich aber zwei Porsches zu Besuch, die mir die Zeit bis zum Wiedersehen verkürzen werden.

Oder auch mein Herz noch schwerer werden lassen, wer weiß…
Wenn ich an ihn denke, habe ich so ein Ziehen in der Brust,
Diagnose: Sehnsucht.

 

Frohes Neues Jahr!

Ich bin einer dieser Menschen, die Post- und Eintrittskarten als Erinnerungen mit Magneten an ihren Kühlschrank hängen.
Beim Putzen fiel heute eine der Postkarten herunter, und als ich sie aufhob, habe ich den Text auf der Hinterseite noch einmal gelesen.

Sie war von Meinen Freunden Bastian und Micha.
„Wir wünschen Dir für 2013 alles Gute! Viel Glück in der Liebe, Gesundheit und endlich einen Porsche!“
Als ich dies 7 Monate nach Silvester noch einmal lese, muss ich lächeln.

Wie präsent offenbar mein Porschewunsch bei meinen Freunden war…
aber stimmt, ich habe vor dem Kauf schon ewig davon geredet und Bastian war mal bei einer Probefahrt in einem AMG dabei…

Jetzt ist es Sommer 2013 und in meiner Garage steht der erfüllte Wunsch.
Gleich fahre ich nach Köln und treffe mich mit Freunden, die ich über den Porsche kennen gelernt habe.

Sieht ganz so aus, als wäre das gar nicht mehr so neue Jahr ein gutes…

Du hast was…?!

Barbara und ich kennen uns sicher schon seit 15 Jahren.
Sie kennt mich als vernünftige, sparsame Frau.
Heute Nachmittag habe ich sie auf dem Rückweg von einem Termin besucht und mit ihr in ihrem schönen Garten zusammen gegessen. Wir hatten uns schon länger nicht mehr gesehen und es gab viel zu erzählen.

Sie war noch mit letzten Vorbereitungen befasst, ich stand in der Küchentür und erzählte, dass ich mir endlich meinen Traumwagen gekauft hätte.
Sie blickt skeptisch aus dem Küchenfenster auf meinen Kombi:
„Den da?“

Nein, erkläre ich, das sei mein Dienstwagen, ich hätte mir einen Porsche gekauft.
„Was hast Du?!“ fasssungslos schaut sie mich an.
„Ich habe mir einen Porsche gekauft.“
Barbara lässt den Löffel in ihrer Hand sinken und fängt an, ungläubig, aber aus vollem Hals zu lachen.

Währenddessen stehe ich etwas verschähmt grinsend in der Tür.
Beim Essen berichte ich, wie es zu der ganzen Sache kam.
Als wir zum Verdauungspaziergang durch ihren Garten aufbrechen,
nimmt sie mich laut lachend in die Arme und sagt, mir, wie großartig sie es findet, dass ich das getan habe.

Barbara ist eine kluge Frau.
Sie hat völlig recht.
Manchmal ist es das Vernünftigste, das Unvernünftige zu tun.

 

Zeit für eine Porschekur – Ich mache alles falsch

Heute morgen beim Arzt, die Praxis bietet online-Terminvergabe an.
Ich trage mich online ein, bekomme eine Bestätigung, erscheine pünktlich in der Praxis.
„Sie stehen nicht bei uns im Computer. Da haben sie wohl etwas falsch gemacht.“

Dann öffne ich meine Post. Die Deutsche Bank teilt mir in einem Schreiben mit, dass ich  meine Zustimmung dafür gegeben hätte, Werbung nun auch per Telefon und Mail zu bekommen.
Habe ich nie gemacht.
Will ich auch gar nicht.
Werbung nervt und ich bin sehr pingelig mit meinen Daten.

Im Callcenter der Deutschen Bank will ich die nie gegebene Zustimmung rückgängig machen lassen, da sagt man mir, ich hätte auf jeden Fall die Zustimmung gegeben, sonst hätte ich den Brief ja nicht bekommen. Ich hätte es wohl nur nicht bemerkt.

Na klar, da war ich wohl gerade wieder mal bewusstlos.
Oder stand unter Drogen, wie so oft.
Dann bilde ich mir nämlich immer ein, ich hätte Arzttermine vereinbart und gebe im Wahn Zustimmungen, mit Werbung belästigt werden zu wollen.

Vorhin auf dem Rückweg vom Arzt dachte ich noch, dass ich wohl einen leichten Dachschaden haben muss, dass ich so an meinem Auto hänge.
Nach den Erfahrungen mit den Angestellten der Häuser, in denen ich Kunde bin, wundert mich nichts mehr.
Wer von so viel menschlicher Dummdreistigkeit umgeben ist, kann nur anfangen, seine Zuneigung auf technische Gegenstände zu verlagern.

Ich brauche jetzt ganz dringend etwas, das meine Laune hebt.
Die hauseigene Psychologin empfiehlt: in den Porsche steigen und erst dann wieder mit Menschen in Kontakt treten, wenn die Porschekur die Nerven in ausreichendem Maße gestärkt hat.

 

 

Ziemlich misogyn…

Mir flattert per whatsapp ein Foto einer Porschewerbung ins Haus.
Zum 50. Jubiläum des 911 hat Porsche eine Postkarte bedruckt.
Vorne ein alter und ein neuer 11er. Darüber folgender Spruch:
„Wovon haben Männer eigentlich vor 1963 geträumt?“

Mein Freund Alex schickt hat sie irgendwo entdeckt und an mich gedacht:
„For u Anne!“
Marius kommentiert nur wenige Minuten später:
„Ziemlich misogyn…“

Und er hat recht.
Noch heute tut Porsche laufend so, als sei die Porschewelt männlich.
Und zwar ausschließlich.
Diese PR-Menschen werden aber auch mit meinem Geld und dem der anderen Porschekäuferinnen bezahlt.

Natürlich ist es nett, zu glauben, Frau sei etwas Besonderes unter den Porschisti.
Das tut jedem Menschen gut. Keiner will gerne ein kleines Licht in der Masse sein.
Wer aber Besonderheit ausschließlich aufgrund seines Geschlechts erlangt, kann sich darauf denkbar wenig einbilden.

Ich will keine Exotin sein, nur weil ich Autos liebe.
Das erinnert mich immer an die braunhäutigen Prostituierten, die in der Eifel auf den Feldwegen auf in abgewrackten Wohnwagen auf Freier warten.
Toll, total exotisch, diese Frauen…

Ebenso wie Autos liebe ich Make-up.
Und als meine Freunde Bastian und Micha das erste Mal mein Haus ansahen, war deren Kommentar zu meinem Schlafzimmer: „Voll das Mädchenzimmer!“.
Weiblichkeit und Autoliebe schließen sich nicht aus.

Könnte das bei Porsche im Marketing vielleicht endlich mal jemand merken?

This post is for you Mari, schön, dass es Männer wie Dich gibt!  :-***