Freundschaftsdienst

Die Tage hatten wir schon eine Ankündigung gesehen.
Heute Abend sollte im WDR ein Bericht über den Nürburgring kommen.
Wie das Leben so spielt, vor lauter Alltag hätte ich ihn beinahe verpasst.
Zum Glück hat Porschefreundin Ute mich darauf hingewiesen.

Ute ist eins meiner weiblichen Porscheidole,
eine Frau mit ganz viel Ahnung von Autos, die Porsches schon lange liebt.

Wenn der WDR ihn in seine Mediathek packt, und Ihr ihn nicht gesehen habt, solltet Ihr das tun.
Sehr schöne Bilder, Luftaufnahmen und historische.
Interessante Geschichten und auch rührende Dinge.

So hat zum Beispiel während des zweiten Weltkriegs eine Familie aus Adenau über Wochen in einem Tunnel unter der Nordschleife Zuflucht gefunden.
Und unter unvorstellbaren Zuständen gelebt.

Was ich auch nicht wusste:
die Frau nach der die „Hedwigshöhe“ benannt ist, hat am Eröffnungstag Minister über die neue Nordschleife gefahren, in einer Zeit, in der Fahrerinnen noch viel weniger alltäglich waren als heute.

Ihr Mann, der Landrat Dr. Creutz und Vater des Nürburgrings hat sich in den 50er Jahren  umgebracht, was mir auch nicht bekannt war.
Eine schöne Dokumentation, mit viel Herzblut gemacht, ich bin froh, sie gesehen zu haben.

Lambo-Quiz

Gestern war er wieder da.
In der Tiefgarage vom Nürburgring.
Der russische Lambo, dieses Mal ist er der Star vom aktuellen Video.
Unglaublich, auch ihn wollte sich so ein windiger Händler unter den Nagel reißen…

Bei strahlendem Sonnenschein waren wir ans Brünnchen unterwegs, wunderbarer blauer Himmel und eine Route, wie sie schöner kaum sein könnte: Eifel, Porscheparadies!

Man kann sich überaus glücklich schätzen, wenn man solche Strecken vor der Tür hat.
Keine Notwendigkeit, nervig irgendwo in Urlaub zu fliegen, Schlafen im eigenen Bett.

Allerdings lassen es die Temperaturen nicht zu, den Boxster zu öffnen, bei einstelligen Gradzahlen wäre ich dafür aber auch eindeutig nicht hart genug.
Noch sind Frühling und VLN-Sainsonstart zwar weit, aber bei solchem Wetter lässt es sich schon ganz gut aushalten!

Glück verschenken-für Rennfahrer ungeeignet

Willst Du jemanden glücklich machen?
Oder Dich selbst?
Oder willst Du ein guter Advents-Spießer sein?
Vorausgesetzt, Du arbeitest nicht als Rennfahrer, und musst auf Deine Figur achten, ist das ganz einfach:
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Die Zutaten sind oft schon in jeder Küche vorhanden.
Nerviges Einkaufen überflüssig:
1. Mehl
2. Eiersatz-oder Ei für diejenigen, die mit Hühnern nix am Hut haben.
3. Nutella.

Der Vorgägner des Dr. war ein sehr schlanker Mann, der dennoch in riesigen Mengen Nutella verzehrte.
Täglich.
Das Zeug ißt bei mir aber keiner mehr, und daher musste es weg.
Ich habe den Teig noch mit Weinbrand und Gewürzen aufgepeppt.
5 Minuten ins Eisfach, kleine Kugeln formen, platt hauen, Ausstechform rein, DSCF1700 bei 175 Grad ca. 10 Minuten in den Ofen. Schon fertig! DSCF1701 Nürburgring-Nutella-Keks DSCF1702 Porsche und Herzchen.
Die Kekse sind knusprig und  schokoladig.

Also los! Es gibt außer Rennfahrern und Models sicher keinen, der sich nicht über frische, selbstgebackene Kekse freut! 🙂

Porschefahrer-Frühstück

Es könnte eine stilvolle Angelegenheit sein, unser Porschefahrer-Frühstück.
Am antiken Tisch (Familienerbstück) mit eleganter Tischwäsche, passend zur Jahreszeit in Kupfertönen, hat die Dame des Hauses ein Stilleben aus kleinen Äpfeln und Kürbis dekoriert.

Erste Risse bekommt das Bild durch die Wahl der Tassen.
Geschmackvolles Porzellan wäre vorhanden.
Wir greifen stattdessen zu immer gleichen Tassenkombinationen.
er: Arne-Tasse, sie: Nürburgringtasse
alternativ: er: Motor-Klassik-Tasse, sie: Radio Wuppertal-Tasse (hier arbeitet ein Freund des Hauses…)

Zur kompletten Nerd-Veranstaltung wird das Frühstück durch unsere Dialoge:
„Ich glaube, ich habe gerade die hohe Acht gegessen.“
Kauen. „Kann sein Schatz.“ Kauen, Kaffee.‘
Nein, wir nehmen nicht schon am frühen Morgen ganz viel Drogen.

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Ich hatte Brot gebacken (Sauerteig mit Paprika und Oliven).
Weil ich am liebsten Dinge mit einer Form backe, war die Wahl auf meine Nürburgring-Form gefallen.

Und zum Frühstück kam eben der besagte Streckenabschnitt auf den Teller.
Eine gewisse Monothematik ist in unserem Haushalt nicht zu verleugnen…

Wie soll man sich aber auch sonst über den endlosen Winter retten?
Momentan habe ich Mittagspause und würde bei dem sonnigen Wetter so gerne Porsche fahren. Stattdessen kommt bereits die nächste Kundin.
Es sieht immer mehr danach aus, als müsse der schwarze Porsche-Prinz ihn an diesem komischen Batterie-Gerät angeschlossen in seiner Garage verbringen müssen. 😦

No Party today…

Vor  anderthalb Stunden hat der Dr. sich Richtung Nachtdienst im Krankenhaus verabschiedet.
Auch ich habe einen Patienten.
Mein armer Kater hat heute einen vereiterten Zahn aus dem Kiefer operiert bekommen.

Im völlig überheizten Wohnzimmer
(„Halten sie ihn warm!“ hatte der Tierarzt gesagt)
verbringe ich also meinen Freitagabend, das frisch operierte Tier hütend.
Heute Vormittag, während er in der Tierklinik lag, waren der Dr. und ich zur Ablenkung im Porschezentrum Düsseldorf.

Er brauchte den neuen Schalter für seine Warnblinkanlage und mich muss man nicht lange überreden, wenn es darum geht, ins PZ zu fahren.
Da ich Aufmunterung brauchte, am OP-Tag, trug ich eins meiner Lieblings-T-shirts.
Quer über der Oberweite prangt das Bild eines Flügeltürers von Rowe-Racing.

Ich hatte es im Sommer bei einer Veranstaltung am Nürburgring gekauft.
Offenbar wirkt Frau mit einem solchen Shirt wie eine ernsthafte Porscheinteressntin.
Mehrfach kamen Verkäufer auf mich zu und fragten, ob sie helfen könnten.
Aber ich habe ja schon was ich wollte, der Carrera ist in meiner Garage, heute brauchte ich nur etwas, was mich für einige Momente die Katersorgen vergessen ließ.

Übrigens, wer wie ich heute einen ruhigen Abend vor dem Rechner verbringt, kann gerne mal auf der Gesichtsbuchseite dieses Blogs vorbei schauen,
da gibt es mich nämlich auch 😉

Der Nürburgring dreht durch

An einem herbstlichen Freitag hatte ich beschlossen, zum Ring zu fahren, um beim ADAC Saisonfinale vorbei zu schauen.
Am Parkplatz angekommen, wunderte ich mich, dass ich an diesem Tag, an dem nichts Besonderes geboten wurde ( es war nur Training, das eigentliche Programm startete einen Tag später), fünf Euro für das Parken berappen sollte.

Ein Hoch auf die Ortskenntnis, einen Parkplatz weiter konnte ich kostenfrei parken, aber wer sich nicht auskennt, latzt…
An der Kasse kramte ich die 7.50 Euro Eintritt aus dem Portemonnaie und fragte beiläufig, welche Tribünen heute geöffnet seien.

Die freche Antwort „Keine!“ ließ mich dann doch mein Kramen unterbrechen.
Wofür ich denn dann Eintritt bezahlen müsste, wollte ich wissen.
Für das Fahrerlager. Man könne auf die Schnuppertribüne (zum Fotografieren nicht optimal) das koste aber 1.5 Euro extra und wenn man die Trübene verlasse, könne man nicht zurück, ohne erneut zu zahlen.

Fassungslos klappte ich das Portemonnaie wieder zu.
Was für ein Nepp.
So vermittelt man den Besuchern nicht, dass sie wieder kommen sollten.
Da kommt man mit Parken und Eintritt zu einem 12.50 Euro teuren Bummel durchs Fahrerlager.

Wer aus einem der vielen Ballungsgebiete kommt, kann für seinen Brückentag unter einer Vielzahl von Attraktionen auswählen.
Der unterwirft sich vielleicht einmal einer solch armen Kosten-Nutzen-Relation und kommt dann nicht wieder.

Die wenigen Kunden, die heute gekommen sind, werden tüchtig von den Pleitegeiern am Ring vor den Kopf gestoßen.

Vorbei an der Geisterstatt der verwaisten Gastronomie schlendere ich zurück zum Porsche.
Die Straßen sind leer und ich kenne ich paar schöne Strecken.
Da investiere ich mein Geld lieber in Sprit!

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Im Hintergrund die Silhouette der Nürburg.
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Die schwarze Schönheit ganz alleine auf der waldigen Strecke.

Tag-und-Nacht-Schande

Heute ist der Tag im Jahr, an dem Tag und Nacht genau gleich lang sind.
Der Dr. wies mich darauf hin, als wir vom Nürburgring zurück fuhren.
Ab heute sind die Nächte länger als die Tage und der Sommer ist zuende.

Ich habe eine Reihe schöner Aufnahmen in den Blancpain-Boxen gemacht,
die stelle ich hier rein, sobald ich wieder zuhause, mit schnellerem Internet bin.
Es war einem glücklichen Umstand zu verdanken, dass ich dort rein konnte und noch dazu, als angenehm wenig Betrieb herrschte.

Wir waren erst spät zum Ring gefahren und das Gelände leerte sich schon stark.
Dafür gab es wunderbar weiches Abendlicht und wenig störende Sich-ins-Foto-Steller.
Auf dem Mercedes-Turm war ich ganz alleine mit einem netten Gentleman.

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Er war dort um den schönen Blick über den Nürburgring zu genießen und eine verbotene Zigarre zu rauchen (Rauchverbot auf dem gesamten Boxendach…) und auch ich hätte nicht dort sein dürfen, da ich kein VIP bin.

Da trafen wir zwei Straftäter uns, und er sagte mit charmant belgischem Englisch, dass wir uns den schönsten Platz ausgesucht hätten.
So standen wir und genossen die Aussicht, lobten die Schönheit der Rennstrecke (die schönste der Welt!) und er fragte mich nach der Nürburg.

Zu meiner grauenvollen Pein konnte ich dem ausländischen Gast überhaupt nichts über die Burg erzählen.
Was bin ich für eine ignorante, motorsportbeschränkte Kulturbanausin!
Heute gehe ich mit dem Dumont Kunstreiseführer über die Eifel ins Bett, so eine Schande passiert mir nicht noch einmal!

Das Ende des Sommers – End of Summer

Morgen geht es zum Blancpain-Rennen.
Eigentlich hatte ich schon letztes Jahr hin gewollt, aber irgendwie ist nichts daraus geworden.
Diesen Sommer war ich ja weiß Gott auf genügend Rennen, aber bei dem Gedanken, dass die Saison zuende geht, überkommt mich doch Schwermut.

Das Ende einer Motorsportsaison als memento mori?
Warum eigentlich nicht?
Wir sollen ja nicht anhaften, an dem Schönen, von dem wir uns wünschen, es möge nie vergehen, da nichts von Dauer ist.
Also übe ich mich.
Die Saison geht zuende, der Sommer langsam auch.

Aber da ich den Herbst liebe, ist das ganz ok.
Die rennfreie Zeit wird mir wieder zu lang werden.
Aber noch ist das alles Zukunftsmusik, morgen geht es endlich wieder an den Ring und ich freue mich.
Vor dem Sterben kommt nämlich erst einmal das Leben.

In diesem Falle laut und schnell!

Tomorrow I will got to see the Blancpain race.
I had been planning on going last year, but somehow did not.
I have been to so many races this season, but the thought of the season´s end is making me blue.

The end of season as a memento mori?

Why not?
We are not to cling to things we like, since nothing is lasting.
So I will make the end of summer and with it the end of the motorsport season my buddhist practice.

I love autumn and do not mind too much.
Surely I will miss the races,
but that´s all in the future.
Tomorrow I will go to Nürburgring and I am looking forward to that.

Before death there´s life.
And in this case it will be fast and loud.

Bei Porschefahrers zuhause

Gute Porschefahrer essen ausschließlich Porsche-Käsegebäck.DSCF9802
Wer das Modell errät, bekommt einen Keks…

Meine neuste Kreation:
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Der Nürburgring.
Ich hatte ja Sorge, dass die GP-Strecke abbrechen könnte, aber sie hält 🙂

Heute kam eine ausgesprochen erfreuliche Nachricht.
Die feiere ich standesgemäß am Steuer des schönsten Porsches der Welt mit einer Feierabendtour.

Ich will Lärm machen mit dem Porsche und schnell fahren.
Also geht es rauf auf die Bahn.
Leider habe ich die Rechnung ohne die Männer gemacht, die heute offenbar keinen guten Wochenstart hatten.

Sie können den Gedanken nicht ertragen, dass der schwarze Porsche sie überholt.
Provozierend langsam blockieren sie die linke Spur.
Dacia, Seat, Ford, VW… am Steuer schlecht gelaunte Kerle.
Wenn ich dann irgendwann endlich dran vorbei bin, bestrafen sie mich mit Lichthupe und bösem Blick.

Mir fallen dazu nur sexistische Erklärungen ein, und weil ich eine Dame bin,
tröste ich den schwarzen Prinzen, dass wir wieder kommen, wenn die bösen Männer im Bett sind.
Dann gehört die Bahn uns.

Bis dahin knistert er in seiner Garage und ich esse noch einen Nürburgring.