Wie peeeeeinlich… Blamage an der Lieblingstanke

Weil der Dr. müde war, hatte ich angeboten, nach dem Essen zu fahren.
Er nahm an, und ich pilotierte uns durch die Eifel.
Kurz vor Barweiler werfe ich einen Blick auf die Tankanzeige und sehe, dass es kanpp wird, mit dem Sprit für die Heimfahrt.

Er stimmt zu und ich steuere meine Lieblingstanke an.
In der Eifel gibt es nicht so viele Tankstellen.
Noch dazu, ist der Sprit hier häufig sogar billiger als in der Stadt.

Als ich den Boxster auf das Gelände der Tankstelle fahre, weist der Dr. mich auf die richtige Zapfsäule hin.
Vor mir wird gerade ein 11-er betankt.
Hier in Ringnähe tanken immer viele schöne Autos und eigentlich tanke ich hier gerne.

Man mag mir leiden auf hohem Niveau vorwerfen, oder mangelnde Souveränität, oder andere schlimme Dinge, aber ich habe mich geschämt.
„Oh Mann, jetzt denken alle, dass das mein Mädchenporsche ist!“ jammere ich.
Am liebsten würde ich dem 11-er-Fahrer zurufen, „Das ist nicht mein Boxster. Ich fahre nur einen müden Mann. Ich habe auch einen richtigen Porsche“

Das hätte dann dafür gesorgt, dass mich alle Umstehenden für völlig bekloppt gehalten hätten, also verkneife ich mir das.
Stattdessen sitze ich im Auto, während der Carrera betankt wird und schüttele verzweifelt meinen Kopf „Wie peinlich, wie peinlich…!“
Den Dr. ficht das nicht an.

Er beleidigt postewendend meinen Mercedes und erklärt, ich könne froh sein, so einen tollen Boxster überhaupt fahren zu dürfen.
Ich hingegen plane in Gedanken wieder meinen Aufkleber, über den ich schon im Sommer nachgedacht hatte…

So nicht, kein Schweiß aufs Leder!!

Mein Bielefelder Freund war zu Besuch, und wollte mal im Porsche mitfahren.
Vorher hatte er im Garten gearbeitet, und stand schweißüberströmt fröhlich grinsend bereit, um in den schwarzen Prinzen zu steigen.

Empört sage ich, dass er so nicht auf den Sitz darf.
Er erklärt, dass er sich zum Schutz einen Pullover überlegen würde.
Als er dann versucht, seine 1.90 Meter auf den Beifahrersitz zu falten, verrutscht der Pullover und er will sich mit nassem Hemd hinsetzen.
Vorher pfeffert er noch schwungvoll eine Getränkflasche in den Fußraum, die ich sofort wieder hoch raffe.

Später moniert er, dass meine Stimme unglaublich scharf geklungen habe und ich ihn im Befehlston beordert hätte, erst wieder den Sitzschutz-Pullover zu richten und Getränke im Porsche schon mal gar nicht denkbar seien.
Ein Alptraum!!

Ich nehme ohnehin nicht übermäßig gerne Leute mit.
Wenn die dann auch noch am Leder fummeln, und womöglich dreckige Schuhe haben, schwitzen und Getränke in meinem Auto auslaufen lassen, ist die Grenze meiner Nervenkraft in Überlichtgeschwindigkeit überschritten.
Nachdem ich ihn ausreichend eingeschüchtert habe, fahren wir los.

Er sagt, dass ihn eine wohliger Schauer durchlaufe, wenn ich Gas gäbe.
Jeder, der Porsche fährt, weiß genau, was er meint… 🙂

Der Nürburgring dreht durch

An einem herbstlichen Freitag hatte ich beschlossen, zum Ring zu fahren, um beim ADAC Saisonfinale vorbei zu schauen.
Am Parkplatz angekommen, wunderte ich mich, dass ich an diesem Tag, an dem nichts Besonderes geboten wurde ( es war nur Training, das eigentliche Programm startete einen Tag später), fünf Euro für das Parken berappen sollte.

Ein Hoch auf die Ortskenntnis, einen Parkplatz weiter konnte ich kostenfrei parken, aber wer sich nicht auskennt, latzt…
An der Kasse kramte ich die 7.50 Euro Eintritt aus dem Portemonnaie und fragte beiläufig, welche Tribünen heute geöffnet seien.

Die freche Antwort „Keine!“ ließ mich dann doch mein Kramen unterbrechen.
Wofür ich denn dann Eintritt bezahlen müsste, wollte ich wissen.
Für das Fahrerlager. Man könne auf die Schnuppertribüne (zum Fotografieren nicht optimal) das koste aber 1.5 Euro extra und wenn man die Trübene verlasse, könne man nicht zurück, ohne erneut zu zahlen.

Fassungslos klappte ich das Portemonnaie wieder zu.
Was für ein Nepp.
So vermittelt man den Besuchern nicht, dass sie wieder kommen sollten.
Da kommt man mit Parken und Eintritt zu einem 12.50 Euro teuren Bummel durchs Fahrerlager.

Wer aus einem der vielen Ballungsgebiete kommt, kann für seinen Brückentag unter einer Vielzahl von Attraktionen auswählen.
Der unterwirft sich vielleicht einmal einer solch armen Kosten-Nutzen-Relation und kommt dann nicht wieder.

Die wenigen Kunden, die heute gekommen sind, werden tüchtig von den Pleitegeiern am Ring vor den Kopf gestoßen.

Vorbei an der Geisterstatt der verwaisten Gastronomie schlendere ich zurück zum Porsche.
Die Straßen sind leer und ich kenne ich paar schöne Strecken.
Da investiere ich mein Geld lieber in Sprit!

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Im Hintergrund die Silhouette der Nürburg.
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Die schwarze Schönheit ganz alleine auf der waldigen Strecke.

Geblitzt – freie Fahrt für freie Bürger…

Brückentag.
Das verlangt nach einer Porschetour.
Ich fülle den Tank, und noch bevor ich den blöden Tunnel auf der A1 erreicht habe, blitzt es plötzlich.

Mist!
Ich muss doch so vorsichtig sein, weil sie mich in den letzten vier Wochen schon einmal…
Entnervt fahre ich im Tunnel die vorgeschriebenen 60 Kmh.
Es fühlt sich völlig absurd an.
Immerhin fahre ich über eine hervorragend ausgebaute 3-spurige Autobahn.
Mit 60…

Weitere Vergehen kosten mich den Führerschein, daher reiße ich mich unglaublich zusammen.
Im Rentnertempo schaukle ich den Porsche in die Eifel.
Sobald ich von der Autobahn runter bin, fahre ich mit scharfem Schwung auf die Nebenstrecke.

Aaaah, endlich wieder freie Fahrt!
Bewusst wähle ich Strecken zwischen winzigen Orten, auf denen es sich nicht lohnen würde, Radarfallen zu installieren.
Die Jahre in der Eifel zahlen sich aus, denn ich kenne auch Straßen, die den normalen Wochenend-Touristen verborgen bleiben.
Hier können der schwarze Prinz und ich Spaß haben.

Zum Teil sind die Strecken so schmal, dass zwei Fahrzeuge sich mit maximal 30 kmh begegnen können, weil nur wenige Zentimeter die Seitenspiegel trennen.
Es geht in vielen Kurven bergauf und bergab.
Super.
Selbst mit dem Tempo aus dem Tunnel hat man in den engen Kehren hier ordenltich zu tun, als Fahrer.

Um mich herum eine wunderbare herbstliche Kulisse
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An meiner Lieblingstanke wird nachgetankt, offenbar benötigt der 11er beim Sträßchen-Heizen ganz schön viel Sprit, und weiter geht es.
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Haltestelle

Ich fahre und fahre.
Dann bin ich müde und halte in Blankenheim, um mich noch mit dem guten Brot von Milz zu versorgen.
Dort treffe ich meinen langhaarigen Bekannten wieder.
Irgendwie treffen wir uns immer beim Einkaufen.

Er fragt, wo ich den Porsche geparkt habe.
Irgendwie fragen immer alle nach dem Porsche.
Dann fahre ich wieder zurück, gaaaaaanz langsam.

Nach sechs Stunden im Porsche bin ich müde, der Tank ist leer und das Herz ist voll.

Der Drifter und die Memme – eine Plauderei unter Porschefahrern

Mittwochmorgen im Stau zur Arbeit:
Mein Porschebruder und ich schreiben hin und her.
Er war am Ring und hat sich nicht gemeldet.
Statt mit mir eine Runde zu fahren, schickt er ein Foto, auf dem die Freundin eines Freundes den Beifahrersitz ziert.

Das geht natürlich zu weit!
Ich muss Beschwerde einlegen.
Seine freche Antwort: „Du hättest eh nur Schnappatmung bekommen, und nach drei Kurven hysterisch auf mich eingeschlagen.“

Das kann ich natürlich überhaupt nicht auf mir sitzen lassen, und schieße zurück:
„Da träumst Du von. Mein Porsche hat mehr PS, als Deiner.“

Herr Drifter rettet sich mit. „Ps…pfff. Ums Eck zählt.“
und dekoriert das ganze mit einem Teufelskopf.

Natürlich fährt er mit seinem Cayman viel wilder, als ich meine schwarze Schönheit.
Aber ich nehme schwer an, dass ich das auch könnte, wenn ich wollte.
Beim Motorradfahren habe ich es ja auch gelernt.
Gelassen vom Thron der 11er-Eignerin herabschauend, schicke ich meine Antwort:
„Hahaha“ und als Deko ein Auto und eine Rakete.

Love u Bro! :-*

Wie machen das eigentlich andere Leute?

Leute ohne Porsche?
Wie habe ich das früher gemacht, als ich ihn noch nicht hatte?

Es ist wieder so weit.
Freitagabend und ich bin bis zum Anschlag genervt.
Nichts kann eine Frau so nachhaltig entnerven, wie ein Mann.

Nichts ist so heilsam, wie dann in einen Porsche zu steigen, und einfach zu fahren.
Schon als ich die Tür öffne und neben dem Autogeruch das Leder rieche, diese ganz spezielle Porsche-Geruch-Mischung, geht es mir wieder etwas besser.
Dann raus in die Dunkelheit.

Die Straßen sind leer, endlich einmal leer.
Aus den Boxen kommen die Straits und ich gebe mich der süßen Porscheheilung hin.
Als das Öl warm ist, nehme ich ihn etwas härter ran und er erfreut mich, wie jedes Mal.
Mit jedem Kilometer werde ich wieder etwas ruhiger.

Als ich ihn mit leerem Tank später wieder in die Garage stelle,
bin ich nur noch müde.
Der ganze Scheiß ist irgendwo da draußen auf der Straße geblieben.

„Es ist generell gut, einen Porsche zu haben…“

„… muss ich nach reiflicher Überlegung feststellen.“
flachst mein Porsche-Bruder heute per whats-app.
Den zweiten Teil der Nachricht, in der Worte wie „Dauerständer“ und „Beschleunigung“ vorkommen, unterwerfe ich strengster Zensur.
Erinnern wir uns an dieser Stelle nur daran, dass Bro als sensation seekender Drifter bekannt ist…

Alle Porschefahrerinnen und Porschefahrer, die ich im letzten halben Jahr getroffen habe, würden diesen Satz ohne Zögern unterschreiben.
Wir alle sind gut zufrieden mit unserem Kauf.
Keiner von uns ist so wohlhabend, dass wir einen Porsche aus der Portokasse bezahlen könnten, von daher entsprechen wir nicht dem gängigen Klischee.

Auch wenn der Tag nervig ist, und nicht immer alles so läuft, wie es gut wäre,
wartet, bis die Straßen etwas leerer sind, schwingt Euch ins Auto und dreht noch eine Runde.
Wir sind Teil, einer vom Glück geküssten Minderheit,
denn es ist generell gut, …  (siehe oben)
🙂

Was macht Ihr Porsche?

Meine Kunden fragen nach dem Porsche.
Wir sehen uns ca. zwei Mal im Jahr, und jedes Mal fragen sie nach dem Porsche.
Nein, selbst sind es keine Porsche-Enthusiasten.
Aber sie haben mitbekommen, wie ich ewig diesen Wunsch hatte, ihn mir erfüllt habe, und freuen sich an dem Thema.

Ist es faszinierend, wenn sich jemand einen großen Lebenstraum erfüllt?
Tun wir so etwas zu selten?
Klar, es muss einem erst einmal möglich sein, aber trotzdem tut man es oft genug nicht.
Ich fürchte, man kompensiert das dann häufig durch Erfüllung weniger wichtiger Wünsche.

Seit ich den Porsche habe, kann ich in vielen Punkten viel leichter verzichten.
Es ist, als sei ich in einem wichtigen Aspekt so satt, dass andere verzichtbar werden.
Natürlich hat es auch etwas Radikales, sich etwas derartig Teures zu leisten.
Eventuell fasziniert auch das.
Geht das anderen auch so?

Da ist tatsächlich etwas dran, Träume und in Erfüllung gegangene Träume sind toll! 🙂

Rapid recognition – Der eine Augenblick

I guess every Porsche driver knows these special moments.
You are in your car, another Porsche (not one of the other ugly models, not some strange SUV, no a beautiful 911…!) turns up next to you at the traffic lights or on the motorway.
The magic spark flies, instant recognition.
Instant interest, instand approval, instand affinity.

Sometimes you spend some time together, bathing in the beauty and velocity of the Porsches, sometimes you are lured into a race.
But never ever would you ignore the sight of another Porsche… 🙂

Ich glaube, jeder Porschefahrer kennt diese ganz besonderen Momente.
Man sitzt in seinem Auto, ein anderer Porsche (nicht eins der anderen, häßlicheren Modelle, kein komischer SUV, nein, ein wunderschöner 911…!) taucht auf.
An derselben Ampel oder auf neben einem auf der Autobahn.

Der magische Funkte fliegt sofort.
Ein Augenblick reicht für sofortiges Interesse, sofortige Übereinkunft, sofortige Affinität.

Manchmal fährt man noch eine Weile zusammen, badet in der Schönheit und der Traktion der Porsches.
Manchmal lässt man sich zu einem Rennen hinreißen.
Aber niemals würde einen der Anblick eines anderen Porsches kalt lassen…

Rallye-Romanze – Romantic Rallye

Nach dreieinhalb Monaten hatten der Dr. und ich unseren ersten Fernsehabend.
Ich finde, das wirft ein beruhigendes Bild auf unseren TV-Konsum.
Die Temperaturen sind eindeutig herbstlich und nach einem arbeitsreichen Sonntag
liegen wir mit vollem Bauch unter einer warmen Decke vor der Glotze.

Und wie es sich für einen anständigen Porschefahrerhaushalt gehört,
guckt das junge Glück natürlich Motorsport.
Rallye in Australien.
Eindrucksvoll actionreich.
Tolle Aufnahmen aus den Fahrzeugen!

Als ich leicht kopfschüttelnd darauf hinweise, dass unsere Programmwahl mal wieder typisch ist, meint der Dr. „Passt doch gut.“
Da hat er recht.
Schließlich haben wir uns durch die Porsches kennen gelernt.
Da kommt für den ersten Fernsehabend natürlich kaum etwas anderes als Programmwahl in Frage 😉

Three and a half months into our relationship the Dr. and I had our first night in front of the TV.
We seem to spend reassuringly little time watching television.
After a busy Sunday and dinner we collapsed on the couch under a cosy  blanket in front of the telly.

As should be the case in any decent Porsche driver´s home the young couple watched motorsports.
Lots of action at the rallye in Australia.
Great on-board pictures.

When I commented on our choice of entertainment,
the Dr. answered that it was appropriate for us.
And right he was, we met through our Porsches.
So nothing but motorsport could do for our first night in front of the telly 😉