Robertinos Ring

Das übersteigt meine Vorstellungskraft.
Wie kann so etwas passieren? Da kauft jemand nach unendlich langem Heckmeck zwei Drittel des Nürburgrings und hat die Knete nicht?!

Was ist in diesen Mann gefahren?
Ein schwerer Fall von Realitätsverlust gepaart mit Wunschdenken?
Kaufsucht?
Geltungssucht?
Harte Kindeheit?

Ist Robertino Wilds Verhalten ein Beleg für Balzacs These, dass hinter jedem großen Vermögen ein Verbrechen steht?

Wird die Bonität solcher Leute überhaupt nicht überpüft?
Warum hat niemand bemerkt, dass er seine Sicherheiten bereits beliehen hatte?
Wieso wird bei viel kleineren Summen viel härter geprüft?
Ehrenwerte Kaufleute scheinen auszusterben.

Schlimm, dass fast immer Unbeteiligte mitgerissen werden, wenn einzelne Geschäftsmänner moralisch die Bodenhaftung verlieren.
Für den Nürburgring, die Region in der Eifel und den Motorsport bleibt zu hoffen, dass die Zeiten der durchgeknallten Zampanos bald endlich ein Ende haben.

 

Gezwungen, zum Ring zu fahren

Alle Installateure im Rheinland machen Urlaub.
Wahrscheinlich hat die Innung eingeladen oder so.
Mein Rohrbruch-Desaster feiert Stillstand.
Flucht in die Eifel.

Selten bin ich freitags so früh hier.
Erschöpft wollte ich meine müden Knochen auf die Couch sinken lassen, aber den Dr. zog es am VLN-Vorabend zum Nürburgring.
Da lässt sich Frau gerne zwingen…
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VLN-Fahrerlager mit Nürburg im Hintergrund
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Ich wünschte, man könnte einem Mops auch Ohrenschützer draufklemmen.
Leider ist er nicht so brav, wie dieser Mini-Rennfahrer.
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Es war viel mehr los als erwartet.
Offenbar wurden heute Abend Touristen mit auf die Strecke genommen.
Überall geflashte Beifahrer.
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Und faszinierte Männer, die Treppen blockierend.
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Obwohl es mir immer schwummerig wird, auf dem Mercedes-Turm, musste ich natürlich hoch, um in die Boxengasse zu fotografieren.
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Auf dem Weg zum Parkplatz kam es zwischen dem Dr. und mir zu folgendem Dialog:
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Ich: „Warum kippt der nicht um?“
Dr.: „Der ist so häßlich, dass sich die Erdanziehung in Erdabstoßung verwandelt hat.“

Ich hab jetzt auch nen Boxster

Wir sitzen in der Eifel auf unserem Berg und geben uns dem Glückspiel hin.
Draußen ist es vollkommen dunkel und wir zocken im Licht des Kerzenleuchters.
Ich hatte den Dr. gewarnt.
Bevor wir anfingen, hatte ich Sätze gesagt wie: „Heute Abend bringe ich Dich um Haus und Hof.“

Und genau so kam es auch.
Mein Ex-Mann hat immer gesagt: „Mit Dir wette ich nicht.“
Weil ich immer gewonnen habe.
Heute Abend habe ich vier von vier Spielen gewonnen.

Unter anderem gehören jetzt sein Porsche und seine Fotoausrüstung mir.
Er hat bei soviel Pech im Spiel immerhin Glück in der Liebe 😉

„Garage Luder“ und „Bondage Hund Kostüm“

Ich bin völlig verweichlicht.
Am Samstag war ich ganz kurz bei der VLN.
Die Sonne schien und am Flugplatz fuhren meine Lieblinge vorbei, die ich schon so lange nicht mehr gesehen hatte.

Durch die lange Hundepause bin ich völlig verweichlicht.
War das laut…!

Während ich das Wochenende in der Eifel verbrachte, haben sich die grammatikalisch Herausgeforderten (Das muss doch wohl „Garagenluder“ heißen, falls das überhaupt ein Wort ist…) und die Menschen mit seeeehr eigenartigen Vorliegen („Bondage-Hund-Kostüm“)  hier im Blog suchbegrifftechnisch die Klinke in die Hand gegeben.

Was ziehe ich da für Leute an?
Spinnen die Suchmaschinen, dass die mein Porsche-Blog vorschlagen?
Wann melden sich stattdessen die Hersteller und flehen mich an, ihre Sportwagen auszuprobieren und dann meinem Millionenpublikum darüber zu berichten?

Wo bleiben die Heiratsanträge von solventen Porschesammlern?!
Jetzt ist aber Schluß hier mit dem Schmuddel!
Neue Woche, neues Glück.
Seriosität vor!

Wenn 24 Stunden nicht für frühe Vögel gilt

Ich finds ja immer schön, wenn es noch nicht so voll ist, und wollte das Morgenlicht beim 24h-Rennen mitnehmen.
Also bin ich gaaanz früh losgefahren und war um 6.30 Uhr am Nürburgring.
Am Parkplatz folgender Dialog:

Ich: „Guten Morgen! Ist bei Ihnen noch etwas frei?“
Ordnerin: „Ja, aber ich kann sie nicht drauflassen. Die Kollegen mit der Kasse kommen erst um 7.“
Ich: „Was soll ich jetzt machen? Hier warten?“
Ordnerin: „Ich mache die Regeln hier nicht.“
Ich: „Schon klar, aber wo soll ich hin?“
Ordnerin: „Wenn Sie hier stehen bleiben, verursachen sie einen Riesenstau.“
Ich: „Ok, was schlagen Sie vor?!“
Ordnerin: „Fahren Sie doch weiter runter zu meinem Kollegen, vielleicht fällt dem was ein.“

Herzlich Willkommen an der Rennstrecke von Weltrang, auf der gerade ein 24-Stunden-Rennen stattfindt!
Super Orga!
Zum Glück war der Kollege etwas flexibler, so dass ich nicht einen halbe Stunde lang einen Riesenstau verursachen musste.

Das Wetter hat mitgespielt, kein Regen und im Tagesverlauf angenehmer Temperaturen, so dass man weder fror, noch einen Sonnenstich riskierte.

Hier kommt wieder eins meiner gefürchteten Videos.
Ich glaube, Ihr könnt sogar Eric Engesser von Sport1 zusehen, wie er bei einem Boxenstopp moderiert.
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Das ist er doch, oder?

Die Grid-Girls lagen um diese Zeit wohl leider noch im Bett, und haben die schmerzenden Füße hochgelegt,
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aber Ihr seid doch eh wegen der Autos  hier, oder ? 😉

Waity katie

Vermutlich kann man mein Seufzen in ganz Deutschland hören.
Heute beginnt das 24 Stunden Rennen am Nürburgring.
Und ich habe Mops-Dienst.
Wir haben uns aufgeteilt.

Morgen darf ich dann.
Aber eben erst morgen.
Ich muss also noch einen Tag lang warten.
Heute ist Sommer-Sonnenwende.
Der längste Tag des Jahres.
So fühlt es sich auch an…

Und damit mir die Wartezeit nicht zu kurz wird, benimmt der Hund sich nach Kräften daneben.
Der Dr. ist jetzt seit knapp 7 Stunden am Ring und hat mich soeben informiert, dass er noch ein Weilchen bleiben wird.
Wie nett.
Ablösung ist also nicht in Sicht.

Ich wasche den Inhalt des Hundkörbchens, in das er vorhin Pipi gemacht hat,
und versuche ihn davon abzuhalten, noch weitere Geschäfte drinnen zu erledigen.
Er war auch schon mal stubenreiner, vermutlich merkt er irgendwie, dass ich unruhig bin.
Zwischendurch versuche ich verzweifelt, wenigstens Teile der Fernsehübertragung  mitzubekommen.

Der blöde Kommentator lobt gerade die traumhafte Stimmung, wenn über der Nordschleife die Sonne untergeht.
Aaaaaaaaaargh!!!!

Early Bird

Ich mag die Zeit ganz früh am Morgen, wenn noch so wenig Menschen unterwegs sind, dass man meinen könnte, die Welt gehöre einem ganz alleine.
Als ich noch regelmäßig laufen ging, war ich oft um diese Zeit unterwegs im Wald.
Im Wald alleine zu sein hat mir in letzter Zeit sehr gefehlt.

Ausschlafen finde ich reizlos.
Ich bin morgens schnell aktiv und voller Energie.
Die Pfingsttage dieses Jahr sind so heiß, dass es früh am Tag am angenehmsten ist, zum Wandern.

Also packe ich um kurz nach sieben am Pfingstmontag den Mops ins Auto, und breche zu einer sehr schönen Stelle am Ahrsteig auf.
Auf dem Weg zu dem Platz, an dem ich das Auto lassen will, fällt Sonnenlicht in schrägen Streifen durch das dunkle Grün der Bäume.

Im Radio läuft „Brothers in Arms“.
Ein magischer Moment.
Autofahren mit Musik in so schöner Gegend macht mich glücklich, wie kaum etwas anderes.

Ich bin völlig alleine auf der schmalen Straße durch den Wald.
Es ist so leise, dass das Brummen der Insekten einem laut vorkommt, als der Welpe und ich  den Spaziergang starten.
Dann passiert wieder das, was mir schon so oft im Wald passiert ist.

Ich gehe und gehe und will gucken, wie der Weg hinter der nächsten Biegung weitergeht.
Der Rückweg wird lang und länger, das Hundebaby darf noch nicht so lange laufen, ich habe ihn auf dem Arm und es geht bergauf…
Als ich mich wieder dem Auto nähere wird der Wald lichter und noch immer ist es so früh, dass ich die Straße für mich alleine habe.

Auch die Rückfahrt ist wieder pures Autofahrglück.
Ein heißter Eifelsommertag kann kaum schöner beginnen.
Wenn die Langschläfer in einer Stunde die Augen öffnen, werden sie all das verpasst haben.

 

Fahr schon mal den Fluchtwagen vor!

Neun Uhr abends und noch immer 25 Grad.
Nach einem schnellen Höflichkeitsgetränk mit den Kunden laufe ich zurück zu meinem Zimmer.
Hinter den Wolken am hellblauen Abendhitzehimmel bricht die Sonne hervor.

Ein schönes Bild.
Die alten Gemäuer und Gartenanalgen sind wunderschön, aber als ich am Porsche vorbei gehe, will ich nur eins: weg.
Am liebsten sofort.
Kloster
Mir war gar nicht klar, wie gut ich es normalerweise habe.
Die meisten meiner Kunden sind ausgesprochen nett.
Da ist man völlig verblüfft, wenn man unerwartet mal wieder so einem zünftigem Blödmann gegenüber sitzt.

Ich weiß nicht, wie oft ich während dieser Dienstreise die Tage gezählt habe, bis es vorbei ist.
Das erinnert mich an Schulzeiten.
Dieses Gefühl, dass die Stunde absolut nicht enden will…

„Nur noch heute, und der Rest von morgen“ ist zu meinem Mantra geworden.
Heute ist gleichzeitig Bergfest meines Dienstreisemarathons.
Mir ist nicht festlich.
Ich will in die Eifel und ohne irgendjemanden, der etwas von mir will, an die Strecke und Autos gucken. Motoren hören, schöne Manöver sehen, nix machen müssen,mich frei fühlen.

Aber heute noch und den Rest von morgen bleibt der Fluchtwagenschlüssel in der Handtasche.

Wie fährt er sich denn?

Der Mops ist ein Charmebolzen.
Er besucht mich mit dem Dr. bei meiner Dienstreise in der Eifel.
Alle Nachbarn wickelt er im nullkommanix um die Pfote.
Nachdem Nachbar Peter und der Hund wie irre auf dem Teppich spielten, fragt Peter: „Wie fährt er sich denn?“

Diese Formulierung hört man normalerweise eher, wenn man ein neues Auto hat.
Der Eifler, als Rheinländer, ist ohne Zweifel Sprachakrobat.
Und da wandelt er kurzer Hand diesen Satz, um zu erfragen, ob der Mops auf der Hinfahrt im Auto Theater gemacht hat.

Zum Glück fährt sich der Mops gut.

Der Dr. berichtet, dass er den neuen Targa auf der Autobahn gesehen hat.
Da wäre ich nur zu gerne in der Lage, die Frage: „Wie fährt er sich denn?“ beantworten können…

Porschefahrerin im Glück – the road not taken

In der Eifel angekommen fühlte ich mich eine Weile wie bestellt und nicht abgeholt.
Der Dr. fehlte mir, ich war irgendwie aus dem  Rhythmus.
Nach einem kurzen Osterbesuch bei meiner Vermieterin, beschloss ich zum Classic Car Meeting am Nürburgring zu fahren. (Bilder kommen morgen).

Oft fährt man immer dieselben Wege und lässt immer dieselben Orte links oder rechts liegen.
Ab und zu ist es mir ein großes Vergnügen abzubiegen.
Auf Wege, die ich noch nie gefahren bin.

Von der Standardstrecke bog ich ab nach Pomster.
Was für ein Name!
Auf unbekannten Strecken durch die wunderschöne Eifel.

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Und ganz leise schlich sich das Glück in mein Herz.
Ich fuhr, wie man nur fährt, wenn man alleine ist.
Sang laut die Songs im Radio mit.

Den gesamten Rückweg blieb ich auf Nebenstrecken.
Und war überzeugt, dass eine Frau im Leben nichts anderes braucht als die Eifel, ihren Porsche, Musik und genügend Benzin im Tank.
Ich versteige mich nicht zu schreiben, dass es die kleinen Dinge sind, die das große Glück verheißen.

So richtig klein ist ein Elfer ja nun nicht.
Aber ich glaube fast, dass so eine Tour auch im Kleinwagen glücklich gemacht hätte.
Die Schönheit der Eifel tut gut, und ganz alleine durch ein Ländchen zu kurven, ist für Menschen aus Ballungsgebieten wie ein Wunder.

Als hätten die Götter einem die Strecke zum Ostergeschenk gemacht
Danach ist man ganz erfüllt und zufrieden.