Simultaneous release

Gestern Abend kurz vor zehn.
Der Porschebruder meldet sich per whatsapp:
„… tat das gut, hab das Porschi mal wieder richtig rangenommen, bester Landstraßenspass, Du hättest die Scheidung eingereicht als Copilotin.“

Ich grinse, denn die Copilotin war ja gerade selber vom Porschefahren zurück gekommen.
Weiter schreibt er: „Das Wimmern der Reifen im Grenzbereich ist  wie ***** (Nicht jugendfrei)“
Ich, wie immer verängstigt angesichts seines wilden Benehmens, weise darauf hin, dass „Grenzbereich“ ein verbotenes Wort ist.

Wir freuen uns, dass wir hunderte von Kilometern voneinander entfernt, zugleich unsere Dosis Porschesex hatten.
Wie vermutlich noch eine Reihe anderer Glücklicher an diesem Sommerabend.

Am Ende sind wir uns einig:
„Alles gut, solange sowas noch möglich ist.“

Work hard play harder

Alkohol zählt nicht zu meinen Lastern.
Ich trinke nur sehr selten und nie viel.
An einem wunderbaren Sommerabend sitze ich alleine zuhause.
Der Dr. aaaaaarbeitet.

Die Götter wollen, dass man an solch einem Abend eine Tour im offenen Porsche macht.
Der steht aber auf dem Krankenhausparkplatz.
Mist.
Aus lauter Frust verfalle ich den Drogen:
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Und höre Country.
Willie Nelsons „Crazy“ läuft im Radio.
Meine Denkfähigkeit nach einem Drittelglas Blaubeercidre sinkt mit der Sonne um die Wette.

Schönes Sommerabendlicht.
Das schreit nach schnellen Kurven in schöner Landschaft.
Verdammte Erwerbstätigkeit.
Warum bin ich nicht die (Lebe)Frau eines Lebemannes?

Gott, warum trinken Menschen?
Warum trinke ich?
Echt nicht meine Droge.
Kein angenehmes Gefühl, auch nicht alles egal oder alles lustig…

Ich glaub, ich kippe den Rest des Glases weg und zwinge den Dr., wenn er gleich nach hause kommt, noch eine Runde mit mir zu fahren.
Meine Droge ist und bleibt
das Porschefahren.