DeLorean, SLS, Isdera

Gestern hatte ich einen Termin, bei dem ich  eine unerfreuliche Menge Geld in Sanitärartikel umwandeln wollte.
Der Dr. und ich waren mit getrennten Autos gefahren, und weil sein Navi den blöderen Weg gewählt hatte, war ich eine Viertelstunde vor ihm da.

Zeit, um kurz rüber zu Mercedes zu springen und die Nerven mit einem Besuch beim SLS zu stärken (oder sollte ich „kitzeln“ schreiben?).
Groß war der Schreck, als ich am Platz meines Lieblingsautos einen fiesen SUV stehen sah.

Gleich mal hin zum Verkäufer und rumgenölt.
Und was musste ich erfahren?
„Den SLS gibt es als Neuwagen nicht mehr.
Der Nachfolger wird wohl GT heißen, aber keine Flügeltüren mehr haben.“

Ein Auto ohne Flügeltüren ist doch nicht vergleichbar!
Warum? Warum macht Mercedes das?
Tief betrübt ging ich zurück zur Badausstellung.

Der Dr. konnte meine Trauer nicht teilen.
Er mag den SLS nicht wirklich.
Versteh ich nicht, aber ich hätte auch nie seinen komischen Alltags-Seat gekauft.
Wir haben selbst bei Porsches unterschiedliche Vorlieben.

Beim Sanitärhändler kam dann noch eine ganz andere Marke ins Spiel.
Der Kommentar des Händlers zu meinem: „Die Armatur gefällt mir!“ war: „Da haben sie sich den Ferrari unter den Amarturen ausgesucht.
Grrr! Ich und mein guter Geschmack…

Glückskinder

Seit drei Wochen oder so habe ich Kopfschmerzen.
Ich schlucke morgens immer ein Schmerzmittel und fahre dann zur Arbeit.
Zum Trost nehme ich den Porsche.

Den Morgenhimmel über dem Carrera hätte ein Barockmaler nicht schöner an eine Kirchendecke malen können.
Mit Wohlgefallen fällt mein Blick durch die schräge Fronstscheibe.
Schönheit ist immer gut für die Nerven.

Zur Begrüßung fragt eine Kundin: „Ist das Ihr Porsche auf dem Parkplatz?“
Ich grinse: „Ja.“
Sie auch: “ Hab ich mir gedacht.“
Das Gespräch kommt auf Autos.
Zwei Kunden erzählen, dass sie zum Geburtstag mal ein Traumauto geliehen haben.

Sie schwärmen davon, wie toll die Fahrt war.
Ich fühle tiefe Demut.
Ich darf ihn immer fahren, den Traumwagen.
Er gehört mir.

Ich habe das immer, was andere einmal im Leben haben.
Neben all der anstrengenden Scheiße, die man im Leben so am Hals hat, sind wir Porscheeigner doch immer auch eins:
Kinder des Glücks.

Ich hab jetzt auch nen Boxster

Wir sitzen in der Eifel auf unserem Berg und geben uns dem Glückspiel hin.
Draußen ist es vollkommen dunkel und wir zocken im Licht des Kerzenleuchters.
Ich hatte den Dr. gewarnt.
Bevor wir anfingen, hatte ich Sätze gesagt wie: „Heute Abend bringe ich Dich um Haus und Hof.“

Und genau so kam es auch.
Mein Ex-Mann hat immer gesagt: „Mit Dir wette ich nicht.“
Weil ich immer gewonnen habe.
Heute Abend habe ich vier von vier Spielen gewonnen.

Unter anderem gehören jetzt sein Porsche und seine Fotoausrüstung mir.
Er hat bei soviel Pech im Spiel immerhin Glück in der Liebe 😉

Happy Herbst-Day

Schon Montag war ich ganz nah am Wahnsinn.
Handwerker sind momentan ein Reizthema für mich.
Gestern Abend war ich auch wieder kurz vor dem Zusammenbruch.
Heute ist der letzte seiner Zunft für diese Woche vom Hof gefahren, und das hat eine Welle puren Glücks über mein Leben schwappen lassen.

Der Dr. und ich haben Kennenlerntag und das Wetter ist gut.
Von daher wurde eine Boxstertour auf die Tagesordnung gesetzt.
Wir waren in bester Gesellschaft, überall Porsches.
Es ging zum Shoppen in die Stadt, Essen in einem Lieblingsrestaurant und danach ein Bummel am Wasser.

Ein schöner Ausflug bei Temperaturen, die das Offenfahren zulassen.
Aber wie sagte Annemie Fussbroich noch in „Schicksalsschläge“?
Immer wenn etwas Gutes passiert, passiert auch eine Katastrophe.
Des Drs extrem-bekloppte Freundin hat ihre Kurzbeziehung in München (was war ich froh, dass die hier weggezogen war…!) vor die Wand gefahren und zieht wieder hier her.

Egal, endlich mal wieder Zeit und Nerv und Wetter fürs Porschefahren.
Und das reicht bei einer so bescheidenen Frau wie mir schon für einen
happy Herbst-day.

RDK-Demenz

Der Porsche und ich sind guter Dinge auf Dienstreise.
Ein Jahr lang lebten meine RDK und ich in friedlicher Koexistenz.
Sie tat unauffällig Ihren Dienst und meldete: Nix.
In letzter Zeit meldet sie sich dauernd.

Mal fehlt ihr hinten links etwas Druck, dann hinten rechts oder vorn.
Ich pumpe auf, sie gibt Ruhe, ich fahre wieder, sie meldet sich wieder.
Gestern habe ich Luft nachgefüllt, an einer dieser modernen vollautomatischen Anlagen.
Diese meldete: Wunschdruck erreicht. Der RDK fehlten dennoch 0,2.

Was ist da los?!
Hattet Ihr das schon mal?
Wird die RDK mit dem Alter verwirrt, wie ein dementer Mensch?
Was kann ich ohne kostenintensiven Besuch im PZ tun?

Anekdote am Rande:
Gestern hatte ich just die schwarze Schönheit an die Luftauftankstation bugsiert, als ein Herr im offenen Audi neben mir hielt, das einzige Gerät zackzack an seinen Audi pulte und ich das Nachsehen hatte, obwohl ich vor ihm da gewesen war.
Leider konnte Vatti das Ding aber nicht richtig bedienen.

Und leider hatte die blonde Frau mit dem geileren Auto auch noch recht, dass das laute Zischen kein Anzeichen dafür ist, dass das Ventil richtig sitzt.
Ich bin also nicht allein mit meinen Druckproblemchen…

 

Jung und frei

Nach unendlich langer Zeit, die eigentlich nur aus Pflichterfüllung bestanden hat, sitze ich endlich wieder im  Porsche.
Ganz allein.
Ich bin dienstlich unterwegs.

Wenn der Hund dabei ist, kann ich Kurven nur sehr langsam durchfahren, weil er sonst samt Transportkorb umkippt.
Jetzt kann ich die wunderbare Straßenlage meines Carreras ausnutzen.
Schon beim Auffahren auf die Autobahn fühle mich mich jung und frei.

Das ist natürlich eine Illusion.
Ich bin mittleren Alters mit meinen fast 44 Jahren.
Und ich hab eine Menge Dinge, um die ich mich kümmern muss.
Aber bei all dem Funktionieren braucht es ein Gegengewicht.

Mein Nachbar, weit in den Siebzigern, lebt mit seiner dementen Frau auch ein Leben mit vielen Pflichten.
Und er sagte gestern über den Porsche, dass man seine Spielzeuge braucht.
Ich kann das nur bestätigen.

Nach Handwerker-Generve, Terminhetze und anderen Sorgen muss mein Geschäft nun wieder erfolgreich durch eine Hochsaison bugsiert werden.
Wenn mich dabei ein edles Stück Ingenieurskunst dabei über die Autobahnen bugsiert, ist das nur recht, wenn auch nicht billig…

Wie ich beinahe einen fremden Mann belästigt hätte

Gestern Abend im Subway.
Ich wartete darauf, dass mein Sandwich fertig wird, und blickte währenddessen auf die Tanstelle nebenan.
Und dann kam er.

Nagelneuer, schwarzer Carrera S mit diesem Panoramadach.
Und geilen Felgen.
Ich starrte und ging wie ferngesteuert hinaus vor die Tür.
Der nichtsahnende Fahrer tankte. Ich starrte.

Ich wollte näher dran, ihn fragen, was so ein Glasdach kostet und was das für Felgen sind.
Mit anderen Worten, ich hätte beinahe einen wildfremden Mann an einer Tankstelle mit Fragen zu seinem Porsche belästigt.
Ich muss von Sinnen sein.

Was der wohl gedacht hätte.
Sicher war er müde, und wollte einfach Feierabend haben, und nur kurz tanken.
Ich bin einfach zu leicht verführbar…

Der Boxster-Macho

Manchmal muss Frau sich schon fragen, was ihr da am Frühstückstisch gegenüber sitzt.
Ich beiße in mein Brötchen und lese die Beilage zum Christophorus.
Dort gibt es einen Bericht, dass Porsche über 500 Kunden zu einem tollen Event nach
Le Mans eingeladen hat.

Natürlich will ich das sofort auch.
Ich beklage, dass doch nur 10% der Elferfahrerinnen Frauen seien, und da könnten die doch…
Und dann kommt diese VÖLLIG inakzeptable Bemerkung von ihm.

Er versteigt sich doch tatsächlich zu der Behauptung, die meisten Elferfahrerinnen hätten sich die Wagen nicht selber verdient, sondern, na Ihr werdet es Euch denken können…
Mir fällt das Brötchen fast aus der Hand.
Was für eine Engleisung.
Und das am Tisch einer emanzipierten Frau.

Ich weise ihn darauf hin, wer in diesem Haushalt den Christophorus geschickt bekommt, den er mitlesen darf. (Er hat den Boxster-Opa bei irgendeinem Gebrauchtwagenfuzzi gekauft).

100 Prozent der elferfahrenden Frauen, die ich kenne (Ok, ich kenne nur eine andere), haben sich das Fahrzeug selbst gekauft.
Ich starte hiermit einen Aufruf an alle Damen, die zum Porschekauf keinen Kerl brauchen:
kommt vorbei, tretet diesem Macho erstmal tüchtig in den A**** und dann gegen seinen kläglichen ollen Boxster!

Simultaneous release

Gestern Abend kurz vor zehn.
Der Porschebruder meldet sich per whatsapp:
„… tat das gut, hab das Porschi mal wieder richtig rangenommen, bester Landstraßenspass, Du hättest die Scheidung eingereicht als Copilotin.“

Ich grinse, denn die Copilotin war ja gerade selber vom Porschefahren zurück gekommen.
Weiter schreibt er: „Das Wimmern der Reifen im Grenzbereich ist  wie ***** (Nicht jugendfrei)“
Ich, wie immer verängstigt angesichts seines wilden Benehmens, weise darauf hin, dass „Grenzbereich“ ein verbotenes Wort ist.

Wir freuen uns, dass wir hunderte von Kilometern voneinander entfernt, zugleich unsere Dosis Porschesex hatten.
Wie vermutlich noch eine Reihe anderer Glücklicher an diesem Sommerabend.

Am Ende sind wir uns einig:
„Alles gut, solange sowas noch möglich ist.“

Ich habs lieber schwer

Gestern war ich nach langer Zeit mal wieder mit dem Boxster unterwegs.
Zum Glück verlernt man offenbar das Schalten nicht so schnell.
Er kommt die Eifelberge angenehm flott hoch.
Aber auf der Autobahn ist es in diesem Wagen UNVORSTELLBAR laut.

Er ist schon 17, vielleicht sind die aktuellen Modelle besser gedämmt, am Dach.
Wenn der Dr. über 130 fährt, spottet der Lärm jeder Beschreibung.
Radio ist sinnlos, Unterhaltung funktioniert nur schreiend und Ohrensausen ist garantiert.
Wenn ich ihn selbst fahre, was eher auf der Landstraße der Fall ist, irritiert mich sein Motorengeräusch.

Es erinnert mich an eine elektrische Eisenbahn.
Warum hat Porsche das so gemacht?
Und er liegt irgendwie leicht auf der Straße.
Ein Wägelchen.

Mein Carrera ist wie ein klebendes, schweres Brett.
Ich mag das Gefühl, wenn Autos sich schwer anfühlen.
Das hat etwas Kraftvolles, beruhigend Stabiles und in Kombination mit der Beschleunigung äußerst Befriedigendes.

Hmmmmmmm!