Herbst-VLN 12.10.2013

Das vorletzte Rennen der Saison bot wieder großartige Bilder.
Im Karussell überschlug sich ein BMW und rutschte auf dem Dach.
Durch die Krümmung der Straße kam er wieder auf die Räder und fuhr weiter.
Respekt vor dem Fahrer! Eine solche Nervenstärke ist atemberaubend.

Leider gibt es davon keine Fotos, ich war nicht so nervenstark und zu geschockt, um abzudrücken…

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Brandkatastrophe schon auf dem Parkplatz? Nein, die Feuerwehr Aachen macht einen Betriebsausflug zur VLN.
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Standesgemäße Villa am Brünnchen.
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Bei frischen 5 Grad und einem Langstreckenrennen können die Lagerfeuer nicht groß genug sein.
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Ein wunderschöner alter Bus.
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Halbfliegender BMW
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Einer der Wochenspiegel-Porsches
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Funkenflug
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Viele schöne Anblicke…
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Der ist natürlich besonders schön…
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Willi, Du bist in Gedanken dabei, wie Du siehst!
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Heute war ihm wohl nach Kontrastprogramm zu seinem Arbeitsplatz.
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Das war nicht die geplante Fortbewegung für Nico Bastian.
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Für die vorbeikommenden Herren eine extra Attraktion, ein gestrandeter Audi.
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Ein einsamer Grill im Wald. Praktisch, der Rennsport-Fan muss nur noch das Grillgut mitbringen.
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Nach dem Essen: Zähneputzen nicht vergessen!

Nach dem Rennen war ich so durchgefroren, dass ich nur durch einen Berg heißes, scharfes, italienisches Nudelgericht ganz knapp überlebt habe.
Der Winter rückt näher und mit ihm das letzte VLN-Rennen auf der Nordschleife.
Es gibt noch eine ganze Reihe Stellen, an denen ich dieses Jahr zu selten fotografiert habe… 🙂

Nase voll vom Motorsport

Wir waren gerade erst am Brünnchen angekommen und der Dr. hatte mir einen Kaffee gekauft.
So standen wir gut gelaunt, beide mit Kamera im Rucksack und wollten uns das Rennen ansehen.

Dann passierte der schlimme Unfall.

Ein schwarzes Auto kam den Berg herunter, drehte sich, rotierte um die eigene Achse, flog schrecklich weit auf dem Dach die Strecke entlang und blieb mit Rädern nach oben auf seinem völlig eingedrückten Dach schräg an der Leitplanke liegen.
Entsetzt liefen die Zuschauer im Brünnchen Richtung Zaun.

Man sieht ja immer wieder einmal Unfälle, so einen schlimmen hatte ich bisher noch nicht gesehen.
Einer der Streckenposten rannte sofort ans Telefon, der andere fing an, die gelbe Fahne zu schwenken.

Alle sahen Richtung Auto, vom Fahrer nichts zu sehen.
Er schien das Fahrzeug nicht verlassen zu können.
Neben uns fragte ein Mädchen, das mit seinen Eltern zur Strecke gekommen war, ob der Fahrer noch leben würde und die Mutter konnte nur antworten: „Ich hoffe es.“

Niemand lief zum Wagen.
Er lag die ganze Zeit auf dem Dach und der verunglückte Fahrer war noch drin.
Ich konnte überhaupt nicht fassen, dass niemand dem Fahrer zur Hilfe kam.
Nach einer gefühlten Ewigkeit ist der Dr. zum Streckenposten gelaufen und hat seine Hilfe angeboten.

Man hat ihn nicht an die Strecke gelassen, Hinweis: der Rettungsdienst sei unterwegs.
Endlose Minuten später kam er dann endlich, der Rettungsdienst.
Wie durch ein Wunder war dem Fahrer offensichtlich nichts Ernstes geschehen.

Was ich nicht verstehe ist, dass niemand direkt zum Fahrer gelaufen ist.
Gut, die Streckenposten hatten beide mit der Sicherung der Situation zu tun,
aber für mich ist das ein absolutes Horrorszenario.

Auch nach der erleichternden Bergung war mir noch lange übel vor Schreck.
Obwohl es schöne Manöver gab, und eine Menge toller Motive, hatte ich keine Lust mehr, die Kamera heraus zu holen.
Wenn einem Verunglückten niemand zur Hilfe eilt, damit ein Rennen nicht unterbrochen werden muss, und erst der Notarzt aus einigen Kilometern Entfernung abgewartet wird, dann vergeht mir die Lust am Motorsport.

Auch wenn ein Fahrer nicht schwer verletzt ist, nach so einem Crash braucht er Beistand.
Und zwar sofort.
Die Situation war wie aus einem Albtraum.
Ich wollte nur noch weg, keine Freude mehr am Zusehen, nur ungläubiges Nichtfassenkönnen.
Ich habe die Nase voll vom Motorsport.

Porsche-weekend

Oh, heilige Zivilisation!
Ich bin aus der Eifel zurück.
Das dort ohnehin immer miese Netz war dieses Wochenende schlechter denn je. Keine Chance per Mobiltelefon eine stabile Verbindung zu bekommen.
Wer auch immer eine solche Minderleistung zu verantworten hat, bei den Netzbetreibern, möge sich in Grund und Boden schämen.

Genug gemeckert, das Wochenende war toll.
Nach meinem Targa-Ausflug war ich am  Samstag  mit meinem Porschefreund zur VLN verabredet.
Das Wetter war super.
VLN mit Andreas 141
Wir hatten ein schattiges Plätzchen am Brünnchen.
Relativ kurz nach Rennbeginn gab es am Brünnchenausgang die erste dopplete gelbe Flagge. Empört ärgerten sich die Streckenposten über Fahrer, die ihre Geschwindigkeit nicht anpassten und drohten, in die vor ihnen Bremsenden zu rauschen.
VLN mit Andreas 004
Mein Porschefreund hat viel mehr Ahnung vom Motorsport als ich und hat eine Menge interessanter Geschichten zu erzählen gehabt.

VLN mit Andreas 122
Wir standen, fotografierten, freuten uns an schönen Manövern, an tollen Autos und am Sound.
VLN mit Andreas 091
VLN mit Andreas 008
Dann sind wir bis zum Pflanzgarten geschlendert und haben die Autos springen sehen.
Irgendwann trieb uns der Hunger von der Rennstrecke, und wir beschlossen, uns in einem netten Cafè auszuruhen.
Als Ortskundige fuhr ich vorne weg, seinen wunderschönen gelben Carrera immer fest im Rückspiegel, während wir durch die sonnendurchflutete Eifel cruisten.

Später parkt er seinen Porsche vor meinem Haus, wo der Dr. inzwischen seinen Boxster auch bereits gesparkt hat. Ein kleines Porschetreffen, das allein beim Augenschein unsere Fahrerherzen höhrer hüpfen lässt.

Am nächsten Tag hat der Fotogott in gelb einige seiner Boxengassenfotos vom Vortag bearbeitet.
Der Dr. und ich sitzen unterm Apfelbaum im Garten und freuen uns an den wunderbaren Rennstudien.
Während meine Fotokünste sich leider auf dem
„Ist das Kunst, oder kann das weg?“-Niveau befinden,
hat allein die Kamera meines Porschefreundes dem fotobegeisterten Dr. respektvolle Bewunderung abgenötigt.

Weil seine Freundin heute mit dabei ist, bremsen wir uns, was die Benzingespräche angeht.
Sie hat weiß Gott eine Engelsgeduld mit uns, wenn wir immer wieder von Autos anfangen, aber wir müssen uns beherrschen, damit wir nicht völlig monothematisch werden.

Während wir kuchenenssend im Garten sitzen, schicken Ute und Markus, und mein Porschebruder mir Grüße aufs Telefon.
Wie schön, wenn die Porschisten aneinander denken!

Am Sonntagabend, als ich auf der Heimreise die A1 Richtung Norden fahre, sehe ich VLN-Fahrzeuge auf Hängern ihren Heimatgaragen entgegen reisen.
Es war ein wunderbares Wochenende, allen direkt und indirekt Beteiligten einen herzlichen Dank! 🙂

Fleisch und Blut

So langsam lerne ich meine virtuellen Freunde auch in der Realität kennen.
Der heutige Sonntag begann schon strahlend sonnig.
Frühstück im Garten, eine Runde im kühlen See und dann gehts ab zum Brünnchen.

Meine Haare sind noch nass vom Duschen nach dem Schwimmen und trocknen im warmen Fahrtwind in des Doktors offenen Boxster. Er setzt mich am Brünnchen ab und fährt danach weiter Richtung GP-Strecke.

Dort bin ich mit einem Porschefreund aus dem Forum verabredet, den ich schriftlich und vom Foto schon seit Monaten kenne, und jetzt sehen wir uns erstmalig in Fleisch und Blut.
Wir haben am selben Tag Geburtstag und er fährt einen GTS, um den ich ihn mächtig beneide.
Eine weiße Schönheit.

Nachdem wir eine Weile den Touristen auf der Nordschleife zugesehen haben und eine erquickliche, relaxte Zeit im Wald verbracht haben, gehen wir zurück zum Brünnchen, und sehen, wie sich fremde Männer neben seinem Auto fotografieren lassen.
Es steht neben einem weißen GT3, ein schöner Anblick.
Später, zuhause, muss ich lachen, als ich sehe, dass auch ich 70 Fotos gemacht habe.
Ist halt echt ein Hübscher.
Eifelgarten und BoncMobil 015

Eifelgarten und BoncMobil 057
Der Besitzer steht auf schöne Schuhe…

Eifelgarten und BoncMobil 047
Der sexy Parkplatznachbar

Mein charmanter Begleiter teilt ritterlich seine Fritten mit mir, die mit Blick auf die schönste Rennstrecke der Welt so gut schmecken, wie die im Sommer, zu Kinderzeiten im Freibad, und dann neigt sich der schöne Nachmittag an der Norschleife auch schon seinem Ende zu.

Als ich meinen schwarzen Schatz später aus der Eifel nach Hause lenke, senkt sich die Sonne schon und die Autobahn ist wunderbar leer.
Was für ein perfektes Wochenende, auch wenn es mit einer Flucht angefangen hatte…

VLN, kürzer als erwartet

Kurzmitteilung

Zur Zerstreuung geht es in die Eifel.

Etwas VLN gucken und im Wald rumstehen, immer gut nach einer harten Woche.

Es ist viel mehr los, als am Anfang der Saison.
Verblüffend viele Autos und Wohnwagen, Motorsportfreunde zieht es offenbar bei niedrigen Temperaturen weniger an die Strecke.

Ich bin nicht wirklich früh dran, und als ich am Brünnchen ankomme, kommen mir beunruhigend viele Menschen entgegen. Später wird der traurige Grund hierfür klar.

Nach einer Weile wird klar, es ist keine Rennunterbrechung.  Das Rennen wurde abgebrochen. Wolf Silvester ist während des Rennens verstorben.
Die Nordschleife, was für ein Ort, für einen begeisterten Rennfahrer zu sterben.

An dieser Stelle mein herzliches Beileid seiner Familie und seinen Freunden!

Viele schöne Porsches sind auf den Straßen um den Ring zu sehen. Neue Modelle, breit und sexy, aber auch eine Reihe schöner älterer Fahrzeuge.
Einer hat an einer komischen Stelle gehalten, sein Fahrer steht im Gras.

Besorgt schaue ich beim Vorbeifahren aus dem Fenster, was ihm fehlen könnte.
Schnell wird klar, was ihm fehlt, sind Manieren.
Gut sichtbar von der Hauptdurchgangsstraße steht er neben seinem schönen Auto und pinkelt.
Kein Gentleman driver…

Auf dem Supermarktparkplatz nickt mir grüßend ein Porschefahrer zu.
Nicht unbedingt der klassische Boxsterfahrer, dieser ist ein sehr charmanter älterer Herr, der sicher mindestens 69 Jahre älter als sein Porsche ist.

Das ist das erste Mal, dass mich ein anderer Porschefahrer grüßt.
Wie schön, wenn sich eine solche freundliche Verbindung zwischen Fremden mit dem gleichen Herzensthema einstellt.

12 Stunden 24h

1. Hühnerpestsperrbezirk Brünnchen
24h Sonntag 011

Ich nutze die Tatsache, dass es morgens noch etwas ruhiger ist, und nehme den Shuttlebus zum Brünnchen.
Hier haben es sich einige Herren bequem gemacht, die offenbar schwere Probleme mit Frauen haben.
24h Sonntag 002
Gummiepuppen sind ein beliebter Dekorationsgegenstand, dieser hat man eine Bierflasche eingeführt. Schön hier.
24h Sonntag 006
Die Wippermann Hell Boys, eine trinkfreudige Truppe, träumen von einem Porno Casting. Was hat das mit Motorsport zu tun?
24h Sonntag 012
Zum Glück gibt es auch sehr sympathische Zeitgenossen hier.

Ich wandere hinunter zum Karussell. Diese Streckenabschnitte sind landschaftlich wunderschön und gehören zu meinen Lieblingsstellen an der NOS. PAs, die Großraumdiskos beschallen könnten, blasen Musik durch den Wald.
24h Sonntag 014
Sowohl die Fans, als auch die Fahrer haben Sorge, wie es am Ring weiter geht. Das rechte Schild klebt auch auf meinem Auto…
24h Sonntag 031

24h Sonntag 020
Ein uralter Lanz tuckert zum Karussell. Hier sehe ich auch die Porsches, ein toller Sound, wie sie über den Beton plockern.
Der Rückweg wird unangenehmer, der Alkoholpegel steigt und als Frau läuft man an den angetrunkenen Männergruppen vorbei, sie haben hochrote Köpfe und ich komme lieber hierher zurück, wenn die Herren wieder abgereist sind.

2. Zurück an der GP-Strecke
24h Sonntag 032
Augen auf bei der Berufswahl Mädels! Die weißen Pumps der Grid girls sind wohl unbequem…
24h Sonntag 048
Dreher schon in der 1. Runde. Die Ginetta der vier Italiener fliegt einen Tag später an der Hedwigshöhe richtig.
24h Sonntag 238
Jubiläums SLS in der Dunlop Kehre
24h Sonntag 284
Titus Viper bekommt am Montagmorgen einen Getriebeschaden.

Ich ziehe um auf die Bilsteintribüne. Mit Sicherheit einer der kältesten und zugigsten Orte am gesamten Ring. Aber hier will ich die Bremsscheiben glühen sehen. Meine Hände werden immer kälter und am Ende zittere ich so sehr, dass meine Zähne klappern. Und das bevor um 21.00 Uhr der Wolkenbruch losgeht. Mai am Ring…
24h Sonntag 446
24h Sonntag 47224h Sonntag 525

Auf der Rückfahrt laufen die Pointer Sisters im Radio, wie passend!

„Tonight’s the night we gonna make it happen
tonight we’ll put all other things aside
give in this time and show me some affection
we’re going for those pleasures in the night“